Frauen hocken und sitzen in Afrika auf dem Boden
Der Film macht in verschiedenen Ländern Station Bildrechte: Weltkino Filmverleih

Kino "#Female Pleasure" - Eindrucksvoller Kampf für Frauenrechte

Fünf beeindruckende Frauen porträtiert dieser Film. Sie gehören zu den fünf Weltreligionen und setzen sich für ein selbstbestimmtes Leben ein. Dabei haben sie mit starkem Widerstand zu kämpfen. Der Film erhielt den Preis der interreligiösen Jury bei der DOK Leipzig 2018.

von Knut Elstermann, MDR KULTUR-Filmkritiker

Frauen hocken und sitzen in Afrika auf dem Boden
Der Film macht in verschiedenen Ländern Station Bildrechte: Weltkino Filmverleih

Noch immer wird die Sexualität von Frauen in vielen Religionen unterdrückt und dämonisiert, während sie gleichzeitig Opfer von sexualisierter Gewalt werden, gerechtfertigt von einem zunehmenden religiösen Fanatismus. Die Schweizer Regisseurin Barbara Miller zeigt in ihrem Dokumentarfilm fünf großartige Frauen, die sich widersetzen, oft gegen brutale Gegenwehr, aber auch gegen innere Widerstände beim schmerzhaften Ablösen von den eigenen religiösen Wurzeln.

Eine Frau fährt lachend Kanu
Megumi Igarashi bekam Probleme für ihre Vagina-Boot-Performance Bildrechte: Weltkino Filmverleih

Ob Deborah Feldman, die aus der ultra-orthodoxen Gemeinde New Yorks ausbrach, Leyla Hussein, die unerschrocken gegen Frauenbeschneidung kämpft, deren Opfer sie selbst wurde, oder die japanische Künstlerin Megumi Igarashi, die wegen ihrer viele Tabus brechenden Arbeiten schon verklagt wurde - sie alle eint der Mut und die Entschlossenheit, das System der sexuellen Entmündigung und Ausbeutung zu durchbrechen. Allerdings sollte, auch wenn hier die Religionen im Mittelpunkt stehen, der Alltagssexismus in unserer so aufgeklärten westlichen Gegenwart mitgedacht werden. Die interreligiöse Jury der Leipziger Dokfilm-Woche 2018 setzte übrigens gerade ein schönes Zeichen für Toleranz und Offenheit, als sie ausgerechnet diesen Film mit ihrem Preis auszeichnete.

Genre: Dokumentation
Regie: Barbara Miller
Darsteller: ---
Im deutschen Kino ab: 08.11.2018
Produktionsland: Russland, Frankreich
Bewertung: ★ ★ ★ ★ ☆ (4 von 5 Sternen)

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 08. November 2018 | 08:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. November 2018, 04:00 Uhr

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