Filme und Serien Mediatheken-Highlights: "Das kalte Herz" – Klassiker und Neuverfilmung

Gute Filme und Serien bieten nicht nur Netflix, Amazon und Co. – auch die Mediatheken von ARD, Arte und dem ZDF sind voll von spannenden Inhalten. Wir haben für Sie Tipps für besondere Filme und Serien zusammengestellt, die Sie kostenlos anschauen können. Aktuell sind der DEFA-Klassiker "Das kalte Herz" und dessen Neuverfilmung mit Frederick Lau, Moritz Bleibtreu und Milan Peschel zu sehen. Außerdem empfehlenswert: das TV-Event "Gott". In dem Drama nach Ferdinand von Schirachs Stück wird über das Recht auf Sterbehilfe verhandelt.

Zwei Personen schauen auf einem Tablet die ARD Mediathek an.
Tipps für die Mediatheken Bildrechte: SWR/Dennis Weissmante

"Das kalte Herz" als Originalfassung und Neuverfilmung

Generationen sind in der DDR mit dem DEFA-Klassiker "Das Kalte Herz" aufgewachsen. Der Farbfilm von Paul Verhoeven betont die anti-kapitalistische Tendenz des Märchens, die furchtbaren Konsequenzen von Geldgier und Machtrausch. Mit seinen für die damalige Zeit (1950) sensationellen Tricks, seiner folkloristischen Buntheit und der hervorragenden Besetzung hat der Film noch immer einen eigenen Zauber. Das MDR-Fernsehen zeigt den Film und im Anschluss die Neuverfilmung von Johannes Naber aus dem Jahre 2016, eine wunderbare Vergleichsmöglichkeit. Naber nimmt die Schwarzwald-Folklore zurück und verstärkt die zeitkritischen Elemente. Besetzt ist der Film mit Frederick Lau, Henriette Confurius, Moritz Bleibtreu und Milan Peschel als Glasmännchen.

Mehr Informationen DEFA-Klassiker: Das kalte Herz (Märchenfilm DEFA 1950)
In der ARD Mediathek bis 12. Dezember 2020

Neuverfilmung: Das kalte Herz (Kinofilm Deutschland 2016)
In der ARD Mediathek bis 28. Dezember 2020

 Peter (Lutz Moik) mit Video
Der arme Peter (Lutz Moik) ist Köhler und bettelarm. Bildrechte: MDR/PROGRESS Film-Verleih/Erich Kilian
MDR FERNSEHEN Sa, 28.11.2020 20:15 21:55

Der DEFA-Klassiker Das kalte Herz

Das kalte Herz

Märchenfilm DEFA 1950

  • Audiodeskription
  • Mono
  • HD-Qualität
  • Untertitel
  • VideoOnDemand
Drei Wünsche frei. Köhler Peter Munk (Frederick Lau) berührt die Geisterwelt. mit Video
Drei Wünsche frei. Köhler Peter Munk (Frederick Lau) berührt die Geisterwelt. Bildrechte: MDR/SWR/Schmidtz Katze Filmkollektiv
MDR FERNSEHEN Sa, 28.11.2020 21:55 23:45

Die Neuverfilmung Das kalte Herz

Das kalte Herz

Kinofilm Deutschland 2016

  • Stereo
  • Audiodeskription
  • 16:9 Format
  • HD-Qualität
  • Untertitel
  • VideoOnDemand

Webserie: "2 Minuten"

Zwei Minuten dauert es, bis ein Schwangerschaftstest das – ersehnte oder befürchtet – Ergebnis anzeigt. Die Webserie "2 Minuten – der Test", die in Leipzig spielt, erzählt sechs Geschichten um genau diesen entscheidenden Moment. Und dabei wird nicht lange um den heißen Brei geredet, in welcher Situation auch immer: in einer Leipziger Straße, einem Café, einer Frauenarztpraxis oder eben vor einer Apotheke.

Den sehr privaten Moment setzt Autorin Lisa Miller bewusst in einen konkreten politischen Kontext, weil er mehr sei als Emotion und Lebensentscheidung. Die Serie ist kurzweilig, direkt und knackig und überzeugt zudem mit seinem sympathischen und diversen Ensemble, das mit natürlicher Amateurhaftigkeit spielt. Heraus sticht der Auftritt von Corinna Harfouch als robuste Frauenärztin Vogel mit sächsischem Kolorit.

