Empfehlungen Die besten Filme und Serien in den Mediatheken

Gute Filme und Serien bieten nicht nur Netflix, Amazon und Co. – auch die Mediatheken von ARD, Arte und dem ZDF sind voll von spannenden Inhalten. Wir haben für Sie Tipps für besondere Filme und Serien zusammengestellt, die Sie kostenlos anschauen können. Zum Beispiel: Die aktuelle Corona-Serie "Drinnen" , "Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm" mit Lars Eidinger, die Siegfried-Lenz-Verfilmung "Der Überläufer" oder Filme, die in den vergangenen Jahren beim Filmfestival in Cannes gezeigt wurden wie "The Square" oder "24 Hour Party People".

Zwei Personen schauen auf einem Tablet die ARD Mediathek an.
Bietet spannende Inhalte: die ARD Mediathek. Bildrechte: SWR/Dennis Weissmante

Serie "Drinnen – Im Internet sind alle gleich"

Lavinia Wilson als Charlotte
Lavinia Wilson als Charlotte Bildrechte: ZDF

Sehr schnell reagierte ZDF-Neo auf die irren Zeiten. In der Serie "Drinnen – Im Internet sind alle gleich", bestehend aus 15 kurzen, aber sehr intensiven Filmen von Lutz Heineking Jr. , erleben wir die Werbefachfrau Charlotte, mit hinreißend-komischer Verzweiflung von Lavinia Wilson gespielt, die wegen der Corona-Pandemie ihren Alltag, Beruf, Familie, Eltern vom Laptop aus managen muss. Das heißt, wir sehen Lavinia Wilson auf dem Screen, zugeschaltet werden alle anderen Figuren, ebenfalls wunderbar natürlich, teilweise improvisierend gespielt, zum Beispiel von Victoria Trauttmansdorff als Mutter oder von Barnaby Metschurat, auch im wirklichen Leben der Partner von Lavinia Wilson. Überhaupt ragt das wirkliche Leben immer wieder in die Folgen hinein, so sehen wir immer einen realen Ausschnitt der Wohnung des Paares. Sehr witzig spielt die Serie mit dem Gegensatz von unbegrenzten digitalen Kommunikationsformen und persönlichem Eingesperrtsein, von innerer Beschleunigung und äußerem Stillstand und geht noch viel weiter. Im Zurückgeworfensein auf sich selbst stellt sich Charlotte ernsthafte Sinnfragen, auf die sie sonst vielleicht nicht gekommen wäre.

Mehr zu "Drinnen – Im Internet sind alle gleich" Die Serie ist bis zum 20. Oktober 2020 in der ZDF-Mediathek abrufbar.

Die Serie "Warten auf'n Bus"

Eine Bushaltestelle tief in Brandenburg. Zwei Männer warten auf‘n Bus und reden über ihr Leben. Offen, ehrlich. Die Themen sind vielfältig, die Dialoge direkt aus der brandenburgischen Seele
Die Serie "Warten auf'n Bus" Bildrechte: rbb/Frédéric Batier

Irgendwo in Brandenburg sitzen zwei Männer an einer Bushaltestelle und warten: Der Endvierziger Hannes (Ronald Zehrfeld) und sein etwa gleichaltriger Freund Ralle (Felix Kramer). Beide sind Invaliden und können nicht mehr arbeiten. Während sie an der Haltestelle sitzen, reden sie über ihr Leben, ihre Erinnerungen, ihre Probleme, Gott und die Welt. Manchmal gesellt sich Busfahrerin Kathrin (Jördis Triebel) zu ihnen, ihre einzige Schnittstelle zur großen weiten Welt, oder andere Menschen, die dort ein- und aussteigen.

