Exponat in der Arche Nebra in Wangen
Ausgefallene Präsentationen, liebevolle Sammlungen und wertvolle Kunstschätze: In Sachsen-Anhalts Museen gibt es viel zu entdecken. Bildrechte: imago/Steffen Schellhorn

Ausflugsziele Diese Museen in Sachsen-Anhalt muss man gesehen haben

In Dessau den Geist des Bauhaus erkunden, in Eisleben auf den Spuren Martin Luthers wandeln oder in Halle erstklassige Gemälde anschauen - wie wäre es mit einem Ausflug ins Museum? Wir empfehlen spannende Ausstellungen in Sachsen-Anhalt, die man mit einer Stadtbesichtigung oder einer Wanderung kombinieren kann.

Exponat in der Arche Nebra in Wangen
Ausgefallene Präsentationen, liebevolle Sammlungen und wertvolle Kunstschätze: In Sachsen-Anhalts Museen gibt es viel zu entdecken. Bildrechte: imago/Steffen Schellhorn

Dessau: Bauhaus Museum und Meisterhäuser

Dessau-Roßlau, die drittgrößte Stadt Sachsen-Anhalts, lockt Touristen mit weltberühmter Architektur: Das Dessauer Bauhaus gilt als Ikone der Moderne und seine Stätten gehören seit 1996 zum Unesco-Welterbe. Die Kunst-, Design- und Architekturschule wurde 1926 nach den Plänen des Gründers und Architekten Walter Gropius errichtet und ist nach wie vor ein lebendiger Ort, an dem auch gelehrt wird.

Viele Ausstellungsstücke aus der weltweit zweitgrößten Bauhaus-Sammlung der Welt sind seit September 2019 im neuen Bauhaus-Museum zu sehen: Rund 1.000 bedeutende Bauhaus-Exponate lassen sich dort auf 1.500 Quadratmetern entdecken. Die Ausstellung folgt hierbei keiner chronologischen Aufteilung, die Objekte finden in einem scheinbar schwebenden Riegel Platz. Der Charakter des Bauhauses als Schule, Lehrgemeinschaft und Versuchsstätte soll so gezeigt werden.

Sehr sehenswert sind auch die Meisterhäuser von Walter Gropius, die in einem kleinen Kiefernwäldchen an der nahe gelegenen Ebertallee stehen. Das Ensemble besteht aus drei Doppelhäusern und einem Einzelhaus, die für die Bauhausmeister und den Direktor errichtet wurden. In den 20er-Jahren waren die Meisterhäuser eine richtige Künstlerkolonie. Für Besucher sind sie heute komplett zugänglich und vermitteln einen Eindruck vom damaligen Wohnen. László Moholy-Nagy und Walter Gropius richteten ihre Häuser zum Beispiel komplett mit Möbeln von Marcel Breuer ein. Zu den prominenten Mietern gehörten auch Lyonel Feininger, Wassily Kandinsky und Paul Klee, die hier mit ihren Familien lebten und die Meisterhäuser im eigenen Stil einrichteten.

Meisterhaus Bauhaus Dessau
Die Dessauer Meisterhäuser demonstrierten einst eine neue Art des Wohnens. Heute sind sie für Besucher geöffnet und bieten Ausstellungen zum Thema Bauhaus. Bildrechte: imago/Klaus Martin Höfer

Informationen zum Museum Bauhaus Dessau
Gropiusallee 38
06846 Dessau-Roßlau

Öffnungszeiten:
täglich 10 - 17 Uhr

Bauhaus Museum
Mies-van-der-Rohe-Platz 1
06844 Dessau-Roßlau

Öffnungszeiten:
9.9. – 31.10.2019: täglich 9 – 18 Uhr
ab 1.11.2019: täglich 10 – 17 Uhr

Meisterhäuser
Ebertallee 59–7
06846 Dessau-Roßlau

Öffnungszeiten:
November bis März: täglich 11 - 17 Uhr
April bis Oktober: täglich 10 - 17 Uhr

Eisleben: Martin Luthers Sterbehaus

Eisleben ist eine durch und durch von Martin Luther geprägte Stadt. Hier wurde der große Reformator geboren und hier ist er gestorben. Am Andreaskirchplatz im historischen Stadtkern steht ein Haus, das man lange Zeit für das Sterbehaus Luthers hielt. Neuere Forschungen widerlegten das zwar, doch das so genannte Sterbehaus blieb eine Luther-Gedenkstätte und wurde ins UNESCO-Welterbe aufgenommen.

