A. R. Penck
Der Künstler A. R. Penck (1939-2017) Bildrechte: dpa

Ausstellung in Dresden Kupferstichkabinett zeigt A. R. Penck

von Ulrike Thielmann, MDR KULTUR

A. R. Penck
Der Künstler A. R. Penck (1939-2017) Bildrechte: dpa

Das Kupferstichkabinett in Dresden zeigt ab dem 13. Dezember eine Auswahl der Werke von A. R. Penck. In der Ausstellung mit dem Titel "Ralf Winkler – A.R. Penck. Welterfahrung und Bildsprache" sind 23 Werke aus dem reichen und vielschichtigen Bestand des Künstlers zu sehen.

Penck wurde 1939 mit dem Namen Ralf Winkler in Dresden geboren und gilt als einer der bekanntesten deutschen Künstler neben Gerhard Richter, Jörg Immendorff und Georg Baselitz. Im vergangenen Mai starb er im Alter von 77 Jahren in Zürich. Sein Markenzeichen waren Strichfiguren und Symbole, mit denen es ihm gelang, politische und gesellschaftliche Situationen darzustellen.

Unverwechselbare Bildsprache

So balanciert zum Beispiel auf dem Gemälde "Der Übergang" von 1963 eine Strichfigur über einen Steg zwischen zwei Blöcken; Flammen schlagen aus der tiefen Schlucht. Das konnte den DDR-Oberen nicht gefallen. 1980 reiste Penck aus der DDR aus und wurde bereits 1988 Kunstprofessor in Düsseldorf. Er galt als "Vater der Neuen Wilden". Studiert hat er selbst nicht - die Kunsthochschulen in Dresden und Ostberlin lehnten ihn ab. Penck entwickelte seine unverwechselbare Bildsprache als Autodidakt.

Zwischen den Systemen

 A.R.Penck Stehender Akt. Stillleben. Zeichnung
A. R. Penck: Stehender Akt. Stillleben. Zeichnung Bildrechte: Kupferstichkabinett Dresden/Andreas Diesend

Penck thematisierte in seinen Werken die Konflikte und Widersprüche beider politischer Systeme - des Ostens und des Westens - in einer an prähistorische Höhlenmalerei erinnernde Bildsprache, die auch sein Interesse an Kybernetik, Zeichensystemen und Informationsbegriffen wiedergab. Aus einer zu Beginn noch figürlichen Malerei entwickelten sich Anfang der 60er-Jahre die schmalen Strichfiguren, Symbole, Chiffren sowie abstrakte Zeichen.

Ausstellung in drei Schaffensepisoden

Eine Besucherin der Vorabbesichtigung der Ausstellung mit dem Titel: "To the museum of modern dreams" steht am 21.06.2012 in der Staatsgalerie Stuttgart vor einem Bild mit dem Titel: Standart von A.R. Penck.
A. R. Penck.: Standart Bildrechte: dpa

Die Sonderschau im Kupferkabinett gliedert sich in drei Teile: Zehn in der DDR entstandene Werke mit Schwerpunkt auf Pencks zeichnerischem Frühwerk bilden den Beginn der Ausstellung. Folgend zeigen die großformatigen Druckgrafiken "Ich im Westen" und die "8 Erfahrungen" Pencks Übergang von der DDR in ein neues System sowie seinen Neuanfang im Westen. Zuletzt thematisieren Pencks Entwürfe für das Layout des Katalogs zu seiner ersten großen Ausstellung in Dresden 1992 die Rückkehr in und Auseinandersetzung mit seiner Heimatstadt. Statt erklärender Wandtexte kommt der Künstler mit eindringlichen Zitaten selbst zu Wort.

Informationen zur Ausstellung: "Ralf Winkler – A. R. Penck. Welterfahrung und Bildsprache"
Vom 13. Dezember 2017 bis 19. März 2018
Residenzschloss Dresden, Georgenbau, Studiolo

Öffnungszeiten:
täglich 10 bis 18 Uhr, Dienstag geschlossen
Schließzeit: 22. bis 26. Januar 2018

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kunstkalender | 30. November 2017 | 17:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Dezember 2017, 00:00 Uhr

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Infos zur Ausstellung

Infos zur Ausstellung

Ralf Winkler – A.R. Penck. Welterfahrung und Bildsprache
Vom 13. Dezember bis 19. März 2018
Kupferstichkabinett Dresden
Residenzschloss
Taschenberg 2

A. R. Penck
Bildrechte: Deutsches Rundfunkarchiv/Fernsehen der DDR

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