Mehr Informationen Die Webserie "2 Minuten" ist bis 27. Mai 2021 in der ARD Mediathek einzeln und als Episodenfilm abrufbar.
Produktion: MDR, 2020


Reduzierte Mittel aber starke Wirkung: drei Stummfilmempfehlungen

In Zeiten von Mund verdeckenden Coronamasken sind diese Stummfilmempfehlungen schon fast symbolisch! Drei Filme aus den Jahren 1919, 1925 und 1927, deren reduzierte Mittel bis heute wirken, können Sie in der arte-Mediathek erleben.

In "Ein Mensch der Masse" von King Vidor kämpft der Buchhalter John Sims in New York vergeblich gegen die Armut. Die komponierte Kraft der Bilder, wie beispielsweise die schäbigen Wohndetails, erzählen ausdrucksstark eine bittere Botschaft.

Im mehrfach verfilmten "Das Phantom der Oper" geht es wortwörtlich um den Mann mit der Maske. Die starke Körpersprache der Hauptfigur Rupert Julians fesselt das Publikum und auch der bewusst gedehnt gewählte Spannungsbogen erzählt genüsslich-schaurig die Geschichte eines Mörders.

Das Phantom der Oper (1925)
Szenenbild aus "Das Phantom der Oper" (1925) Bildrechte: imago images / Ronald Grant

"The Broken Butterfly" als zerbrechliches Wesen im Netz einer Spinne steht metaphorisch für eine unglückliche Liebesgeschichte. Wendungsreich inszeniert, ist der restaurierte Film von Maurice Tourneur ein Streifen, der die Zuschauenden in seinen Bann zieht.

Mehr Informationen Alle drei Filme finden Sie in der arte-Mediathek.

"Ein Mensch der Masse" von King Vidor (1927) ist verfügbar bis 17. Oktober 2021.

"Das Phantom der Oper" von Rupert Julian (1925) ist verfügbar bis 31. Januar 2021.

"The Broken Butterfly" von Maurice Tourneur (1919) ist verfügbar bis 15. Dezember 2020.


TV-Drama um Sterbehilfe: "Gott"

Zu sehen in "Gott": Christiane Paul (Rechtliche Sachverständige Litten ), Ina Weisse (Mitarbeiterin des Ethikrates Keller), Anna Maria Mühe (Augenärztin Brandt), Matthias Habich (Richard Gärtner), Ulrich Matthes (Bischof Thiel), Barbara Auer (Vorsitzende), Lars Eidinger (Rechtsanwalt) und Götz Schubert (Medizinischer Sachverständiger Sperling) 8 min
Bildrechte: ARD Degeto/Moovie GmbH/Julia Terjung

Ferdinand von Schirach stellt grundsätzliche Fragen. In "Gott" geht es darum, ob der Mensch selbst über seinen Tod entscheiden und dazu Sterbehilfe in Anspruch nehmen kann. Götz Schubert spielt im Film einen Arzt.

MDR KULTUR - Das Radio Mo 23.11.2020 06:00Uhr 07:37 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio

Darf der Mensch selbst über seinen Tod entscheiden und Sterbehilfe in Anspruch nehmen? Ferdinand von Schirach stellt immer grundsätzliche Fragen, auch in seinem Buch und Theaterstück "Gott", das Lars Kraume nun mit hochkarätigen Schauspielerinnen und Schauspielern ins Fernsehen bringt. Vor einem fiktionalen Ethikrat wird darin der Fall eines 78-jährigen, kerngesunden Mannes (Matthias Habich) verhandelt, der sein Leben mit Hilfe eines Medikamentes und unterstützt durch eine Ärztin beenden will. Mitwirkende sind außerdem Barbara Auer, Lars Eidinger, Ulrich Matthes, Anna Maria Mühe, Christiane Paul, Götz Schubert und Ina Weisse.

Im Februar 2020 kassierten die Bundesverfassungsrichter einen Paragrafen, der Suizidbeihilfe unter Strafe stellte. Ob die Politik ein neues Gesetz auf den Weg bringt, etwa um Kriterien für organisierte Hilfe beim Suizid zu definieren, ist noch offen. Die ethische Debatte aber läuft seitdem auf Hochtouren.

Debatte um Sterbehilfe

Als Sterbehilfe wird jede Form der Unterstützung beim Sterben verstanden - von der Befreiung von Schmerzen bis zur aktiven Tötung. Meist wird zwischen passiver, indirekter und aktiver Sterbehilfe unterschieden. Der Deutsche Ethikrat hält diese Begriffe für nicht trennscharf genug.

