Vater David (Steve Carell, r.) und Sohn Nic Sheff (Timothée Chalamet, l.)
Vater David (Steve Carell, r.) und Sohn Nic Sheff Bildrechte: 2018 AMAZON CONTENT SERVICES LLC. François Duhamel

Filmstart "Beautiful Boy": Berührende Vater-Sohn-Geschichte über Drogensucht

Das Drama "Beautiful Boy" des belgischen Regisseurs Felix Van Groeningen basiert auf den Erinnerungsbüchern von David Sheff und dessen Sohn Nic. Vater und Sohn – eindringlich gespielt von Steve Carell und Timothée Chalamet – wird einiges abverlangt, denn Nic ist drogenabhängig. Entschlossen kämpft sein Vater um ihn, muss dabei aber auch Rückschläge einstecken. Ein Film, der nicht auf emotionale Überwältigung setzt und gerade dadurch berührt, findet unser Kritiker.

Knut Elstermann
Bildrechte: Jochen Saupe

von Knut Elstermann, MDR KULTUR-Filmkritiker

Vater David (Steve Carell, r.) und Sohn Nic Sheff (Timothée Chalamet, l.)
Vater David (Steve Carell, r.) und Sohn Nic Sheff Bildrechte: 2018 AMAZON CONTENT SERVICES LLC. François Duhamel

Ein Vater aus dem Mittelstand, freier Journalist, kämpft um seinen Sohn. Lange Zeit bleibt dem Mann die Drogensucht des Heranwachsenden, der fast jeden verfügbaren Stoff nutzt, verborgen. Umso größer ist seine Erschütterung, aber auch seine Entschlossenheit, als er den sensiblen jungen Mann auf dem Weg durch die Kliniken, durch Fortschritte, und Rückschläge begleitet.

Nic Sheff (Timothée Chalamet)
Timothée Chalamet als Nic Sheff Bildrechte: 2018 AMAZON CONTENT SERVICES LLC. François Duhamel

Steve Carell spielt diesen Vater eindringlich und mit sichtbarer, innerer Bewegung, die große Liebe, die Trauer sind immer sichtbar, die Angst vor dem Verlust.

Doch die eigentliche Sensation ist Timothée Chalamet ("Call Me by Your Name") als Nic, der dieser Figur tiefe Verunsicherung, eine beunruhigende Unbeständigkeit geben kann, einen großen Reichtum an Gefühlen, aber auch etwas Unergründliches, denn die Ursachen für Nics Sucht lassen sich nie ganz erklären.

"Beautiful Boy" des belgischen Regisseurs Felix Van Groeningen basiert auf den beiden Erinnerungsbüchern von David Sheff und dessen Sohn Nic. Mit seiner Rückblenden-Technik kann er den kleinen Jungen, der Nic einst war, und den späteren Süchtigen in Beziehung setzen, die Erinnerungen des Vaters und seine Motive. Es ist ein genauer Film, der nicht auf emotionale Überwältigung setzt und gerade dadurch berührt: In dieser Vater-Sohn-Geschichte geht es um Vertrauen und Zuwendung, um den familiären Halt, den der Abhängige so sehr braucht.

Genre: Drama
Regie: Felix Van Groeningen
Darsteller: Steve Carell, Timothée Chalamet, Jack Dylan Grazer u.a.
Im deutschen Kino ab: 24.01.2019
Produktionsland: USA
Bewertung: ★ ★ ★ ★ ☆ (4 von 5 Sternen)

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 24. Januar 2019 | 07:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. Januar 2019, 04:00 Uhr

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