Die Mitglieder der britischen Rockband Deep Purple sind am 26. Januar 1974 in Köln für 300.000 verkaufte Doppelalben Deep Purple made in Japan mit dem Goldenen Electrola-Hund und für 100.000 verkaufte Doppelalben Mark I&II mit einer Goldenen Schallplatte ausgezeichnet worden.
Deep Purple 1974 in Köln mit Auszeichnungen für 300.000 verkaufte Doppelalben "Made in Japan" sowie weitere Platten Bildrechte: dpa

"Made in Japan" feiert Jubiläum Deep Purple und die Mutter aller Live-Alben

Dass ein Rockband ein Live-Album veröffentlicht, ist heutzutage kein besonders originelles Konzept mehr. Es gab aber mal Zeiten, da sah das völlig anders aus. Und es gibt sogar ein Schlüsselwerk, das Musikern wie Plattenfirmen klar gemacht hat: Live-Alben herauszubringen lohnt sich - künstlerisch wie finanziell. Es ist das Deep Purple-Doppelalbum "Made in Japan", das im März 1973 den Spitzenplatz der deutschen Charts eroberte.

von Thomas Hartmann, MDR KULTUR

Die Mitglieder der britischen Rockband Deep Purple sind am 26. Januar 1974 in Köln für 300.000 verkaufte Doppelalben Deep Purple made in Japan mit dem Goldenen Electrola-Hund und für 100.000 verkaufte Doppelalben Mark I&II mit einer Goldenen Schallplatte ausgezeichnet worden.
Deep Purple 1974 in Köln mit Auszeichnungen für 300.000 verkaufte Doppelalben "Made in Japan" sowie weitere Platten Bildrechte: dpa

Ursprünglich sollte es das Album "Made in Japan" von Deep Purple nicht geben. In Japan, so Jon Lord, bat man die Musiker zwar 1973 darum, doch sie lehnten mit den Worten "Wir machen keine Livealben, weil wir keinen Sinn darin sehen" ab. Vorerst.

Jon Lord
Jon Lord Bildrechte: dpa

Nachdem sie uns weiter angefleht hatten, gaben wir endlich nach - allerdings unter der Prämisse, die Rechte an den Tapes zu behalten, weil wir nicht wollten, dass man das Album in anderen Ländern veröffentlicht.

Jon Lord, Deep Purple-Keyboarder

Was sich heute eher ungewöhnlich anhört, ist es im Pop vor 45 Jahren ganz und gar nicht, betonen Jürgen Roth und Michael Sailer in ihrer Band-Biographie: "Live-Alben sind unter Rockmusikern im Jahre 1972 keine sonderlich beliebte Art der Selbstdarstellung. Man bevorzugt die Studioarbeit, wo an jedem Ton solange gedreht und geschliffen werden kann, bis er stimmt. Diese Einstellung wird sich, Deep Purple sei Dank, doch sehr bald ändern.

Live is Live

"Made in Japan" - das ist zunächst eine Live-Doppel-LP, bestehend aus gerade sieben Stücken. "Space Truckin'", das von der 4,5 Minuten-Studioversion auf eine fast 20-minütige Liveversion anschwillt, "Smoke On The Water", "Lazy" und der Opener "Highway Star" gehören ursprünglich auf ihr Album "Machine Head", dazu gibt’s "Child In Time", "Strange Kind Of Woman" und "The Mule". Aufgenommen werden die Songs bei drei Konzerten im August 1972. Vor einer berauschenden Kulisse, berichtet Roger Glover.

Bassist Roger Glover von der britischen Band Deep Purple
Roger Glover Bildrechte: dpa

Als wir im Budokan in Tokio spielten, sangen zwölf- oder dreizehntausend japanische Kids 'Child In Time' mit. Da fliegst du um die halbe Welt und stellst fest, dass dort jedermann deine Texte kennt. Wenn ich je stolz darauf war, bei Deep Purple zu spielen, dann damals in Japan.

Roger Glover, Bassist von Deep Purple

Nachdem der Verkauf nicht nur auf Japan beschränkt bleibt, sorgt das Doppelvinyl unter den Fans in aller Welt für helle Begeisterung - und entwickelt sich zu einem Fixpunkt in der Geschichte der Hard-Rock-Musik. Gehört es doch, sagt Jon Lord, in "jene Phase, als wir quasi unsere Blütezeit erlebten."

Diese Doppel-LP war der Inbegriff all dessen, wofür die Band damals stand.

Jon Lord, Deep Purple

Auch in Deutschland erreichen Deep Purple mit "Made in Japan" Platz 1 der Album-Charts. Sie werden ihn dann wieder an James Last abgeben. Erfolgreiche Musik kann schon sehr unterschiedlich klingen.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kalenderblatt | 06. März 2018 | 06:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. März 2018, 01:00 Uhr