DOK Leipzig 2020 DOK Aktuell: Die wichtigsten Nachrichten rund um das Festival

Vom 26. Oktober bis 1. November findet das 63. Internationale Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm (DOK Leipzig) statt. Aufgrund der Corona-Pandemie in diesem Jahr als besondere Hybridveranstaltung: zum Teil mit Publikum, zum Teil digital. 150 Filme gibt es in diesem Jahr zu sehen, bevor am 1. November die Goldene Taube vergeben wird. MDR KULTUR informiert täglich über alle wichtigen Festivalereignisse.

Programmhefte des internationalen Dokumentar- und Animationsfilmfestivals (DOK) liegen auf einer Pressekonferenz in Leipzig.
Am Montag startet das DOK Leipzig. Bildrechte: dpa

20 Uhr | Goldene Taube an "Downstream to Kinshasa"

Die Goldenen und silbernen Tauben sind verliehen worden. Der Hauptpreis des diesjährigen DOK Leipzig geht an den kongolesischen Film "Downstream to Kinshasa". Den Nachwuchspreis gewann "The Poets Visit Juana Bignozzi" von Mercedes Halfon und Laura Citarella . Als bester Film im deutschen Wettbewerb wurde "Lift like a Girl" von Mayye Zayed ausgezeichnet. Als beste Kurzfilme wählte die Jury "Trouble Sleep" von Alain Kassanda und "I'm Here" von Julia Orlik. Der neu geschaffene Publikumspreis "Der goldene Schnitt" geht an "A New Shift" von Jindřich Andrš.

12 Uhr | Letzter Festivaltag beginnt

Mit der Verleihung der Goldenen Tauben endet das DOK Leipzig für dieses Jahr. Noch bis in die Nacht laufen die Festivalbeiträge in den Kinos, bevor sie wegen des neuerlichen Lockdowns schließen müssen. Da das DOK Leipzig in diesem Jahr wegen der Pandemie als Hybridfestival geplant wurde, kann ein Großteil der Filme noch für zwei Wochen online gesehen werden.

20 Uhr | "Girls/Museum" im Livestream mit anschließendem Filmgespräch sehen

Kunst ist Männersache! Schlimmer noch: Von Lucas Cranach über Max Klinger bis Arno Rink sind es immer nur Männer, die die Frauen ins Bild setzen, und uns Nachgeborenen damit bis heute ihre Sicht auf die Dinge überhelfen. Shelly Silver nimmt in ihrem Film "Girls/Museum" diesen jahrhundertealten Männerblick auf die Frau in den Fokus, indem sie sich mit ein paar Teenagerinnen auf den Weg durchs Leipziger Museum der Bildenden Künste begibt und sie vor den Bildern erklären lässt, wie die Bilder heute wirken. Das ist spannend und oft auch witzig, zum Beispiel vor Cranachs "Allegorie der Erlösung". "Vielleicht war Christus auch 'ne Frau", mutmasst das Mädchen in grüner Kapuzenjacke und fände es besser, wenn Jesus kein Geschlecht hätte.

Samstag, 11:00 Uhr | Filmmagazin-Spezial

Das MDR KULTUR-Filmmagazin hat eine Sonderausgabe zum DOK Leipzig gemacht. Darin werden ausgewählte Dokumentarfilme vorgestellt wie "Wir wollten alle Fiesen killen" (Bettina Ellerkamp/Jörg Heitmann, D), "Girls/Museum" (Shelly Silver, D).

Wir wollten alle Fiesen killen 21 min
Bildrechte: Dok Leipzig/Wir wollten alle Fiesen killen/Bettina Ellerkamp, Jörg Heitmann

17:00 Uhr | Die nackte Wahrheit – Intimität im Dokfilm

Dokumentarfilme zeigen Landschaften, Arbeitsumgebungen oder private Lebenseinblicke. Doch selten sieht man darin Sex und Intimität. Filmemacher diskutieren, warum das so ist, welche Chancen darin liegen würden aber auch welche Hindernisse es gibt. Im Gespräch sind Jürgen Brüning (Produzent "Avalon"), Pia Hellenthal (Regisseurin "Searching Eva"), Paulita Pappel (Pornfilmfestival Berlin) und Julia Palmieri Mattison (Regisseurin "Play Me, I’m Yours")

Freitag, 12:30 Uhr | Dokfilm verstehen mit Annik Leroy

Der belgischen Regisseurin Annik Leroy ist beim DOK Leipzig eine Hommage gewidmet. In ihren Arbeiten widmet sie sich beispielsweise dem Thema Krieg oder der Psychologie des Terrors. Das Festival stellt ihr Schaffen unter das Motto "Radikal subjektiv, minimal invasiv". Im Rahmen des Festivals gibt es sechs ihrer Werke zu sehen, außerdem ist Leroy in der Masterclass im Gespräch (englisch, keine UT).

