David Bowie
David Bowie war ein Chamäleon und schlüpfte in seiner musikalischen Laufbahn in zahlreiche Rollen, die er auch optisch präsentierte. Bildrechte: imago/Photoshot

50 Jahre "Space Oddity" David Bowie schickt Songheld Major Tom ins Weltall

"Space Oddity" war der erste Hit David Bowies. Der melancholische Song über den fiktiven Astronauten Major Tom wurde vor 50 Jahren in die musikalische Umlaufbahn geschickt und inspirierte Generationen von Musikern. Sogar ins Weltall schaffte er es, vor ein paar Jahren sang ein wirklicher "Major Tom", der Astronaut Chris Hadfield, an Bord der Internationalen Raumstation ISS zur Gitarrenbegleitung Bowies Lied.

von Sven Hecker, MDR KULTUR

David Bowie
David Bowie war ein Chamäleon und schlüpfte in seiner musikalischen Laufbahn in zahlreiche Rollen, die er auch optisch präsentierte. Bildrechte: imago/Photoshot

David Robert Jones, so heißt Bowie eigentlich, ist Anfang 20, als seine Musiker-Karriere in Gang kommt. Vielleicht hat er als Kind oft in dem Kino gesessen, in dem seine Mutter arbeitet. Jedenfalls erfindet sich Bowie später immer wieder neu – wie eine Filmfigur.

David Bowie
Zur Veröffentlichungszeit des Songs "Space Oddity" konnte Bowie auch ganz brav aussehen. Bildrechte: imago/Photoshot

"Major Tom" ist die erste Rolle, in die Bowie schlüpft, und es ist gleich ein Erfolg, was nicht nur mit irdischen Umständen zu tun hat.

Im Juni 1969 läuft der Countdown für Bowies zweites Album, nun schon bei einer großen Plattenfirma. Musikalisch ist er noch auf der Suche. Seine Songs werden als progressiver oder psychedelischer Folk beschrieben. Man hört akustische Gitarren und frühe elektronische Instrumente wie das Mellotron oder in "Space Oddity" das von Bowie selbst gespielte Stylophone, ein Mini-Synthesizer.

Der Songtitel "Space Oddity" erinnert wohl nicht zufällig ein wenig an "2001: A Space Odyssee", den genreprägenden Science-Fiction-Film von Regie-Ikone Stanley Kubrick.

In England wurde immer vermutet, der Song sei über die Mondlandung geschrieben worden. Weil er irgendwie zur gleichen Zeit erschien. Aber eigentlich war es der Film 'Odyssee 2001', der mich dazu angeregt hat, eine Offenbarung für mich. Ich hab ihn mehrere Male angeschaut und war wie berauscht.

David Bowie über die Entstehung von "Space Oddity"

In dem Lied singt Bowie von Major Tom, einem Astronauten auf seinem Weltraum-Trip, der Proteinpillen-gestählt in seiner Blechkiste sitzt. Doch als Major Tom durch den Weltraum schwebt, wird ihm beim Anblick der Erde so seltsam, melancholisch. Und der gar nicht lustige Astronaut beschließt, da oben zu bleiben. Der Erde ist ohnehin nicht mehr zu helfen.

Der Song wurde vom britischen Fernsehen als Hintergrundmusik für die Landung verwendet. Ich bin sicher, dass sie wirklich überhaupt nicht auf den Text gehört haben.

David Bowie über "Space Oddity" und die Mondlandung

Inspirierender Hit

"Space Oddity" wird David Bowies erster großer Hit. Sein erstes Image "Major Tom" erlebt, einmal in die Umlaufbahn gebracht, einige Auferstehungen. Bowie selbst nimmt rund zehn Jahre später im Titel "Ashes to Ashes" dessen Spur wieder auf. Später feiert Major Tom "völlig losgelöst" durch Peter Schilling Erfolge in der Neuen Deutschen Welle.

Und dann kommt es 2013 noch zu einem überraschenden Comeback im All. Der Astronaut und Hobbysänger Chris Hadfield singt "Space Oddity" an Bord der Internationalen Raumstation ISS. Dazu spielt er Gitarre, schwebt herum und schaut nachdenklich aus dem Fenster – im Hintergrund ist der "blaue Planet", die Erde zu sehen. Alles wirkt ein wenig so, als sei Major Tom, die einst von Bowie ersonnene Kunstfigur, real geworden. Kurz vor der Rückkehr zur Erde twittert Hadfield dazu: "Mit Verbeugung vor dem Genie von David Bowie, hier ist Space Oddity, aufgenommen auf der Station. Ein letzter kurzer Blick auf die Welt."

Chris Hadfield singt auf ISS David Bowie Song Space Oddity
Chris Hadfield sang 2013 in der Schwerelosigkeit auf der ISS David Bowies Song "Space Oddity" Bildrechte: imago/ZUMA Press

Auch interessant

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 10. Juli 2019 | 06:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Juli 2019, 06:40 Uhr

Meistgelesen bei MDR KULTUR