Szene aus Monty Pythons Das Leben des Brian
Brian (Graham Chapman) und seine Mutter (Terry Jones) – die Komiker von Monty Python übernahmen in dem Film jeweils verschiedene Rollen Bildrechte: imago/United Archives

Premiere vor 40 Jahren Warum es "Das Leben des Brian" ohne die Beatles nicht gegeben hätte

Der Film über den vermeintlichen Messias Brian hat bis heute eine riesige Fangemeinde. Aber es hat auch viele Menschen gegeben, denen diese Monty-Python-Schöpfung zu weit ging. Bis heute polarisiert die Komödie, die sich ketzerisch-augenzwinkernd mit dem Thema Religion beschäftigt. Am 17. August 1979 wurde der Film in New York uraufgeführt.

von Tom Hartmann, MDR KULTUR

Szene aus Monty Pythons Das Leben des Brian
Brian (Graham Chapman) und seine Mutter (Terry Jones) – die Komiker von Monty Python übernahmen in dem Film jeweils verschiedene Rollen Bildrechte: imago/United Archives

Geht es nach Monty Python-Mitglied Eric Idle, war es seine Idee, einen Film über das  Thema Religion zu machen. Er kündigte an, dass auf "Die Ritter der Kokosnuss" (1975) "Jesus Christ, Lust For Glory" folgen sollte. Es ist ursprünglich ein Witz, doch es wird Ernst draus und nicht nur Idle wird sofort klar, dass es nicht um Jesus gehen kann. Darum soll die Hauptfigur der neuen Arbeit Brian heißen.

Wie kann man jenen Mann angreifen, der allen Menschen den Frieden kundtut und die Kranken heilt? Kann man nicht. Unser Film handelt von den Anhängern, den Dolmetschern, den Profiteuren – den Leuten, die versuchen, jene, die glauben möchten, zu kontrollieren.

Eric Idle von der Komikertruppe Monty Python

Brian ist durch und durch ein Anti-Held und wird fälschlicherweise als Messias betrachtet. Wenn er im Film sagt "Ich bin nicht der Messias. Ganz, ganz ehrlich.", wird ihm von der Masse entgegnet "Nur der wahrhaftige Messias leugnet seine Göttlichkeit." Doch auch wenn er es umgekehrt probiert "Also gut: ich bin der Messias", wird ihm nur entgegengehalten "Er ist es, er ist es ..."

Szene aus Monty Pythons Das Leben des Brian
Michael Palin spielt Pontius Pilatus (Mitte), der durch einen Sprachfehler für viel Gelächter sorgt: "Der kleine Chelm ist ein Widerporst." Bildrechte: imago/United Archives

Was für ein Frevel!

Ein Filmprojekt benötigt selbstredend potente Geldgeber. Die EMI übernimmt das gern, bis jedoch deren Chef, Lord Bernard Delfont, das Skript in die Hand kriegt. Delfont bekommt kalte Füße und befindet, der Film sei "obszön" und "frevlerisch". Ihn zu machen, wäre gewiss nicht "im Interesse des EMI-Images". Zum einen werden Monty Python damit mit Vorwürfen bedacht, die ihnen in nächster Zeit noch sehr viel häufiger begegnen werden. Zum anderen stehen Idle & Co. dadurch ohne Finanzierung da.

Szene aus Monty Pythons Die wunderbare Welt der Schwerkraft
Die Komikertruppe Monty Python steht weltweit für britischen Humor Bildrechte: imago/United Archives

Filmrettung durch Ex-Beatle

Zum Glück aber gibt es George Harrison! Dem Ex-Beatle und Python-Fan ist egal, dass er Millionen Dollar hergeben und eine Hypothek aufnehmen muss. Der Film muss in seinen Augen gedreht werden.

George Harrison, 1970
George Harrison unterstützte den FIlm finanziell Bildrechte: IMAGO

So kann es schließlich zur New Yorker Premiere im August 1979 kommen. Die Proteste setzen bereits ein, da haben viele "Das Leben des Brian" noch gar nicht gesehen. Und sie ebben auch nach der Uraufführung nicht ab. Der orthodoxe Rabbiner Abraham Hecht etwa spricht von einem "Verbrechen gegen die Religion".

Monty Pythons John Cleese erzählt hingegen: "An den Protesten vor dem Premierenkino nahmen alle etablierten Kirchen teil. Protestanten, Katholiken, die jüdische Gemeinde gleich zweimal, ich glaube, es waren sogar Calvinisten dabei. Und Eric Idle sagte zu mir, na, wenigstens haben wir sie zum ersten Mal zusammengebracht."

Bis heute polarisierend

Die ganze Aufregung um "Brian", auch diesseits des Atlantiks, hat für die Pythons durchaus Vorteile. Eine aufwändige Werbekampagne können sie sich sparen, die Kinos, die den Film zeigen, sind voll. "Das Leben des Brian" gerät zum Erfolg, und in den Augen vieler hat die Python-Schöpfung das auch verdient. Andere freilich können das partout nicht nachvollziehen. Bis heute nicht.

Die Komikertruppe Monty Python (2013)
Monty Python im Jahr 2013: Michael Palin, Eric Idle, Terry Jones, Terry Gilliam und John Cleese (v.l.n.r.) Bildrechte: IMAGO

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 17. August 2019 | 06:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. August 2019, 04:00 Uhr

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