Filmfestival "Corona Creative" #16 "Kleindarstelle.": Großer Auftritt trotz Corona

Eigentlich tauchen sie immer nur am Rande auf. Doch Andrėja Šaltytė und Leo Tax geben Komparsen aus Leipzig nun die Hauptrolle. Sie sind die Heldinnen und Helden eines Kurzfilms, der in Corona-Zeiten spielt. Premiere feiert "Kleindarstelle." jetzt digital, bei "Corona Creative", dem Filmfestival von MDR KULTUR.

Corona Creative 15 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Corona Creative Fr 24.04.2020 23:50Uhr 15:07 min

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Corona Creative Fr 24.04.2020 23:50Uhr 15:07 min

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Video

Wer kennt nicht Krimiszenen in einer Garage aus einem Detektivfilm oder einer Polizeiserie? Wie sieht so eine Filmszene während des heutigen Ausnahmezustands aus? In Leipzig liegen die Filme auf Eis.

"Erzähl deine Pläne und Gott wird dich auslachen"

"Kleindarstelle." - Kurzdoku beim "Corona-Creative"-Festival von MDR KULTUR
Michael holt die Schwalbe für den Dreh Bildrechte: MDR/Andrėja Šaltytė/Leo Tax

Ein Sprichwort heißt: "Erzähl deine Pläne und Gott wird dich auslachen." Der Film "Kleindarstell." ist ein Umweg. Trotz Drehstops werden die gestrichenen Szenen ausagiert. Die Helden sind Komparsen und Kleindarsteller aus Leipzig, die ihre abgesagten Rollen umbauen, vereinzelt vorspielen und improvisieren. Ihr Alltag ist und bleibt die Probe.

Da ist zum Beispiel Michael. Er erzählt von einer geplanten Rolle in dem Film "Die unheimliche Leichtigkeit der Revolution". Er lässt sich durch die "Olsenbande" inspirieren, um seine Rolle als Volkspolizist zu verkörpern. Nun fängt die Verfolgungsjagd in seinem Hof an.

"Kleindarstelle." - Kurzdoku beim "Corona-Creative"-Festival von MDR KULTUR
Klassische Krimi-Szene: Im Parkhaus Bildrechte: MDR/Andrėja Šaltytė/Leo Tax

Nans verdient sein Geld unter anderem mit Komparsen-Rollen. In der Fernsehserie "Soko Leipzig" träfe er einen Gangster auf der Flucht in einer Parkgarage. Wie sähe so eine Begegnung aus?

Die Kleindarsteller sind frei zu bestimmen, inwiefern ihr Alltag Einfluss auf die Entwicklung der Film-Szenen nimmt.

Isolation als filmisches Mittel

Andrėja Šaltytė und LeoTax hatten bereits Komparsen für einen Film über Sprache und Sprachpolitik in der Ukraine gecastet, als Corona alle Arbeitspläne zunichte machte. Nun wurde die Situation positiv umgedeutet und mit Statisten und Kleindarstellern aus Mitteldeutschland ein experimentell- dokumentarischer Kurzfilm entworfen und produziert. Auch um diese Berufsgruppe im Ausnahmezustand finanziell und kreativ zu unterstützen. So wird aus sechs szenischen Situationen eine assoziative Geschichte konstruiert. Die soziale Isolation ist dabei filmisches Mittel und bestimmt ihre Form. Es entsteht ein virtueller Dialog zwischen den Figuren, die sonst in unterschiedlichen Serien, Shows, und Filmen auftreten würden.

Andrėja Šaltytė und Leo Tax

Leo Tax und Andrėja Šaltytė
Leo Tax und Andrėja Šaltytė Bildrechte: MDR/Andrėja Šaltytė/Leo Tax

Andrėja Šaltytė und Leo Tax haben als Film- und Video-Kuntschaffende bereits mehrfach erfolgreich zusammengearbeitet.

Andrėja Šaltytė 
(Jahrgang  1988) wurde in Vilnius geboren, sie lebt und arbeitet in Leipzig. Sie studiert im Meisterschülerstudium bei Prof. Clemens von Wedemeyer an der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB), absolvierte 2018 ihr Diplom in Medienkunst bei Prof. Helmut Mark an der HGB und erwarb an der Kunstakademie Vilnius einen Bachelor für Malerei.
Šaltyte ko-organisiert Filmveranstaltungen in Sachsen mit der Initiative Kino in Bewegung KIB. Ihre Arbeiten wurden in Ausstellungen gezeigt wie "1937 bis 2017 – Von Entarteter zu Entstellter Kunst" in der Galerie der HGB (2019) und "Der 7. Fall", eine Einzelausstellung innerhalb CONNECT Leipzig im Museum der bildenden Künste.

Credits:  LOW-FI-LAW, 2-Kanal Video , 2019,  "Der 7. Fall", 5-Kanal Filminstallation, 2018,  u.v.a.

Leo Tax (Jahrgang 1989) studiert an der HGB in der Klasse expanded cinema von Prof. Clemens von Wedemeyer. Ein Auslandssemester mit dem Schwerpunkt Kunst und Film führte ihn an die Akademie der bildenden Künste Wien, Österreich. Er absolvierte zudem ein Bachelorstudium in Psychologie an der International Psychoanalytic University Berlin und arbeitete als sozialpsychiatrischer Einzelfallhelfer in Berlin.

Credits:  "Katchalka", Ko-Regie mit Andrėja Šaltytė, Kurzfilm (2020); "zum wohnen zu nervös", Dokumentarfilm (2018).

Corona Creative: Die neuesten Filme

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | 24. April 2020 | 23:50 Uhr

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