Die Ausstellung "Luthers letzter Weg" erzählt von Luthers letzter Reise nach Eisleben, um den Streit der Mansfelder Grafen zu schlichten. Sie dokumentiert Luthers Tage vor Ort und zeigt seine Bedeutung als Seelsorger. Der Rundgang führt Besucher schließlich in die "Sterberäume", die eindrucksvoll historisch ausgestattet wurden. Ein Nachbau von Luthers Bett wurde mit dem originalen Bahrtuch bedeckt, das 1546 auf seinem Sarg lag.

Wer im Anschluss weiter auf den Spuren Luthers wandeln möchte, der hat in Eisleben viele Möglichkeiten. Luthers Geburtshaus mit einer Ausstellung über seine Herkunft und die St. Petri-Pauli-Kirche, in der er getauft wurde, beispielsweise. Sie liegen nah beieinander und können bei einem Spaziergang durch die Stadt erkundet werden.

Nachbau von Luthers Schlafzimmer mit seinem Bett im Sterbehaus von Martin Luther (1483-1546) in Eisleben
In Luthers Sterbehaus in Eisleben wurde das Schlafzimmer des Reformators mit seinem Bett nachgebaut. Bildrechte: imago/epd

Informationen zum Museum Luthers Sterbehaus
Andreaskirchplatz 7
06295 Lutherstadt Eisleben

Öffnungszeiten:
April bis Oktober: Montag - Sonntag 10 - 18 Uhr
November bis März: Dienstag - Sonntag 10 - 17 Uhr

Hötensleben: Grenzdenkmal

Die Gemeinde Hötensleben liegt im Landkreis Börde, an der Grenze zu Niedersachsen. Unmittelbar vor dem Ort verlief bis 1989 die innerdeutsche Grenze. Somit war Hötensleben mit einer massiven Grenzsperranlange versehen. Diese ist heute in Teilen erhalten: Das Grenzdenkmal Hötensleben ist ein beeindruckendes Zeugnis der DDR-Grenzbefestigung und wurde nur auf Initiative eines Bürgervereins in diesem Umfang bewahrt.

Besucher können den 350 Meter langen erhaltenen "Schutzstreifen" aus Mauern, Metallgitterzäunen, Signaldrähten, Minenfeldern und Wachtürmen anschauen. Das Gelände ist frei zugänglich. Auf Infotafeln kann man sich beispielsweise über die Funktionsweise von Selbstschussanlagen informieren - die Unmenschlichkeit der Grenzeinrichtung wird dem Besucher hier unmittelbar vor Augen geführt.

Das Grenzdenkmal gehört zur Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn, die etwa 15 Autominuten von Hötensleben entfernt liegt. Wer mehr erfahren möchte, kann hier eine Ausstellung zur Geschichte der Grenzübergangsstelle Marienborn besuchen.

Informationen zum Museum Grenzdenkmal Hötensleben
39393 Hötensleben

Das Grenzdenkmal ist ganzjährig begehbar. Kostenlose Führungen können über die Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn angemeldet werden.

Von Montag bis Freitag, 11 bis 13 Uhr gibt es Verpflegung durch eine Gullaschkanone am Denkmal Hötensleben.

Halberstadt: Schachmuseum Ströbeck

Vor den Toren von Halberstadt im Harzvorland liegt das Dorf Ströbeck. Ein Ort, der seit tausend Jahren eng mit dem Schachspiel verbunden ist und diese Tradition mit großer Leidenschaft pflegt. Im 11. Jahrhundert soll ein Halberstädter Bischof einen Fürsten im Ströbecker Wartturm eingesperrt haben und der Gefangene brachte den wachenden Bauern das Schachspiel bei. Soweit der Gründungsmythos des Schachdorfs, in dem es heute eine Schachschule, ein Schachfest und ein Lebend-Schach-Ensemble gibt.

