Szene aus Alles Geld der Welt
John Paul Getty III. wurde entführt und hofft auf seine Familie Bildrechte: TOBIS Film GmbH

Filmkritik "Alles Geld der Welt" - ein realer Entführungsfall

von Knut Elstermann, MDR KULTUR-Filmkritiker

Szene aus Alles Geld der Welt
John Paul Getty III. wurde entführt und hofft auf seine Familie Bildrechte: TOBIS Film GmbH

Im Sommer 1973 wurde der Enkel des Multimilliardärs Jean Paul Getty in Italien entführt. Ein spektakulärer Fall, bei dem sich der Großvater lange weigerte, das Lösegeld zu zahlen. Die Mutter (energisch und sehr emotional: Michelle Williams) kämpfte wie eine Löwin um ihren Sohn.

Szene aus Alles Geld der Welt
Christopher Plummer spielt den Großvater des Entführungsopfers Bildrechte: TOBIS Film GmbH

Bekanntlich wurde Kevin Spacey nach den schweren Vorwürfen sexueller Übergriffe aus diesem Film herausgeschnitten. Christopher Plummer, der anstelle von Spacey die Figur des geizigen Opas übernahm - die betreffenden Szenen wurden nachgedreht - zeichnet ein eindringliches Bild dieses Mannes, eines Gefangenen in seiner eigenen Welt, emotional erkaltet, unberechenbar.

Besonders erschütternd aber erscheint in diesem klugen und sehr spannenden Film über die düstere Macht des Reichtums mit welcher Selbstverständlichkeit die Mafia im Süden Italiens alle alltäglichen Lebensbereiche durchdrungen hatte. Ohne die stillschweigende Unterstützung der Zivilgesellschaft wäre diese Entführung kaum möglich gewesen.

Genre: Thriller/Drama
Regie: Ridley Scott
Darsteller: Michelle Williams, Christopher Plummer, Mark Wahlberg u.a.
Im deutschen Kino ab: 15.02.2018
Produktionsland: USA
Bewertung: ★ ★ ★ ★ ☆ (4 von 5 Sternen)

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 15. Februar 2018 | 07:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. Februar 2018, 01:00 Uhr

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