Corona-Krise Opern in der Zwangspause: Diese Hilfen gibt es für Betroffene

Die Corona-Krise zwingt Opernhäuser zu einer Zwangspause. Für die freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Musiktheaterbranche wurde nun ein Hilfsfonds eingerichtet. Immerhin läuft der Opernbetrieb neben den festen Ensembles zu einem großen Teil etwa mit freischaffenden Musikerinnen und Musikern, die für die jeweilige Produktion engagiert werden. Auch an sie richtet sich jetzt die Sängerhilfe. Hinter der Unterstützungsinitiative stehen die Fachzeitschrift "Oper!" und die Manfred Strohscheer Stiftung.

Oper Chemnitz 7 min
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An wen richtet sich die Sängerhilfe?

Die Sängerhilfe richtet sich an alle Freiberuflerinnen und Freiberufler, die am Musiktheater oder an der Oper tätig sind, erklärt Ulrich Ruhnke, Mitinitiator und Chefredakteur beim Fachmagazin "Oper!". Dazu zählten nicht nur Sängerinnen und Sänger, sondern auch andere Gewerke: Souffleure, Regisseure, Regieassistenten, Maskenbildner – alle freiberuflichen Männer und Frauen im Bereich Oper insgesamt.

Welchen Umfang hat die Sängerhilfe?

Innerhalb rund einer Woche seien laut Ulrich Ruhnke 100.000 Euro an Spenden zusammengekommen. Die Höhe der Hilfsleistungen gibt er mit bis zu 2.000 Euro pro Person an.

Wie kann ich Hilfe beantragen?

Ein "Antrag auf Corona-Hilfe" ist auf der Webseite der Sängerhilfe abrufbar. Hier können Angaben gemacht werden zu Veranstaltungen und Auftritten, die aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt wurden sowie zur Höhe entfallener Honorare. Das Dokument ist nur eineinhalb Seiten lang.

Wie kann ich die Sängerhilfe unterstützen?

Unter dem Hashtag #Sängerhilfe hat unter anderem Startenor Jonas Kaufmann zur Unterstützung aufgerufen. Laut Ulrich Ruhnke wurden biser sowohl Kleinspenden als auch Großspenden von bis zu 5.000 Euro getätigt. Auf der Webseite der Initiative gibt es Angaben zum Spendenkonto.

Welche weiteren Hilfsangebote gibt es?

Das MDR-Sinfonieorchester probt im MDR-Studio am Augustusplatz
Bei einer Sammelaktion beim MDR-Sinfonieorchester kamen 6.400 Euro für die Deutsche Orchester-Stiftung zusammen. Bildrechte: MDR/Andreas Lander

Die Deutsche Orchester-Stiftung ruft unter dem Hashtag #MusikerNothilfe zu Spenden auf. Laut Angaben auf der Webseite zum Nothilfefonds betrug der Spendenstand nach etwas mehr als zwei Wochen 904.000 Euro. Dort heißt es weiter: "Wir sorgen dafür, dass Ihre Hilfe bei den sozial wirklich betroffenen Musikerinnen und Musikern ankommt." Schirmherren sind Kulturstaatsministerin Monika Grütters und der Dirigent Kiril Petrenko.

Nicht nur Spenden werden als Hilfsmöglichkeit gesehen. Der Deutsche Musikrat forderte ein auf sechs Monate befristetes Grundeinkommen in Höhe von 1.000 Euro für Betroffene.

Welche Hilfen gibt es in Sachsen?

Auch der Sächsische Musikrat hat ein Spendenkonto eingerichtet. Laut Geschäftsführer Torsten Tannenberg sollen möglichst viele Betroffene einmalig und unbürokratisch 300 Euro bekommen.

Ein Stipendium von 2.000 Euro können sächsische Künstlerinnen und Künstler in verschiedenen Sparten, darunter auch Musik bei der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen beantragen. Unter dem Titel "DenkZeit" sollen sie damit ermutigt werden, an ihrer künstlerischen Arbeit festzuhalten. Zur möglichen inhaltlichen Ausrichtung erläutert Stiftungsdirektor Dr. Manuel Frey: "Das Stipendium ist offen für unterschiedliche Ansätze und Formate. So können beispielsweise Recherche- und Konzeptarbeiten oder Ideen der künstlerischen Reflexion der Krise ebenso Gegenstand des Stipendiums sein wie das Ausloten digitaler Interaktionstechniken, die Erprobung von Veranstaltungsformaten im virtuellen Raum oder die Restrukturierung von Arbeitsprozessen." Eine kurze Skizzierung des Vorhabens genügt. Die einmalige Zuwendung wird für die Dauer von zwei Monaten gewährt. Zwei Millionen Euro hat der Sächsische Landtag für das Programm bewilligt. Beantragt können die Stipendien ausschließlich über ein Online-Formular auf der Webseite der Kulturstiftung. Weitere Fördermöglichkeiten bestehen dort auch über die Kampagne "So geht sächsisch."

Wird es auch staatliche Hilfsmittel geben?

Länder und Bund haben angekündigt, Künstlerinnen und Künstler nicht allein zu lassen. Ulrich Ruhnke vermutet, dass jedoch noch Zeit vergehen wird, bis es so weit ist. Er weißt darauf hin, dass die Betroffenen nur wenige Rücklagen hätten.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 02. April 2020 | 16:40 Uhr

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