Berlinale-Preisträger "Paris Calligrammes" – Eine genauso kluge wie kritische Liebeserklärung an Paris

Knut Elstermann
Bildrechte: Jochen Saupe

Ulrike Ottinger beleuchtet in ihrer Dokumentation "Paris Calligrammes" ihre Zeit in der französischen Hauptstadt. Dabei schwelgt sie ebenso in wundervollen Erinnerungen, wie sie auch kritische Gedanken nicht ausspart. MDR KULTUR-Filmkritiker Knut Elstermann findet, dass ihr damit eine differenzierte Retrospektive ihres Lebens gelingt.

Eine Frau schiebt einen Kinderwagen über die Straße 2 min
Bildrechte: Realfiction/Ulrike Ottinger

Ulrike Ottinger hat gerade die Berlinale-Kamera erhalten – eine hochverdiente Auszeichnung für diese deutsche Regisseurin, die seit vielen Jahren experimentierfreudig und unerschrocken Genre-Grenzen sprengt und dabei ein eindrucksvolles, vielschichtiges Werk geschaffen hat. Ebenfalls auf der Berlinale hatte ihr neuester Film Premiere, eine sehr persönliche Arbeit über ihre zweite Heimat Paris.

Eine differenzierte Liebeserklärung an Paris

Die Filmemacherin Ulrike Ottinger mit Sonnenbrille
Bildrechte: Realfiction/Jelka von Langen

Sie berichtet darin von den Erfahrungen als junge deutsche Künstlerin in den 60er Jahren, ihre Begegnungen mit legendären Kollegen, mit Emigranten aus Deutschland. Diese assoziative, anregende, kluge Liebeserklärung ist aus heutiger Sicht durchaus kritisch: die Gewaltexzesse der Protestbewegungen, die Gentrifizierung der Stadt werden erwähnt,  aber vor allem erscheint Paris als eine Schule des Lebens, als Zugang zu einer neuen, offenen Welt.

Genre: Doku
Regie: Ulrike Ottinger
Besetzung: Ulrike Ottinger
Im deutschen Kino ab: 05.03.2020
Produktionsland: Deutschland, Frankreich
Bewertung: ★ ★ ★ ★ ☆ (4 von 5 Sternen)

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 05. März 2020 | 07:40 Uhr

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