Filmfestival "Corona Creative" #10 "Im Käfig der guten Laune": Kopfkino gegen den Lagerkoller

Comiczeichnen ist ein einsamer Job. Vor allem seit Auftritte bei Messen und Festivals ausfallen. Olivia Vieweg findet sich mit ihren zwei Kindern im Home-Office wieder, vor dem Lagerkoller flüchtet sie ins Kopfkino. Ihr Beitrag zum "Corona Creative"-Festival zeigt die Zeichnerin und Filmemacherin "Im Käfig der guten Laune".

Corona Creative 6 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Corona Creative Fr 24.04.2020 23:50Uhr 05:45 min

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Wegen Corona fallen alle wichtigen Termine für die Comiczeichnerin und Filmemacherin Olivia Vieweg weg: Buchmessen und Festivals, damit auch das Reisen. So findet sie sich im Home-Office mit ihren zwei Kindern wieder. Zum Glück gibt es Papier, Bleistift – und das Kopfkino als letzte Rettung!

Humorvoll und warmherzig erzählter Alltag

Comiczeichnerin Olivia Vieweg hält ihre Zeichenutensilieren in die Kamera.
Comiczeichnerin Olivia Vieweg bewaffnet sich. Bildrechte: Olivia Vieweg

Olivia Vieweg erzählt filmisch, wie sie unter den Bedingungen der Corona-Pandemie lebt und arbeitet. Wie sich lang gehegte Südtirol-Träume plötzlich ins Nichts auflösen. Wie die Leipziger Buchmesse abgesagt wird und eine Filmfestival-Reise nach Frankreich endet. Wie Lesungen und öffentliche Auftritten storniert werden. Wie alle Planungen sinnlos werden. Bis zu dem Moment, an dem sie am liebsten ein Streichholz auf den Boden werfen und alles beenden will. Eine emotionale Abwärtsspirale, die dann in einer neuen Kreativität mündet. Trotz Home-Office und ihrer Familie mit zwei kleinen Kindern, die eigentlich immer etwas von den Eltern wollen.

Ein humorvoll und warmherzig erzählter Alltag im Comic-Format, der nicht unbedingt Lust auf mehr Leben unter Corona-Beschränkungen macht, aber der Situation das Bedrohliche und Traurige nimmt. Und das alles in Pink!

Mangastyle trifft Dok: "Selbst überrascht"

Nahaufnahme einer Hand, die einen Comic zeichnet.
Corona, Home-Office und das in Pink! Bildrechte: Olivia Vieweg

Mit Stift und Papier erzählt Olivia Vieweg ihre Geschichte. Gefilmt wird der Zeichenprozess, Zuschauerinnen und Zuschauer sehen im Zeitraffer, wie die Bilder entstehen. Untermalt von einem Kommentar der Autorin aus dem Off. Inspiriert wurde sie von eigenen autobiografischen Stripes, die sie bereits seit längerem online postet. Die besondere Herausforderung: Die Comiczeichnerin hat einen Multitasking-Job, sie ist verantwortlich auch für Casting, Acting, Kameraführung und Licht. Der Schnitt passiert am eigenen Computer, erstmalig! Vom Ergebnis ist die Macherin selbst positiv überrascht, teilt sie mit.

Aus Comiczeichnungen entsteht am Computer ein Video.
Multitasking und Premiere im Schnitt Bildrechte: Olivia Vieweg

Olivia Vieweg, Jahrgang 1987, ist freischaffende Comiczeichnerin, Kinderbuchillustratorin und Drehbuchautorin aus Weimar. Sie hat visuelle Kommunikation an der dortigen Bauhaus-Universität studiert und zusätzlich eine Ausbildung zur Drehbuchautorin in München absolviert.

Credits: "Endzeit", Graphic Novel (2019), Internationale Kinoauswertung, Tankred-Dorst-Preis des Filmfests München; "Die Unheimlichen: Antigone" – Buch (2020), in Entwicklung: Tanzfilm mit Förderung durch die MDM, Preise: Rudolph Dirks Award (2018), Prix Jeune Albert "Bester Jugendcomic" (2017)

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | 24. April 2020 | 23:50 Uhr

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