Auf einen Blick DOK Leipzig: Filme über Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt

Ein Label des diesjährigen DOK Leipzig ist "Regional" – oder auch "Heeme". In diesem Sinne wirft das Programm einen Blick auf das geschäftige Leben in Leipzig, bietet eine Traumatherapie auf Entfernung für eine Elefantenkuh in Halle und erzählt die unerhörten Geschichten eines Bunkers in Rothenburg bei Jena.

Programmhefte des internationalen Dokumentar- und Animationsfilmfestivals (DOK) liegen auf einer Pressekonferenz in Leipzig.
Bildrechte: dpa

"Elefantin"

Die Elefantenkuh Bibi musste mehrere Schicksalsschläge ertragen und gilt als verhaltensauffällig. Die Elefantin wurde in Simbabwe geboren. Nachdem ihre Mutter gestorben ist, wurde das Tier in den Ostberliner Zoo gebracht. 2008 wurde sie dann in den Halleschen Zoo abgeschoben. Marie Zrenner und Johanna Seggelke erzählen nicht nur von einem Tier, sondern von sozialem Verhalten und Ausgrenzung.

Wann und Wo? 29. Oktober, 11.30 Uhr in den Passage Kinos
31. Oktober, 20.30 Uhr im Cinestar
1. November, 17.45 Uhr im Cinestar
vom 30. Oktober bis zum 13. November online auf culturebase.org abrufbar

Elefantin
Bildrechte: Dok Leipzig/Elefantin/Marie Zrenner, Johanna Seggelke

"Erinnerung an eine Landschaft – Für Manuela"

Ab 1979 musste das Dorf Magdeborn südlich von Leipzig dem Braunkohletagebau weichen: Die Bewohner wurden nach Grünau oder Bona umgesiedelt und das Dorf abgerissen. Kurt Tetzlaff begleitete die Veränderungen bis 1982 und lässt die Dorfbewohner klare Worte finden. Nach der Premiere 1983 wurde dem Regisseur unangemessene Nähe zu seinen Protagonisten vorgeworfen.

Wann und Wo? 31. Oktober, 11.30 Uhr in den Passage Kinos

"Girls/Museum"

Was lösen Gemälde und Kunstwerke bei einzelnen Menschen aus? Shelley Silvers begleitete Mädchen und junge Frauen im Alter von sieben bis 19 Jahren auf einem Rundgang durch das Leipziger Museum der bildenden Künste, von der Vergangenheit bis in die Gegenwart und fängt die Reaktionen der Betrachterinnen ein, die immer auch etwas über die Frauen und ihr Selbstbild verraten.

Wann und Wo? 26. Oktober, 20 Uhr im Leipziger Hauptbahnhof (Eintritt frei)
31. Oktober, 20 Uhr im Cinestar
1. Novmeber, 15 Uhr im Cinestar
vom 27. Oktober bis zum 1. November online auf culturebase.org abrufbar

Girls Museum
Bildrechte: Dok Leipzig/Girls/Museum/Shelly Silver

"Hotel Astoria"

In den Zeiten der DDR war das Hotel Astoria im Zentrum Leipzigs ein Prunkstück, in dem internationale Reisende empfangen wurden – und von der Stasi belauscht. Seit 1996 steht das Gebäude nun leer und zieht dennoch alle Blicke auf sich. Mit Archivmaterial und Animationen erzählen Alina Cyranek und Falk Schuster die Geschichte des Hotels.

Wann und Wo? 28. Oktober, 11.30 Uhr in den Passage Kinos
28. Oktober, 18.15 Uhr in der Schaubühne Lindenfels
30. Oktober, 20.30 Uhr in den Passage Kinos
31. Oktober, 15 Uhr in den Passage Kinos
1. November, 20 Uhr in der Schauburg

Hotel Astoria
Bildrechte: Dok Leipzig/Hotel Astoria/Falk Schuster, Alina Cyranek

"Verwundene Fäden"

Während des Zweiten Weltkriegs werden in einem Leipziger Kleingartenverein Seidenraupen gezüchtet und gleichzeitig in Griechenland Kriegsverbrechen begangen. Deborah Jeromin verfolgt die Verbindungen und zeichnet die innere Dynamik von Krieg, Widerstand und Vergessen nach.

Wann und Wo? 29. Oktober, 19.30 Uhr im Grassimuseum
31. Oktober, 17.45 Uhr im Cinestar
1. November, 12 Uhr im Cinestar
vom 30. Oktober bis zum 13. November online auf culturebase.org abrufbar

Verwundene Fäden
Bildrechte: Dok Leipzig/Verwundene Fäden/Deborah Jeromin

"Wir wollten alle Fiesen killen"

Bei Rothenstein, südlich von Jena, befindet sich ein Bunker, vergraben in einem Hügel. Das Team um Bettina Ellerkamp und Jörg Heitmann ist in den labyrinthischen Gängen unterwegs und spürt der deutschen Geschichte nach, die bis ins Mittelalter reicht, und vom Zweiten Weltkrieg, der militärischen Aufrüstung der NVA und den Spekulationen von Geschäftsmännern erzählt.

Wann und Wo? 30. Oktober, 20.30 Uhr im Cinestar
31. Oktober, 20 Uhr im Leipziger Hauptbahnhof (Freier Eintritt)
1. November, 17 Uhr in der Cinémathèque
vom 31. Oktober bis zum 14. November online auf culturebase.org abrufbar

Wir wollten alle Fiesen killen
Bildrechte: Dok Leipzig/Wir wollten alle Fiesen killen/Bettina Ellerkamp, Jörg Heitmann

Reihe "Genius Loci"

Unter dem Motto "Genius Loci" werden Mehrmals täglich im Leipziger Hauptbahnhof Kurzfilme oder Filmausschnitte gezeigt, die sich um Eisenbahnen oder Taxifahrten in der Messestadt drehen. Zum Beispiel wurde das Treiben vor dem Hauptbahnhof gefilmt oder eine Frau aus Westdeutschland bei einem Besuch begleitet.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 26. Oktober 2020 | 07:10 Uhr