Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen Kultur-Ticker zur Corona-Lage: Leipziger Gewandhauschef kritisiert Landespolitik

Die steigenden Corona-Zahlen stellen die Kulturlandschaft erneut vor eine große Herausforderung. Sachsen hat die Kultur bereits seit dem 22. November weitgehend heruntergefahren. Vorerst bis einschließlich 12. Dezember bleiben Kultur- und Freizeiteinrichtungen wie Kinos, Theater und Museen im Freistaat geschlossen. Wie geht es in Sachsen-Anhalt und Thüringen weiter? Die aktuellen Entwicklungen im Überblick.

Slogan "Impfen schützt auch die Kultur!"
Dresdner Kulturinstitutionen haben die Initiative "Impfen schützt auch die Kultur" gestartet. Bildrechte: dpa

Freitag, 3. Dezember, 11:45 | Sorgen und Kritik aus dem Leipziger Gewandhaus

Der Direktor des Leipziger Gewandhauses, Andreas Schulz, hat den mangelnden Umgang der Politik mit Hygiene-Konzepten kritisiert. Im Interview mit der Leipziger Volkszeitung meinte der Verwaltungschef des Konzerthauses, dass man es trotz zahlreicher Warnungen versäumt hätte, vorausschauende Maßnahmen zu ergreifen und hat nun Schließungen in Kauf genommen. Er betonte allerdings auch, dass die Politik nicht allein Schuld an der aktuellen Situation trage.

Seit dem 22. November sind Kultureinreichtungen wie Theater, Museen und Klubs in Sachsen geschlossen. Die Verordnung gilt aktuell bis zum 12. Dezember, doch die Leipziger Bühnenbetriebe haben ihre Vorstellungen bereits bis zum 9. Januar abgesagt. Schulz rechne allerdings nicht damit angesichts der Situation am 10. Januar sein Haus wieder öffnen zu können. Der Gewandhausdirektor sorgt sich daher um die finanzielle Situation: Eine Umfrage unter Abonnenten des Gewandhauses habe gezeigt, dass ungefähr 40 Prozent während der Pandemie nicht kommen wolle. Da die Schließung eine Entscheidung der Landesregierung war, ist auch nicht mit Bundeshilfen zu rechnen. "Ich hoffe sehr, dass Land und Stadt dann helfen", erklärte Schulz.

Freitag, 3. Dezember, 10:30 | Kommentar zur geschlossenen Theater in Sachsen

Noch bis mus 12. Dezember soll in Sachsen die aktuelle Corona-Schutzverordnung gelten, nach der unter anderem Museen und Theater schließen mussten. Weiterhin hohe Zahlen (bei Neuinfektionen und Intensivversorgung) und die jüngsten Aussagen des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretzschmer (CDU) lassen vermuten, dass die Maßnahmen verlängert werden könnten. Die städtischen Bühnenbetriebe in Dresden, Leipzig und Chemnitz haben vorsorglich bereits erklärt, erst am 9. Januar wieder spielen zu wollen.

MDR KULTUR-Theaterredakteur Stefan Petraschewsky beobachtet diese Entscheidungen mit Bedauern. Denn für ihn sind Theater wichtige Orte für gesellschaftlichen Austausch und Demokratie, die so einfach verschlossen bleiben. Währenddessen spielen die Häuser im benachbarten Thüringen unter strengen Auflagen weiter. Gerade weil Kulturorte laut einigen Untersuchungen keine Pandemie-Treiber seien, würde Stefan Petraschewsky ein klares Statement der Theater hören wollen, warum sie sich nicht auf Öffnungen vorbereiten.

Freitag, 3. Dezember, 8:00 | Thüringer Theater spielen trotz Verschärfungen

Die neuen Corona-Maßnahmen haben keine Auswirkungen auf den Spielbetrieb der Thüringer Theater. Das meldet die Deutsche Presse-Agentur nach Recherchen an den Häusern in Erfurt, Weimar oder Jena. Nach zwei längeren Besprechungen haben Bund und Länder sich auf eine Verschärfung der bisherigen Regeln geeinigt. Die flächendeckende 2G-Regelung hat auf den Bühnenbetrieb der Theater in Thüringen jedoch kaum Auswirkungen, weil hier schon länger nur Geimpfte und Genesene Zutritt haben, sonst aber weiter gespielt wird.

Ganz spurlos geht die vierte Welle und die aktuelle Infektionslage aber auch nicht vorüber: Wegen der geringeren Platzkapazitäten – in Weimar wird beispielsweise im Schachbrettmuster nur jeder zweite Platz verkauft – sind viele Vorstellungen schon ausverkauft. Am Theaterhaus Jena fallen einige Vorstellungen aus – coronabedingt, wie es auf der Webseite heißt. Auch an anderen Häusern fallen immer wieder Künstlerinnen und Künstler nach positiven Corona-Tests aus, die dann von Gästen oder Aushilfen ersetzt werden, heißt aus dem Theater Erfurt. Das Deutsche Nationaltheater Weimar hofft, mit den getroffenen Maßnahmen gut durch die Winterspielzeit zu kommen, die für viele Theater wegen der Weihnachtsstimmung in der Regel zu den besucherstärksten Zeiten gehört.

