"Dystopia. Zum 200. Geburtstag von Karl Marx" Jenaer Kunstsammlung zeigt Zustand der Welt nach Marx

von Ulrike Thielmann, MDR KULTUR

Mit der Sonderschau "Dystopia", erinnert die Kunstsammlung Jena an den 200. Geburtstag von Karl Marx. Es gibt einen Bezug zwischen Jena und dem Philosophen: Am 15. April 1841 wurde Karl Marx hier an der Universität mit einer Arbeit zur "Differenz der demokritischen und epikureischen Naturphilosophie" zum Doktor der Philosophie promoviert, wenn auch "in absentia".

Benannt ist die Ausstellung nach der "Dystopie" - der Anti-Utopie. 12 künstlerische Positionen stehen im Mittelpunkt. Sie zeigen jedoch keine historischen Verortungen von Karl Marx, sondern reiben sich am Zustand unserer Gesellschaft. Die Installationen, Zeichnungen, Fotografien und Videos setzen sich auseinander mit Themen wie Krise, Armut, Krieg, Migration, Technologie und Ökologie.

Gesellschaft und Natur unterliegen Veränderungen, denen sich niemand entziehen kann - das kann man optimistisch oder pessimistisch betrachten. In der Ausstellung koexistieren Optimismus und Pessimismus in einem ähnlich fragilen Zusammenhang, wie das für das Gleichgewicht zwischen Utopie und Dystopie der Fall ist. Ganz schnell können die Verhältnisse anfangen zu kippen …

Das Kapital bestimmt letztlich alle Wege

In "Das Kapital" beschreibt Marx die Ungleichheit zwischen arm und reich als ein von Menschen gemachtes Verhältnis. Das Kapital beeinflusst letztlich nicht nur die wirtschaftlichen und politischen Wege, sondern auch die wissenschaftlichen, kulturellen und auch ökologischen. Wie kann man sich dem entziehen?
Die Endlichkeit all jener Ressourcen, die ein friedliches und gutes Leben auf diesem Planeten ermöglichen, war ein Thema, das auch Marx beschäftigte - auch wenn das in seiner komplexen Dramatik kaum vorhersehbar war. Die in der Kunstsammlung Jena ausgestellten Reflexionen der Künstler und Künstlerinnen können dazu beitragen, Wege zu neuen Sichtweisen zu erkennen.

Mit Arbeiten von: İnci Eviner, Felix M. Furtwängler, Susann Maria Hempel, Sven Johne, Sebastian Jung, Tilman Knop, Christin Lahr, Elodie Pong, Gunter Reski, Julian Röder, Henrik Schrat und Nasan Tur.

Informationen zur Ausstellung: Kunstsammlung Jena

Dystopia. Zum 200. Geburtstag von Karl Marx

Vom 5. Mai bis zum 12. August 2018
Markt 7 | 07743 Jena

Dienstag, Mittwoch, Freitag: 10 - 17 Uhr
Donnerstag: 15 - 22 Uhr
Samstag und Sonntag: 11 - 18 Uhr

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kunstkalender | 26. April 2018 | 17:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. Mai 2018, 03:00 Uhr