Beim Sonderfall assistierter Suizid wird einem Sterbewilligen ein todbringendes Mittel überlassen, nicht aber verabreicht. Weil der Betroffene die Handlung selbst begeht und der Suizid in Deutschland nicht strafbar ist, ist auch die Hilfe dabei nicht illegal. 2015 verabschiedete der Bundestag ein Gesetz, dass die "geschäftsmäßige", also auf Wiederholung angelegte Suizidbeihilfe unter Strafe stellte, um die Tätigkeit von Sterbehilfeorganisationen zu unterbinden. Diesen Strafrechtsparagrafen kassierte im Februar 2020 das Bundesverfassungsgericht. Die Karlsruher Richter sehen ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben, das auch das Recht einschließt, sich das Leben zu nehmen und dabei die Hilfe Dritter in Anspruch zu nehmen. Ob die Politik ein neues Gesetz auf den Weg bringt, etwa um Kriterien für organisierte Hilfe beim Suizid zu definieren oder Maßnahmen zur Suizidprävention zu stärken, ist noch offen.

Mehr Informationen Zur Ausstrahlung des TV-Dramas am 23. November im Ersten ist auch das Votum des Publikums gefragt. Im Anschluss wird diskutiert bei Frank Plasberg "hart aber fair".

Das TV-Drama "Gott" ist bis zum 23. Dezember 2020 abrufbar.


Film: "In den Gängen" von Thomas Stuber

Diese MDR-Produktion war eines der Highlights des Jahres 2018 und feierte seine Premiere im Rahmen der Berlinale: In "In den Gängen" zeigt uns der Leipziger Regisseur Thomas Stuber die Romantik eines Großmarktes. Christian (Franz Rogowski) fängt neu als Lagerarbeiter an. Bruno (Peter Kurth) erklärt ihm geduldig, wie er den Gabelstapler zu bedienen hat. Bald begegnet Christian auch Marion (Sandra Hüller) und ihre Begegnungen bei der Kaffeemaschine werden zum täglichen Lichtblick. Doch die Süßwarenmitarbeiterin ist verheiratet und scheint ein Geheimnis zu haben.

Christian (gespielt von Franz Rogowski) schenkt  Marion (gespielt von Sandra Hüller) einen Geburtstagskuchen.
Bildrechte: MDR/Sommerhaus Filmproduktion/Anke Neugebauer

Vorlage und Drehbuch stammen vom Leipziger Autoren Clemens Meyer, der sich in seiner Prosa immer für die kleinen Leute, die Arbeiter interessiert. Das großartige Ensemble verkörpert die Figuren überzeugend und mit Gespür für Details. Thomas Stuber gelingt es in seinem zweiten abendfüllendem Film, diese den meisten so ferne Arbeitswelt nicht trist erscheinen zu lassen: Er entwickelt poetische, weite Bilder, lässt die Gabelstabler durch die Gänge tanzen und schafft eine familiäre Stimmung.

Mehr Informationen Der Film "In den Gängen" ist bis zum 2. Februar 2021 in der arte-Mediathek verfügbar.


Reihe: Filme und Serien aus Osteuropa

Nur selten sind Produktionen aus Osteuropa im deutschen Kino oder Fernsehen zu sehen, obwohl auch dort bemerkenswerte Filme entstehen. Der MDR stellt jüngere, preisgekrönte Arbeiten nun in einer besonderen Sendereihe vor. Denn die Filme erzählen Geschichten, die grundmenschlich sind und in denen sich auch ein deutsches Publikum wiederfinden kann.

Hauptmann Rajner (2. von links) lässt das Wochenendhaus von Karel Sikora und das umliegende Gelände untersuchen.
Szene aus "Wasteland – Bildrechte: MDR/HBO Europe s.r.o.

Die Serie "Wasteland – Verlorenes Land" spricht Probleme an, die auch in deutschen Braunkohle-Regionen vorhanden sind: Pustina ist ein Dorf, das aus der Zeit gefallen ist, von Arbeitslosigkeit geprägt ist und der Braunkohleförderung weichen soll. Nur die Bürgermeisterin Hanka versucht das zu verhindern. Dann verschwindet ihre Tochte. Ein Highlight des Serienjahres 2016, meinte Kritiker Jörg Taszman. "Jamils Schwester" drohte fast der Pandemie zum Opfer zu fallen. Der Film erzählt vom Zweiten Weltkrieg in einer kleinen Region in der Sowjetunion und einem kleinen Jungen, der eine Waise als neue Schwester bekommt. Regisseur Alexander Galibier gelingt ein fein beobachtetes Werk, in dem er die Kinder, ihren Alltag und ihren Blick auf die Welt in den Mittelpunkt stellt, so Jörg Taszman.