Donnerstag, 2. Dezember, 17:00 | Theater Chemnitz setzen Vorstellungen bis 9. Januar aus

Auch die Theater Chemnitz verlängern die Aussetzung des Vorstellungsbetriebes bis zum 9. Januar 2022. Alle Veranstaltungen werden abgesagt, die Spielstätten Opernhaus und Schauspielhaus bleiben geschlossen und auch der Probenbetrieb wird bis auf Weiteres eingestellt. Das schmerzt vor allem im traditionsreichen Weihnachtsmonat Dezember sehr, sagt Generalintendant Christoph Dittrich: "Dennoch tragen wir die Entscheidungen in vollem Umfang mit und sehen uns als Kulturschaffende in einer besonderen Verantwortung."

Bereits erworbene Karten für abgesagte Veranstaltungen bis einschließlich 9. Januar 2022 werden in voller Höhe erstattet oder, wo es möglich ist, für spätere Termine kostenfrei umgetauscht.

Donnerstag, 2. Dezember, 14:12 | Theater Plauen-Zeickau schließt bis zum 16. Januar

Um langfristig planen zu können und Kontakte zu verringern, schließt das Theater Plauen-Zwickau seine Spielstätten bis einschließlich 16. Januar 2022. So wolle man dabei helfen, die vierte Infektionswelle zu brechen, erklärte die Theaterleitung am Donnerstag in einer Mitteilung. Zuvor hatte das Sächsische Kultusministerium bereits durchblicken lassen, dass eine Wideraufnahme des Spielbetriebs nach dem 12. Dezember unwahrscheinlich ist. Zur Rückgabe der bereits gekauften Karten sollen sich Besucherinnen und Besucher an die Theaterkasse wenden.

Mittwoch, 1. Dezember, 17:15 | Schauspiel und Semperoper Dresden bis 9. Januar geschlossen

Alle Spielstätten der Semperoper und des Staatstheaters Dresden setzen bis einschließlich 9. Januar 2022 ihren Spielbetrieb weiter aus. Die Entscheidung sei in Absprache mit dem Kulturministerium getroffen worden, teilten Schauspielaus und Semperoper am Mittwoch in Dresden mit. Mit der Entscheidung werde auf die alarmierende pandemische Lage in Sachsen reagiert. Bereits gekaufte Karten werden durch den jeweiligen Besucherservice erstattet.

Mittwoch, 1. Dezember, 16:25 | Leipziger Buchmesse 2022 soll stattfinden

Die Leipziger Buchmesse soll vom 17. bis 20. März 2022 stattfinden, erklärt Martin Buhl-Wagner, Geschäftsführer der Leipziger Messe: "Die Branche vermisst diese so wichtige Plattform, vermisst Sichtbarkeit für Autorinnen und Autoren und den Austausch zu den Novitäten des Frühjahrs. Und auch die ganze Stadt freut sich auf die Begegnung mit der Buch- und Medienbranche."

Um die Buchmesse im kommenden Jahr zu ermöglichen, ist das Hygienekonzept "Safe Expo" erarbeitet worden: Dieses sieht aufgrund der Kontaktnachverfolgung vor, Tickets nur im Vorverkauf anzubieten. Vor Ort soll es keine Tageskassen geben und Dauertickets entfallen komplett. Darüber hinaus gilt pro Tag eine Begrenzung von 25.000 Besucherinnen und Besuchern. Auf dem Messegelände gilt Maskenpflicht und 2G. Sollten die Fallzahlen deutlich sinken, wird das Konzept auf 3G umgestellt. Auf dem gesamten Gelände sorgen Hygienelotsen sowie Wegeführung für die Entzerrung von Menschenmengen. Belüftungsanlagen sowie die regelmäßige Reinigung aller Kontaktflächen sollen einen sicheren Messebesuch gewährleisten. Das Hygienekonzept wird entsprechend der aktuellen Coronalage kontinulierlich angepasst.

Dienstag, 30. November, 18:00 | Nordharzer Städtebundtheater sagt Vorstellungen ab

Wegen der "dramatisch ansteigenden Inzidenzwerte und der Unabsehbarkeit der Situation" hat sich die Geschäftsleitung des Nordharzer Städtebundtheaters dafür entschlossen, bis einschließlich 4. Januar 2021 alle Veranstaltungen abzusagen. Dies beinhaltet auch die beiden Silvesterpremieren "Großherzogin von Gerolstein" und "Landeier" sowie alle Silvesterkonzerte.

Wir bedauern sehr, diesen Schritt gehen zu müssen und hoffen, in absehbarer Zeit wieder für Sie alle spielen zu dürfen.

Geschäftsführer, Intendant und Verwaltungsdirektor des Nordharzer Städtebundtheaters

Dienstag, 30. November, 14:52 | Bühnenverein fordert von Politik Bekenntnis zur Kultur

Heute wollen Bund und Länder neue Entscheidungen im Umgang mit der aktuellen Coronalage treffen. Vorab fordert der Bühnenverein in einer Erklärung eine Bekenntnis zur Kultur und spricht sich für offene, sichere Theater und gegen pauschale Maßnahmen aus.

Die Politik habe auf materieller Ebene zwar Milliarden in die Sicherung der Kultur investiert, trotzdem sei es zu einem Vertrauensbruch zwischen Kultur und Politik gekommen. Es sei der Eindruck entstanden, die Kultur sei nicht so wichtig, sagt Carsten Brosda, Präsident des Deutschen Bühnenvereins im Gespräch mit MDR KULTUR. Aus Brosdas Sicht handele es sich um eine Fehleinschätzung, zu glauben, dass sich durch die Schließung von Kultureinrichtungen das Pandemiegeschehen brechen lasse:

"Wir sagen auch deutlich, dass es regional, wenn dort sozusagen Beschränkungen notwendig sind, es auch sinnvoll ist, die zu gehen. Keiner ist so illusorisch zu sagen, man muss nichts tun. Dazu sind wir in einer viel zu dramatischen Situation."