Filme vergangener Festspiele von Cannes

Filmszene: "Meine Nacht bei Maud" mit Eric Rohmer Françoise Fabian (Maud) und Jean-Louis Trintignant (Jean-Louis), 1969
Szene aus "Meine Nacht bei Maud" Bildrechte: imago images / United Archives

In der Corona-Krise finden auch die Filmfestspiele von Cannes nicht in gewohnter Weise statt. Doch die Arte-Mediathek bietet jetzt Filme, die zuletzt beim Festival gefeiert oder mit einen Goldenen Palme ausgezeichnet wurden. Dazu gehört etwa das Familiendrama "Höhere Gewalt" des schwedischen Regisseurs Ruben Östlund, in dem eine Familie im Skiurlaub schreckliche Erfahrungen macht und daran beinahe zerbricht. Ebenfalls dabei: Filme aus dem Zyklus "Sechs moralische Erzählungen" von Éric Rohmer aus den 60er- und 70er-Jahren, etwa "Die Sammlerin" oder "Meine Nacht bei Maud".

"The Square"

Szenenbilder aus Film 'The Square'
Satire auf den Kunstbetrieb und lustvolle Demontage männlicher Rollenbilder Bildrechte: Alamode Film

Der schwedische Regisseur Ruben Östlund wurde mit dem eindringlichen Film "Höhere Gewalt" auch bei uns bekannt. Für sein Werk "The Square" erhielt er mit der Goldenen Palme einen der wichtigsten Preise der Welt. Östlunds in jeder Hinsicht eigenwilliger Film erzählt von einem Stockholmer Museumskurator, Christian (sehr überzeugend als recht glatter Lebemann: Claes Bang), der ganz in der Kunstwelt lebt. Während er an seinem Projekt über einen individuellen Schutzraum "The Square" arbeitet, sucht die Realität ihn in aller Härte heim: In Form eines Überfalls und absurden Begegnungen.

Wie Filmkritiker Knut Elstermann urteilt, nimmt Östlund in "The Square" lustvoll männliche Rollenbilder auseinander: "Diese Satire über den modernen Kunstbetrieb treibt den Aberwitz fast ins Schmerzhafte hinein und entblößt gnadenlos eine Lebenshaltung, die alles Störende in dieser Welt nicht wahrnehmen will, solange es nicht zum Kunstwerk geworden ist."

Mehr zu "The Square" "The Square" ist bis zum 24. Mai 2020 in der Arte-Mediathek zu sehen.

Kultfilme von Éric Rohmer: "Claires Knie"

Claires Knie
Irrungen und Wirrungen von Liebe und Kust in "Claires Knie" Bildrechte: imago/United Archives

Von den Irrungen und Wirrungen der Liebe und Lust zu erzählen, mit leichter Hand und doch tief schürfend, diese Kunst beherrschte Éric Rohmer. Beispielsweise zu bestaunen in "Claires Knie": Kurz vor seiner Hochzeit verbringt der 35-jährige Diplomat Jérôme (Jean-Claude Brialy) die Ferien in den französischen Alpen, am See von Annecy. Dort trifft er nicht nur auf seine ehemalige Geliebte, die Schriftstellerin Aurora (Aurora Cornu), sondern macht auch Bekanntschaft mit zwei jugendlichen Halbschwestern. Eine der beiden sieht er auf einer Leiter stehend beim Kirschenpflücken, sein Verlangen entbrennt beim Blick auf "Claires Knie" ...

50 Jahre alt und sehr lebendig wirkt dieser Film von Éric Rohmer, findet Kritiker Hartwig Tegeler: "Ein Film über die Liebe und das Begehren und den Diskurs über beide." In "Claires" Knie entspinne sich "ein Reigen zwischen alten und neuen Bekannten und Liebhabern oder noch nicht Geliebten oder schon Geliebten." Am Ende erscheine die Hauptfigur als ein Mann, der weniger von seinen Gefühlen getrieben werde, als davon, über sie reden zu können. "Claires Knie" war der fünfte Teil in Rohmers "Moralischen Erzählungen". Zu diesem ersten Zyklus gehört auch "Meine Nacht bei Maud" mit Jean-Louis Trintignant, Publikumsliebling und erfolgreichster Film, sowie "Die Sammlerin". Alle drei zeigen sie die Kunst des französischen Altmeisters, "seine Figuren nicht zu denunzieren, sondern zu beobachten beim meist vergeblichen Versuch, ihr Glück zu finden". Zu sehen sind diese drei Filme bis in den Herbst in der Arte-Mediathek.