Am "Platz am Schachspiel" findet man das Museum. Dort sind Spielfiguren aus aller Welt ausgestellt, Besucher können etwas über die Geschichte des Spiels erfahren und die Einflüsse von Schach auf die Kunst erkunden. Wer Schach beherrscht, kann im Spielraum des Museums verschiedene Varianten selbst ausprobieren oder im Innenhof Freiluftschach spielen.

Nach dem Besuch lohnt es sich, noch ein wenig durch das Dorf zu schlendern und beispielsweise besagten "Schachturm" anzuschauen. An vielen Häusern und Gärten sind außerdem Schachmotive zu entdecken.

Informationen zum Museum Schachmuseum Ströbeck
Platz am Schachspiel 97
38822 Schachdorf Ströbeck

Öffnungszeiten:
April bis Oktober: Dienstag - Sonntag, 13 - 17 Uhr
November bis März: Dienstag - Sonntag, 13 - 16 Uhr

Halle: Kunstmuseum Moritzburg

Die spätgotischen Moritzburg in Halle überdauerte Jahrhunderte. Zum Teil als Ruine, zum Teil erhalten, baute man hier in den 20er-Jahren eine moderne Kunstsammlung auf, die in die erste Liga der deutschen Museen aufrückte. Im Jahr 2008 schließlich, wurden moderne Museumsräume in die alten Mauern integriert und so verwandelte sich die Moritzburg in ein Kunstmuseum mit 2.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche. Sie beherbergt sechs Sammlungen mit Gemälden, Plastiken, Fotografien und mehr - Werke von Wassily Kandinsky, Gustav Klimt, Max Beckmann und Otto Dix sind hier zu sehen.

Die Dauerausstellung zeigt in drei Bereichen Kunst von 1900 bis 1918 mit dem Schwerpunkt Expressionismus, Kunst von 1919 bis 1933 mit dem Schwerpunkt Neue Sachlichkeit und Abstraktion sowie Kunst von 1933 bis 1945. Neben Werken, die während der Zeit des Nationalsozialismus als "entartet" deklariert wurden, zeigt das Museum ganz bewusst auch Werke, die den Nationalsozialisten als "anerkannte Vertreter der Staatskunst" galten, wie zum Beispiel das Bild "Abendfriede" von Emil Nolde.

Familien mit Kindern wird der Zugang zur Kunst mit Workshops und altersgemäßen Führungen erleichtert. Nach dem Besuch lädt das Moritzkunstcafé mit Freisitz im Innenhof zum Verweilen ein. Oder man steuert eines der zahlreichen Cafés in Halles Innenstadt an - die Kleine Ulrichstraße mit vielen Lokalen liegt nicht weit entfernt.

Blick in die Ausstellung ''Wege der Moderne. Kunst in Deutschland 1900–1945''.
Ein Blick in die Ausstellung "Wege der Moderne. Kunst in Deutschland 1900–1945" im Kunstmuseum Moritzburg. Bildrechte: Marcus-Andreas Mohr

Informationen zum Museum Kunstmuseum Moritzburg Halle
Friedemann-Bach-Platz 5
06108 Halle (Saale)

Öffnungszeiten:
Montag, Dienstag, Donnerstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr
Mittwoch geschlossen

Halle: Beatles-Museum

Was Halle an der Saale mit der Liverpooler Band "The Beatles" zu tun hat? Allerhand! Denn mitten in Halle, nahe des Marktplatzes, befindet sich das Beatles-Museum - die weltweit älteste und umfangreichste öffentliche Einrichtung zu den Beatles. Ursprünglich befand sich das Museum in Köln. Als mehr Platz benötigt wurde, suchte man deutschlandweit nach einem Standort und fand in einem Hallenser Barockhaus ein neues Zuhause. Heute entführt die liebevoll zusammengestellte Sammlung Besucher ins England der 60er-Jahre.