Weiter fordert der Bühnenverein eine klare Kommunikation mit den Bühnen und weist darauf hin, dass diese viel unternommen hätten, um sicher spielen zu können: "Wenn man wirklich harte Maßnahmen braucht, dann darf nicht die Kultur die einzige Betroffene sein, sondern dann müssen wir gucken, dass wir wirklich rigide runterfahren, um dann auch schnell Wellen zu brechen, so sie sich regional aufbauen", so Brosda.

Wenn man sich das aktuelle Infektionsschutzgesetz anschaue, dann lese sich das so, als ob die Länder nur bei Kultur- und Freizeiteinrichtungen Handlungsspielraum hätten und ansonsten nichts schließen dürften. Das sei aus Brosdas Sicht eine "komische Vorstellung": So sei es in Ordnung, abends drei Stunden in der Kneipe miteinander zu sprechen, aber mit Maske schweigend im Theater zu sitzen sei medizinisch gefährlicher, so Brosda. "Wenn ich Kontakte beschränken will, dann muss ich unterschiedslos über allem gesellschaftlichem Leben Kontakte beschränken."

Brosda findet es bedenklich, dass das Arbeitsleben aufrecht erhalten wird, aber danach kein öffentliches Leben mehr stattfinden könne. Das habe seiner Meinung nach auch zunehmend dazu geführt, dass keine gute öffentliche Debatte mehr über die Situation geführt werden könne.

Über Kulturschaffende, die sich nicht impfen lassen, kann Brosda nur den Kopf schütteln. "Wer Kultur öffnen will, muss wissen, dass der Weg über die Impfung führt." Er sei es leid, dass die Abwägung zwischen Impfung oder dem Schließen des öffentlichen und kulturellen Lebens immer zulasten des Letzteren ausfalle. "Aus meiner Sicht ist die Impfung und in dem Fall eine Impfpflicht auf jeden Fall das mildere Mittel, um in einer Demokratie und einer offenen Gesellschaft zusammenbleiben zu können."

Carsten Brosda trägt einen Mundschutz mit der Aufschrift 'Kultur' 8 min
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Dienstag, 30. November, 11:49 Uhr | Intendant der Semperoper fordert zum Impfen auf

Auch die Kunst- und Kulturszene sei beim Thema Impfen gespalten, sagt Peter Theiler, Intendant der Semperoper. Im MDR KULTUR-Interview spricht er von einer "Zerreißprobe". Deshalb hat er gemeinsam mit anderen großen Dresdner Kulturinstitutionen eine Initiative gestartet: "Impfen schützt auch die Kultur", so der Titel. Eine Impfkampagne sei eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung und habe etwas mit Solidarität zu tun, so Theiler. Es gehe aber auch um den Erhalt der Kunst. "Wir liegen ja da nieder im Moment, wir sind geschlossen, die Kultur leidet massiv."

Man müsse jetzt auch ein Verständnis für die Künstlerinnen und Künstler aufbringen, die aktuell nicht arbeiten können, "deren Lebensprojekte im Grunde genommen einen großen Schaden nehmen". Das seien nicht nur Enttäuschungen, das sind auch Zäsuren in den Biographien. "Und ich finde, man sollte sich jetzt einfach diesen ultimativen Ruck geben, um sich impfen zu lassen, damit wir ganz normal wieder arbeiten und unsere Visionen verwirklichen können. Es geht doch hier um Substanz, es geht um Wesentliches. Es geht ja nicht nur um Gesundheit, sondern es geht auch darum, dass die Kunst krankt."

Dienstag, 30. November, 10:16 | Theaterhaus Jena führt 2G+-Regel ein und muss Termine streichen

Auch das Theaterhaus Jena muss sich den zunehmenden Infektionszahlen anpassen. Wegen der schwierigen räumlichen Bedingungen müsse das Theater nach eigenen Angaben ab Mittwoch, 1. Dezember, die 2G+-Regel einführen. Das bedeutet für Zuschauerinnen und Zuschauer, dass sie einen Impf- oder Genesenennachweis sowie einen aktuellen Testnachweis samt Personalausweis am Eingang vorlegen müssen.

Akzeptiert werden Testnachweise aus einem Testzentrum oder vom Arbeitgeber, der Test darf nicht länger als 24 Stunden alt sein. Zusätzlich ist es möglich, sich mit selbst mitgebrachten Schnelltests zu testen. Dies ist unter den Augen der Theaterhaus-Mitarbeiterinnen auf der Unterbühne zwischen 19 und 19:30 Uhr möglich. Ausnahmen gäbe es für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Das Theater bittet darum, sich entsprechend über aktuelle Regelungen zu informieren.

Aufgrund der neuen Regelungen muss das Theaterhaus einige Vorstellungen aus dem Dezember-Spielplan streichen. Bereits erworbene Tickets können in der Tourist-Information Jena zurückgegeben werden. Ein Umtausch für andere Vorstellungen ist leider nicht möglich.