Eric Rohmers Filme in der Arte-Mediathek "Claires Knie", "Meine Nacht bei Maud, bis 12.10.2020; "Die Sammlerin" bis 16.10.2020 in der Arte-Mediathek!

unicato Kurzfilm-Magazin

unicato bleibt Zuhause - die Filmszene in Quarantäne

Auch unicato hält sich an die Vorschriften zur Eindämmung von COVID-19 und bleibt Zuhause. Zu sehen sind deshalb Kurzfilme, die sich mit den verschiedenen Facetten der aktuellen Ausgeh- und Kontaktbeschränkungen der Bevölkerung auseinandersetzen und oft auch innerhalb der eigenen vier Wände spielen. Doch in einer beängstigenden Zeit und situationsbedingter Isolation nimmt der Eskapismus durch Kunst einen neuen Stellenwert ein. Wird die Gesellschaft nach Corona anders auf ihre Künstler blicken?

Zum ersten Mal wurde die Sendung - coronabedingt - komplett digital produziert: Um Fragen zu beantworten, trifft unicato-Moderator Markus Kavka seine Gäste deshalb via Video-Chat: Jenni Zylka, Popkultur-Journalistin, Berlinale-Vorsichterin und Grimme-Preis-Jurorin aus Berlin, Schauspieler, Musiker und Filmemacher Robert Gwisdek alias Käptn Peng, den Gründer der Werkleitz Gesellschaft Peter Zorn und Regiestudent Jannis Alexander Kiefer von der Filmuniversität Babelsberg.


Frühe Hitchcock-Filme

"Das Fenster zum Hof", "Vertigo", "Der unsichtbare Dritte" oder "Psycho" zählen zu den Meilensteinen der Filmgeschichte und als Klassiker von Alfred Hitchcock. Doch auch in seiner "britischen Phase", also bevor er in den vierziger Jahren in Hollywood arbeitete, drehte Hitchcock spannende Thriller, in denen der "Meister des Suspense" sein Handwerk entwickelte.

In der arte-Mediathek sind bis Ende des Monats drei dieser Filme im Stream kostenfrei zu sehen. "Der Mann, der zuviel wusste" (1934) mit Edna Best wurde im Remake von Hitchcock selbst später mit Doris Day zum Klassiker. Außerdem zu sehen: "Sabotage" von 1936 und "Jung und unschuldig" von 1937 – allesamt frühe Schwarz-Weiß-Meisterwerke, die schon viele der Markenzeichen des Meisters des Suspense enthalten – übrigens auch eine Menge absurde Komik und irritierende, verstörende Bilder.

"Der Mann, der zuviel wusste" von 1934 mit Edna Best 4 min
Bildrechte: imago images/Everett Collection

"Ich war neunzehn"

Zum 75. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus zeigt das MDR-Fernsehen einen der größten DEFA-Erfolge: "Ich war neunzehn" von 1968 – laut Filmkritiker Knut Elstermann sehr ungewöhnlich in seiner autobiografischen Färbung und einer der wichtigsten und noch immer gültigen Filme zu diesem Thema.

Gregor (Jaecki Schwarz, re.) mit eiber Zigarette im Mund.  Sascha (Alexej Ejboshenko) zündet sie an.
Der 21-jährige Filmstudent Jaecki Schwarz, zum ersten Mal in einer großen Rolle: in dem autobiografischen Film von Konrad Wolf. - Gregor (Jaecki Schwarz, re.) und sein Freund Sascha (Alexej Ejboshenko) Bildrechte: MDR/rbb/PROGRESS Film-Verleih/Werner Bergmann

Der Schauspielschüler Jackie Schwarz spielt das Alter Ego des Regisseurs Konrad Wolfs, der während des Krieges als blutjunger Emigrantensohn in sowjetischer Uniform in die fremde Heimat Deutschland kam. Der junge Leutnant Gregor begegnet in dokumentarisch-authentisch wirkenden, schwarz-weiß gedrehten Szenen den Deutschen und erlebt ein ganzes Spektrum der Verhaltensweisen in der Diktatur und muss Verantwortung übernehmen.

Elstermann zufolge wurde nur in diesem DEFA-Film die in der DDR tabuisierten Massenvergewaltigungen durch sowjetische Soldaten angesprochen, das Misstrauen, die  Angst und die Fremdheit auf beiden Seiten, bei Befreiern und Befreiten, aufrichtig und jenseits pathetischer Heldenverehrung.   

