Altenburg Künstlerin Edith Altman gestorben

In ihren Werken setzte sich die jüdische Künstlerin mit dem Holocaust auseinander. Geboren in Altenburg, konnte Altman mit ihrer Familie 1939 in die USA emigrieren. Nun ist sie mit 89 Jahren gestorben.

Edith Altman bei der Eröffnung ihrer Ausstellung "Six Million Almonds" im Lindenau-Museum Altenburg 2003
Edith Altman bei der Eröffnung ihrer Ausstellung "Six Million Almonds" im Lindenau-Museum Altenburg Bildrechte: Jens Paul Taubert

Die Künstlerin Edith Altman ist tot. Wie das Altenburger Lindenau-Museum mitteilte, starb Altman bereits am Montag in den USA. Zeitlebens setzte sich Altman in ihrem Schaffen mit der jüngeren Geschichte auseinander, insbesondere mit dem Holocaust. Als jüdische Künstlerin und Holocaust-Überlebende flossen ihre persönliche Erlebnisse in ihre Werke ein.

Die in Altenburg geborene Altman konnte mit ihrer Familie 1939 in die USA emigrieren und lebte seitdem dort. Ihre Werke wurden in den großen amerikanischen Galerien ausgestellt. Sie unterrichtete an verschiedenen Kunsthochschulen der USA. 2003 war Altman mit ihrer Retrospektive "Six Million Almonds" im Lindenau-Museum in ihrer Geburtsstadt Altenburg zu sehen. 2017 wurde dort noch einmal im Rahmen einer Hommage das Wirken der Künstlerin gewürdigt.

Die Stadt Altenburg, das Lindenau-Museum Altenburg und zahlreiche Kunstfreunde werden die Künstlerin in Erinnerung behalten und ihr ein ehrendes Andenken bewahren.

Lindenau-Museum

Ausstellungsansicht "Six Million Almonds", Lindenau-Museum Altenburg 2003
Ausstellungsansicht "Six Million Almonds", Lindenau-Museum Altenburg 2003 Bildrechte: Jens Paul Taubert

Die Geschichte einer Altenburger Holocaust-Überlebenden

Altman wurde 1931 als Edith Hüttmann in Altenburg geboren. Unter den vielfältigen Verfolgungsmaßnahmen im Nationalsozialismus litt die gesamte Familie: Altmanns Vater war Opfer der Pogromnacht und zeitweilig im Konzentrationslager Buchenwald interniert. Edith und ihr Bruder wurden vom Besuch der öffentlichen Schule ausgeschlossen. Ediths Vater konnte im Mai 1939 in die USA emigrieren, die Einreisevisa für die anderen Familienmitglieder blieben zunächst aus. Erst Ende Oktober 1939 konnte sich die Familie in den USA in die Arme schließen.

Die schlimmen Erfahrungen prägten das Leben der Familie nachhaltig und beeinflussten gerade auch Edith Altmans Werk.

Lindenau-Museum

Ausstellungsansicht "Six Million Almonds", Lindenau-Museum Altenburg 2003
Ausstellungsansicht "Six Million Almonds", Lindenau-Museum Altenburg 2003 Bildrechte: Jens Paul Taubert

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 22. Oktober 2020 | 13:30 Uhr