Betroffen sind folgende Termine:

  • "Der Mann, der alles weiß" am 12., 28., 29. und 30. Dezember, 16 Uhr
  • "Schrecklich amüsant – aber in Zukunft ohne mich" am 16., 17., 18. Dezember, 20 Uhr, sowie am 19. Dezember, 16 Uhr

Montag, 29. November 19:07 | Gedenkstätte Buchenwald geht gegen Hass-Mails wegen 2G vor

Die KZ-Gedenkstätte Buchenwald bekommt nach eigenen Angaben seit vergangener Woche vermehrt Mails und Anrufe mit wüsten Beschimpfungen, weil sie nur noch Geimpfte und Genesene einlässt. Direktor Jens-Christian Wagner sagte dem MDR, man werde alle strafrechtlich relevanten Inhalte an die Polizei geben. Es gehe um Volksverhetzung und Beleidigung. Viele der Hassmails seien unter Klarnamen verfasst. Die Inhalte zeugten von einer erschreckenden Verrohung in der Szene der Corona-Leugner. So würden die NS-Verbrechen mit den Corona-Schutzmaßnahmen gleichgesetzt und die Mitarbeiter der Gedenkstätte als neue Nazis beschimpft werden.

Montag, 29. November 14:59 | Musikhochschule Dresden hat kaum Corona-Fälle

Aufgrund der Corona-Pandemie sind Musikerinnen zunehmend gezwungen, sich beruflich neu auszurichten. Der Deutsche Akademische Austauschdienst berichtet auch über Musikstudierende, die ihr Musikstudium abbrechen oder es trotz bestandener Prüfung nicht antreten. Diese Tendenz gebe es an der Carl Maria von Weber Musikhochschule in Dresden nicht, erzählt Leiter Axel Köhler im MDR KULTUR-Interview. Mit regelmäßigen Tests, dem Tragen von Masken und gegenseitiger Rücksichtnahme gelänge es seiner Hochschule sehr gut, den Präsenzunterricht aufrecht zu erhalten. "Wenn man umsichtig miteinander umgeht und das ernst nimmt, kann man auch unter diesen Bedingungen arbeiten."

Montag, 29. November 11:12 | Kammerspiele Magdeburg: Kritik an Ausschluss von Ungeimpften

Der Künstlerische Leiter der Kammerspiele Magdeburg, Michael Günther Bard, beobachtet eine Polarisierung in der Corona-Krise und findet das sehr schlimm. Das sagte er im Interview mit MDR KULTUR. An den Kammerspielen müssen sich zurzeit Genesene und Geimpfte zusätzlich testen. 2G+, das schließe die Ungeimpften aus, kritisiert Günther Bard. Er habe viele enttäuschte Reaktionen bekommen. "Ich bin aber der Meinung, dass Theater nicht zur Spaltung der Gesellschaft beitragen soll. Es muss ein Ort sein, wo sich die Leute treffen können, wo man auch darüber diskutieren kann."

Michael Günther Bard mit verschränkten Armen 38 min
Michael Günther Bard, Künstlerischer Leiter Kammerspiele Magdeburg, Schauspieler, Regisseur Bildrechte: MDR/Susanne Bard

Montag, 29. November 10:46 | Chemnitzer Theater empfinden Bedrohung durch Corona

Ausgerechnet in ihrer sonst meistbesuchten Zeit, der Weihnachtszeit, sind die sächsischen Theater wegen Corona wieder geschlossen. Das sei aktuell aber notwendig, so Chemnitzer Intendant Christoph Dittrich im Interview. Der Spielbetrieb an seinen Häusern sei auch durch Corona-Erkrankungen und die damit zusammenhängende Quarantäne gefährdet gewesen. Wirtschaftlich sei die Situation angespannt. Dass der Lockdown am 13. Dezember zuende ist, glaubt er nicht, wie er im Interview erzählt.

Samstag, 27. November 10:20 Uhr | Staatsschauspiel Dresden mit Adventsgrüßen statt Vorstellungen

Auch die Spielstätten des Staatsschauspiels Dresden sind bis mindestens zum 12. Dezember 2021 geschlossen. Bereits gekaufte Karten für entfallende Veranstaltungen werden durch den Besucherservice erstattet. Die Ensemblemitglieder haben sich jedoch für die vier Adventswochenenden etwas Besonderes ausgedacht, um den Theaterliebhaberinnen und -liebhabern die Zeit bis Weihnachten zu verkürzen und sie über die geschlossenen Häuser zu vertrösten. Auf den Socialmedia-Profilen des Staatsschauspiels auf Instagram und Facebook gibt es jeweils zum Adventssonntag eine kleine Überraschung.

Freitag, 26. November 10:04 Uhr | Stille Nacht: Wie die Kultur in Sachsen mit den Schließungen umgeht

Der Lockdown-Light in Sachsen hat die meisten Kulturinstitutionen unvorbereitet getroffen. Vor dem ersten Advent sollten nicht nur die Weihnachtsmärkte öffnen, auch die Kulturhäuser starten dann traditionell mit ihren Weihnachtsprogrammen. Nun wurden unzählige Stücke und Aufführungen wieder abgesagt. Bei vielen kommen Erinnerungen an den vergangenen Corona-Winter hoch.

Der Intendant des Schauspiel Leipzig, Enrico Lübbe, möchte die Situation nicht vergleichen Denn: Der Impfstoff liege vor und man hätte reagieren können.