17:00 Uhr | Mit dem animinierten Dokfilm das "Hotel Astoria" besuchen

In den Zeiten der DDR war das Hotel Astoria im Zentrum Leipzigs ein Prunkstück, in dem internationale Reisende empfangen wurden – und von der Stasi belauscht. Seit 1996 steht das Gebäude nun leer und zieht dennoch alle Blicke auf sich. Mit Archivmaterial und Animationen erzählen Alina Cyranek und Falk Schuster die Geschichte des Hotels. Der Film ist im Wettbewerb um den Publikumspreis Kurzfilm

15:00 Uhr | Unsere Filmempfehlungen über Flucht und Migration beim DOK Leipzig

Seit einigen Jahren wird in Deutschland und ganz Europa erneut über Identität, Einwanderung und Zugehörigkeit diskutiert. Diese Debatten bewegen auch Filmemacher und -macherinnen, die dieses Jahr zum DOK Leipzig eingeladen wurden. Sie beschäftigen sich mit den Widersprüchen einen dunkelhäutigen Jesus anzubeten, aber afrikanische Flüchtlinge abzulehnen. Oder fragen nach der Herausforderung, zwischen zwei Sprachen zu leben. Die interessantesten Filme zum Thema "Flucht und Migration" haben wir für Sie zusammengefasst.

11:00 Uhr | "Atomkraft Forever" vor dem Kinostart anschauen

Deutschland hat den Atomaussteig bereits beschlossen, doch es gibt wenig Nachahmer. Immer noch halten viele an der Sicherheit und Sauberkeit von Atomenergie fest. "Atomkraft Forever", der Film von Carsten Rau, zeigt Dimensionen von der Gefährlichkeit der Atomenergie, von dem Aufwand des Rückbaus von Atomkraftwerken, z. B. in Greifswald und von der Endlagersuche. Bei DOK Leipzig hat der Film seine Weltpremiere gefeiert, im Frühjahr 2021 kommt er in die Kinos – wenn die Katastrophe in Fukushima genau zehn Jahre zurückliegt. Schon jetzt kann man ihn aber beim DOK Leipzig für zwei Wochen online anschauen.

Donnerstag, 10:30 Uhr | Film über Recycling gewinnt ARD-Dokumentarfilm-Wettbewerb

"Die Recycling-Lüge" ist das Gewinner-Filmprojekt beim ARD-Dokumentarfilm-Wettbewerb. Die Filmemacher Tristan Chytroschek und Carsten Stormer wollen die gigantische Mengen an Plastikabfällen und die Tricks der Recyclingindustrie unter die Lupe nehmen. Die ARD übernimmt Produktionskosten in Höhe von bis zu 250.000 Euro und der Film soll Ende des kommenden Jahres im Ersten laufen.

Vier weitere Projekte hatten es in die finale Auswahl geschafft: "Fighting Tommy Frenck" blickt auf rechtsextreme Umtriebe in einem Dorf in Thüringen, "Der weiße Blick" schaut auf Medien, die immer noch den Blickwinkel von Menschen mit Migrationshintergrund ausblenden, "Amazonas Highway" zeigt eine vergessene Straße im Amazonas-Gebiet und macht die dramatischen Folgen der Regenwaldzerstörung auch für uns in Deutschland deutlich und "Kein Film über den Klimawandel" thematisiert die gewaltigen Herausforderungen der Energiewende.

Beim ARD-Dokumentarfilm-Wettbewerb werden Filmprojekte ausgewählt, die ein politisch und gesellschaftlich relevantes Thema aufgreifen, einen klaren Bezug zu Deutschland haben und auch internationale Relevanz besitzen.

Mittwoch, 10:00 Uhr | Vorführungen im Bahnhof

In diesem Jahr findet das DOK Leipzig als hybrides Festival statt – das bedeutet, dass es Filme sowohl online als auch im Kino zu sehen gibt. Wie das unter Corona-Bedingungen in diesem Jahr aussieht, konnte man gestern in der Osthalle des Leipziger Hauptbahnhofs sehen. Hier wurde das "Eisenbahn-Filmprogramm" gezeigt und Interessierte konnten sich mit genügend Abstand die Filme gemeinsam anschauen.

Publikum in der Osthalle des Leipziger Bahnhofs bei einer Filmvorführung des DOK Leipzig.
Teil des Hybrid-Programms: Vorführungen in der Osthalle des Leipziger Hauptbahnhofs. Bildrechte: MDR/Stefan Petraschewsky

11:00 Uhr | Virtuelle Welten erzählen lassen

Heute wird die Ausstellung "DOK Neuland" eröffnet. Die Projektarbeiten laden dazu ein, mit neusten Technologien in neue Erzählformen einzutauchen. "Ilios" bspw. zeigt in virtueller Realität Wiesen und Felder, die mit einem Laserscanner aufgenommen wurden. Dabei entstehen wunderschöne, fast schon traumartige Gebilde aus kleinen Punkten, in denen man sich verlieren kann.