Außerdem gibt es einige ältere Filme: "Korczak" von 1990 berichtet aus dem Warschauer Getto, wo der Mediziner Korczak, der eine Waisenhaus unterhält, sich durchschlagen muss. Der Film "Die Maisinsel" zeigt mit poetischen Bildern das Erwachsen werden einer jungen Frau an der Grenze zu Georgien. Der rumänische Film "Lemonade" beschäftigt sich mit Machtmissbrauch und Einwanderung.

Mehr Informationen Die Filme und die Serie können bis zum 23. Dezember in MDR-Mediathek gesehen werden.

Jamil (Arslan Krymtschurin, vorn) möchte sich gemeinsam mit seinem besten Freund Marat (Jussuf Rachmetow) zur Armee durchkämpfen. 6 min
Jamil (Arslan Krymtschurin, vorn) möchte sich gemeinsam mit seinem besten Freund Marat (Jussuf Rachmetow) zur Armee durchkämpfen. Bildrechte: MDR/Antidotre Film/Tele

Remake: "Pan Tau"

Pan Tau (Matt Edwards)
Comedian Matt Edwards als neuer Pan Tau Bildrechte: ARD/Caligari/Film2020

Pan Tau, die Kultfigur aus der gleichnamigen Serie der 70er-Jahre ist wieder da. Die Neuverfilmung ist eine zeitgemäße Adaption mit dem englischen Stand-up-Comedian und Zauberer Matt Edwards als der neue Pan Tau. Die 14-teilige Serie wurde von Gabriele Walther produziert und mit britischen und deutschen Schauspielerinnen und Schauspielern gedreht.

Pan Tau agiert als unsichtbarer Freund – elegant, schweigsam und doch für jede Menge fantastischer Überraschungen gut. Seine außerirdischen Zauberkräfte setzt er immer dann ein, wenn ein Kind der Westpark Schule Hilfe braucht. Und die Probleme der Jugendlichen sind vielfältig: Eine Mitschülerin schnappt die Rolle im Musical weg, fiese Influencer wollen den Ruf des Vaters ruinieren, die heimliche Liebe scheint unerreichbar. Pan Tau ist zur Stelle – mit einem Lächeln und fantastischer Magie.

Mehr Informationen Alle 14 Folgen sind bis Mai 2021 in der ARD-Mediathek zu sehen.


Miniserie: "Oktoberfest 1900"

Der erbitterte Kampf zweier Brauerei-Clans um gesellschaftliche und wirtschaftliche Vormachtstellung im München des Jahres 1900 stehen im Mittelpunkt der sechsteiligen, historischen Eventserie "Oktoberfest 1900"
Bildrechte: BR/ARD Degeto/MDR/WDR/Zeitsprung Pictures GmbH/Dusan Martincek

Die Miniserie "Oktoberfest 1900" begibt sich auf eine Wiesn-Zeitreise in einem phantastisch-geheimnisvollen München um die Jahrhundertwende. In sechs Teilen wird vom Kampf zweier Bierdynastien um die Vormachtstellung auf dem größten Volksfest der Welt und den unaufhaltsamen Aufstieg des Kapitalismus erzählt. Es ist auch die Geschichte vom Konflikt der Generationen, der von verletzter Ehre und Intrigen getragen wird.

Zum namhaften Schauspieler-Ensemble gehören unter anderem Mišel Matičević, Martina Gedeck und Francis Fulton-Smith.

Mehr Informationen Die sechs Folgen der Miniserie "Oktoberfest 1900" sind bis zum 31. Dezember 2020 in der ARD-Mediathek verfügbar.

Im Fernsehen wird die Serie ab 15. September, 20:15 Uhr, in Doppelfolgen ausgestrahlt.


