Kruso (Albrecht Schuch) am Frühstückstisch
Albrecht Schuch als Kruso in dem gleichnamigen Film Bildrechte: MDR/UFA Fiction/Lukas Salna

Auszeichnung Kruso-Darsteller Albrecht Schuch erhält Deutschen Fernsehpreis

Kruso (Albrecht Schuch) am Frühstückstisch
Albrecht Schuch als Kruso in dem gleichnamigen Film Bildrechte: MDR/UFA Fiction/Lukas Salna

In Düsseldorf wurde am Freitag der 20. Deutsche Fernsehpreis verliehen. Als bester Fernsehfilm wurde die ZDF-Produktion "Aufbruch in die Freiheit" ausgezeichnet, die sich mit dem Abtreibungsparagraphen und die Emanzipation in den Siebzigern auseinandersetzt. Die Serie "jerks" mit Christian Ulmen und Fahri Yardım erhielt den Preis als beste Comedy-Serie. In der Produktion gibt es unter anderem Gastauftritte von Kay One, Karsten Speck und Sido.

Die ZDF-Serie "Bad Banks" wurde als beste Dramaserie ausgezeichnet. Christian Schwochow hat dafür zudem einen Preis für die beste Regie erhalten. Die Serie wurde international in ca. 30 Länder verkauft. Derzeit wird eine zweite Staffel gedreht, unter anderem auf Barbados.

Der beste TV-Mehrteiler in diesem Jahr ist "Gladbeck", basierend auf dem realen Geiseldrama von Gladbeck 1988. Die Produktion erhielt auch Auszeichnungen in den Rubriken bester Schauspieler und bester Schnitt. Wie Produzentin Regina Ziegler in ihrer Dankesrede mitteilte, wollte einer der realen Geiselnehmer die Filmproduktion verhindern, scheiterte damit jedoch vor Gericht.

Als bester Schauspieler ist der 1985 in Jena geborene Albrecht Schuch. für seine Rollen in "Der Polizist und das Mädchen", "Gladbeck" und "Kruso" gekürt worden. In der vom MDR produzierten Literaturverfilmung "Kruso" spielt Schuch die Hauptrolle.

Die Luxemburgerin Vicky Krieps erhielt die Auszeichnung als beste Schauspielerin 2019. In der Fernsehserie "Das Boot" spielt sie die Übersetzerin Simone Strasser. Aufmerksamkeit erlangte sie auch als Hauptdarstellerin in dem Oscar-nominierten Film "Der seidene Faden" an der Seite von Daniel Day-Lewis.

Vicky Krieps freut sich über die Auszeichnung.
Vicky Krieps mit dem Deutschen Fernsehpreis Bildrechte: dpa

Die Auszeichnung für das beste Buch erhielt Mizzi Meyer für ihre Drehbücher zur Comedyserie "Der Tatortreiniger". Die Autorin trug auf der Bühne ein Kleid aus unzähligen A4-Zetteln und wurde von Hauptdarsteller Bjarne Mädel begleitet.

Ina Müller während eines Konzertes auf der Parkbühne.
Ina Müller verlieh bei der Veranstaltung auch den Ehrenpreis an Jürgen von der Lippe Bildrechte: imago/Future Image

Als beste Late-Night-Unterhaltung wurde die musikalische Talksendung "Inas Nacht" ausgezeichnet. Deren Moderatorin Ina Müller zeigte sich bei der Preisverleihung erstaunt, da sie den Preis für ihre Sendung schon einmal 2008 gewonnen hatte.

Maren Kroymann bekam die Auszeichnung für die nach ihr benannte Comedysendung "Kroymann". In der Kategorie mit dem Namen "Bestes Factual Entertainment" (oder "Dokusoap") erhielt die Trödelshow "Bares für Rares" (ZDF/Warner Bros.) den Deutschen Fernsehpreis.

Die Tanzshow "Let’s Dance" (RTL/Seapoint Productions/Tower Productions) wurde als Beste Unterhaltung in der Primetime ausgezeichnet.

Der Preis wurde auch in zahlreichen anderen Kategorien verliehen, so für die beste Unterhaltungs-Moderation (Luke Mockridge), für Auslandsreporter (Antonia Rados für ihren Bericht "Jemens langsamer Tod") oder als Förderpreis (Lena Urzendowsky und Michelangelo Fortuzzi).

Maren Kroymann freut sich über die Auszeichnung.
Maren Kroymann freut sich über die Auszeichnung. Bildrechte: dpa

Ehrenpreis der Stifter für Jürgen von der  Lippe

Den diesjährigen Ehrenpreis erhielt der Entertainer, Schauspieler, Komiker und Moderator Jürgen von der Lippe.