Mehr zu "Ich war neunzehn" Der Film ist bis 10. Juni in der ARD-Mediathek abrufbar.

Geschichtsdoku: "Berlin 1945 – Tagebuch einer Großstadt"

Amerikanische Soldaten 1945 in Berlin
Der Film "Berlin 1945" arbeitet mit viel originalem Bildmaterial. Bildrechte: rbb/Gamma Rapho Keystone_Eugène KAMMERMAN

Der Krieg kehrt dahin zurück, von wo er seinen Ausgang genommen hatte, in die Hauptstadt des Nazi-Reiches, nach Berlin. In seiner beeindruckenden, zweiteiligen Dokumentation "Berlin 1945 – Tagebuch einer Großstadt" zeichnet Regisseur Volker Heise die Monate vor und nach der Befreiung der Stadt nach. Er stützt sich dabei nicht auf Zeitzeugen, die aus der Vergangenheit auf das Geschehen blicken, sondern auf Tagebücher und Briefe, also aus Zeugnisse, die unmittelbar und unverstellt in diesen Tagen entstanden. So kommen in einer brillanten Montage des dokumentarischen Materials die Täter, Mitläufer und Opfer zu Wort, die einfachen Leute auf der Straße und die Befehlshaber. Es ist ein vielstimmiges Konzert der Haltungen und Perspektiven, in dem sich das Grauen und die Hoffnungen mischen, in dem die Zeitenwende in der zerstörten Stadt im alltäglichen Erleben und in der Weltpolitik zugleich sichtbar wird.

Mehr zu "Berlin 1945" Der Zweiteiler ist bis zum 2. August 2020 in der arte-Mediathek abrufbar.


Sandra Hüller als "Hamlet"

Ulvi Teke als Guildenstern, Sandra Hüller als Hamlet und Konstantin Bühler als Rosencrantz in der Inszenierung des Schauspielhauses Bochum.
Ulvi Teke als Guildenstern, Sandra Hüller als Hamlet und Konstantin Bühler als Rosencrantz in der Inszenierung des Schauspielhauses Bochum Bildrechte: ZDF/Jana Kay

Das Berliner Theatertreffen, die Leistungsschau der besten deutschen Theater, konnte immer schon auch auf 3Sat verfolgt werden. Jetzt findet es ausschließlich im Fernsehen statt. Darunter auch die gefeierte Inszenierung "Hamlet" vom Schauspielhaus Bochum in der Regie von Johan Simons. Als Hamlet ist die in Suhl geborene Sandra Hüller zu sehen, seit 2018 Ensemblemitglied in Bochum. Sandra Hüller ("Requiem", "Toni Erdmann") ist eine der wichtigsten Darstellerinnen ihrer Generation, mit ihrer unverwechselbaren Mischung aus schauspielerischer Intelligenz und explosiver Energie macht sie diesen weiblichen Hamlet zum unvergesslichen Ereignis. Sie steht damit übrigens in einer wenig bekannten Tradition. Auch Stummfilmstar Asta Nielsen spielte 1921 den Hamlet als Frau.

Mehr Infos zur Inszenierung "Hamlet" "Hamlet"
Schauspielhaus Bochum
Regie: Johan Simons
Besetzung:
Hamlet: Sandra Hüller
Claudius: Stefan Hunstein
Gertrud: Mercy Dorcas Otieno
Polonius: Bernd Rademacher
Laertes: Dominik Dos-Reis
Ophelia: Gina Haller
Rosencrantz: Konstantin Bühler
Guildenstern: Ulvi Teke
Fortinbras: Mourad Baaiz

Das Stück ist online vom 1. Mai, 20 Uhr und abrufbar bis zum 30. Juli 2020.


Doku "Freud intim"

Catherine Deneuve während der 67. Internationalen Filmfestspiele in Cannes
Catherine Deneuve lieh dem Film ihre Stimme Bildrechte: dpa

David Tebouls Film "Freud intim" ist ein Streifzug in Texten, Brieftexten, im französischen Original der Doku übrigens gelesen von Mathieu Amalric, Isabelle Huppert, Catherine Deneuve und anderen bekannten französischen Schauspielern. So entsteht ein Porträt von Sigmund Freud, dessen wichtigstes Material der Briefwechsel ist, den Freud mit Kollegen und Freunden geführt hat.  