Doku: "Raffael – Ein sterblicher Gott"

Der Renaissance-Künstler Raffael, mit bürgerlichem Namen Raffaelo Santi, ist ein Mythos, der sicherlich auch vielen Menschen in Dresden und in ganz Mitteldeutschland bekannt sein dürfte. Vermutlich kennt jeder Mensch in der westlichen Hemisphäre und sehr viele jenseits davon die "Sixtinische Madonna".

Anhand dieses in Rom beheimateten Bildes geht die Doku "Raffael – Ein sterblicher Gott" dem Leben dieses Mannes auf dem Grund, der am Karfreitag des Jahres 1520 mit 37 Jahren starb und gerne als göttlicher Maler gesehen wird. Die Filmmacher verfolgen damit auch die Fragen, warum der Künstler immer noch verehrt wird und welche Rolle Nachahmung im damaligen Kunsthandwerk bedeutete. Vor allem in Zeiten von Corona sei das ein wichtiger Film, weil er den Menschen Kunst in die Wohnzimmer bringen könne, die ihnen gerade verwehrt bleiben, meinen die Programmmacher.

Raffaels Gemälde «Sixtinische Madonna»
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Mehr Informationen Die Dokumentation "Raffael – Ein sterblicher Gott" ist bis zum 4. Dezember in der arte-Mediathek verfügbar.


Doku-Serie: "Bautzen"

Blick auf die Bautzener Altstadt mit Alter Wasserkunst und Michaeliskirche
Ein differenzierter Blick auf Bautzen Bildrechte: Teresia Minjoli

Wie tickt Bautzen? Ist die Stadt zu Recht zum Synonym für Angriffe auf Ausländer und rechte Demonstrationen geworden? Diese außergewöhnliche Doku-Serie nimmt sich 300 Minuten Zeit, um die Stadt Bautzen zu beleuchten. Die Filmemacher haben dafür verschiedene Bewohner der Stadt über ein halbes Jahr begleitet. Laut Arte ist die Dokuserie angelehnt an die Netflix-Serie "Flint Town" – also von den Protagonisten her erzählt und gänzlich ohne Kommentar der Filmemacher.

Gedreht wurde von Mai bis September 2019, als die Stadt in Vorbereitung der Kommunalwahlen stand – somit steht ein politischer Sonmmer im Fokus. Entstanden ist ein differenziertes Bild, vermittelt durch eine alleinerziehende Mutter, die nach politischer Heimat sucht und geflüchteten Menschen hilft, einen Berufsschullehrer und seinen Sohn, die sich im rechten Bürgerbündnis engagieren, einen Stadtführer, der Touristen die Schönheit seiner Stadt zeigen will oder auch einen Bürgermeister, der zu vermitteln versucht.

Mehr Informationen Die zehn Teile der Doku "Bautzen" sind bis 26. März 2021 in der Arte-Mediathek verfügbar.


Serie: "The Killing" mit Kommissarin Lund

Sofie Grabol als Kommissarin Lund
Sofie Gråbøl als Kommissarin Lund: verbohrt in den Mordfall Bildrechte: imago images/Mary Evans

Eine 19-Jährige wird vermisst, dann wird die Leiche der jungen Frau in einem im Fluss versenkten Auto gefunden, es stellt sich heraus, dass sie vor ihrem Tod vergewaltigt und misshandelt wurde.

Kommissarin Lund beginnt zu ermitteln, dabei hat sie eigentlich ihren letzten Tag bei der Mordkommission in Kopenhagen und will mit ihrem Sohn zu ihrem Lebensgefährten nach Schweden zu ziehen. Doch der Fall wird für sie zur Obsession. Sofie Gråbøl spielt die störrische Kommissarin geradezu manisch. Die Serie, deren 20 Episoden je einen Tag der Mordermittlungen aufrollen, entfaltet ein akribisches Porträt der Polizeiarbeit. Auch beeindruckend, wie die Trauer die Familie des Opfers verändert. Die extrem spannende und psychologisch raffinierte Serie setzte Maßstäbe.

Arte hat die komplette Serie mit allen drei Staffeln in der Mediathek. Achtung: Trotz des englischen Titels, unter dem Arte die Krimiserie ausstrahlt, handelt es sich nicht um das US-Remake der dänischen Krimiserie, sondern um das Original, das 2007 an den Start ging und in Deutschland unter dem Titel "Kommissarin Lund - Das Verbrechen" im Fernsehen lief.

Mehr Informationen Die ersten drei Staffeln der Serie sind bis zum 31. März in der Mediathek verfügbar.