Jürgen von der Lippe in Geld oder Liebe.
Jürgen von der Lippe in seiner Show "Geld oder Liebe" Bildrechte: IMAGO

Die Stifter des Preises würdigen ihn als einen Protagonisten der deutschen Fernsehgeschichte, der "sein Publikum seit Jahrzehnten immer wieder überrascht und mitreißend unterhält." Bekannt wurde er mit Shows wie "Geld oder Liebe", "Donnerlippchen", "Wat is?", "WWF Club", "Extreme Activity", der Talksendung "So isses" oder der Literatursendung "Was liest du?" 1976 gehörte er zu den Gründern der Gruppe "Gebrüder Blattschuss"

Jürgen von der Lippe gehört für mich zu den ganz Großen der deutschen Unterhaltung. Er ist einer der besten Entertainer, die wir haben. Deshalb freue ich mich, dass er im Jubiläumsjahr des Deutschen Fernsehpreises mit dem Ehrenpreis der Stifter ausgezeichnet wird.

Tom Buhrow, WDR-Intendant und diesjähriger Vorsitzender der Stifterrunde

Der Deutsche Fernsehpreis

Der Deutsche Fernsehpreis wird seit 1999 an herausragende Fernsehproduktionen verliehen. Die Gala zur Auszeichnung fand in diesem Jahr Düsseldorf statt, moderiert von Barbara Schöneberger und Steffen Hallaschka. Insgesamt gibt es Auszeichnungen in über 20 Kategorien für Spielfilme, Serien, Dokumentationen und Unterhaltungsshows sowie Regisseure, Darsteller und Autoren. Gestiftet wird die Auszeichnung von ARD, ZDF, RTL und SAT.1.

Alle Preisträger im Überblick

  • Bester Fernsehfilm: "Aufbruch in die Freiheit" (ZDF/Relevant Film)
  • Bester Mehrteiler: "Gladbeck" (ARD/ARD Degeto/RB/Ziegler Film)
  • Beste Drama-Serie: "Bad Banks" (ZDF/Arte/LETTERBOX Filmproduktion/IRIS Productions)
  • Beste Comedy-Serie: "jerks." (ProSieben/maxdome GmbH/Talpa Germany)
  • Beste Schauspielerin: Vicky Krieps für "Das Boot" (Sky/Bavaria Fiction/Sonar Entertainment)
  • Bester Schauspieler: Albrecht Schuch für "Der Polizist und das Mädchen" (ZDF/Sperl Film für Wiedemann und Berg), "Kruso" (ARD/MDR/ARD Degeto/UFA Fiction), "Gladbeck" (ARD/ARD Degeto/RB/Ziegler Film)
  • Beste Regie: Christian Schwochow für "Bad Banks" (ZDF/Arte/LETTERBOX Filmproduktion/IRIS Productions)
  • Bestes Buch: Mizzi Meyer für "Der Tatortreiniger" (NDR/LETTERBOX Filmproduktion)
  • Beste Kamera: David Luther für "Das Boot" (Sky/ Bavaria Fiction/Sonar Entertainment)
  • Bester Schnitt: Ueli Christen für "Gladbeck" (ARD/ARD Degeto/RB/Ziegler Film)
  • Beste Musik: Annette Focks für "Die Freibadclique" (ARD/SWR/ARD Degeto/MDR/NDR/SR/ Ziegler Film/MIA Film)
  • Beste Ausstattung: Martina Müller, Jana Karen für "Der große Rudolph" (ARD/BR/ARD Degeto/WDR/ORF/Producers at Work)
  • Beste Unterhaltung Primetime: "Let’s Dance" (RTL/Seapoint Productions/Tower Productions)
  • Beste Moderation Unterhaltung: Luke Mockridge für "LUKE! Die 2000er und ich", "LUKE! Die Schule und ich", "LUKE! Die Woche und ich" (SAT.1/Brainpool TV/Lucky Pics)
  • Beste Unterhaltung Late Night: "Inas Nacht" (ARD/NDR/beckground tv)
  • Beste Comedy: "Kroymann" (ARD/Radio Bremen/SWR/NDR/rbb/bildundtonfabrik)
  • Bestes Factual Entertainment: "Bares für Rares" (ZDF/Warner Bros.)
  • Beste Ausstattung Show: Guido Heinz Frinken, Oli Egon Ide für "Das große Backen" (SAT.1/Tower Productions)
  • Beste Dokumentation/Reportage: "Kulenkampffs Schuhe" (ARD/SWR/HR/zero one)
  • Bester Doku-Mehrteiler: "Terra X: Die Reise der Menschheit" (ZDF/Arte/Gruppe 5)
  • Beste Information | Auslandsreporter: Antonia Rados für "Jemens langsamer Tod" (n-tv)
  • Bestes Infotainment: Jenke von Wilmsdorff für "Jenke macht Mut! Leben mit Brustkrebs" (RTL/infoNetwork), "Das Jenke-Experiment" (RTL/infoNetwork), "Jenke Über Leben" (RTL/Bavaria Entertainment)
  • Beste Sportsendung: "ranNFL" (ProSieben/ProSieben MAXX)
  • Förderpreise für Lena Urzendowsky und Michelangelo Fortuzzi

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | 31. Januar 2019 | 23:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. Februar 2019, 11:01 Uhr

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