Bäume
Ein Ausschnitt aus dem VR-Projekt "Ilios" Bildrechte: DOK Leipzig 2020 / Ilios

Von der Küche in New York ins Wohnzimmer nach Wien und von dort aus auf den Balkon nach Barcelona: In "the smallest of worlds" kann man fremde Wohnungen betreten. Ein Künstlerkollektiv aus Spanien, Österreich und der Schweiz hat in der Zeit des Lockdowns begonnen, die eigenen Wohnungen zu scannen und in Virtual Reality miteinander zu verbinden. Inzwischen haben Menschen aus aller Welt Video-Scans aus ihrer Wohnung beigesteuert. Hier können Sie und Ihre Wohnung Teil der Installation werden. Die Ausstellung ist bis Sonntag an verschiedenen Standorten in Leipzig zu sehen.

Informationen zu Ausstellung "Dok Neuland" 27. bis 31. Oktober 2020

Museum der bildenden Künste Leipzig
10 bis 18 Uhr

Grassimuseum
10 bis 18 Uhr

INTERIM der Cinémathèque
15 bis 20 Uhr

Schaubühne Lindenfels
15 bis 20 Uhr

Dienstag, 10:00 Uhr | Der zweite Festivaltag hat begonnen

Beim DOK Festival gibt es dieses Jahr einige Filme über den Wandel in unserer Welt: Der Abbau von Ressourcen hat das Aussehen der Erde nachhaltig verändert. Die weltweite Klimabewegung macht nun diese Veränderung bewusst. Wir haben die Filme zusammengetragen, die beim DOK Leipzig die Schäden des Raubbaus an der Natur zeigen und den Strukturwandel in Städten und Dörfern dokumentieren.

21:00 Uhr | Festivalstart mit Knut Elstermann

Sie möchten die Eröffnung des 63. Internationalen Leipziger Festivals für Dokumentar- und Animationsfilm noch einmal anschauen? Bitte sehr! Es moderiert MDR KULTUR-Filmkritiker Knut Elstermann. Auf der Homepage sind Informationen rund ums Festvial und zu allen Filmen. In der DOK Leipzig-Mediathek finden Sie die Filme zum Festival.

17:00 Uhr | Preisvergabe bei virtueller Eröffnung

Der mit 5.000 Euro dotierte Preis der Kunstministerin für das beste Dokumentarfilmprojekt einer Regisseurin wurde bei der virtuellen Festivaleröffnung an Fan Wu für ihren Film "XiXi" (Prod: Taiwan, Philippinen) verliehen. Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch übergab die Auszeichnung per Videobotschaft und sagte zum DOK Leipzig unter Pandemie-Bedingungen: "Auch wenn das Festival nicht in gewohnter Weise ablaufen wird, so bedient es doch das Bedürfnis vieler Menschen weltweit nach kultureller Teilhabe."

16:00 Uhr | DOK Leipzig ist eröffnet

Es ist soweit, das DOK Leipzig ist offiziell gestartet!

14:00 Uhr | Festival in Corona-Zeiten

Das DOK Festival findet dieses Jahr vor Ort in Leipzig und gleichzeitig auch im Netz statt. In den Leipziger Kinos gelten die aktuellen Hygieneauflagen, wie Mund-Nasen-Schutz und Abstandhalten. Außerdem wird darum gebeten, die Kinotickets vorab online zu erwerben.

Für alle, die nicht ins Kino gehen, sind die Filme zwei Wochen online abrufbar, für fünf Euro pro Film oder mit dem Dauerticket. Wer sich einen Film aussucht, der zugleich im Kino läuft, kann nach dem Film sogar live mit den Filmschaffenden ins Gespräch kommen.

10:00 Uhr | Tipps für das DOK Leipzig

Wenn Sie bei den über 150 Filmen, die während der sechs Tage gezeigt werden, nicht wissen, was Sie schauen sollen, können wir Ihnen hiermit hoffentlich helfen - MDR KULTUR hat sieben Empfehlungen zusammengestellt, die Sie sich während des Festivals nicht entgehen lassen sollten.

Montag, 9:00 Uhr | Herzlich Willkommen!

Heute beginnt das 63. Internationale Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm, kurz: DOK Leipzig. Hier finden Sie in den kommenden Tagen alle aktuellen Nachrichten und Entwicklungen zum Geschehen rund um das Filmfestival.

Aufgrund der Corona-Pandemie findet das DOK Leipzig zum ersten Mal als Hybridveranstaltung statt. Das bedeutet, dass einige Filme vor Publikum gezeigt werden, danach aber alle Werke für 14 Tage auch online abrufbar sind.

Mehr zum DOK Leipzig 2020

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 26. Oktober 2020 | 07:10 Uhr