Intendant des Schauspielhauses Leipzig Enrico Lübbe sitzt vor der Bühne
Intendant des Schauspielhauses Leipzig Enrico Lübbe Bildrechte: MDR JUMP

Ich glaube, es tut im Moment gerade extrem weh, weil wir im Haus wirklich alles getan haben, dass wir nicht in die Situation kommen. Auch im Publikum war die Quote der Geimpften und Genesenen extrem hoch. Die haben sich drauf eingelassen, sind mit Maske rein. Es gab Abstände zwischen den Plätzen. Und jetzt geht es wieder zu. Das tut schon richtig weh.

Donnerstag, 25. November 10:40 Uhr | Thüringenweiter Impfappell aus Politik und Kultur

Die Thüringer Landesregierung appelliert an alle Thüringer Bürgerinnen und Bürger, sich impfen zu lassen. Der landesweite Appell wird von einer breiten Basis aus Politik, Kultur und Gesellschaft unterstützt. Bisher haben sich insgesamt mehr als 130 Unterstützerinnen und Unterstützer unter dem Papier versammelt, darunter Parteien, Verbände, Vereine und prominente Namen aus der Kulturlandschaft wie Hasko Weber, Generalintendant Deutsches Nationaltheater und Staatskapelle Weimar, Rolf C. Hemke, Künstlerischer Leiter des Kunstfests Weimar oder Dr. Ulrike Lorenz, Präsidentin der Klassik Stiftung Weimar.

Donnerstag, 25. November 8:10 Uhr | Theater Altenburg Gera setzt Spielbetrieb fort – mit Einschränkungen

Das Theater Altenburg Gera setzt den Spielbetrieb fort. Für das Haus gilt bei Theater- und Opernaufführungen allerdings eine Obergrenze von 50 Prozent. Damit dürfen inklusive Darstellerinnen und Darstellern maximal 500 Menschen ins Theater. Zudem gilt 2G. Außerdem muss während der gesamten Vorstellung eine Maske getragen werden.

Mittwoch, 24. November 17:03 Uhr | Nordharzer Städtebundtheater sagt Vorstellungen ab

Wegen der dramatisch ansteigenden Inzidenzwerte sind ab dem 29. November alle Vorstellungen im Landkreis Harz bis einschließlich 15. Dezember 2021 abgesagt. Die Entscheidung wurde von der Geschäftsleitung "schweren Herzens" getroffen. Traditionell liegt in der Vorweihnachtszeit ein Schwerpunkt des Hauses bei Aufführungen für Kinder und Jugendliche, die aktuell allerdings in besonderem Maße vom Infektionsgeschehen betroffen sind.

Mittwoch, 24. November 16:14 Uhr | Theater Magdeburg stellt um auf 2G und 2GPlus

Erneute Änderungen für die Vorstellungen des Theaters Magdeburg. Ein Großteil der Termine findet ab sofort unter Einhaltung der 2GPlus-Regelung statt, um mit einer höheren Auslastung spielen zu können. Das heißt, alle im Spielplan mit 2G gekennzeichneten Veranstaltungen sind jetzt 2GPlus. Einlass ins Theater gibt es nur für Geimpfte und Genesene, die zusätzlich einen zertifizierten PCR, PoC-PCR oder PoC-Antigen-Test sowie einen amtlichen Lichtbildausweis vorweisen können. Zuschauerinnen und Zuschauer unter 18 Jahren sind von dieser Regelung ausgenommen.

Mittwoch, 24. November 15:05 Uhr | Stadt Leipzig lässt Kulturbetriebe bis zum 9. Januar ruhen

Die städtischen Bühnenhäuser Oper Leipzig, Gewandhaus, Schauspiel und Theater der Jungen Welt sagen alle Eigenveranstaltungen bis zum 9. Januar 2022 ab, teilte das Kulturdezernat der Stadt am Mittwoch mit. "Um sowohl dem Publikum als auch den Mitarbeitern der städtischen Bühnenhäuser größtmöglichen Schutz sowie Planungssicherheit zu geben, haben wir diese Entscheidung getroffen", sagte Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke. Fremd- und Mietveranstaltungen sind von der Absage vorerst nicht berührt. Ob diese zur Aufführung kommen können, hänge von der kommenden Verordnung des Freistaates ab.

Mittwoch, 24. November 14:20 Uhr | Luthergedenkstätten Wittenberg sagen Veranstaltungen ab und stellen um auf 2G

Für die Museen der Stiftung Luthergedenkstätten in Wittenberg, Eisleben und Mansfeld gilt ab sofort 2G – mit Abstandsregeln und Besucherobergrenze. Folgende Veranstaltungen müssen außerdem abgesagt werden:

  • "Sonntags mit Tölpel durch die Sonderausstellung" in Wittenberg am 28. November
  • Die "Lesung eines Regionalkrimis" mit Ralf Gebhardt in Mansfeld am 2. Dezember
  • "Museum aktiv!" in Mansfeld am 4. und 12. Dezember
  • Ferienprogramm "Eintauchen in die Welt der Wissenschaft" in Wittenberg am 28. Dezember


Der Vortrag "Luther incognito: Sein Besuch in Wittenberg im Dezember 1521" von Prof. Dr. Christopher Spehr steht ab dem 7. Dezember, 18:30 Uhr, als Video zur Verfügung. Mehr Informationen unter www.martinluther.de.

Mittwoch, 24. November 12:30 Uhr | Thüringer Kulturrat trägt neue Corona-Verordnung mit

Der Thüringer Kulturrat hält die strengeren Coronaregeln im Freistaat für unvermeidlich. Mit Blick auf die hohen Neuinfektionen sprach der Präsident des Thüringer Kulturrats, Jonas Zipf, von einer gesellschaftlichen Verantwortung. Er sagte, Schließungen gehörten zur Solidarität dazu.

