Regiedebüt "Glitzer & Staub": Wenn Mädchen Bullenrodeo reiten

Knut Elstermann
Bildrechte: Jochen Saupe

Bullenreiten gilt als männlicher Sport. Doch auch Mädchen begeistern sich dafür. Dieser Film blickt hinter die Gründe für diese Faszination, sich nicht vom Rücken eines unbändigen Tieres werfen zu lassen. Es ist zugleich ein Blick auf amerikanisches Lebensgefühl und auf zugeschrieben Rollen und wie diese hinterfragte werden.

Ein Kind neben einem Übungsbullen
Ein Kind neben einem Übungsbullen Bildrechte: Julia Lemke / Port au Prince Pictures

Rodeo scheint ein sehr männlicher Sport zu sein – aber nicht nur Cowboys versuchen sich auf dem Rücken von tobenden Bullen zu halten. In ihrem wunderschön gedrehten Dokumentarfilm (Kamera führte die Co-Regisseurin Julia Lemke) begleiten die Filmemacherinnen vier Mädchen auf ihrem Weg zu Rodeo-Reiterinnen. Sie sind noch Kinder und begeben sich erstaunlich mutig in diese Welt. "No Fear", so steht es auf dem Gürtel der neunjährigen Ariyana, und genau darum geht es, um das Überwinden von Angst.

Mehr als Show

Der Film, auch eine Studie ur-amerikanischer Alltagskultur, beobachtet dabei auch das Umfeld, die Familien der Mädchen, um die man sich schon Sorgen macht angesichts der tobenden Tiere. Dabei geht es bei diesem Film um viel mehr als um das Rodeo-Showgeschäft, um Bullenreiten und Kälberfangen. Hier werden Geschlechterzuschreibungen hinterfragt, Erwartungshaltungen von Eltern beschrieben die Träume der Mädchen, von denen man bei aller Bewunderung nicht immer sagen kann, ob es ihre eigenen sind.

Ein Kind beim Rodeo
Rodeo ist nicht ungefährlich Bildrechte: Julia Lemke / Port au Prince Pictures
Genre: Dokumentation
Regie: Anna Koch, Julia Lemke
Besetzung: Altraykia Begay, Tatyanna Shorty Begay, Ariyana Escobedo, Maysun King
Im deutschen Kino ab: 29.10.2020
Produktionsland: Deutschland
Bewertung: ★ ★ ★ ★ ☆ (4 von 5 Sternen)

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 29. Oktober 2020 | 07:40 Uhr

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