Tatort: "Lass den Mond am Himmel stehn"

Batic und Leitmayr gehören zu meinen liebsten Tatort-Ermittlern, nicht nur weil sie während der letzten Jahrzehnte vor unseren Augen in Würde gealtert sind oder weil die Chemie zwischen ihnen spürbar stimmt. Mich berührt vor allem ihre aufrichtige, sich nie nach vorn drängende Menschlichkeit, ihre innere Anteilnahme an den Fällen.

Die Kriminalhauptkommissare Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) mit Kollegen (Komparsen) betrachten den Fundort von Emils Fahrrad im Wald, in der Nähe eines Parkplatzes.
Die Kriminalhauptkommissare Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) betrachten den Fundort von Emils Fahrrad im Wald. Bildrechte: BR/Bavaria Fiction GmbH/Hendrik Heiden

Das ist bei dem neuen Tatort "Lass den Mond am Himmel stehn" besonders bitter und für jeden nachvollziehbar. Ein 13-jähriger Schüler verschwindet und wird später erschlagen aufgefunden, die raren Spuren führen merkwürdigerweise zu einem anonymen Sex-Treffpunkt auf einem Parkplatz.

Zum Ereignis wird dieser feinfühlig inszenierte, herausragende Tatort (Regie: Christopher Schier) durch das eindringliche Spiel von Laura Tonke als trauernde Mutter, ein einziger, stummer Aufschrei der Verzweiflung und der Trauer. Aber auch alle anderen Darsteller wie Hans Löw und Lenn Kudrjawizki machen das Undenkbare und Unaussprechliche intensiv sichtbar, so MDR KULTUR-Filmkritiker Knut Elstermann.

Mehr Informationen Der Tatort "Lass den Mond am Himmel stehen" ist bis zum 7. Dezember in der ARD-Mediathek zu sehen.


Doku: "Das letzte Finale der DDR - Zwischen Mauerfall und Wiedervereinigung"

Meisterfeier Dynamo Dresden v.li.: Matthias Sammer, Torsten Gütschow und Ulf Kirsten
Spieler von Dynamo Dresden feiern den letzten Meistertitel der DDR. Bildrechte: imago/Dehlis

Mit dem Fall der Mauer begann eine Zeit des Umbruchs für die Gesellschaft in der DDR, die manchmal fast an Anarchie erinnerte. Die Menschen hofften auf die Zukunft und fürchteten sie gleichzeitig. Auch der Fußball blieb davon nicht ausgenommen. 1990 wurde das letzte Mal um die Meisterschaft in der DDR gekämpft, während der Deutsche Fußball-Verband zu einem Teil des Deutschen Fußballbundes wurde.

Am Ende konnte Rekordmeister Dynamo Dresden den Titel verteidigen. Die Dokumentation "Das letzte Finale der DDR" zeichnet die letzten Wochen des DDR-Fußballs nach, die bereits von Wehmut geprägt sind: Die Zuschauer bleiben weg und die Spieler werden abgeworben. Ein Stimmungsbild mit zahlreichen Zeitzeugen aus Ost und West.

Mehr Informationen Die Doku "Das letzte Finale der DDR" ist bis zum 2. Juni 2021 in der MDR-Mediathek verfügbar.


Doku: "Darkness Forever - Wie Goth unsterblich wurde"

Goth mit Fächer
Szene aus der Doku "Darkness forever" Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Schwarze Szene ist in Wahrheit bunt. Der Gothic-Boom zu Beginn der 2000er-Jahre führte zur Öffnung für den Mainstream – und half der Szene so zur Verjüngung. Neue Spielarten von Goth entstanden: Cybergoths, Steampunks, Mittelalterfans, Vampire, Neoromantiker … Immer wieder stellt sich dabei die Frage: Ist Goth noch Subkultur oder schon Maskenball? Künstler wie Bruno Kramm (Das Ich) oder Bands wie Corvus Corax erzählen in dem Film, wie sie den Wandel der Schwarzen Szene erlebt haben.

Mehr Informationen Die Doku "Darkness Forever - Wie Goth unsterblich wurde" ist bis zum 31. Mai 2021 in der MDR-Mediathek verfügbar.


