Die Eltern von Simon Marianne (Emmanuelle Seigner) und Vincent (Kool Shen) können nicht fassen vor welche Entscheidung der Unfall ihres Sohnes sie stellt.
Simons Eltern Marianne (Emmanuelle Seigner) und Vincent (Kool Shen) können nicht fassen, vor welche Entscheidung der Unfall ihres Sohnes sie stellt. Bildrechte: Wild Bunch Germany

Filmstart "Die Lebenden reparieren" beschreibt die zwei Seiten einer Organspende

von Knut Elstermann, MDR KULTUR-Filmkritiker

Die Eltern von Simon Marianne (Emmanuelle Seigner) und Vincent (Kool Shen) können nicht fassen vor welche Entscheidung der Unfall ihres Sohnes sie stellt.
Simons Eltern Marianne (Emmanuelle Seigner) und Vincent (Kool Shen) können nicht fassen, vor welche Entscheidung der Unfall ihres Sohnes sie stellt. Bildrechte: Wild Bunch Germany

Simon, ein gerade erst siebzehnjähriger Junge, verunglückt. Sein Herz schlägt noch auf der Intensivstation, doch sein Hirn ist bereits tot. Die Eltern – die Mutter wird von Emmanuelle Seigner gespielt – stehen nun vor der schweren Entscheidung, die Organe des Sohnes freizugeben, während eine schwerkranke Frau in Paris verzweifelt auf ein neues Herz wartet.

Unterdessen erfährt die zweifache Mutter Claire (Anne Dorval), dass ihr schwaches Herz zu versagen droht, wenn nicht umgehend etwas unternommen wird.
Die zweifache Mutter Claire (Anne Dorval) erfährt, dass ihr schwaches Herz zu versagen droht. Bildrechte: Wild Bunch Germany

Nach dem Roman von Maylis de Kerangal schuf Regisseurin Katell Quillévéré diesen elliptisch erzählten, eindringlichen Film, in dem jede Phase des medizinischen Ablaufs genau und nüchtern geschildert wird, aber auch jeder Moment der Entscheidung und des Leidens seine Größe und Bedeutung erhält, wobei die Mediziner einfühlsam und völlig frei von Zynismus agieren. Ein unsentimentaler, aber ergreifender, zutiefst menschlicher und wunderbarer Film, der wahrhaft tröstend wirkt – gerade in diesen Zeiten der allgemeinen Häme und des lodernden Hasses.

Genre: Drama
Regie: Katell Quillévéré
Darsteller: Emmanuelle Seigner, Anne Dorval, Tahar Rahim
Im deutschen Kino ab: 07.12.2017
Produktionsland: Frankreich, Belgien
Bewertung: ★ ★ ★ ★ ★ (5 von 5 Sternen)

Über die Filme der Woche berichtet MDR KULTUR auch im: Radio | 07.12.2017 | 08:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. Dezember 2017, 20:43 Uhr

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