100 Exponate aus 100 Museen Mit einem Mausklick: Digitales Landesmuseum in Thüringen eröffnet

Das Bauhaus-Museum bei Nacht
Auch das Weimarer Bauhaus-Museum ist Teil des digitalen Landesmuseum. Bildrechte: Klassik Stiftung Weimar

In Erfurt ist am Mittwoch offiziell das Digitale Landesmuseum Thüringen eröffnet worden. Das Projekt wurde auf einer Pressekonferenz vorgestellt, auf der Ministerpräsident Bodo Ramelow die digitale Ausstellung mit einem symbolischen Mausklick freischaltete. Der Thüringer Museumsverband bezeichnete das virtuelle Museum als ein Geschenk an den Freistaat anlässlich seines 100-jährigen Bestehens.

100 Objekte zum Jubiläum

Darum versammelt die digitale Schau auch 100 Objekt aus 100 Museen in Thüringen. Die insgesamt 240 Institutionen konnten mehrere Objekte für die neue Ausstellung vorschlagen, aus denen eine Jury schließlich die endgültige Auswahl traf. Wichtiger als die Ausstellungsstücke selbst seien die Geschichten zu den einzelnen Exponaten, die auch einen neuen Zugang zur Vergangenheit Thüringens schaffen sollen, erklärte der Verbandspräsident Thomas Müller. "Wir hoffen, dass die digitalen Gäste so neugierig werden auf die realen Objekte selbst", so der Museumsdirektor.

Interessierte können das neue Museum einfach über ihren Browser aufrufen. Durch Scrollen und Mausbewegungen kann sich das Publikum duch die virtuelle Ausstellung bewegen. Die Objekte, die sich wie durch einen leeren Raum auf einen zu bewegen, sind in verschiedenen Kategorien zusammengestellt. Es sind konkrete Überschriften wie "Innovation und Technik" oder "Kostbarkeiten und Kuriositäten", manche Abteilungen sind assoziativer wie "Freiheit und Selbstbestimmung". Mit einem Mausklick öffnet sich an der linken Seite des Bildschirms eine Art Karteikarte, auf der Details zum Objekt stehen und in welchem Museum es zu finden ist.

Auswirkung der Corona-Pandemie

Das Digitale Museum sei laut Ramelow auch ein Zeichen für den digitalen Schub, der durch die Corona-Pandemie ausgelöst wurde. Nachdem erste Infektionen in Deutschland nachgewiesen wurden, mussten viele Museen vorerst schließen und konnten nach dem Lockdown nur langsam wieder öffnen. Deswegen wurden einige Ausstellungen verschoben oder komplett abgesagt. Verbandspräsident Thomas Müller befürchtet daher verspätete Auswirkungen auf die Museumslandschaft.

Aktuell seien vor allem Häuser betroffen, die von Vereinen oder Stiftungen betrieben werden, die durch den Besucherausfall Einnahmen verloren hatten. "Aber: Wenn wieder mehr Besucher kommen, geht es ihnen wieder besser; schwierig wird es für die, die abhängig von der öffentlichen Hand sind", erklärt Müller weiter. Denn er fürchtet, dass den öffentlichen Museen durch Steuereinbußen Kürzungen drohen. Das nun eröffnete Digitale Museum kann als Ersatz für künftige Schließungen dienen, aber auch als Marketing-Instrument verstanden werden, das die Vielfalt der thüringischen Museen abbildet.

Museen in Thüringen

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 16. September 2020 | 12:30 Uhr