Früh kommt der ersehnte Anruf: Joe (Jonathan Pryce) wird den Nobelpreis bekommen
Früh kommt der ersehnte Anruf: Joe (Jonathan Pryce) wird den Nobelpreis bekommen Bildrechte: SquareOne Entertainment / Graeme Hunter

Neu im Kino "Die Frau des Nobelpreisträgers" – Er bekommt den Preis, sie opferte dafür alles

Eines Morgens kommt der ersehnte Anruf: Der amerikanische Autor erhält den Literaturnobelpreis. Der Film "Die Frau des Nobelpreisträgers" zeigt, wie sich hinter den Kulissen einer stocksteifen Nobelpreis-Zeremonie die Tragik einer Ehe herausschält: Die Frau bleibt im Schatten, damit ihr Mann Erfolg hat. Jonathan Pryce und vor allem Glenn Close spielen das bewunderungswürdig, witzig und unendlich traurig, meint unser Kritiker.

von Knut Elstermann, MDR KULTUR-Filmkritiker

Früh kommt der ersehnte Anruf: Joe (Jonathan Pryce) wird den Nobelpreis bekommen
Früh kommt der ersehnte Anruf: Joe (Jonathan Pryce) wird den Nobelpreis bekommen Bildrechte: SquareOne Entertainment / Graeme Hunter

Es gibt einige erstaunliche Parallelen zu "Colette" in dieser Bestsellerverfilmung, obwohl die Hauptfigur nach Meg Wolitzers Roman erfunden ist. Aber auch sie steht im Schatten ihres Mannes, eines erfolgreichen, amerikanischen Autors, eines typischen Ostküsten-Intellektuellen. Ihm hat sie ihr Leben und wohl auch ihr Talent geopfert. "Ich war eine Königsmacherin", sagt sie zu dem König von Schweden beim Staatsbankett und deutet damit die Bitterkeit einer großen Lebenslüge an: "Die Frau des Nobelpreisträgers" hat nur für sein Werk gelebt.

Joan Castleman (Glenn Close) platzt der Kragen
Joan Castleman (Glenn Close, Mitte) platzt der Kragen Bildrechte: SquareOne Entertainment / Graeme Hunter

Dank dieses Films des schwedischen Regisseurs Björn Runge schauen wir hinter die Kulissen dieser stocksteifen Nobelpreis-Zeremonie. Vor allem aber sehen wir diese Ehe, deren Abgründe, Kränkungen, Zärtlichkeiten Glenn Close und Jonathan Pryce bewunderungswürdig, witzig und unendlich traurig ausspielen. Es ist die Geschichte einer lebenslangen Unterwerfung und Ausbeutung. Einen Nobelpreis gibt es dafür bekanntlich nicht, aber einen Oscar hätte Glenn Close für ihr hinreißendes Spiel der Entsagung endlich verdient.

Genre: Drama, Thriller
Regie: Björn Runge
Darsteller: Glenn Close, Jonathan Pryce, Max Irons
Im deutschen Kino ab: 03.01.2019
Produktionsland: Schweden, USA
Bewertung: ★ ★ ★ ★ ☆ (4 von 5 Sternen)

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | MDR KULTUR am Morgen | 03. Januar 2019 | 07:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. Januar 2019, 04:00 Uhr

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