Pionier der Fotografie Foto-Pionier für die Sächsische Schweiz: Das besondere Auge des Hermann Krone

Seit jeher ist die Sächsische Schweiz ein beliebtes Fotomotiv. Die ersten Aufnahmen des Elbsandsteingebirges machte der Fotograf Hermann Krone (1827-1916) Mitte des 19. Jahrhunderts. Damit gilt Krone, der in Dresden lebte und an der damaligen Technischen Hochschule lehrte, als Pionier der Landschaftsfotografie in Sachsen. Er hinterließ ein faszinierendes Werk, das es noch heute zu entdecken lohnt. Vor 195 Jahren wurde Krone in Breslau geboren.

Hermann Krone um 1900
Der Fotograf, Wissenschaftler und Hochschullehrer Hermann Krone (1827-1916) lebte und wirkte in Dresden. Bildrechte: IMAGO / piemags

Im Dezember 1854 schaltet Hermann Krone, der sich als Fotograf wie wohl als akademischer Künstler betrachtet, eine Werbung für sein "artistisch-photographisches Atelier" im Dresdner Anzeiger und Tageblatt. Darin verspricht er eine "Aufnahme bei jeder Witterung im wohlgeheizten Glassalon" und zur Weihnachtssaison "Stereoskopische Relief-Porträts in selbst construirten Taschen-Apparaten". Mittels dieser Vorrichtung sehe man die Bilder nicht flach, sondern plastisch vor sich stehen, wie lebende Körper.

Krone hat noch mehr in petto und bietet "transparente Photographien, an die Fenster zu hängen oder als Lichtschirme zu benutzen." Was andeutet, wie mannigfaltig sich die noch junge Fotokunst Mitte des 19. Jahrhunderts präsentiert.

Einer der bedeutendsten Fotografen Deutschlands

Hermann Krone kommt in Breslau zur Welt. Sein Vater ist Lithograph und weist ihn später in dieses Metier ein, aber damit lässt es der Sohn nicht bewenden. Krone zeigt sich vielseitig interessiert, studiert Philosophie und Naturwissenschaften, zudem beginnt er, sich intensiv mit der Fotografie und ihren theoretisch-technischen Grundlagen auseinanderzusetzen. Lerninhalte, die sich durchaus ergänzen, etwa wenn es ihm gelingt, einen Sternschnuppenschwarm oder eine partielle Sonnenfinsternis festzuhalten.

Ladschaftsaufnahme von Bad Schandau
Bad Schandau in der Sächsischen Schweiz vor der Linse von Hermann Krone. Bildrechte: IMAGO/piemags

Erste Landschaftsaufnahmen der Sächsischen Schweiz

Krones erstes fotografisches Atelier, so kann man es der Monographie von Hans-Ulrich Lehmann entnehmen, entsteht 1851 in Leipzig. Viel Glück aber ist dieser Unternehmung nicht beschieden: Denn als Preuße im sächsischen Leipzig wird er aus der Stadt geworfen. Dresden hält das anders. Wieder entsteht ein Atelier, von dem aus Krone bald zu einem echten Husarenstück ansetzt. Er fertigt nämlich "die ersten in der Sächsischen Schweiz aufgenommenen Landschafts-Photographien" und vereinigt die Aufnahmen in einem Album.

Gründer des Lehrmuseums für Fotografie in Dresden

Krone bildet sich als Fotograf ständig weiter. Aber er will dieses Wissen auch vermitteln – mit Hilfe von ihm verfasster Bücher, durch seine Lehrtätigkeit ab 1870 am Königlich Sächsischen Polytechnikum, aus dem dann die Technische Hochschule wird. Beinahe ein Jahrzehnt wird der Dozent dafür nicht einmal bezahlt. Krone macht dies in der Überzeugung, dass "aus der Erneuerung alter Erfahrungen immer wieder neue, der Neuzeit zu weiteren Fortschritten förderliche erwachsen, wenn nur redlich dafür gesorgt wird, dass die alten, grundlegenden nicht im Wandel der Zeit vergessen werden."

Gebäude
Die Frauenkirche in Dresden hielt Hermann Krone als einer der ersten fotografisch fest. Bildrechte: © Hermann-Krone-Sammlung, IAPP, TU Dresden/courtesy Schirmer/Mosel

Faszinierende Fotos von Dresden und dem Elbsandsteingebirge

Krone, der 1916 stirbt, hinterlässt ein Werk, das noch heute fasziniert. Weil es eine Reise in eine Zeit gewährt, die längst untergegangen ist. Weil es ermöglicht, sich im wahrsten Sinne des Wortes das Bild einer Epoche zu machen, von der wir so viele Jahre entfernt sind. Weil es Landschaften, Orte und Städte zeigt, die wir heute anders kennen, Menschen, die sich zu inszenieren verstehen, so aber viel preisgeben und vieles andere. Wer dieses Werk näher kennenlernen will, tut sich einen Gefallen.      

Ladschaftsaufnahme vom Elbtal
Die ersten in der Sächsischen Schweiz aufgenommenen Landschaftsfotografien stammen von Hermann Krone. Bildrechte: IMAGO/piemags

Die Hermann-Krone-Sammlung Die Hermann-Krone-Sammlung bewahrt die Stiftung von Hermann Krone. 1907 übergab er sein "Historisches Lehrmuseum für Photographie" dem heutigen Institut für Angewandte Physik der TU Dresden. Die Sammlung enthält 137 Lehrtafeln mit rund 1.200 Aufnahmen und zehn Tableaus mit circa 120 Daguerreotypien, hergestellt nach den verschiedensten Verfahren. Zum Bestand gehören außerdem circa 900 Negative, Diapositive und Stereoskopien sowie Interferenzfarben-Aufnahmen.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 14. September 2022 | 06:40 Uhr