Literaturauszeichnung Deutscher Buchpreis 2020: Nominierte aus Sachsen und Thüringen auf der Longlist

In einer ersten Runde im Wettbewerb um den Deutschen Buchpreis 2020 sind 20 Romane nominiert worden. Die Autoren Olivia Wenzel aus Weimar, Deniz Ohde aus Leipzig und Jens Wonneberger aus Dresden sind dabei. Außerdem haben die Werke von Bov Bjerg und Leif Randt Chancen auf die renommierte Auszeichnung.

Olivia Wenzel
Olivia Wenzel ist eine der 20 Nominierten für den Deutschen Buchpreis. Bildrechte: imago images/tagesspiegel

Die Liste der Nominierten für den Deutschen Buchpreis steht fest. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels gab am Dienstag in Frankfurt die sogenannte Longlist bekannt. In dieser ersten Runde sind von der Jury 20 Bücher nominiert worden.

Mit dabei ist der Roman "1000 Serpentinen Angst" von Olivia Wenzel. Darin beschreibt die Autorin aus Weimar ein Aufwachsen im Osten in einem rassistischen Umfeld. Die in Leipzig lebende Autorin Deniz Ohde ist mit ihrem Debüt-Roman "Streulicht" nominiert. Jens Wonneberger aus Dresden ist mit "Mission Pflaumenbaum" unter den Nominierten, ein Roman, der sehr realistisch die Stimmungen in einem sächsischen Dorf einfängt. Außerdem haben die Autoren Bov Bjerg und Leif Randt Chancen auf die renommierte Auszeichnung.

"Eine schöne Liste mit ein paar wirklichen Perlen", freut sich MDR KULTUR-Literaturkritikerin Katrin Schumacher über die Auswahl der Longlist.

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Der Jury habe sich ein Panorama von überwiegend realistisch angelegten Romanen eröffnet, erklärte Jurysprecherin Hanna Engelmeier. "Im Gegensatz zur Lektüre der Nachrichten der vergangenen Monate bot die Beschäftigung mit den über 200 eingereichten Titeln vielfältige Lichtblicke", so Engelmeier.

Das sind die Nominierten

  • Helena Adler, "Die Infantin trägt den Scheitel links" (Jung und Jung, Februar 2020)
  • Birgit Birnbacher, "Ich an meiner Seite" (Paul Zsolnay, März 2020)
  • Bov Bjerg, "Serpentinen" (Claassen, Januar 2020)
  • Arno Camenisch, "Goldene Jahre" (Engeler, Mai 2020)
  • Roman Ehrlich, "Malé" (S. Fischer, September 2020)
  • Dorothee Elmiger, "Aus der Zuckerfabrik" (Carl Hanser, August 2020)
  • Valerie Fritsch, "Herzklappen von Johnson & Johnson" (Suhrkamp, Februar 2020)
  • Thomas Hettche, "Herzfaden" (Kiepenheuer & Witsch, September 2020)
  • Charles Lewinsky, "Der Halbbart" (Diogenes, August 2020)
  • Deniz Ohde, "Streulicht" (Suhrkamp, August 2020)
  • Leif Randt, "Allegro Pastell" (Kiepenheuer & Witsch, März 2020)
  • Stephan Roiss, "Triceratops" (Kremayr & Scheriau, August 2020)
  • Robert Seethaler, "Der letzte Satz" (Hanser Berlin, August 2020)
  • Eva Sichelschmidt, "Bis wieder einer weint" (Rowohlt Hundert Augen, Januar 2020)
  • Anne Weber, "Annette, ein Heldinnenepos" (Matthes & Seitz Berlin, Februar 2020)
  • Olivia Wenzel, "1000 Serpentinen Angst" (S. Fischer, März 2020)
  • Frank Witzel, "Inniger Schiffbruch" (Matthes & Seitz Berlin, Februar 2020)
  • Iris Wolff, "Die Unschärfe der Welt" (Klett-Cotta, August 2020)
  • Jens Wonneberger, "Mission Pflaumenbaum" (Müry Salzmann, Oktober 2019)
  • Christine Wunnicke, "Die Dame mit der bemalten Hand" (Berenberg, August 2020)

Im nächsten Schritt wählt die Jury aus den Titeln der Longlist sechs Romane für die Shortlist aus, die am 15. September 2020 bekanntgegeben wird. Die Preisverleihung soll zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse am 12. Oktober 2020 stattfinden.

Bedeutendste Auszeichnung in der Literatur

Der Deutsche Buchpreis gilt als wichtigste Auszeichnung in der Branche und wird vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels seit 2005 vergeben. Mit dem Preis wird der beste deutschsprachige "Roman des Jahres" ausgezeichnet.

Neben einem Preisgeld von 25.000 Euro winkt in der Regel ein Platz auf der Bestsellerliste. Die fünf anderen Nominierten, die es bis auf die Shortlist schaffen, erhalten je 2.500 Euro. Im verganenen Jahr gewann Saša Stanišić die Auszeichnung für seinen Roman "Herkunft".

Bisher mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet
Jahr Autor Roman
2019 Saša Stanišić "Herkunft"
2018 Inger-Maria Mahlke "Archipel"
2017 Robert Menasse "Die Hauptstadt"
2016 Bodo Kirchhoff "Widerfahrnis
2015 Frank Witzel "Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969"
2014 Lutz Seiler "Kruso"
2013 Terèzia Mora "Das Ungeheuer"
2012 Ursula Krechel "Landgericht"
2011 Eugen Ruge "In Zeiten des abnehmenden Lichts"
2010 Melinda Nadj Abonji "Tauben fliegen auf"
2009 Kathrin Schmidt "Du stirbst nicht"
2008 Uwe Tellkamp "Der Turm"
2007 Julia Franck "Die Mittagsfrau"
2006 Katharina Hacker "Die Habenichtse"
2005 Arno Geiger "Es geht uns gut"

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 18. August 2020 | 12:10 Uhr