Bücher mit Lesezeichen
Bildrechte: IMAGO

"Roman des Jahres" Deutscher Buchpreis 2019: Das ist die Longlist

Bücher mit Lesezeichen
Bildrechte: IMAGO
Bücher mit Lesezeichen 6 min
Bildrechte: IMAGO

Die 20 Anwärter auf den Titel "Bester deutschsprachiger Roman des Jahres" stehen fest. MDR KULTUR-Literaturredakteur Jörg Schieke kommentiert.

MDR KULTUR - Das Radio Di 20.08.2019 12:10Uhr 06:12 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Bücher mit Lesezeichen 6 min
Bildrechte: IMAGO

Die 20 Anwärter auf den Titel "Bester deutschsprachiger Roman des Jahres" stehen fest. MDR KULTUR-Literaturredakteur Jörg Schieke kommentiert.

MDR KULTUR - Das Radio Di 20.08.2019 12:10Uhr 06:12 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio

Die Liste der Nominierten für den Deutschen Buchpreis steht fest. Derr Börsenverein des Deutschen Buchhandels gab die sogenannte Longlist am Dienstag bekannt. In einer ersten Runde hat die Jury in Frankfurt 20 Bücher nominiert.

Auf der Liste stehen unter anderem bekannte Autoren wie Nora Bossong, Karen Köhler, Alexander Osang, Lola Randl, Saša Stanišić, Marlene Streeruwitz und Norbert Zähringer. Auch die gebürtige Hallenserin Jackie Thomae hat es in die Vorauswahl geschafft. Unter den Nominierten für den Deutschen Buchpreis finden sich insgesamt elf Autorinnen und neun Autoren.

Das sind die Nominierten:

  • Nora Bossong, "Schutzzone" (Suhrkamp, September 2019)
  • Jan Peter Bremer, "Der junge Doktorand" (Berlin Verlag, September 2019)
  • Raphaela Edelbauer, "Das flüssige Land" (Klett-Cotta, August 2019)
  • Andrea Grill, "Cherubino" (Paul Zsolnay, Juli 2019)
  • Karen Köhler, "Miroloi" (Carl Hanser, August 2019)
  • Miku Sophie Kühmel, "Kintsugi" (S. Fischer, August 2019)
  • Angela Lehner, "Vater unser" (Hanser Berlin, Februar 2019)
  • Emanuel Maeß, "Gelenke des Lichts" (Wallstein, Februar 2019)
  • Alexander Osang, "Die Leben der Elena Silber" (S. Fischer, August 2019)
  • Katerina Poladjan, "Hier sind Löwen" (S. Fischer, Juni 2019)
  • Lola Randl, "Der Große Garten" (Matthes & Seitz Berlin, März 2019)
  • Tonio Schachinger, "Nicht wie ihr" (Kremayr & Scheriau, September 2019)
  • Norbert Scheuer, "Winterbienen" (C.H.Beck, Juli 2019)
  • Eva Schmidt, "Die untalentierte Lügnerin" (Jung und Jung, März 2019)
  • Saša Stanišić, "Herkunft" (Luchterhand, März 2019)
  • Marlene Streeruwitz, "Flammenwand" (S. Fischer, Mai 2019)
  • Jackie Thomae, "Brüder" (Hanser Berlin, August 2019)
  • Ulrich Woelk, "Der Sommer meiner Mutter" (C.H.Beck, Januar 2019)
  • Norbert Zähringer, "Wo wir waren" (Rowohlt, März 2019) 
  • Tom Zürcher, "Mobbing Dick" (Salis, März 2019)

Worum geht es in den nominierten Romanen?

MDR KULTUR-Literaturkritiker Jörg Schieke hat sich die Themen der nominierten Bücher angeschaut. Da geht es um die erste Mondlandung bei Norbert Zähringer, die hat in diesem Jahr 50-jähriges Jubiläum. Saša Stanišić' schreibt über das, worüber in Deutschland intensiv gestritten wird: über (seine) Migration. Ähnlich schaut Nora Bossong auf die große politischen Konstellationen, ihr Roman spielt jedoch in Bürgerkriegsgegenden in Afrika.

