Die brillante Mademoiselle Neila
Neila kommt zu spät, ihr Professor beleidigt sie: Aus dieser Situation entspinnt sich eine charmante Komödie. Bildrechte: SquareOne/Universum

Filmkritik "Die brillante Mademoiselle Neila" Culture-Clash an der Pariser Sorbonne

Junge Frau mit maghrebinischen Wurzeln trifft auf älteren Professor, der von Political Correctness nicht viel hält. In der französischen Komödie "Die brillante Mademoiselle Neila" von Regisseur Yvan Attal überzeugen Frankreichs Jungstar Camélia Jordana und Daniel Auteuil. Eine Kritik von Knut Elstermann.

Die brillante Mademoiselle Neila
Neila kommt zu spät, ihr Professor beleidigt sie: Aus dieser Situation entspinnt sich eine charmante Komödie. Bildrechte: SquareOne/Universum

Neila, das Mädchen aus den Pariser Vorstädten hat es an die Sorbonne geschafft. An der Pariser Universität studiert sie Juristik, doch schon am ersten Tag stößt sie mit ihrem Professor, dem es stets nur um das Recht haben ohne Moral geht, zusammen. Der zynische ältere Herr (Daniel Auteuil) demütigt die junge Frau, die maghrebinische Wurzeln hat, vor dem ganzen Hörsaal mit sexistischen und rassistischen Sprüchen, die seine Spezialität sind.

Doch diesmal hat er den Bogen überspannt. Nach heftigen Beschwerden der Studenten droht ihm ein disziplinarisches Strafverfahren, bei dem er sich durch einen Deal mit seinem Präsidenten retten will: Er soll Neila erfolgreich zum Sieg beim nationalen Rhetorik-Wettkampf führen und so sein Herz für Migranten-Kinder zeigen. Sie ahnt diesen Hintergrund nicht.

Historische Vorbilder

Die Geschichte erinnert nicht von ungefähr an "My Fair Lady" oder an den antiken Mythos von Pygmalion. Der Schöpfer verliebt sich natürlich in seine Schöpfung, Neila wächst indessen über sich hinaus und erobert die Welt des Geistes. Die der feinen, sehr gut gespielten Komödie zugrunde liegende Idee ist etwas konventionell, ihre schöne Ausführung ist es nicht: Kulturelle und ideologische Gegensätze werden hier witzig, differenziert und voller Hoffnung ausgespielt. Menschen können sich ändern, ohne sich selbst zu verleugnen.

Genre: Komödie
Regie: Yvan Attal
Darsteller: Daniel Auteuil, Camélia Jordana
Im deutschen Kino ab: 14. Juni 2018
Produktionsland: Frankreich
Bewertung: ★ ★ ★ ☆ ☆ (3 von 5 Sternen)

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 14. Juni 2018 | 08:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. Juni 2018, 09:38 Uhr

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