Jonas Zipf: "Entsprechend begrüßen wir als Kulturrat auch, dass die Verlängerung der Förderinstrumente über den 31. Dezember hinaus angezeigt worden ist, dass sie zum Beispiel die verschiedenen Tarifparteien gerade sehr sehr intensiv miteinander sprechen, dass das Kurzarbeitergeld verlängert werden kann. Das ist die Grundlage, um dann mit der Kultur auch durchzuhalten und durch diese Phase durchzukommen."

Mittwoch, 24. November 9:15 Uhr Uhr | Thüringen verschärft Regeln – aber ohne kulturellen Lockdown

Wegen der hohen Infektionszahlen treten in Sachsen-Anhalt und Thüringen neue Corona-Verordnungen in Kraft. Sachsen hat die Regeln bereits verschärft und etwa Weihnachtsmärkte abgesagt. Heute nun folgen Sachsen-Anhalt und Thüringen. Im Freistaat sollen die neuen Regeln im Laufe des Tages in Kraft treten, nachdem der Landtag in Erfurt die "epidemische Notlage" festgestellt hat. Einen kulturellen Lockdown wie in Sachsen soll es aber nicht geben.

Dienstag, 23. November 15:01 Uhr | Erfurt: Städtische Museen und Galerien weiterhin geöffnet

Trotz der Einschränkungen des öffentlichen Lebens in Thüringen bleiben die Erfurter Museen und Galerien geöffnet. Hier gilt die 2G-Regelung: Für den Besuch sind ein Impf- oder Genesenen-Nachweis sowie ein amtlicher Ausweis erforderlich. Davon ausgenommen sind Kinder bis einschließlich 6 Jahre oder Kinder bis 18 Jahre unter Vorlage eines negativen Schnelltests.

Dienstag, 23. November 14:13 Uhr | Thüringer Clubs müssen schließen

In Thüringen werden weite Teile des öffentlichen Lebens eingeschränkt. Wie das Kabinett am Dienstag ankündigte, sollen unter anderem Clubs, Bars und Diskotheken geschlossen werden. In der Gastronomie soll es eine Sperrstunde ab 22 Uhr geben, so Gesundheitsministerin Heike Werner. Für Kulturveranstaltungen in geschlossenen Räumen gilt die 2G-Regel, das heißt es dürfen nur Personen mit Impf- oder Genesenennachweis teilnehmen. Das betrifft etwa Lesungen, Konzert- und Opernhäuser sowie Kinos. Für Orchester- und Chorproben gilt die 2G+-Regel, das heißt Teilnehmende müssen geimpft oder genesen und zusätzlich getestet sein.

Dienstag, 23. November 13:17 Uhr | Chemnitzer Kunstsammlungen für kurzen, harten Lockdown

Aufgrund der aktuellen sächsischen Corona-Notfall-Verordnung müssen sächsische Museen schließen. Der Generaldirektor der Kunstsammlungen Chemnitz, Frédéric Bußmann, betonte im Gespräch mit MDR KULTUR sein Verständnis dafür, dass angesichts der angespannten Corona-Situation jetzt politischer Handlungsbedarf bestehe und Museen geschlossen würden. Jedoch sprach er sich für einen kurzen, harten Lockdown für alle aus, um die Zahlen herunterzubringen. Dann wären nicht nur Kultureinrichtungen, sondern beispielsweise auch Gastronomie und Geschäfte betroffen.

Frédéric Bußmann, neuer Generaldirektor, steht vor den Kunstsammlungen Chemnitz. 6 min
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Aufgrund der aktuellen sächsischen Corona-Notfall-Verordnung müssen sächsische Museen schließen. Der Generaldirektor der Kunstsammlungen Chemnitz, Frédéric Bußmann, im Gespräch über die Folgen für seine Museen.

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Dienstag, 23. November 11:48 Uhr | Leipzig: Oper, Theater und Gewandhaus schließen

Da die sächsische Corona-Notfall-Verordnung vom 19. November die Öffnung von Kultur- und Freizeiteinrichtungen für Publikumsverkehr untersagt, schließen in Leipzig die kulturellen Eigenbetriebe der Stadt. Dazu gehören die Oper und das Schauspiel Leipzig, das Theater der Jungen Welt und das Gewandhaus. Bis einschließlich 12. Dezember werden keine Veranstaltungen stattfinden. Tickets können umgetauscht oder zurückgegeben werden. Zu den jeweils gültigen Ticketregelungen informieren die Webseiten der einzelnen Häuser sowie die Theater- und Konzertkassen, die für das Publikum geöffnet bleiben. Vor Ort gilt die 2G-Regel.

Dienstag, 23. November 11:05 Uhr | 2G-Regel am Nordharzer Städtebundtheater

Das Nordharzer Städtebundtheater lässt aufgrund der aktuellen pandemischen Lage nur noch Geimpfte und Genesene in seine Vorstellungen. Die 2G-Regel tritt ab Mittwoch, den 24. November, in Kraft. Zuschauerinnen und Zuschauer müssen einen Genesenen- oder Impfnachweis, sowie einen Personalausweis am Einlass vorzeigen. Ein negatives Testergebnis reicht nicht mehr aus.