1895 kamen Freuds "Studien über Hysterie“  heraus. Im gleichen Jahr wie die Psychoanalyse wurde seine Tochter Anna geboren. Das ist der zweite Strang der Doku "Freud intim": die Texte von Anna, die beim Durchsehen der Korrespondenz des Vaters eine Art Zwiegespräch mit ihm führt. Die wunderbar minimalistische Doku macht die Vergangenheit durch das Vorlesen lebendig. Und zeichnet die Geschichte Sigmund Freuds vom Antisemitismus im Wien der Kaiserzeit über seine Entwicklung  vom ehrgeizigen jungen Mann bis zum genialen Denker, Vater und Forscher.

Mehr zu "Freud intim" Die Dokumentaion "Freud intim" ist bis zum 4. Juni 2020 in der Arte-Mediathek abrufbar.

Serie "Deutscher"

Was wäre, wenn bei der letzten Bundestagswahl eine rechtspopulistische Partei die absoluten Mehrheit gewonnen hätte und nun regieren würde? Die vierteilige Serie "Deutscher" spielt dieses Szenario nicht anhand von politischen Debatten im Bundestag und neuen Gesetzvorschlägen durch, sondern an dem privaten Leben zweier benachbarter Familien, von denen die eine sich begeistert über den Sieg der Partei zeigte und die andere entsetzt.

Szenenbild aus der Miniserie "Deutscher" 10 min
Bildrechte: ZDF/Martin Rottenkolber

Was wäre, wenn bei der letzten Bundestagswahl eine rechtspopulistische Partei gewonnen hätte und nun regieren würde? In der Serie "Deutscher" gehen zwei benachbarte Familien damit sehr verschieden um.

MDR KULTUR - Das Radio Di 28.04.2020 14:45Uhr 09:35 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio

"Deutscher" zeigt am Bespiel der Familien Schneider und Pieckels, wie die Spaltung des Landes sich auch im Privatleben der Menschen auswirkt, auf Freundeskreise, das Arbeitsumfeld und Liebesbeziehungen. Trotz einiger Klischees und einem übertrieben krimi-reifen Final glaubwürdig gespielt besonders von den Mütter-Darstellerinnen Meike Droste ("Mord mit Aussicht") und Milena Dreißig ("Stromberg").

Mehr zu "Deutscher" Die Serie ist bis zum 25. Oktober 2020 in der ZDF-Mediathek abrufbar.


Tatort: "Die Guten und die Bösen"

Dieser aus Sicht unseres Kritikers Knut Elstermann außergewöhnliche Tatort des Hessischen Rundfunks von Petra K. Wagner (Buch: David Ungureit) stellt das Ermittlerpaar Anna Janneke und Paul Brix (Margarita Broich und Wolfram Koch) vor eine Aufgabe, deren Lösung scheinbar leicht, deren moralische Dimension aber unermesslich ist. Der Täter nämlich gesteht ohne zu zögern. Er ist ein Polizeihauptmeister (mit tragischer Größe von Peter Lohmeyer gespielt), der den Vergewaltiger seiner Frau gefoltert und getötet haben will.

Die Kommissare Anna Janneke (Margarita Broich) und Paul Brix (Wolfram Koch).
Bildrechte: HR/Degeto

Wer ist Täter? Wer ist Opfer? Wie lässt sich Gerechtigkeit nach einer furchtbaren Tat erlangen? Alle angeblichen Gewissheiten lösen sich bald auf, wofür die chaotischen Renovierungsarbeiten im Kommissariat ein schönes Sinnbild sind, niemand findet hier irgendetwas. Bei den ungelösten Fällen sitzt die pensionierte Kommissarin Elsa Bronski, die vielleicht ein geheimes Wissen hütet.

"Die große Hannelore Elsner gibt diesem klugen Tatort in ihrer letzten Rolle eine stille Weisheit, ein zartes, zerbrechliches Orakel im Keller", so Filmkritiker Elstermann. Sie starb kurz nach den Dreharbeiten.

