Future Mask von Rebecca Chesney.
Zeitgenössische Kunst bei der Biennale in Halberstadt: "Future Mask" von Rebecca Chesney Bildrechte: Gavin Renshaw, 2017

"Der Klimawechsel" Kunst in Bank und Rathaus: Biennale Halberstadt

Halberstadt im Vorharz ist eigentlich für seinen mittelalterlichen Domschatz bekannt. Doch seit einiger Zeit unterstützt die Stadt auch Gegenwartskunst und das mit einigem Engagement. Die dritte Kunstbiennale trägt den Titel "Der Klimawechsel" und präsentiert vier Wochen lang Gegenwartskunst an unentdeckten Orten.

von Ulrich Wittstock und Sandra Meyer, MDR KULTUR

Future Mask von Rebecca Chesney.
Zeitgenössische Kunst bei der Biennale in Halberstadt: "Future Mask" von Rebecca Chesney Bildrechte: Gavin Renshaw, 2017

Aufbauatmosphäre, es klingt nach Baumarkt und sieht auch ein wenig so aus: Latten, Stangen und Platten ergeben einen großen Kasten mit schiefer Ebene. Der Berliner Künstler Sven Wiesner baut hier an seiner "Earth Box", mit erdigen Böden, Sanden und Asphalt. Eine Art raumgreifende Böschung oder Abhang entsteht - je nach Sichtweise. Und das an einem ungewöhnlichen Ort, nämlich in einem ehemaligen Bankgebäude. Die Dinge kommen vielleicht ins Rutschen.

Kunst im Tresorraum

Ilka Leukefeld, Vorsitzende des Kunstvereins MKH in Halberstadt freut sich, dass bei der Suche nach interessanten Ausstellungsorten in diesem Jahr der Besitzer der ehemaligen Zentralbank für die Biennale begeistert werden konnte. Auch im Tresorraum der Bank wird Kunst zu sehen sein und beim Betrachten stellt sich ganz unwillkürlich die Frage, was bleibt eigentlich, wenn das Geld nur noch als Datensatz existiert. Das Thema der Biennale passt sich diesen Gegebenheiten an.

Das Thema ist Klimawechsel, also ökonomisch und technisch. Einige sind politischer als andere - viele Künstler sprechen über die Umwelt und was jetzt passiert.

Kuratorin Pipa Kossarek

14 internationale Künstler präsentieren sich in Halberstadt - nicht nur in der ehemaligen Landeszentralbank, sondern auch im Hauptbahnhof, im Dom, im Keller des Rathauses oder in der Hochschule Harz. Der künstlerische Klimawechsel zieht sich quer durch die Stadt.

Kein Hotspot der Gegenwartskunst

Zwar findet die Biennale nunmehr in dritter Auflage statt, doch ein Hotspot der Gegenwartskunst war Halberstadt bislang nicht. Die Künstlerinnen und Künstler aus London, Tokio, Glasgow oder München in den Vorharz zu locken, sei trotzdem leicht gewesen, meint Kuratorin Pippa Kossarek. Sie kämen gern, weil die interessanten Orte und das Konzept sie überzeugen.

Dom zu Halberstadt
Der Halberstädter Dom ist einer der Ausstellungsorte der Biennale Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Tor zum Harz nennt sich Halberstadt nicht ganz zufällig denn hinter den Schlanken Türmen von Dom und Harz erhebt sich der Brocken. Ein deutscher Sehnsuchtsort, vielfach bedichtet und wahrscheinlich noch vielfacher gemalt. Ölgemälde sucht man unter den vielen Arbeiten der Biennale jedoch vergeblich. Stattdessen gibt es eine große Vielfalt an zeitgenössischen Arbeiten, Videokunst, Installationen und Skulpturen. Begleitet wird die Ausstellung von Lesungen, Performances und Erkundungsgängen, vor allem am Wochenende.

"Der Klimawechsel" | 31. August bis 29. September 2018
Öffnungszeiten:
Donnerstag und Freitag, 14 - 17 Uhr
Samstag und Sonntag, 11 - 17 Uhr

Ausstellungsorte sind Hauptbahnhof, Rathauskeller, Hochschule Harz, Ehem. Landeszentralbank, MKH-Büro und Dom. Die Stadtwerke Halberstadt spenden einen Kunstfahrschein für den Nahverkehr.  

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | MDR KULTUR am Morgen | 31. August 2018 | 06:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 31. August 2018, 04:00 Uhr

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