Alden Ehrenreich alias Han Solo in SOLO: A STAR WARS STORY.
Alden Ehrenreich spielt den jungen Han Solo im neuen Star Wars-Film. Bildrechte: 2017 Lucasfilm Ltd. & ™

Interview Alden Ehrenreich will Han Solo und nicht Harrison Ford spielen

Han Solo – dieser Name reicht, um Generationen in Verzückung zu bringen. Weltraumschmuggler, Pilot des Millenium-Falken, Draufgänger, bester Freund von Chewie, Kino-Ikone. Seit 1977 Teil des größten Kinouniversums der Welt, ein Held, auf den sich alle einigen können. Nach der Star Wars-Übernahme von Disney bekommt Han Solo seinen eigenen Film: Die Vorgeschichte zu Harrison Fords Interpretation. Der neue, junge Han Solo wird gespielt vom 28-jährigen US-Amerikaner Alden Ehrenreich. Wir haben ihn zum Interview getroffen.

Alden Ehrenreich alias Han Solo in SOLO: A STAR WARS STORY.
Alden Ehrenreich spielt den jungen Han Solo im neuen Star Wars-Film. Bildrechte: 2017 Lucasfilm Ltd. & ™

MDR KULTUR: Was ist der größte Unterschied zwischen Ihrem Han Solo und Harrison Fords Han Solo?

Alden Ehrenreich: Meiner ist idealistischer. Er ist in einer rauen Umgebung groß geworden, hatte eine harte Kindheit. Er träumt von einem besseren Leben. Ein Leben voller Abenteuer und Freiheit. Mit diesem Idealismus muss er lernen, umzugehen. Vor allem in der Welt, in der er groß wird.

Wie schwierig war es, Ihren eigenen Han Solo zu finden und nicht nur Ford zu kopieren?

Das war eine ganz eigene Herausforderung. Ich spiele ja Han Solo, nicht Harrison Ford. Solo ist der Held der Geschichte, ich musste ihm Leben einhauchen. Natürlich muss es sich so anfühlen, als könnte aus meinem Han Solo der Han Solo von Harrison Ford werden, rein äußerlich. Aber wir treffen ihn an einem ganz anderen Punkt in seinem Leben. Es ist ein Balanceakt. Mir ging es darum, die Fußstapfen der Figur auszufüllen und nicht die von Harrison Ford. Beim Gucken des Films soll man irgendwann vergessen, dass man den Typen von woanders her kennt.

Ich hoffe einfach, dass die Leute den Film lieben werden.

Han Solo-Darsteller Alden Ehrenreich

Wie schwierig ist es, an einem Star Wars-Set zu sein und nicht den ganzen Tag vor Freude in die Luft zu springen und wieder Kind sein zu wollen?

Vor Freude nicht zu platzen und gleichzeitig zu spielen, dass man umgebracht werden soll, ist ein Balanceakt. Jeden Tag stand ich an einem anderen Set, mit anderen Aliens und Kreaturen um mich herum. Es gibt sehr wenig Spezialeffekte. Wenn ich den Millenium-Falken geflogen bin, war vor mir ein riesiger Bildschirm mit einem Sternenhimmel. So, als würde ich wirklich durchs Weltall fliegen. Jeder Tag war wie ein Ausflug nach Disneyland.

Wie haben Sie den Druck auf sich selbst wahrgenommen?

Von Anfang an. Die Tinte auf dem Vertrag war noch nicht trocken, da fing ich an zu zittern. Denn bei so einer großen Sache, sagt man ja zu allem ja. Nicht nur dazu, ein paar Monate einen Film zu drehen, sondern zur ganzen Erfahrung. Nach dem Casting habe ich mir Zeit gelassen, mich dafür oder dagegen zu entscheiden. Ich wollte es machen, weil ich es wirklich machen wollte und nicht, weil jeder um mich herum auf mich eingeredet habe, ich wäre bescheuert, wenn ich 'nein' zu Star Wars sagen würde. Mir war klar, dass es die größte Herausforderung meiner bisherigen Karriere wird. Deswegen wollte ich mir sicher sein, dass ich es wirklich machen will – in guten und in schlechten Zeiten.

Alden Ehrenreich alias Han Solo und Joonas Suotamo als Chewbacca in SOLO: A STAR WARS STORY.
Der Film zeigt auch, wie Han Solo und Chewbacca sich kennenlernen. Bildrechte: 2017 Lucasfilm Ltd. & ™

Es gab während der Dreharbeiten ein paar Probleme. Die eigentlichen Regisseure Phil Lord und Chris Miller wurden ein paar Wochen vor Drehschluss durch Hollywoodveteran Ron Howard ersetzt. Wie haben Sie diesen Wechsel erlebt?

Ich kam mit Phil und Chris sehr gut aus, sie waren es immerhin, die mich für den Film besetzt haben. Unsere Zusammenarbeit war gut. Ich war ja nicht dabei, als die Entscheidungen getroffen wurden, ich habe die angeblichen Querelen im Hintergrund nicht mitbekommen. Was durch die Medien ging, scheint für mich zu stimmen. Dass ihre kreativen Visionen für den Film auseinandergingen. Ich fand es schade, dass unser erster Ansatz nicht funktioniert hat.

Als Ron Howard kam, war es sehr ermutigend. Er hat eine neue Moral mitgebracht.

Han Solo-Darsteller Alden Ehrenreich

Er hatte weniger als eine Woche, um sich auf den laufenden Dreh vorzubereiten und war von Sekunde Eins an mehr als präsent. Er hat sich perfekt eingefügt in den Ton, die Mischung aus Humor, Action und Ernsthaftigkeit getroffen. Er hat sofort die richtige Sprache gesprochen – nämlich Star Wars.

Wie bereiten Sie sich auf den jetzt kommenden Ruhm vor?

Darauf kann man sich nicht vorbereiten. Es wird krasser, als ich es mir vorstellen kann. Ich kenne ein paar Leute, die nicht mehr durch den Haupteingang in ein Restaurant gehen können. Niemand, der das noch nicht erlebt hat, kann sich das vorstellen. Harrison Ford hat mir erzählt, wie schwer es für ihn war, seine Anonymität aufzugeben. Das sind die Schattenseiten, die mit Star Wars kommen.

Das Interview führte Anna Wollner.

Alden Ehrenreich als Han Solo und Joonas Suotamo als Chewbacca in SOLO: A STAR WARS STORY.
In einem Star Wars-Film mitspielen, das hat nicht nur gute Seiten, erzählt Schauspieler Alden Ehrenreich. Bildrechte: 2017 Lucasfilm Ltd. & ™
Genre: Weltraum-Western
Regie: Ron Howard
Darsteller: Alden Ehrenreich, Emilia Clarke, Donald Glover
Im deutschen Kino ab: 24.05.2018
Produktionsland: USA

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kultur Kompakt | 24. Mai 2018 | 06:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Mai 2018, 11:40 Uhr

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