Neu im Kino "Narziss und Goldmund": Hesses Erzählung als sinnliches Kinostück

Knut Elstermann
Bildrechte: Jochen Saupe

Der Roman über die innige Freundschaft zweier Mönche ist eines der populärsten Bücher von Literatur-Nobelpreisträger Hermann Hesse. Regisseur und Oscar-Preisträger Stefan Ruzowitzky hat daraus" ein saftiges Historien-Spektakel" gemacht, mit Jannis Niewöhner als Goldmund und Sabin Tambrea als Narziss. Eine Kritik.

Szenenbild: "Narziss und Goldmund"
Szene aus dem Film "Narziss und Goldmund" Bildrechte: Jürgen Olczyk / Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Die 1930 erschienene Erzählung "Narziss und Goldmund" von Hermann Hesse dürfte zu den meistgelesenen deutschen Büchern gehören. Die spätromantische Geschichte zweier Klosterbrüder, ihre innige Freundschaft, von der Seite Narziss' auch Liebe, war so etwas wie Pflichtlektüre empfindsamer Gemüter.

In Stefan Ruzowitzkys Verfilmung verkörpern Jannis Niewöhner als Goldmund und Sabin Tambrea als Narziss glaubwürdig die Prinzipien von extrovertiertem und introvertiertem Leben, für die diese Mönche stehen. Ruzowitzky ("Die Fälscher") inszeniert dabei kein konkretes Mittelalter, sondern ein buntes, sinnliches Historien-Spektakel, in dem Hesses Frauenfiguren ein größeres Gewicht erhalten.

Stefan Ruzowitzky macht aus Hesses gefühlstriefendem Roman ein saftiges, unterhaltsames Kinostück, in dem sich die Bindung dieses attraktiven Kloster-Paares vor dem Hintergrund von mittelalterlichem Schrecken, Pest und Aberglauben umso zarter abhebt.

Genre: Drama
Regie: Stefan Ruzowitzky
Besetzung: Jannis Niewöhner, Sabin Tambrea, André Hennicke
Im deutschen Kino ab: 12.03.2020
Produktionsland: Deutschland
Bewertung: ★ ★ ★ ☆ ☆ (3 von 5 Sternen)

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 12. März 2020 | 08:10 Uhr

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