Filmstart "Gipsy Queen": eine Roma-Mutter boxt sich durch

Knut Elstermann
Bildrechte: Jochen Saupe

Die junge Roma Ali ist mit zwei Kindern aus einem rumänischen Dorf verstoßen worden und lebt nun in Hamburg. Dort beginnt sie, ihre Wut als Boxerin zu entladen. In dem packenden Film von Regisseur Hüseyin Tabak überzeugt vor allem Hauptdarstellerin Alina Serban, findet unser Kritiker.

Ein Mädchen sitzt an einem Tresen in einer Bar. 2 min
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Mi 01.07.2020 12:04Uhr 01:43 min

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Die junge Romna Ali ist mit ihren beiden Kindern noch nicht lange in Hamburg und jobbt in der Kneipe "Die Ritze". Im Keller wird tagsüber geboxt. Ali, die als ledige Mutter aus ihrem rumänischen Dorf verstoßen wurde, prügelt eines Tages ihre ganze Wut auf die Säcke so heftig ein, dass Boxtrainer Tanne (Tobias Moretti) sie tief beeindruckt sofort unter seine Fittiche nimmt.

Hauptdarstellerin Alina Serban: eine große Entdeckung

Das Boxen ist in dem packenden, sozial genauen Film von Hüseyin Tabak natürlich ein Symbol für den Überlebenskampf, manchmal etwas überdeutlich, aber auch dieser Sport ist ja sehr direkt. Die große Entdeckung ist die aus Bukarest stammende Hauptdarstellerin Alina Serban, Autorin und Roma-Aktivistin, mit ihrer ungeheuren Kraft und Sensibilität. Sie war für den Deutschen Filmpreis nominiert, jetzt können wir ihre großartige Leistung im Kino sehen: eine starke, entschlossene, aber auch verwundbare Kämpferin für ihre Kinder und für ihre Würde.

Genre: Drama
Regie: Hüseyin Tabak
Besetzung: Alina Serban, Tobias Moretti, Irina Kurbanova
Im deutschen Kino ab: 02.07.2020
Produktionsland: Deutschland/Österreich
Bewertung: ★ ★ ★ ☆ ☆ (3 von 5 Sternen)

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 02. Juli 2020 | 08:10 Uhr

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