Mehr zum Tatort "Die Guten und die Bösen" Der Film ist bis zum 19. Oktober 2020 in der ARD-Mediathek zu sehen.


"Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm"

Filmszene: "Mackie Messer. Brechts Dreigroschenfilm"
Lars Eidinger als Bertolt Brecht in "Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm" Bildrechte: Wild Bunch Germany

Brechts Drama "Die Dreigroschenoper" entwickelte sich nach der Uraufführung 1928 zum Publikumsmagneten und wurde das erfolgreichste Theaterstück der 1920er-Jahre. Es war überall zu sehen, nur nicht im Kino. Der Spielfilm erzählt die Geschichte von Brechts großem Traum, sein Werk nach seinen Vorstellungen zu verfilmen. In der Hauptrolle des prominent besetzten Dramas überzeugt Lars Eidinger als Bertolt Brecht. An seiner Seite glänzen Tobias Moretti, Hannah Herzsprung, Claudia Michelsen und Joachim Król.

Mehr zu "Mackie Messer" Der Film ist in der ARD-Mediathek bis 10. Juni 2020 abrufbar.


"Das Mädchen Wadjda"

Waad Mohammed als Wadjda in einer Szene des Kinofilms "Das Mädchen Wadjda" (undatierte Filmszene). Das Drama kommt am 05.09.2013 in die deutschen Kinos.
Waad Mohammed in "Das Mädchen Wadjda" Bildrechte: dpa

Die zehnjährige Wadjda (Waad Mohammed) träumt von einem eigenen Fahrrad. Doch in Saudi-Arabien gilt das Fahrradfahren für Frauen als unschicklich, und so hofft sie vergebens auf die Unterstützung ihrer Mutter. Doch Wadjda gibt ihren Traum nicht so leicht auf. Ein berührender Film (2012) der ersten saudi-arabischen Regisseurin Haifaa Al Mansour.

Mehr zu "Das Mädchen Wadjda" Der Film läuft bis zum 29. Juni 2020 in der Arte-Mediathek.


"12 heißt: Ich liebe Dich"

Bettina (Claudia Michelsen, Mitte) steht mit zwei Mitarbeiterinnen des Gefängnisses in einem Raum.
Bettina (Claudia Michelsen) wird ins Gefängnis gebracht. Bildrechte: MDR/UFA/Steffen Junghans

Wegen verbotener Westkontakte wird Bettina 1985 verhaftet und zur Vernehmung dem jungen Stasi-Offizier Jan vorgeführt. Acht Monate lang sehen sie sich in den Verhören nahezu täglich, und es geschieht in dieser Zeit das Unfassbare: Sie verlieben sich ineinander. Mit wenigen Worten und Gesten verständigen sie sich. Während der Vernehmungen schreibt Bettina in einen Block immer wieder die Zahlen 11 und 12 - "Du bist schön" hat 11 Buchstaben, 12 heißt: "Ich liebe dich".

Der Film mit Claudia Michelsen und Devid Striesow basiert angeblich auf einer wahren Geschichte und ist auch deswegen sehenswert, weil es auf beklemmende Weise das Machtspiel zwischen Stasi-Offizier und inhaftierter Frau zeigt. Grandios inszeniert.

Bettina (Claudia Michelsen) steht mit Mitarbeitern der Stasi iin einem Raum. 88 min
Bettina (Claudia Michelsen) wird von Mitarbeitern der Stasi ins Gefängnis gebracht. Bildrechte: MDR/UFA/Steffen Junghans

Mehr zu "12 heißt: Ich liebe Dich" Der Film von Connie Walther ist bis 19. Juni 2020 abrufbar.


"Der Überläufer"

Der ARD-Zweiteiler entstand nach dem Roman von Siegfried Lenz aus dem Jahr 1951, der aber damals gar nicht veröffentlicht wurde, weil die Zeit noch nicht reif war im Nachkriegs-Westdeutschland. Er kam erst posthum 2016 heraus und war eine literarische Sensation.