Dienstag, 23. November 09:29 Uhr | Sächsischer Museumsbund: Museen sind keine Hotspots

Die über 200 Museen in Sachsen müssen schließen. So will es die neue Corona Verodnung. Die Regelung hätte sie sehr unerwartet getroffen, sagte die Vorsitzende des Sächsischen Museumsbundes, Sabine Wolfram, MDR KULTUR. Museen seien keine Hotspots, versichert sie. Natürlich sei die pandemische Lage dramatisch und es sei schwer in diesen Zeiten Entscheidungen zum Wohle aller zu fällen. "Dennoch wurden wir davon sehr überrascht, weil wir ja gute Hygienekonzepte entwickelt hatten und seit zwei, drei Wochen auch schon 2G+ praktizieren." Museen seien sichere Orte. "Was anderes kann man nicht sagen aus den Erfahrungen der vergangenen zwei Jahre. Insofern denke ich, sollte man Museen wie Bibliotheken behandeln." Bibliotheken können in Sachsen weiterhin geöffnet haben.

Dienstag, 23. November 07:38 Uhr | Sachsens Kinos schließen und äußern Unmut über andere Branchen

Die Kultur werde zum Sündenbock gemacht, weil andere Bereiche ihrer Kontrollpflicht nicht nachkämen, so der Vorsitzende des Programmkinoverbands AG Kino, Christian Bräuer, zu den erneuten Schließungen der Kinos in Sachsen. Die AG Kino kritisiert die Pläne, den Ländern Lockdowns für Kulturveranstaltungen zu ermöglichen und gleichzeitig andere Lebensbereiche außen vor zu lassen. Um die Schließungen zu überstehen, brauche es dringend wieder staatliche Hilfen für die Kinobetreiber. "Weltweit ist kein Fall bekannt, wo ein Kino zum Infektionsherd wurde. Da schmerzt es uns sehr ...", so Bräuer. Auch die Kinoverbandschefin Christine Berg in Berlin äußerte ihren Unmut über die erneut schließenden Kinos in Sachsen: "Wir sind mitten in der vierten Welle und die Regierung hat es nicht geschafft, uns in irgendeiner Weise vorzubereiten. ... Wir sind wahnsinnig wütend."

Montag, 22. November 20:14 Uhr | Cammerspiele verzichten auf Online-Angebote

Die Cammerspiele in Leipzig haben nach der Absage ihrer Veranstaltungen Unverständnis darüber geäußert, dass der erneute Lockdown nicht alle Bereich betrifft. Was in Sachsen passiere, sei eine Katastrophe mit Ansage gewesen. Der erneute Lockdown sei unausweichlich, allerdings hätte er auf alle Bereiche ausgeweitet werden müssen, hieß es vom Leitung der Cammerspiele am Montag. Die Kulturveranstalter seien nachweislich kein pandemischer Treiber, sie treffe es nun umso härter. Sie selbst hätten bereits vor Wochen das 2G-Modell eingeführt und eine 2G+-Regelung sehr begrüßt.

Bis einschließlich 12. Dezember sind auch die Veranstaltungen der Cammerspiele abgesagt. Aus künstlerischen Gründen werde man bewusst auch auf Online-Angebote verzichten.

Montag, 22. November 17:11 Uhr | Oper Halle bricht Premiere ab – Darsteller positiv auf Coronavirus getestet

In Sachsen-Anhalt sind zwar noch Veranstaltungen möglich, aber auch hier ist das Pandemiegeschehen deutlich spürbar: In Halle musste am Wochenende wegen eines positiven Corona-Tests die Premiere der Operette "Viktoria und ihr Husar" abgebrochen worden. Am Ende des zweiten Akts trat Intendant Walter Sutcliffe auf die Bühne und verkündete das überraschende Ende der Veranstaltung. Nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT war einer der Darsteller positiv auf das Coronavirus getestet worden. Ein kurz vor der Veranstaltung durchgeführter PCR-Test zeigte nach rund vier Stunden das positive Testergebnis. Somit wurde die Premiere am Sonnabend vor dem finalen dritten Akt abgebrochen.

Montag, 22. November 14:23 Uhr | Live Initiative Sachsen: "Weichen für 2G+ stellen!"

Die Live Initiative Sachsen fordert angesichts des Kultur-Lockdowns eine verlässliche Öffnungsperspektive für sächsische Clubs und Live-Musikspielstätten und das so schnell wie möglich. Mit Auslaufen des Lockdowns solle es mindestens die Aussicht auf 2G+ in Landkreisen mit definiertem Infektionsgeschehen geben. Bei 2G+ muss neben dem geimpft- oder genesenen-Status zusätzlich ein aktueller Schnelltest vorgelegt werden. Außerdem fordert die Initiative, die die Interessen der sächsischen Clubs und Live-Musik-Spielstätten vertritt, eine Entschädigung für die Zeit des Lockdowns.

Montag, 22. November 11 Uhr | Intendant Lutz Hillmann: "Lockdown im Theater wird fast nichts bringen"

Nachdem gestern am Deutsch-Sorbischen Volkstheater Bautzen noch die Premiere von "Ein Schaf fürs Leben" gefeiert wurde, ist nun auch hier der Spielbetrieb bis einschließlich 12. Dezember 2021 eingestellt. Wie viele seiner Kolleginnen und Kollegen ist Intendant Lutz Hillmann im Hinblick auf die erneute Schließung von Freizeit- und Kultureinrichtungen hin- und hergerissen. Im Interview mit MDR KULTUR sagt er: "Einerseits sehen wir, dass etwas passieren muss, da die Lage aus dem Ruder läuft. Andererseits ist man natürlich nicht glücklich darüber, dass es wieder uns trifft."

