Emma Thompson und Anthony Hopkins
Der Film "Wiedersehen in Howards End" machte Emma Thompson (an der Seite von Anthony Hopkins) international berühmt. Bildrechte: imago/Prod.DB

Porträt Engagiert und furchtlos: Emma Thompson wird 60

Emma Thompson ist eine der beliebtesten britischen Schauspielerinnen, bekannt wurde sie mit Filmen wie "Wiedersehen in Howards End" oder "Sinn und Sinnlichkeit", später wurde sie gefeiert für "Eine zauberhafte Nanny" oder "Jeder stirbt für sich allein". Am 15. April 2019 feiert sie ihren 60. Geburtstag - leiser wird die zweifache Oscar-Preisträgerin deswegen nicht, denn neben drei neuen Kinoproduktionen beschäftigt sie auch ihr Engagement für den Klimaschutz.

Emma Thompson und Anthony Hopkins
Der Film "Wiedersehen in Howards End" machte Emma Thompson (an der Seite von Anthony Hopkins) international berühmt. Bildrechte: imago/Prod.DB

Emma Thompson wurde 1959 im Nachkriegs-London als Tochter zweier Schauspieler geboren. Sie wuchs in einem liberalen, humorvollen Hause auf. Schon als Schülerin lief sie bei Anti-Atomwaffen-Protesten mit, unterstützte die Streiks der Bergleute und sammelte Geld für Greenpeace. Später studierte sie Englisch an der Universität Cambridge. Thompson stieß in den 60er-Jahren als erste Frau zum Theaterclub "Footlights". Deren Comedy- und Satire-Produktionen prägten ihr politisches Bewusstsein weiter. Sie selbst beschreibt sich so:

Ich bin ein linke, feministische, libertäre weiße Atheistin.

Emma Thompson, Schauspielerin

Die Fernsehserie "Fortunes of War" über den Zweiten Weltkrieg bedeutete 1987 ihren Durchbruch in Großbritannien. Dabei stand sie mit ihrem späteren ersten Ehemann, dem Schauspieler und Regisseur Kenneth Branagh gemeinsam vor der Kamera. Internationale Bekanntheit erlangte die Schauspielerin 1992 mit der Hauptrolle in "Wiedersehen in Howards End" neben Anthony Hopkins, Helena Bonham Carter und Vanessa Redgrave – Thompson erhielt für ihre Darstellung einen Oscar als beste Hauptdarstellerin.

Am Anfang nur Kostümdramen

Am Set von Ang Lees "Sinn und Sinnlichkeit" lernte die Schauspielerin 1995 ihren heutigen Ehemann Greg Wise kennen. Sie spielte "Elinor Dashwood" in der Adaption des Jane-Austen-Klassikers, für den sie auch das Drehbuch schrieb. Der Film brachte Thompson ihren zweiten Oscar ein, und zwar in der Kategorie Bestes adaptiertes Drehbuch. Für einige Jahre schien sie dann auf romantische Kostümdramen abonniert. Dass dies konträr zu ihren politischen Überzeugungen steht, erklärte sie in einem Interview mit "Australian Women's Weekly". Ihre Mutter habe sie einmal angeschrien: "Oh nein! Du wirst keine weitere gute Frau in einem Kleid spielen!"

Ab 2003 folgten große kommerzielle Erfolge mit einer tragischen Rolle in der romantischen Komödie "Tatsächlich ... Liebe" sowie der Fantasy-Figur "Professor Trelawney" in den "Harry Potter"-Filmen. Für Produktionen wie "Eine zauberhafte Nanny" und "Bridget Jones' Baby" schrieb Thompsons weitere Drehbücher.

"Manchmal kommt einem etwas unter, das wirklich eine große Tiefe und Weite hat", sagte Emma Thompson dem "Independent" einmal. Gemeint war die Fallada-Verfilmung "Jeder stirbt für sich allein". Regisseur Vincent Perez verfilmte 2016 die wahre Geschichte eines Arbeiterehepaares, das sich den Nazis widersetzt. Thompson spielte die weibliche Hauptrolle an der Seite von Brendan Gleeson und sagte darüber: "Das sind die Jobs, für die Sie als Künstlerin leben. Das war einer von denen."

Engagement fürs Klima und drei neue Filme

Emma Thompson
Für den Klimaschutz aktiv: Emma Thompson Bildrechte: imago/i Images

Emma Thompson ist für ihre offenen Worte bekannt, äußerte sich in der Presse als Brexit-Gegnerin, setzt sich für hungrige Schulkinder ein, engagiert sich für den Klimaschutz. Auseinandersetzungen scheut sie nicht: Während einer Anti-Fracking-Demo wurde sie von einem wütenden Traktorfahrer mit Gülle bespritzt. Thompson arbeitet mit Greenpeace zusammen und reiste vor einiger Zeit in die Arktis, um die Auswirkungen des Klimawandels mit eigenen Augen zu sehen: "Man muss wirklich herausfinden, wie viele Milliarden für die Lügen ausgegeben werden, die die Leute über das Klima erzählen", sagte sie in einem Interview mit dem "Independent".

Mit 60 Jahren habe sie sich nun vorgenommen, weniger zu arbeiten und ihr Leben zu genießen, gab sie in einem Interview mit "Vulture" an. Trotzdem wird Thompson in diesem Jahr in mindestens drei Filmen zu sehen sein: In der vierten Folge von "Men in Black" als Leiterin der MIB, als Talkshow-Moderatorin in der Tragikomödie "Late Night" sowie in der romantischen Weihnachtskomödie "Last Christmas".

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kultur kompakt | 15. April 2019 | 06:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. April 2019, 04:00 Uhr

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