Element of Crime
Richard Pappik, Sven Regener, Jakob Ilja und David Young sind Element of Crime. Bildrechte: Charlotte Goltermann

Studiokonzert in Erfurt Element of Crime mit MDR KULTUR exklusiv erleben

"Schafe, Monster und Mäuse" heißt das neue Album von Element of Crime. Logisch - hieß doch der Vorgänger vor gut vier Jahren "Lieblingsfarben und Tiere". Mit diesen Bildern können sie gut, kann er vor allem gut: Sven Regener! Er ist Stimme und Kopf dieser Band, die seit Anfang der 90er-Jahre zum Besten im deutschsprachigen Rock und Pop gehört. Mit ihrem neuen Album im Gepäck kommen Element of Crime am 12. Oktober zu einem exklusiven MDR KULTUR-Studiokonzert nach Erfurt. Seien Sie dabei!

Element of Crime
Richard Pappik, Sven Regener, Jakob Ilja und David Young sind Element of Crime. Bildrechte: Charlotte Goltermann

Element of Crime: Eine unverwechselbare Klangmarke

"Damals hinterm Mond", "Weißes Papier" oder "An einem Sonntag im April" - mit diesen Alben begann Anfang der 90er in Deutschland eine neue Zeitrechnung. Sven Regener, der zuvor fast ausschließlich nur in englischer Sprache Songs geschrieben hatte, wagte den Sprung. Sicher gab es auch vorher deutschsprachigen Pop und Rock. Aber was Element of Crime machten, war neu. All diese fein gezeichneten Bilder, mal schräg, mal absurd, diese charmant erzählten Geschichten von schrulligen Typen, mit Wortwitz und poetischer Tiefe.

Sven Regener hatte nicht unbedingt mit dem ganz großen Erfolg gerechnet. Doch gerade beim Titelstück des ersten rein deutschsprachigen Albums "Damals Hinterm Mond" nahm die Idee richtig Fahrt auf: "Das war für mich schon sehr aufregend und sehr heikel, weil ich mir bei 'Damals hinterm Mond' vorgenommen hatte, das dann auch mal durchzuziehen. Wir hatten bei der Platte vorher auch schon ein deutschsprachiges Lied drauf und ich dachte: Wenn's einmal geht, geht’s immer. Trotzdem hab ich mich da ziemlich unter Druck gesetzt. Aber dieses Stück und auch 'Blaulicht und Zwielicht' oder 'Vier Stunden vor Elbe Eins' waren so die Durchbrüche für mich bei denen ich dachte: Ja, das funktioniert ja wirklich für mich."

Die Texte, der raspelige, manchmal schnoddrige Gesang und vor allem dieser erdige, durchweg analoge Sound mit Trompete, Akkordeon und wenig verzerrten Gitarren ergeben auch heute noch einen unverkennbaren Sound. Und das ist wohl die größte Leistung von Element of Crime über die Jahre. Nur wenige deutsche Bands haben es geschafft, eine solch unverwechselbare Klangmarke zu schaffen. Kein Song, den man nicht nach wenigen Takten verorten kann.

Was aber nicht heißt, dass die Band immer alles gleich gemacht hat, erklärt Gitarrist Jakob Ilja: "Es ist natürlich schön, wenn man einen eigenen Stil hat. Wir sind da wirklich dankbar dafür, dass uns das gelungen ist. Der Wiedererkennungswert ist für eine Band eine tolle Sache. Natürlich haben wir uns damit so ein eigenes Universum geschaffen aus dem heraus dann immer wieder die Songideen kommen. Aber es ist schon so, dass man immer wieder neu entscheiden muss: Wie wird dieser Song jetzt nun gespielt."

Zum Album "Schafe, Monster und Mäuse"

Das neue Album nun ist perfekter und verlässlicher "Element of Crime"-Sound. Wieder denkt Regener am liebsten um die Ecke, wieder gibt er sich Mühe nicht zu einfache Bilder zu malen. Wieder tauchen kaputte Typen auf, wie in "Ein Brot und eine Tüte". Wieder fasst er Emotionen in einfache Worte, wie im Liebeslied "Bevor ich Dich traf". Die Platte wirkt wie ein beseelter Rundgang durch alte Berliner Wohnviertel. Ein Kneipen- und Späti-Trip mit Blick in Hinterhöfe, Keller und Wohnungen und einem Abstecher in die durchgentrifizierten Touristenviertel.

Überhaupt: Berlin! Die Stadt taucht immer wieder auf. Der Prenzelberg in "Bevor ich Dich traf", die "Party am Schlesischen Tor", der Friedrichshain in "Gewitter", der Jahn-Sportpark in "Nimm Dir was Du willst". Und es endet mit Gummibärchen-Philosophie in "Wenn dunkel und kalt wird in Berlin". Zufall, sagt Regener: "Das lag wohl grad in der Luft. Also, dass ich beim Texten so einen konkreten Ort vor Augen hatte. Aber das war keine Absicht. Ich find auch so Liebeserklärungen an Städte immer ein bisschen cheesy. Das hat immer sowas von Städtemarketing. Es ist halt so: Die Songs spielen halt dort."

Zum exklusiven Studiokonzert nach Erfurt

Von Berlin nach Thüringen: Element of Crime kommen auf Einladung von MDR KULTUR zu einem exklusiven Studiokonzert ins Funkhaus in Erfurt. Am 12. Oktober spielt die Band ab 20 Uhr Songs aus dem neuen Album im kleinen Rahmen.

Wir freuen uns total, dass es überhaupt noch die Möglichkeit gibt, so ein Konzert zu machen. Das hat etwas sehr Romantisches.

Sven Regener

Sie wollen dabei sein?

Die Tickets kann man nicht kaufen - die kann man nur gewinnen. Melden Sie sich über das Formular auf dieser Seite fürs Studiokonzert am 12. Oktober an! Aus allen Teilnehmern losen wir aus, mit etwas Glück sind Sie dabei. Die Teilnahme ist bis zum 10. Oktober 2018, 12 Uhr, möglich. Für alle, die nicht persönlich vor Ort sein können, überträgt MDR KULTUR das Konzert LIVE im Radio.

Weitere Aktionen von MDR KULTUR

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 01. Oktober 2018 | 08:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. Oktober 2018, 04:00 Uhr

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