Filmkritik Neu im Kino: Regiedebüt "Alles ist gut" von Eva Trobisch

Das Drama "Alles ist gut" erzählt die Geschichte einer Frau, die nicht Opfer sein will und nie über ihre Krisen spricht. Dafür zahlt sie jedoch einen hohen Preis. Ein gelungenes Regiedebüt von Filmhochschulabsolventin Eva Trobisch, meint unser Filmkritiker.

von Knut Elstermann, MDR KULTUR-Filmkritiker

Szene aus dem Film "Alles ist gut" 2 min
Bildrechte: NFP marketing & distribution

Di 25.09.2018 10:36Uhr 02:07 min

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Rechte: NFP Verleih

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Janne, eine Frau Mitte 30, führt ein unauffälliges Leben, in dem sie funktioniert, stets das tut, was von ihr erwartet wird. Ihr Verlag ist pleite, sie sucht sich eine neue Arbeit, organisiert mit ihrem Freund (Andreas Döhler) ihr Leben neu.

Janne geht über die Krisen ihres Daseins mit einer Verweigerungshaltung hinweg, die von der großartigen Burgschauspielerin Aenne Schwarz mit verhaltener Intensität aufgezeigt wird. Diese Haltung verändert sich verstörenderweise auch nicht, als Janne nach einem Klassentreffen vergewaltigt wird und dem Täter später auf Arbeit immer wieder begegnet. Janne verklagt ihn nicht, spricht nicht über das Geschehen.

Das herausragende Debüt der Regisseurin Eva Trobisch porträtiert eine Frau, die nicht Opfer sein, die sich nicht von der Außenwelt bestimmen lassen will. Den hohen Preis, den Janne dafür zahlt, zeigt der eindringliche Film, ohne dass er je benannt wird.

Genre: Drama
Regie: Eva Trobisch
Darsteller: Aenne Schwarz, Andreas Döhler, Hans Löw
Im deutschen Kino ab: 27. September 2018
Produktionsland: Deutschland
Bewertung: ★ ★ ★ ★ ☆ (4 von 5 Sternen)

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Filme der Woche | 27. September 2018 | 07:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. April 2018, 04:00 Uhr

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