Neu im Kino "Tel Aviv On Fire": Komödie über eine schwülstige, anti-israelische Seifenoper

In diesem Kinofilm gelingt es Regisseur Sameh Zoabi, mit entlarvendem Witz und lebendigen Figuren, die aktuelle Situation zwischen Palästinensern und Israelis darzustellen. Ab ins Kino, meint unser Kritiker.

Wie "Traumfabrik" ist auch dies ein Film über das Filmemachen, aber diese schöne, israelische Produktion zeigt uns eindrucksvoll, wie weit man in diesem Genre bei aller Heiterkeit gehen kann. Salam – hervorragend gespielt vom in Venedig ausgezeichneten Kais Nashif – ist ein junger, etwas unbeholfener, in Israel lebender Palästinenser, der täglich in das Westjordanland muss. Denn er arbeitet in Ramallah an einer unendlich schwülstigen, stramm anti-iraelischen Seifenoper mit.

Diese Serie ist wegen ihrer emotionalen, romantischen Energie aber auch bei israelischen Frauen sehr beliebt, so auch bei der Gattin des Grenzoffiziers Assi. Als diesem bei der Kontrolle Salams Script in die Hände fällt, greift er kurzerhand ein, wird zum geheimen Co-Autor der Serie, deren politische Ausrichtung sich dadurch verändert.

Regisseur Sameh Zoabi, selbst israelischer Palästinenser, nutzt diesen sehr originellen Grundeinfall, um den ganzen Irrsinn der aktuellen Situation bloßzulegen, mit entlarvendem Witz und lebendigen Figuren, denen man die Zweifel, die Ratlosigkeit, aber auch die Hoffnungen glaubt.

Genre: Komödie
Regie: Sameh Zoabi
Darsteller: Kais Nashif, Lubna Azabal, Yaniv Biton, u.a.
Im deutschen Kino ab: 04.07.2019
Produktionsland: Luxemburg, Israel, Belgien
Bewertung: ★ ★ ★ ★ ☆ (4 von 5 Sternen)

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 04. Juli 2019 | 07:40 Uhr

Aktuelle Filmempfehlungen