Die Ausstellung dokumentiert die Bandgeschichte von der Gründung 1960 bis zur Auflösung 1970 sowie die Solopfade, auf denen die Bandmitglieder darüber hinaus wandelten. Zu sehen sind Fotos, Artikel und Poster aus original BRAVO-Zeitschriften sowie jede Menge skurrile Fanartikel. Dazu gibt es Musik: Schon im Foyer ertönen Beatles-Songs und an Musikstationen kann man in die Beatles-Hits hören. Im "Rockband-Raum" können Besucher die Songs mit einem Konsolenspiel selbst spielen.

Das Beatles-Museum ist ein sehr entspannter Ort, es gibt auch ein kleines Café mit Terasse. Einen kurzen Spaziergang entfernt, befindet sich die Innenstadt mit Hallmarkt und Marktkirche.

Beatles Museum Halle
Das Beatles-Museum lässt die Euphorie um die britische Band, die "Beatlemania" wieder aufleben. Bildrechte: Beatles Museum Halle (Saale)

Informationen zum Museum Beatles-Museum
Alter Markt 12
06108 Halle (Saale)

Öffnungszeiten
Dienstag - Sonntag, 10 - 18 Uhr
Montag geschlossen

Halle: Meckelsche Sammlungen

In einem Backsteingebäude in der Großen Steinstraße in Halle befindet sich das Institut für Anatomie und Zellbiologie der Uni Halle. Hier kann man eine der umfangreichsten anatomischen Sammlungen in Deutschland sehen.

Johann Friedrich Meckel (der Jüngere) war Anfang des 19. Jahrhunderts Professor für Anatomie und Physiologie in Halle. Er stammte aus einer Ärztefamilie und baute die Meckelsche Sammlung zu Spitzenzeiten auf mehr als 12.000 Präparate aus. Heute sind noch etwa 8.000 Präparate im Anatomie-Institut zu sehen. Für Außenstehende ein wahres Gruselkabinett: Vitrinen mit Organen, Knochen und Schädeln dienen zur Lehre der menschlichen Anatomie. Spannend sind auch die "vergleichend-anatomischen" Exponate, also Skelette von Fischen, Amphibien, Reptilien und Säugetieren sowie tierische Feuchtpräparate.

Weil die Sammlung wissenschaftlich genutzt wird, kann sie nur im Rahmen einer Führung besucht werden, für die man sich vorher anmelden muss. Im Anschluss an den Besuch kann man noch durch das nahe gelegene Paulusviertel schlendern. Die Wohnhäuser im Historismus- und Jugendstil sind rund um die Pauluskirche mit einem kleinen Park angeordnet.

Informationen zum Museum Meckelsche Sammlungen
Große Steinstraße 52
06108 Halle (Saale)

Besuch nur mit Führung (Mindestalter 16 Jahre), Infos und Voranmeldung auf der Website des Instituts.

Magdeburg: Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen

Das älteste erhaltene Bauwerk Magdeburgs ist das romanische Kloster "Unser Lieben Frauen" zwischen Altstadtkern und Elbe. Einmalig ist, dass sich in diesen beeindruckenden Räumen aus dem 12. Jahrhundert ein Kunstmuseum befindet. Die Sammlung umfasst vor allem deutsche und internationale Kunst der Gegenwart, die in den drei Gewölben des Nordflügels ausgestellt werden.

Allen Formen der bildenden Kunst, Malerei und Grafik, aber auch Installation, Fotografie und Video, finden sich in der Ausstellung, die mit eben dieser Vielfalt begeistert. Neben zeitgenössischer Kunst sind Skulpturen der klassischen Antike, mittelalterliche Holzskulpturen und Bildhauerkunst des 19. Jahrhunderts und frühen 20. Jahrhunderts ausgestellt. Besucher können das Museum multimedial erkunden. Die Guides sind neben den üblichen Audios auch mit Bildern, Videos und einem eigens für Kinder zusammengestellten Rundgang ausgestattet.

