Fashionshow
Diesmal dürfen Studenten der Leipziger Vitruvius Hochschule ihre Kollektionen am Samstag auf dem Laufsteg im Großen Saal der Kongresshalle zeigen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Designers' Open starten in Leipzig Das Festival der schönen Dinge

Falls das Zuhause für Sie mehr ist, als der Platz zum Schlafen und Essen, dann sind Sie am Wochenende richtig in Leipzig. In der Kongresshalle starten am Freitag die Designers' Open, kurz DO, mit 200 Ausstellern. Einbezogen ins Programm sind sechs weitere sogenannte DO / Spots in der Stadt, etwa das Kunstkraftwerk mit der Upcycling-Messe "Echt alt". Außerdem läuft parallel die Grassi-Messe.

Fashionshow
Diesmal dürfen Studenten der Leipziger Vitruvius Hochschule ihre Kollektionen am Samstag auf dem Laufsteg im Großen Saal der Kongresshalle zeigen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Ansehen, anfassen, an- oder ausprobieren - das ist das Motto beim Design-Festival, das am Freitag in Leipzig startet. Rund 200 Aussteller zeigen in den 14 Sälen der Kongresshalle am Zoo Mode, Möbel oder formschöne technische Erfindungen, die auf Nachhaltigkeit setzen. Die Kreationen stammen von kleinen Labels und selbständigen Designern ebenso wie von jungen Start-ups, Hochschul-Absolventen oder etablierten Profis. Wie die Leipziger Messe als Veranstalter mitteilte, ist diesmal jeder Quadratmeter ausgebucht. Die Designers' Open, kurz DO, seien nach dem Umzug in die Kongresshalle und 17.500 Besuchern im vergangenen Jahr als Publikumsmagnet und Branchentreff gleichermaßen etabliert.

Anziehen: Vom "Rosa der Barbie" ins "Finstere Tal"

Luisa Heinrich
Luisa Heinrich: "Pantone 219 C - are we perfect yet?" - Kleidung als Statement Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Als Highlight der Designers' Open gilt vielen Besuchern inzwischen die große Fashion Show am Samstag, diesmal mit Kollektionen, die von Studenten der Vitruvius Hochschule Leipzig entworfen wurden. Absolventin Luisa Heinrich wird dazu ein Model im "Rosa der Barbie" auflaufen lassen und so demonstrieren, wie sich Rollenmuster in der Mode manifestieren. Zumindest Synthetik ist dem gestandenen Wiener Designer Rene Pomberger ein Graus. Er setzt auf Symmetrie, hochwertige Stoffe wie Seide und Spitze sowie aufwendige Verarbeitung. In der so genannten DO Area / Fashion & Accessories, genauer im Bach-Saal der Kongresshalle zeigt er seine Kollektion namens "Das Finstere Tal".

Wohnen: Vom Stau- zum Gefühlraum

luutz+palme
Für alle, die sich über Platzfresser aus Möbelhäuser ärgern - eins von Günther Rothes Stauraumwundern. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Als Messe der schönen Dinge kommen die Designers' Open auch für Besucher in Frage, für die das eigene Zuhause mehr ist als ein Platz zum Schlafen und Essen. Doch nicht wenigen fehlt zuhause genau eins: der Platz. Für sie hat sich der Leipziger Designer Günther Rothe sein Stauraumwunder ausgedacht, den "GR006", einen "Kommodenschrank mit Flügeln".

An allen Seiten und Kanten lassen sich Fächer öffnen, um Krimskrams unterzubringen. Wer schon Ordnung hat, aber noch kein Ambiente, der könnte mal den Paramon von Architekt Marcus Ebert testen. Das Beleuchtungs- und Klangobjekt reagiert auf äußere Reize und sorgt für einen "bionischen Gefühlsraum", zu erleben am Newcomer-Catwalk im Großen Saal.

Arbeiten: Waben- und Spinnweben-Design aus dem Drucker

HTWK
Der Natur abgeschaut und ausgedruckt Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Als Herzstück der Designers' Open sehen die Veranstalter nach eigenem Bekunden nicht Mode oder Möbel, sondern den Bereich, der sich mit Forschung und Entwicklung beschäftigt. Diesmal kommen u.a. die einstigen DO-Erfinder selbst in die Kongresshalle, das Studio Hartensteiner zeigt in der DO Area / Research & Industry, wie sich eine Präsentation im Büro auch nachhaltig gestalten lässt: Die Pappwand, deren Aufbau in Waben sie leicht, stabil und wandelbar macht, haben die Designer der Natur abgeschaut. Das Spinnweben-Design eines Messepavillons realisierten Studenten der Leipziger Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur mit Hilfe eines 3D-Druckers.

Was inzwischen nirgendwo fehlen darf: Jurys und Pitches

Um jungen Kreativen zu helfen, ihre Ideen an Unternehmen heranzutragen, wird am Freitag erstmals ein Business-Speed-Dating abgehalten. Premiere feiert auch der Design-Pitch am Messe-Samstag, bei dem sich ausgewählte Teilnehmer vor einer Expertenjury und Besuchern präsentieren. Zum zweiten Mal wird auf der Designers' Open der Green Product Award verliehen, eingegangen sind dafür 500 Bewerbungen aus 25 Ländern. Nominierte und Gewinner werden in einer Sonderausstellung präsentiert.

DO / Spots: Vom Westbad bis zur Upcycling-Messe im Kunstkraftwerk

Westbad
Das Westbad als einer der sechs DO / Spots Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Einbezogen ins Programm der Designers' Open sind auch sechs weitere, so genannte DO / Spots als Orte, an denen ganzjährig an Design und Formgebung getüftelt wird. Dazu gehören Tapetenwerk, Westwerk und Westbad sowie das Kunstkraftwerk, in dem unter dem Titel "Echt alt" eine Upcycling-Messe samt Ausstellung abgehalten wird. Nicht zu vergessen: Freunde des gehobenen Kunsthandwerks sind auf der parallel zu den Designers' Open stattfindenden, traditionsreichen Grassimesse richtig. Und wer dieses Festival der schönen Dinge in vollen Zügen genießen will, kann mit einem Kombiticket am Wochenende alle Hotspots des Designs besuchen, in Kongresshalle, Kunstkraftwerk und Grassimesse.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 20. Oktober 2017 | 07:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. Oktober 2017, 10:24 Uhr

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