Puppenspiel Tierisch gute Comedy: "Die Echse" auf Tour in Mitteldeutschland

Vor zehn Jahren schuf Michael Hatzius die Bühnenfigur "Die Echse" und gewann mit ihr unter anderem den Deutschen Kleinkunstpreis. Aktuell sind sie mit dem Programm "Echsoterik" auf Tour – auch nach Stendal, Wittenberg, Leipzig und Magdeburg. Mit MDR KULTUR hat Hatzius unter anderem über das Eigenleben seiner schuppig-ruppigen Bühnenfigur gesprochen.

von Tom Franke, MDR KULTUR

Der Puppenspieler und Comedian Michael Hatzius und seine Echse, 2015
"Die Echse" und ihr Schöpfer, der Puppenspieler und Comedian Michael Hatzius Bildrechte: dpa

Die Echse kehrt zurück auf die Kabarettbühne. Zehn Jahre nach der "Geburt" seiner schuppigen Bühnenfigur ist Michael Hatzius nun mit dem neuen Programm "Echsoterik" unterwegs. Darin werden echsoterische Weisheiten zur Orientierung in unruhigen Zeiten in einer ruppigen Welt geboten.

Mit der ganzen Evolutionsgeschichte im Rücken, streift das eigenwillige Schuppentier wie ein besserwisserischer Onkel durch die Gegenwart. Und klar doch, dass sie sich als Überlebende der Urgeschichte durch nichts aus der Ruhe bringen lässt. Menschen sind seltsame Wesen, findet die Echse. Bei ihrem Drang dem Geheimnis des Daseins auf die Spur zu kommen, scheint ihnen jedes Mittel recht.

Eh, ich war neulich in so einer Biocompany drin. Da ist der Terrorismus auch zu Hause, du. Habt ihr mal so eine ungeduschte Ökomaus angesprochen? Was da für ein Druck unterm Kessel ist? Eh, von Al-Kaida zu Alnatura ist ein kleiner Schritt!

Aus dem aktuellen Bühnenprogramm "Echsoterik"

Das Eigenleben der Echse

Michael Hatzius sagt, er werde oft gefragt, ob er nach der Show auch wie die Echse rede oder ob er von ihr träume. Für ihn stelle sich diese Frage jedoch gar nicht, "weil das für mich schon ein klarer professioneller Spielvorgang ist, die Puppe zu nehmen, zu spielen – und sie wieder wegzulegen. Also kein psychopathologischer Defekt, sondern ein bewusster darstellerischer Ausdruck."

Der Puppenspieler Michael Hatzius sitzt 2011 mit seiner Puppe "Die Echse" auf der Bühne.
Michael Hatzius und die Echse teilen sich auf der Bühne die Beine. Bildrechte: dpa

Dennoch kennt Hatzius auch den "ganz klaren mystischen, für meine Begriffe auch spirituellen Moment, wenn die Puppe wirklich übernimmt. Also, wo das eigene Ego, das eigene Ich, was ja wahrscheinlich glänzen will oder irgendwas richtig machen will, zur Seite geschoben werden kann und ich selber mich nur noch wie ein Kanal fühle. Oder ich dann selber auch nicht mehr da bin, sondern die Puppe übernimmt."

Zum Innenleben seiner künstlichen Bühnenfigur merkt Hatzius weiterhin an, dass die Echse seiner Meinung nach immer das richtige Maß trifft. Er erschrecke nur dann, wenn er bemerkt, dass er ihr etwas in den Mund zu legen versucht, "was über das Ziel hinausgeschossen ist", damit sie "jetzt besonders gut funktioniert".

In dem Moment, wo ich wirklich völlig entspannt bin und nicht mehr da bin und die Echse die Sachen wirklich regelt, hat das immer genau das richtige Maß.

Michael Hatzius über die Autonomie seiner Bühnenfigur

Der Mann hinter der Echse

Michael Hatzius entwickelte seine Liebe zur Bühne schon in frühester Jugend, am Weiten Theater in Berlin-Hellersdorf. Das Jugendtheater war für den 36-jährigen auch der Ausgangspunkt seines künstlerischen Schaffens. Nach dem Abitur hatte er Puppenspiel an der Berliner Hochschule "Ernst Busch" studiert. Die Echse ist eher zufällig entstanden. Mittlerweile hat sie es zum Star geschafft und zum Beispiel den Deutschen Kleinkunstpreis gewonnen.

Die Echse auf Tour in Mitteldeutschland "Echsoterik" - Michael Hatzius und die Echse

2. März – Stendal
9. März – Wittenberg
10. März – Leipzig
17. März – Magdeburg

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | artour | 21. Februar 2019 | 22:05 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Februar 2019, 04:00 Uhr

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