Szenenbild Die Eiskönigin 2
Nach sechs Jahren geht es für Eiskönigin Elsa, ihre Schwester Anna, Schneemann Olaf, Eislieferant Kristoff und Rentier Sven mit dem Abenteuer weiter. Bildrechte: Walt Disney

Kinostart "Die Eiskönigin 2" ist düsterer und erwachsener

Nach jahrelangem Hype mit Puppen, Kostümen und anderem Spielzeug um Eiskönigin Elsa, ihre Schwester Anna und Schneemann Olaf kommt jetzt "Die Eiskönigin 2" ins Kino. Eine Menge Lieder sind wieder dabei und auch immer noch so viel Girlpower. Doch der zweite Teil des Disney-Animationsfilms ist ernsthafter geworden. Unsere Kritikerin Anna Wollner hat den Film gesehen.

Szenenbild Die Eiskönigin 2
Nach sechs Jahren geht es für Eiskönigin Elsa, ihre Schwester Anna, Schneemann Olaf, Eislieferant Kristoff und Rentier Sven mit dem Abenteuer weiter. Bildrechte: Walt Disney

Mit knapp 1,3 Milliarden Dollar Einspielergebnis ist "Die Eiskönigin" der erfolgreichste Animationsfilm aller Zeiten. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis eine Fortsetzung in die Kinos kommt. Trotzdem ist "Die Eiskönigin 2" erst die vierte Fortsetzung eines Disney-Animationsfilms überhaupt. Den Macherinnen und Machern war es wichtig, die Geschichte wirklich weiterzuentwickeln. Produzent Peter Del Vecho war selbst vom Erfolg des ersten Films überrumpelt.

Wir wussten bei "Die Eiskönigin", dass wir einen guten Film haben, aber dass er so durch die Decke geht, hat uns überrascht. Vor allem wie die vielen Fans aus aller Welt auf den Film reagiert haben. Es war irgendwann ihr Film, gar nicht mehr unserer.

Peter Del Vecho, Produzent

Online entwickelte "Die Eiskönigin" ein Eigenleben, mit Sing-A-Long-Versionen, den Ohrwurmliedern und mit den beiden Heldinnen Elsa und Anna. Neben dem Film gab es jede Menge Merchandise, das zum finanziellen Erfolg und Bekanntheitsgrad bei Kindern, die den Film gar nicht kannten, beigetragen hat. Da liegt es für einen Konzern wie Disney natürlich nah, den Film weiter auszuschlachten, nicht nur über das Merchandise etc., sondern vor allem mit Fortsetzungen.

Szenenbild Die Eiskönigin 2 2 min
Bildrechte: Walt Disney

"Die Eiskönigin 2" erzählt die Geschichte gekonnt weiter

Der zweite Teil ist nun keineswegs einfach ein Aufguss von Teil Eins, der versucht auf der Erfolgswelle mitzuschwimmen. Vielmehr ist Disney das seltene Glanzstück gelungen, die Geschichte wirklich weiterzudrehen. Der erste Teil war ein Märchen um zwei Schwestern, eine mit magischen Fähigkeiten, die sich entfremdet haben und zueinander finden mussten, angehaucht mit ein paar Fehlentscheidungen und Abenteuern, mit dem unweigerlichen Happy End, das jetzt irgendwie weitererzählt werden muss. Das schafft die Fortsetzung mit einem dramaturgischen Kniff. Der Film hat noch genauso viel Girlpower, ist aber düsterer als Teil Eins, ernsthafter, vielleicht sogar erwachsener. Im Prinzip ist es ein Film für die Fans vom ersten Teil, die eben auch älter geworden sind. Das Unschuldige des Kinderfilms hat der zweite Teil verloren, das ist für Disney schon wagemutig.

Schneemann Olaf (r) und Anna in einer Szene des Films "Die Eiskönigin 2". 8 min
Bildrechte: Disney/dpa

Vom Sinn des Lebens und vererbter Schuld

Es geht um eine mysteriöse Stimme, die Elsa hört, einen verzauberten Wald hinter einer Nebelwand, einen magischen Fluss, ein indigenes Volk, das im Einklang mit der Natur lebt und eben Elsa, die ein düsteres Familiengeheimnis wieder gut machen will.

Ein Film, von der Tonalität ähnlich wie der erste, nur mit anderen Themen: Es geht darum rauszufinden, wo man im Leben hingehört, wer man ist und auch was der Sinn des Lebens für jeden einzelnen ist und welche Verantwortung man für vererbte Schuld trägt.

Szenenbild Die Eiskönigin 2
Der Film stellt Fragen nach Sinn des Lebens und Verantwortung. Bildrechte: Walt Disney

Warum der Film funktioniert

Die Mischung macht's und die besteht hier aus Abenteuer, einer starken Schwesterngeschichte, aufgelockert mit komödiantischen Einsätzen – vor allem durch Olaf den Schneemann, der von Elsa mit einem dauerhaften Frostschutz überzogen wurde, dass er nicht schmilzt. Schneemann Olaf wird in der deutschen Version von Hape Kerkeling gesprochen, der selbst großer Fan der Figur ist.

Ich mag an Olaf, dass er liebenswürdig bleibt egal, was passiert, es bringt ihn nicht wirklich etwas aus der Ruhe. Ich mag diese gesunde Naivität an ihm und ich mag wie er in die Welt schaut und wie er die Welt sieht. Da kann man sich was von ihm abgucken – die Welt als einen bunten schönen Ort zu sehen.

Hape Kerkeling, Komiker und Synchronsprecher

Die Songs haben – zum Glück möchte ich fast sagen – weniger Ohrwurmcharakter. Die Animation des Films ist "State of the Art". Hier hat Disney wieder etwas Eigenes kreiert.

Szenenbild Die Eiskönigin 2
Auch Olaf der Schneemann ist wieder mit dabei. Bildrechte: Walt Disney
Informationen zum Film
Genre: Animationsfilm  
Regie: Jennifer Lee und Chris Buck  
Im deutschen Kino ab: 21.11.2019  
Altersfreigabe der FSK: ohne Altersbeschränkung (ab 0)  

Zuletzt aktualisiert: 21. November 2019, 04:00 Uhr

Abonnieren