Vor den Türen des Museums geht es weiter: Im Skulpturenpark sind mehr als 60 Werke zu sehen. Vor allem die Spiegelinstallation "TRANSREFLEX" der Künstlergruppe "realtities:united" sollte man sich anschauen - die Berliner Brüder Tim und Jan Edler haben sich mit digitaler Fassadenkunst einen Namen gemacht. Im Anschluss lädt das Klostercafé zum Verweilen ein.

Informationen zum Museum Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen
Regierungsstraße 4-6
39104 Magdeburg

Dienstag bis Freitag: 10 - 17 Uhr
Sonnabend und Sonntag: 10 - 18 Uhr
Montag geschlossen

Nebra: Arche Nebra

Die Arche Nebra steht golden glänzend auf einem freiem Feld im Unstruttal, nahe der Orte Nebra und Wangen. Sie ist der berühmten Himmelsscheibe von Nebra gewidmet.

Als man die Scheibe aus der Bronzezeit 1999 fand, war das eine archäologische Sensation. Über 3.600 Jahre alt, ist sie die älteste bekannte Darstellung des Kosmos weltweit. Zwar liegt das Original inzwischen im Landesmuseum für Frühgeschichte in Halle, doch das Besucherzentrum Arche Nebra widmet sich allen Fragen rund um den Fund auf ungewöhnliche, sehr spannende Art. Es ist eine modern konzipierte Ausstellung mit Comics, Filmen und einer virtuellen Figur: In die Vitrinen projiziert, führt der "Hausgeist" charmant durch die Arche Nebra. Im Obergeschoss befindet sich das Planetarium: In einer 20-minütigen Show erfahren Besucher mehr über das erstaunlich komplexe, astronomische Wissen der Bronzezeit.

Die Arche Nebra bietet sich besonders für einen Familienausflug an, Kinder finden hier ein Kasperletheater zur Fundgeschichte und eine Spielecke. Im Anschluss kann man im Restaurant einkehren - von der Sonnenterasse aus hat man einen tollen Blick ins Grüne. Wer möchte, unternimmt eine 3,5 Kilometer lange Wanderung zum genauen Fundort der Himmelsscheibe auf dem Mittelberg. Dort steht ein spektakulärer Aussichtsturm, von dem man das Kyffhäusergebirge sehen kann.

Informationen zum Museum Arche Nebra
An der Steinklöbe 16
06642 Nebra

Öffnungszeiten:
April bis Oktober: täglich 10 - 18 Uhr
November bis März: Dienstag - Freitag, 10 - 16 Uhr, Samstag/Sonntag/Feiertage, 10 - 17 Uhr

Randau: Steinzeitdorf

Dass sich eine Fahrradtour sehr gut mit ein Museumsbesuch verbinden lässt, zeigt sich im kleinen Randau zwischen Magdeburg und Schönebeck. Direkt am Elberadweg liegt ein Freilichtmuseum: das zwei Hektar große Steinzeitdorf Randau.

Besucher werden hier bis zu 7.500 Jahre zurück in die beginnende Jungsteinzeit, das Neolithikum, entführt. Grundlage für das Dorf bildete ein Fund in der Magdeburger Börde, der aus dieser Zeit stammt. Das so genannte bandkeramische Haus wurde nach heutigem Wissen rekonstruiert. Nach und nach entstand ein ganzes Dorf mit steinzeitlich eingerichteten Häusern, die mit nachgebildeten Werkzeugen und Waffen ausgestattet sind. So bekommt man einen Eindruck, wie die ersten Menschen lebten, die hier sesshaft wurden, um Ackerbau und Viehzucht zu betreiben. Anfassen und Ausprobieren ist ausdrücklich erwünscht: Besucher können selbst lernen, Jagdwaffen herzustellen, Wolle zu Spinnen oder Feuer zu machen.

Mit dem Elberadweg und dem Erlebnispfad Elbaue gibt es viele Möglichkeiten, den Besuch des Steinzeitdorfs mit einer Wanderung oder einem Radausflug zu verbinden - mit Auenwäldern und Wiesen, den Elbdörfern und zahlreichen Rastmöglichkeiten.

