Filmstart "Die perfekte Kandidatin": Der absurde Alltag als Frau in Saudi-Arabien

Knut Elstermann
Bildrechte: Jochen Saupe

Regisseurin Haifaa Al Mansour hat 2012 den ersten Spielfilm Saudi-Arabiens gedreht – und das als Frau. Ihr neuer Film mit Hauptdarstellerin Mila Al Zahrani ist eine ermutigende Komödie über die schwierige Lage von Frauen in der saudischen Männerwelt.

Frau hält Mikrofon
Bildrechte: Neue Visionen

Die in Los Angeles lebende Regisseurin Haifaa Al Mansour hat 2012 mit "Das Mädchen Wadjda" Filmgeschichte geschrieben. Es war der erste von einer Frau inszenierte saudi-arabische Film und zudem der erste Spielfilm aus diesem Land überhaupt. Auch mit ihrem neuen Werk betritt sie Neuland: In Form einer Komödie erzählt sie in "Die perfekte Kandidatin" von Diskriminierung und dem zögerlichen, schweren Aufbruch von Frauen in Saudi-Arabien.

Dr. Maryam arbeitet als Ärztin in einem Krankenhaus und muss sich dort von männlichen Patienten herabsetzen lassen, aber auch mit vielen anderen Problemen herumschlagen. Kurzerhand beschließt die junge Frau (von Mila Al Zahrani mit sichtbar wachsender Kraft und Selbstbewusstsein gespielt) für den Gemeinderat zu kandidieren, was übrigens durchaus möglich wäre. Doch ihre Wahlkampagne in dieser erzkonservativen Männerwelt gestaltet sich mehr als kompliziert.

"Die perfekte Kandidatin" schildert mit Witz und Anteilnahme Maryams Wahlkampf, ihre Gefechte mit uralten Gesetzen der Geschlechtertrennung, die sie einhalten und zugleich unterlaufen muss, als ermutigende Komödie. Hier kann man über Absurditäten lachen, die im Alltag sicher nur quälend sind.

Genre: Komödie
Regie: Haifaa Al Mansour
Besetzung: Mila Alzahrani, Dae Al Hilali, Nourah Al Awad
Im deutschen Kino ab: 12.03.2020
Produktionsland: Deutschland, Saudi-Arabien
Bewertung: ★ ★ ★ ☆ ☆ (3 von 5 Sternen)

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 12. März 2020 | 08:10 Uhr

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