Filmszene: "Nanouk"
Die großartigen jakutischen Schauspieler Fedosia Ivanowa und Michail Aprosinow sorgen für ein berührendes Filmerlebnis, sagt unser Kritiker Knut Elstermann. Bildrechte: Neue Visionen Filmverleih

Filmkritik Im Kino: "Nanouk" – eine Liebesgeschichte im ewigen Eis

Das Drama "Nanouk" von Regisseur Milko Lazarov ist schon auf der Berlinale gefeiert worden. Es erzählt von einem Rentierjäger (Michail Aprosinow) und seiner Frau (Fedosia Ivanowa), die im ewigen Eis leben und deren Welt sich durch den Klimawandel auflöst. Ein bildgewaltiges Werk, sagt unser Kritiker.

von Knut Elstermann, MDR KULTUR-Filmkritiker

Filmszene: "Nanouk"
Die großartigen jakutischen Schauspieler Fedosia Ivanowa und Michail Aprosinow sorgen für ein berührendes Filmerlebnis, sagt unser Kritiker Knut Elstermann. Bildrechte: Neue Visionen Filmverleih

Hoch oben im Norden, im ewigen Eis Jakutiens, lebt der alte Rentierjäger Nanouk mit seiner Frau. Wunderbar beobachtet der bulgarische Regisseur Milko Lazarov, fernab jeder ethnologischen Exotik oder Folklore, dieses Paar, das sich im Verlauf eines langen Lebens vollkommen angeglichen hat. Jeder Griff in diesem kargen Alltag sitzt, die Liebe und Zuneigung ist immer spürbar.

Die großartigen jakutischen Schauspieler Fedosia Ivanowa und Michail Aprosinow machen diese Beziehung nur mit Blicken und stillen Gesten zu einem berührenden Erlebnis. Doch die archaische Welt dieser Menschen löst sich auf. Der Klimawandel lässt das Eis schmelzen, die Tiere verenden an einer rätselhaften Krankheit, die Tochter sucht in der Ferne ein neues Leben und die Frau spürt unabwendbar den eigenen Tod nahen, voller Sorge um ihren dann unendlich einsamen Mann. 

"Nanouk", schon auf der Berlinale in diesem Jahr (außer Konkurrenz) gefeiert, ist ein wortkarges und bildgewaltiges Werk über die Schönheit einer bedrohten Natur und als stilles Drama über die innige, lebensnotwendige Beziehung zweier Menschen zugleich universell gültig.

Genre: Drama
Regie: Milko Lazarov
Darsteller: Mikhail Aprosimov, Feodosia Ivanova, Galina Tikhonova 
Im deutschen Kino ab: 18.10.2018
Produktionsland: Bulgarien/Deutschland/Frankreich
Bewertung: ★ ★ ★ ★ ☆ (4 von 5 Sternen)

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 18. Oktober 2018 | 08:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. Oktober 2018, 04:00 Uhr

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