Informationen zum Museum Steinzeitdorf Randau
Müllerbreite 40
39114 Magdeburg

Während der Sommermonate Samstag und Sonntag geöffnet.

Freyburg: Weinmuseum auf Schloss Neuenburg

Schloss Neuenburg liegt oberhalb der Winzerstadt Freyburg, inmitten der malerischen Saale-Unstrut-Region, dem nördlichsten Weinanbaugebiet Deutschlands. Die Burg ist ein beliebtes Ausflugsziel und hat mehrere Auststellungen zu bieten, wobei das Weinmuseum besonders sehenswert ist.

Die ständige Ausstellung "Zwischen Fest und Alltag - Weinkultur in der Mitte Deutschlands" dokumentiert mehr als tausend Jahre Weinanbau in der Region. Im besonderen Ambiente des Galeriegewölbes kann man Exponate wie historische Weingeräte der Winzer und Kellermeister sowie Trink- und Schenkgefäße sehen. Besucher können auch in die Tiefen des Weinkellers hinabsteigen und eine Sammlung von historischen Weinkeltern, Fässern und Weinbergsgerätschaften entdecken.

Es wäre wohl kein echtes Weinmuseum, wenn man nicht auch probieren dürfte: In der Schänke des Museums kann man klassische und Raritätenweine verkosten. Auf dem Schloss gibt es darüber hinaus eine Wirtschaft und eine Brennerei. Vom Zwinger der Burganlage hat man eine großartige Aussicht auf die Weinberge und das Unstruttal.

Ausstellungsräume des Weinmuseums auf Schloss Neuenburg
Das Weinmuseum befindet sich im Erdgeschoss des Galerieflügels auf Schloss Neuenburg. Bildrechte: Thomas Tempel

Informationen zum Museum Museum Schloss Neuenburg
Schloss 1
06632 Freyburg (Unstrut)

Öffnungszeiten:
April bis Oktober: täglich, 10 - 18 Uhr
November bis März: Dienstag - Sonntag, 10 - 17 Uhr

Quedlinburg: Lyonel-Feininger-Galerie

Quedlinburg, nördlich des Harzes, hat mit seinem Schlossberg und der Stiftskirche ein beeindruckendes Wahrzeichen über der Stadt. Am Fuße dieses Berges befindet sich die Lyonel-Feininger-Galerie. Hier kann man den umfangreichsten und umfassendsten Bildbestand des deutsch-amerikanischen Malers außerhalb der USA sehen.

Lyonel Feininger (1871 - 1956) lebte überwiegend in Deutschland, bis sein Werk von den Nazis als "entartet" diffamiert wurde und er in die USA zurückkehrte. Einen Teil seiner Arbeiten übergab er vor seiner Ausreise an einen Quedlinburger Kunstsammler, der sie in seiner Heimatstadt versteckte. Neben dem einzigartigen Feininger-Bestand kann man im Museum Werke von Künstlern der Klassischen Moderne sehen, Emil Nolde, Erich Heckel und Ernst-Ludwig Kirchner zum Beispiel. Eine Rarität stellen die Grafiken "Friedericus Rex" von Lovis Corinth dar. Er war einer der wichtigsten Vertreter des deutschen Impressionismus. Seine Lithographien zu Preußens König Friedrich II. sind fast vollständig verbrannt, in Quedlinburg kann man einige Exemplare sehen.

Wer die Stadt noch nicht kennt, sollte etwas mehr Zeit einplanen und die romanische Stiftskirche St. Servatius besichtigen sowie Quedlinburgs wunderschöne Altstadt mit seinen Kirchen und Fachwerkhäusern erkunden.

Informationen zum Museum Lyonel-Feininger-Galerie
Museum für grafische Künste
Schlossberg 11
06484 Quedlinburg

Öffnungszeiten:
April bis Oktober: Mittwoch - Montag, feiertags: 10 - 18 Uhr
November bis März: Mittwoch - Montag, feiertags: 10 - 17 Uhr

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kulturtipps | 27. Juli 2018 | 09:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. August 2018, 15:35 Uhr

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