Serie "Drinnen – Im Internet sind alle gleich"

Lavinia Wilson als Charlotte
Lavinia Wilson als Charlotte Bildrechte: ZDF

Sehr schnell reagierte ZDF-Neo auf die irren Zeiten. In der Serie "Drinnen – Im Internet sind alle gleich", bestehend aus 15 kurzen, aber sehr intensiven Filmen von Lutz Heineking Jr. , erleben wir die Werbefachfrau Charlotte, die wegen der Corona-Pandemie ihren Alltag, Beruf, Familie, Eltern vom Laptop aus managen muss. Die Rolle wird mit hinreißend-komischer Verzweiflung von Lavinia Wilson gespielt, findet MDR KULTUR-Filmkritiker Knut Elstermann. Das heißt, wir sehen Lavinia Wilson auf dem Screen, zugeschaltet werden alle anderen Figuren, ebenfalls wunderbar natürlich, teilweise improvisierend gespielt, zum Beispiel von Victoria Trauttmansdorff als Mutter oder von Barnaby Metschurat, auch im wirklichen Leben der Partner von Lavinia Wilson.

Überhaupt ragt das wirkliche Leben immer wieder in die Folgen hinein, so sehen wir immer einen realen Ausschnitt der Wohnung des Paares. Filmkritiker Elstermann findet: "Sehr witzig spielt die Serie mit dem Gegensatz von unbegrenzten digitalen Kommunikationsformen und persönlichem Eingesperrtsein, von innerer Beschleunigung und äußerem Stillstand und geht noch viel weiter. Im Zurückgeworfensein auf sich selbst stellt sich Charlotte ernsthafte Sinnfragen, auf die sie sonst vielleicht nicht gekommen wäre."

Mehr Informationen Die Serie "Drinnen – Im Internet sind alle gleich" ist bis zum 20. Oktober 2020 in der ZDF-Mediathek abrufbar.


unicato Kurzfilm-Magazin

unicato bleibt Zuhause - die Filmszene in Quarantäne

Auch unicato hält sich an die Vorschriften zur Eindämmung von COVID-19 und bleibt Zuhause. Zu sehen sind deshalb Kurzfilme, die sich mit den verschiedenen Facetten der aktuellen Ausgeh- und Kontaktbeschränkungen der Bevölkerung auseinandersetzen und oft auch innerhalb der eigenen vier Wände spielen. Doch in einer beängstigenden Zeit und situationsbedingter Isolation nimmt der Eskapismus durch Kunst einen neuen Stellenwert ein. Wird die Gesellschaft nach Corona anders auf ihre Künstler blicken?

Zum ersten Mal wurde die Sendung - coronabedingt - komplett digital produziert: Um Fragen zu beantworten, trifft unicato-Moderator Markus Kavka seine Gäste deshalb via Video-Chat: Jenni Zylka, Popkultur-Journalistin, Berlinale-Vorsichterin und Grimme-Preis-Jurorin aus Berlin, Schauspieler, Musiker und Filmemacher Robert Gwisdek alias Käptn Peng, den Gründer der Werkleitz Gesellschaft Peter Zorn und Regiestudent Jannis Alexander Kiefer von der Filmuniversität Babelsberg.


Serie "Deutscher"

Was wäre, wenn bei der letzten Bundestagswahl eine rechtspopulistische Partei die absoluten Mehrheit gewonnen hätte und nun regieren würde? Die vierteilige Serie "Deutscher" spielt dieses Szenario nicht anhand von politischen Debatten im Bundestag und neuen Gesetzvorschlägen durch, sondern an dem privaten Leben zweier benachbarter Familien, von denen die eine sich begeistert über den Sieg der Partei zeigte und die andere entsetzt.

Szenenbild aus der Miniserie "Deutscher"
Mini-Serie "Deutscher" Bildrechte: ZDF/Martin Rottenkolber

"Deutscher" zeigt am Bespiel der Familien Schneider und Pieckels, wie die Spaltung des Landes sich auch im Privatleben der Menschen auswirkt, auf Freundeskreise, das Arbeitsumfeld und Liebesbeziehungen. Trotz einiger Klischees und einem übertrieben krimi-reifen Final glaubwürdig gespielt besonders von den Mütter-Darstellerinnen Meike Droste ("Mord mit Aussicht") und Milena Dreißig ("Stromberg").

Mehr zu "Deutscher" Die Serie ist bis zum 18. Dezember 2020 in der ZDF-Mediathek abrufbar.

(Anmerkung der Redaktion: Dieser Artikel wird fortlaufend mit neuen Empfehlungen aktualisiert.)

Film und Kino in der Corona-Krise

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 02. April 2020 | 08:10 Uhr

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