Ostrale Dresden 2017
Seit 2007 war die Ostrale in Dresden Bildrechte: MDR/Wolfram Nagel

Kunstmesse bald in Chemnitz? Dresden bedauert möglichen Ostrale-Umzug

Die Kunstmesse Ostrale sucht eine neue Ausstellungsstätte, weil das Dresdner Ostragehege umgebaut wird. Ein Umzug nach Chemnitz wird immer wahrscheinlicher. Am Mittwoch hat der Chemnitzer Stadtrat hat grünes Licht für Verhandlungen gegeben. Dresdens Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch zeigte sich enttäuscht, sagte aber auch, dass die Dresdener Kunstszene nicht nur aus der Ostrale bestünde.

Ostrale Dresden 2017
Seit 2007 war die Ostrale in Dresden Bildrechte: MDR/Wolfram Nagel

Die Stadt Dresden hat einen möglichen Umzug der Kunstmesse Ostrale nach Chemnitz bedauert. Dresdens Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch sagte MDR KULTUR, es sei zu bedauern, dass die Ostrale nicht den Zusagen der Landeshauptstadt zu einer neuen Stätte vertrauen wollte. Man habe Möglichkeiten angeboten, sei aber zu keinem Kompromiss gekommen.

"Dresdens Kunst besteht nicht nur aus der Ostrale"

Annekatrin Klepsch
Annekatrin Klepsch Bildrechte: IMAGO

"Ich bin aber überzeugt davon, dass die bildende zeitgenössische Kunst in Dresden nicht nur aus der Ostrale besteht“, sagte Klepsch. Es gebe viele Akteure in der Bildenden Kunst in Dresden, mit denen man etwas Vergleichbares auf die Beine stellen könne.

Dresden und Chemnitz wollen Kulturhauptstadt werden

Der Chemnitzer Stadtrat hatte am Mittwoch mit großer Mehrheit zugestimmt, dass Chemnitz mit den Machern des Kunstfestivals über einen Umzug verhandelt. In den Prozess sollen auch die Kulturschaffenden und die Einrichtungen vor Ort einbezogen werden. Wenn man sich einig wird, sollen dem Stadtrat im Herbst die Eckpunkte des Vertrags vorgelegt werden.

Die Entscheidung könnte weitreichende Folgen haben: Sowohl Chemnitz als auch Dresden wollen sich um den Titel "Europäische Kulturhauptstadt 2025" bewerben.

Ostrale weiterentwicklen

Blick auf den Eingang des  Kulturhauptstadtbüro mit dem Logo "Chemnitz 2025"
Kulturhauptstadtbüro mit dem Logo "Chemnitz 2025" Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

In Chemnitz freut man sich auf die Ostrale. "Das Programm möchten wir so gestalten, dass es durchaus eine Weiterentwicklung im Vergleich zu den Dresdener Zeiten gibt“, sagte der Leiter des Chemnitzer Kulturhauptstadtbüros Ferenc Csák gegenüber MDR KULTUR. "Diese Weiterentwicklung wird dann natürlich Bestandteil des städtischen Kulturlebens und natürlich auch der Kulturhauptstadtbewerbung."

Ganz wichtig ist aber, dass die Stadt schon mit der Prüfung ein Signal Richtung Europa sendet.

Ferenc Csák, Leiter des Chemnitzer Kulturhauptstadtbüros

Lokale und internationale Vernetzung

Die Ostrale-Chefin Andrea Hilger zeigte ich erfreut über die Chemnitzer Entscheidung: Man habe die großen Chancen erkannt hat, die eine Verknüpfung der großartigen lokalen Kulturszene mit der internationalen Vernetzung einer Chemnitzer Ostrale bieten würde.

Seit ihrer Premiere im Jahr 2007 war die Ostrale im Dresdner Ostragehege angesiedelt. Weil dieses umgebaut wird, braucht die Ostrale eine neue Ausstellungsstätte.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kulturnachrichten | 21. Juni 2018 | 15:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. Juni 2018, 17:24 Uhr