Semperoper Dresden
Ursprünglich hatte Dorny ab der Spielzeit 2014/15 die Stelle des Intendanten an der Semperoper Dresden antreten sollen. Bildrechte: IMAGO

Gerichtsverfahren beendet Nach Semperopern-Streit: Sachsen zahlt an Serge Dorny

Semperoper Dresden
Ursprünglich hatte Dorny ab der Spielzeit 2014/15 die Stelle des Intendanten an der Semperoper Dresden antreten sollen. Bildrechte: IMAGO

Im juristischen Streit zwischen dem Opernintendanten Serge Dorny und dem Freistaat Sachsen haben sich beide Seiten auf einen Vergleich geeinigt. Wie das sächsische Kunstministerium am Freitag in Dresden mitteilte, wird Dorny eine Zahlung von 350.000 Euro erhalten. Damit sei das Gerichtsverfahren beendet.

Serge Dorny im Saal der Semperoper in Dresden.
Serge Dorny Bildrechte: IMAGO

Der Belgier Dorny sollte mit Beginn der Spielzeit 2014/2015 sein Amt als neuer Intendant der Semperoper Dresden antreten. Noch vor Antritt dieser Stelle hatte er 2014 eine fristlose Kündigung erhalten. Dagegen hatte er geklagt. Er hatte zuvor einen Fünfjahresvertrag unterschrieben. In dem Verfahren hatte Dorny das Volumen aus dem Intendantenvertrag von rund 1,7 Millionen Euro gefordert. Es werde nun nach dem Vergleich nicht gezahlt, hieß es.

Vertrauen verspielt

Der Chefdirigent der Saechsischen Staatskapelle Dresden, Christian Thielemann, sitzt am Donnerstag (24.05.12) zur Jahres-Pressekonferenz der Saechsischen Staatskapelle in der Glaesernen Manufaktur von Volkswagen (VW) in Dresden.
Christian Thielemann, Chefdirigent der Staatskapelle, war mit Serge Dorny aneinander geraten. Bildrechte: Norbert Millauer/dapd

Hintergrund des Zerwürfnisses waren unterschiedliche Vorstellungen, wie die Semperoper geführt werden soll. Dorny war bereits kurz nach Vertragsunterzeichnung im September 2013 mit dem Chefdirigenten der Staatskapelle, Christian Thielemann, aneinander geraten. Er warf Thielemann vor, nicht kooperieren zu wollen.

Strittig war unter anderem die Frage der Eigenständigkeit des Orchesters. Dorny erhob den Anspruch, einem Drei-Spartenhaus bestehend aus Oper, Ballett und Orchester vorstehen zu wollen - so wie es sein Vertrag vorsah. Da sich keine Kompromisse fanden, kündigte die damalige Kunstministerin Sabine von Schorlemer dem neuen Intendanten Dorny fristlos und begründete den Schritt mit der Störung des Betriebsfriedens. Nach Darstellung der früheren Kunstministerin von Schorlemer hatte Dorny Vertrauen verspielt. Als falsch bezeichnete die ehemalige Ministerin auch Dornys Darstellung, Chefdirigent Thielemann habe sich nicht kooperationsbereit gezeigt. Es kam zum Rechtsstreit.

Neue Leitung an der Semperoper

Dorny hatte den Freistaat verklagt, eine gütliche Einigung scheiterte 2014 zunächst vor dem Amtsgericht. Der Fall ging an das Landgericht Dresden, das die Kündigung für unrechtmäßig erklärte. Das Oberlandesgericht wies eine Berufung als unbegründet zurück. Dorny kehrte an die Oper Lyon zurück – und wird 2021 Intendant der Bayerischen Staatsoper München.

In Dresden führt seit der Kündigung Wolfgang Rothe als Kaufmännischer Intendant die Semperoper. Mit Beginn der kommenden Spielzeit 2018/2019 wird der Schweizer Peter Theiler die Leitung übernehmen. Der 62-Jährige ist derzeit Intendant am Dreisparten-Staatstheater Nürnberg.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kultur Kompakt – Kulturnachrichten | 29. Juni 2018 | 11:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 29. Juni 2018, 11:02 Uhr