Filmstart: "Rückkehr nach Montauk" "Schön melancholisch"

von Knut Elstermann

Zum zweiten Mal hat Oscarpreisträger Volker Schlöndorff ein Buch seines Freundes Max Frisch verfilmt. Nach "Homo Faber" (1991) jetzt die Novelle "Rückkehr nach Montauk", der Film lief im Wettbewerb der Berlinale 2017 und geht sehr frei mit dem sehr persönlichen Stoff um. Der Erfolgsautor Max Zorn (herrlich zerknirscht von Stellan Skarsgard gespielt), ein Mann Anfang 60, reist zu seiner Buchpremiere nach New York und trifft dort die große, gescheiterte Liebe seines Lebens wieder, Rebecca (Nina Hoss). In den wenigen Tagen, die ihnen bleiben, stellt sich für ihn die große Frage voller Reue, ob die Gefühle von damals noch eine Gegenwart oder gar eine Zukunft haben.

Mit seinen großartigen Darstellern zieht Schlöndorff eine sehr aufrichtige Lebensbilanz, schön melancholisch wie in einem Antonioni-Film. "Es gibt nur zwei Dinge im Leben, die zählen", heißt es hier, "die Dinge, die wir bereuen, getan zu haben, und die Dinge, die wir bereuen, nicht getan zu haben." Daraus kann man auch als Zuschauer etwas machen, bevor es vielleicht zu spät ist.

Genre: Literaturverfilmung  
Regie: Volker Schlöndorff  
Darsteller:
  • Stellan Skarsgård, Nina Hoss, Susanne Wolff
 
Im deutschen Kino ab: 11.05.2017  
Produk tionsjahr: 2017  
Produktionsland: Deutschland, Frankreich, Irland  
Bewertung: ★ ★ ★ ☆ ☆ (3 von 5 Sternen)  

Über die Filme der Woche berichtet MDR KULTUR auch im: Radio | 11.05.2017 | 08:10 Uhr

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Lebensläufe "Regina Ziegler – Ein Film-reifes Leben" | 07. März 2019 | 23:05 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. März 2019, 04:00 Uhr

Aktuelle Filmempfehlungen

Nur eine Frau, Film, Filmbild 6 min
Bildrechte: NFP marketing & distribution