Bei uns ist es so sicher, wie nirgends in der Gesellschaft. Ein Lockdown im Theater wird für die Gesamtsituation nichts, oder fast nichts bringen.

Lutz Hillmann, Intendant des Deutsch-Sorbischen Volkstheaters Bautzen

Hygieneschutzmaßnahmen sowie die 3G und zuletzt auch die 2G-Regelung seien in seinem Haus akribisch kontrolliert worden. Darüber hinaus beruft sich Hillmann auf empirische Studien der TU Berlin und auf die Auswertung der "Luca"-App, die beweisen, dass das Risiko, sich im Theatersaal anzustecken, sich als besonders gering erwiesen habe. Deshalb ist Hillmann der Überzeugung, dass die Schließung von Theatern, in denen es sowieso kaum ein Infektionsgeschehen gebe, für die Verbesserung der Gesamtsituation fast nichts bringen würde: "Es ist bitter. Wir hatten ein Versprechen, dass wir unter Bedingungen weiterspielen dürften und das ist nicht eingalten worden."

Lutz Hillmann 8 min
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Lutz Hillmann, Intendant des Deutsch-Sorbischen Volkstheaters in Bautzen, spricht im Interview mit MDR KULTUR über den erneuten Corona-Lockdown für sächsische Theater.

MDR KULTUR - Das Radio Mo 22.11.2021 06:00Uhr 07:31 min

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Samstag, 20. November 12:15 Uhr | Dresdner Musikfestspiele werden früher als geplant beendet

Aufgrund der in der neuen sächsischen Corona-Verordnung verankerte Schließung von Kultureinrichtungen ab Montag werden enden die Dresdner Musikfestspiele früher als geplant. Damit ist die für den Abend geplante Veranstaltung mit Tom Schilling & The Jazz Kids die letzte. Bereits gekaufte Tickets könnten über den Besucherservice zurückerstattet werden.

Jan Vogler, Intendant Musikfestspiele Dresden.
Jan Vogler Bildrechte: dpa

Die derzeitige Lage verlangt unserem Publikum und allen Künstlern und Organisatoren höchste Flexibilität ab. So bleibt es mir, Ihnen allen zuzurufen: Bleiben Sie gesund und optimistisch, wir planen neu, und die Zukunft hält neue musikalische Überraschungen für Sie bereit.

Jan Vogler, Musikfestspiele-Intendant

Freitag, 19. November 19:54 Uhr | Sachsen fährt die Kultur herunter

In Sachsen werden angesichts rasant steigender Corona-Zahlen ab Montag weite Teile des öffentlichen Lebens einschränkt. Kultur- und Freizeiteinrichtungen müssen schließen, auch Clubs und Diskotheken bleiben zu. Bibliotheken sollen hingegen vorerst geöffnet bleiben. Das teilte die Landesregierung am Freitagabend mit.

Freitag, 19. November 17:39 Uhr | Lindenau-Museum Altenburg bis 24.11. geschlossen

Das Lindenau-Museum Altenburg bleibt bis 24. November geschlossen. Wie das Kunstmuseum am Freitag mitteilte, wolle man damit einen wichtigen Beitrag zur Eindämmung der Pandemie im stark betroffenen Landkreis Altenburger Land leisten. Der Schutz von Besucherinnen und Besuchern sowie von Mitarbeitenden stehe an oberster Stelle. Die Angebote der Kunstschule fänden allerdings statt. Für Erwachsene gelte die 2G-Regelung, Kinder müssten ihren Schultest vorzeigen.

Freitag, 19. November 16:41 Uhr | Dresdner Kultureinrichtungen schließen

Die Semperoper und das Staatsschauspiel Dresden schließen bis einschließlich 24. November. Das teilten die Einrichtungen am Freitag auf ihren Webseiten mit. "Die unüberschaubare Infektionslage, die momentan alle Teile der Bevölkerung bedroht, zwingt uns, den Spielbetrieb vorübergehend einzustellen. Unter den gegebenen Umständen ist die planerische Grundlage für den künstlerischen Betrieb und für unser Publikum nicht mehr gesichert", gaben der Intendant der Sächsischen Staatsoper Dresden, Peter Theiler, und der Intendant des Staatsschauspiels Dresden, Joachim Klement, in einer gemeinsamen Erklärung bekannt.

Bereits gekaufte Karten für die entfallenden Veranstaltungen werden durch den jeweiligen Besucherservice erstattet.

Schauspielhaus hell erleuchtet am Abend mit Spiegelung im Wallgraben vom Zwinger, Dresden
Auch das Staatsschauspiel Dresden hat seinen Betrieb vorerst eingestellt. Bildrechte: IMAGO / Hanke

Freitag, 19. November 16:00 Uhr | Geraer Einrichtungen schließen

Die Stadt Gera schließt Medienberichten zufolge wegen der Pandemie unter anderem Bibliotheken, Museen und die Volkshochschule. Oberbürgermeister Vonarb erklärte, das Gesundheitsamt benötige aufgrund der sehr hohen Fallzahlen personelle Unterstützung. Daher müssten Kollegen aus anderen Ämtern die Mitarbeitenden vor Ort und den Krisenstab unterstützen, sagte er laut Medienberichten.

Orangerie in Gera
Die Orangerie in Gera Bildrechte: dpa

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kulturnachrichten | 26. November 2021 | 16:30 Uhr