Jannis Niewoehner als Walter Proska und Malgorzata Mikolajczak als Wanda
Jannis Niewoehner als Walter Proska und Malgorzata Mikolajczak als Wanda. Bildrechte: NDR/Dreamtool Entertainment

Erzählt wird die Geschichte eines jungen Mannes, Walter Proska, an der Ostfront im letzten Kriegssommer. Er verliebt sich an einem verlorenen Außenposten in eine polnische Partisanin und begreift mehr und mehr die Sinnlosigkeit des Krieges. Jannis Niewöhner spielt hier eine seiner besten Rollen, einen Suchenden und Tastenden, einen Gefangenen seiner brutalen Lebensumstände. Er freundet sich mit Wolfgang an, einem ehemaligen Studenten, der fliehen will und ihn schließlich mitreißt zum Überlaufen zu den Russen. Sebastian Urzendowsky spielt hervorragend einen Mann, der nur scheinbar sicher und entschlossen ist, der alle Zweifel und Widersprüche ersticken will.

Auch wenn Walter die Fronten wechselt, er bleibt ein Mann zwischen den Fronten, selbst nach dem Krieg in der DDR, wo er zunächst dem neuen System dient. Die Schilderung der antifaschistischen Aufarbeitung in der DDR erscheint im Film allerdings politisch sehr verkürzt und einseitig, findet Filmkritiker Knut Elstermann. Doch insgesamt gelingt Regisseur Florian Gallenberger sehr einfühlsam und bewegend, die Ambivalenzen der Figur sichtbar zu machen, dieses Generations-Gefühl, nie in der richtigen Haut zu stecken, nie das richtige Leben führen zu dürfen.

Mehr zu "Der Überläufer" Erster Teil am 8. April, zweiter Teil am 10. April, 20:15 Uhr im Ersten und als 4-teilige Miniserie in der ARD-Mediathek bis zum 8. Juli 2020 verfügbar.


"Die Getriebenen"

Szene aus dem Doku-Drama "Die Getriebenen".
Der Film ist eine Mischung aus Fiktion und Doku. Bildrechte: rbb/carte blanche/Volker Roloff

Regisseur Stephan Wagner hat mit "Die Getriebenen" das Sachbuch des Journalisten und "Politik-Insiders" Robin Alexander verfilmt. Darin geht es um den komplizierten Prozess der Entscheidungsfindung und wie Politiker heutzutage mit Informationen versorgt werden. Die Politikerinnen und Politiker werden hier glänzend von großen Schauspielern wie Imogen Kogge als Angela Merkel oder Josef Bierbichler als Horst Seehofer verkörpert, wie Filmkritiker Knut Elstermann findet. Sie sehen den echten Personen nicht nur ähnlich, sondern machen mit ihrem Schauspiel auch die inneren Konflikte sichtbar und zeigen, wie zwischen unterschiedlichen Interessenlagen abgewogen werden muss.

Unser Filmkritiker Knut Elstermann findet: "Die Getriebenen" bietet faszinierende Übergänge vom Dokumentarischen zum Fiktiven, bei der scheinbar jeder eine Meinung hat, jeder eine gewisse Faktenkenntnis. Ein spannender Blick ins Innere der Politik, bei der es um Entscheidungen in Krisenzeiten geht, die uns alle betreffen – und somit hochaktuell ist.

Mehr zu "Die Getriebenen" Der Film ist bis zum 15. Juli in der ARD-Mediathek abrufbar. Im Fernsehen läuft "Die Getriebenen" am Mittwoch, den 15. April, um 20:15 Uhr im Ersten.


Tatort "Die Zeit ist gekommen"

Anna (Katia Fellin) und Louis Bürger (Max Riemelt) sehen zuversichtlich in die Zukunft.
Anna (Katia Fellin) und Louis Bürger (Max Riemelt) sehen zuversichtlich in die Zukunft. Bildrechte: MDR/W&B Television/Michael Kotschi

Es geht in diesem MDR-Tatort aus Dresden um einen spannenden Fall: Ein junges Paar will nach vielen Wirrungen endlich neu anfangen, beeindruckend gespielt von Max Riemelt und Katia Fellin. Sie wollen eine feste Arbeit, ein geregeltes Leben, ein Zuhause für den kleinen Sohn, der ist noch im Heim. Doch da wird vor ihrem Haus der Nachbar, ein Polizist, tot aufgefunden, sie werden wegen der Vorstrafe des Mannes verdächtigt. Beim Versuch zu fliehen, werden die beiden zu Geiselnehmern. Für die beiden Kommissarinnen entsteht eine doppelt schlimme Lage, sie müssen ermitteln und zugleich die akute, gefährliche Situation lösen.