Ich glaube zu erkennen, dass die MeToo-Debatten, die Debatten überhaupt über Gender-Konstruktion, über die sich verändernden Rollenbilder der Frau ganz grell aufleuchten in den Verlagsprogrammen.

Jörg Schieke

Dieses Thema wird - natürlich jeweils ganz unterschiedlich - behandelt in den Romanen von Eva Schmidt und Marlene Streeruwitz und Karen Köhler. 30 Jahre Mauerfall dagegen findet sich in der Liste weniger als erwartet, jedoch in den Werken von Jacki Thomae und Alexander Osang.

Mehrstufiger Auswahlprozess

Im nächsten Schritt wählt die Jury aus den Titeln der Longlist sechs Romane für die Shortlist aus, die am 17. September bekannt gegeben wird. Die Preisverleihung findet zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse am 14. Oktober 2019 statt.

Jurysprecher und Literaturkritiker Jörg Magenau sagte zur Bekanntgabe der Namen: "Die Longlist, die aus diesem gemeinsamen Leseabenteuer hervorgegangen ist, spiegelt die stoffliche Vielfalt und den stilistischen Reichtum der literarischen Neuerscheinungen dieses Jahres wider. Gesellschaftsanalyse und Geschichtsforschung, Paranoia und Phantasie, Wunsch und Welterkundung von Kalifornien über die deutsche Provinz bis in den Kaukasus haben darin Platz. Besonders erfreulich, dass es so viele gelungene Debüts zu entdecken gab, Entdeckungen, die wir gerne weiterreichen. Um die Zukunft des Lesens und des Schreibens muss uns da nicht bange sein."

Bedeutendste Auszeichnung der Branche

V.l.n.r.: Jörg Magenau, Daniela Strigl, Alf Mentzer, Margarete von Schwarzkopf, Björn Lauer, Petra Hartlieb, Hauke Hückstädt
Die Jury: V.l.n.r.: Jörg Magenau (Jury-Sprecher), Daniela Strigl, Alf Mentzer, Margarete von Schwarzkopf, Björn Lauer, Petra Hartlieb, Hauke Hückstädt Bildrechte: Sascha Erdmann

Der Deutsche Buchpreis gilt als wichtigste Auszeichnung in der Branche und wird vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels seit 2005 vergeben. Mit dem Preis wird der beste deutschsprachige "Roman des Jahres" ausgezeichnet. Mehr als einhundert deutschsprachige Verlage schicketn ihre Romane ins Rennen um den Deutschen Buchpreis 2019: 105 Verlage schlugen insgesamt 173 Titel für den Roman des Jahres vor. 77 Verlage haben ihren Sitz in Deutschland, 15 in Österreich und 13 in der Schweiz.

Neben einem Preisgeld von 25.000 Euro winkt dem Gewinner in der Regel ein Platz auf der Bestsellerliste. Die fünf anderen Nominierten, die es bis auf die Shortlist schaffen, erhalten je 2.500 Euro. Im vergangenen Jahr gewann Inger-Maria Mahlke den Preis für ihren Roman "Archipel". Zu den bisherigen Preisträgern gehören auch Robert Menasse (2017, "Die Hauptstadt"), Bodo Kirchhoff (2016, "Widerfahrnis), Frank Witzel (2015, "Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969"), Lutz Seiler (2014, "Kruso"), Terèzia Mora (2013, "Das Ungeheuer"), Ursula Krechel (2012, "Landgericht"), Eugen Ruge (2011, "In Zeiten des abnehmenden Lichts"), Melinda Nadj Abonji (2010, "Tauben fliegen auf"), Kathrin Schmidt (2009, "Du stirbst nicht"), Uwe Tellkamp (2008, "Der Turm"), Julia Franck (2007, "Die Mittagsfrau"), Katharina Hacker (2006, "Die Habenichtse"), Arno Geiger (2005, "Es geht uns gut").

Mehr zu den Nominierten

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 20. August 2019 | 10:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. August 2019, 10:30 Uhr

Meistgelesen bei MDR KULTUR