Filmkritiker Knut Elstermann findet: Der hervorragende Regisseur, Stephan Lacant (von ihm stammt die erfolgreiche schwule Liebesgeschichte "Freier Fall", auch mit Max Riemelt) gibt diesen beiden Ermittlerinnen viel Raum für ihre feinsinnige Charakterzeichnung: Karin Gorniak (Karin Hanczewski) und Leonie Winkler (Cornelia Gröschel in ihrem 3. Fall). Im Jahr 2018 übernahm Cornelia Gröschel die Rolle einer Ermittlerin im Dresdner Tatort und kehrte damit in ihre Heimatstadt zurück. Beide Frauen agieren sehr menschlich, sehr normal, sehr gegenwärtig, auch in diesem, sehr differenzierten und klug erzählten Fall, bei dem sie eine gewisse Sympathie, ein Verständnis für die verzweifelten Täter, die eben auch Opfer sind, empfinden, urteilt Filmkritiker Knut Elstermann.

Mehr zu "Die Zeit ist gekommen" In der ARD-Mediathek bis zum 5. Oktober 2020 verfügbar.


"Klassentreffen"

Guido Renner, Jan Georg Schuette, Jeanette Hain und Annette Frier mit Cast und Crew bei der Premiere der ONE TV-Serie Klassentreffen, 2019
Das Team hinter "Klassentreffen" bei der Premiere 2019. Bildrechte: imago images / Future Image

17 ehemalige Mitschüler und Mitschülerinnen kommen 25 Jahre nach Schulabschluss wieder zu einem Klassentreffen zusammen. Regisseur Jan Georg Schütte ist ein interessanter, amüsanter und aufregender Film gelungen. Und das liegt vor allem an den Schauspielerinnen und Schauspielern, die hier frei improvisieren durften: ohne Drehbuch, nur mit Rollenprofil. Das ist mal herzzerreißend, mal zum Totlachen, mal zum Fremdschämen. Denn die Charaktere sind so angelegt, wie man sie aus jeder Klasse kennt.

Mehr zu "Klassentreffen" Die sechsteilige Serie ist bis zum 7. Juni 2020 in der ARD Mediathek abrufbar.


"Unsere wunderbaren Jahre"

Von links nach rechts stehen die Schauspieler Franz Hartwig, Elisa Schlott, David Schütter, Katja Riemann, Vanessa Loibl, Anna Maria Mühe, Ludwig Trepte, Hans-Jochen Wagner und Thomas Sarbacher bei Dreharbeiten für den dreiteiligen ARD-Fernsehfilm "Unsere wunderbaren Jahre" im Schloss Burg Solingen.
Der Cast von "Unsere wunderbaren Jahre". Bildrechte: dpa

Die Miniserie "Unsere wunderbaren Jahre" handelt von starken Frauen in der Zeit des beginnenden Wirtschaftswunders. Zur prominenten Besetzung gehören etwa Elisa Schlott, Anna Maria Mühe und Katja Riemann. Im Juni 1948 in der Kleinstadt Altena im Sauerland wollen die Menschen die D-Mark und den Wiederaufbau. Die Folgen des Krieges sind noch allgegenwärtig: Ein Totgeglaubter kommt aus der russischen Kriegsgefangenschaft zurück und Fabrikant Wolf möchte sein Metallwerk wieder aufbauen. Dabei setzt er vor allem auf seine Lieblingstochter Ulla – die jedoch ganz andere Träume hat.

Mehr zu "Unsere wunderbaren Jahre" In der ARD Mediathek ist die sechsteilige Serie bis zum 23. Juni 2020 verfügbar.

(Anmerkung der Redaktion: Dieser Artikel wird fortlaufend mit neuen Empfehlungen aktualisiert.)

Film und Kino in der Corona-Krise

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 02. April 2020 | 08:10 Uhr

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