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Nur eine Frau
Regie: Sherry Hormann
Deutschland, 2019
Kinostart 09. Mai 2019

Am 7. Februar 2005 wird Hatun Aynur Sürücü auf offener Straße in Berlin mit drei Kopfschüssen aus nächster Nähe hingerichtet. Sie ist 23 Jahre alt und Mutter eines fünfjährigen Sohnes, der zur Tatzeit allein in seinem Bett liegt und schläft. Der Mörder kommt aus der eigenen Familie. Es ist ihr jüngster Bruder, der mit der Tat die "Ehre der Familie" wieder herstellen will. Die Geschichte dieses "Ehrenmordes", der bundesweit für Entsetzen sorgte und eine Debatte über Zwangsehen und Wertvorstellungen von in Deutschland lebenden muslimischen Familien auslöste, erzählt jetzt der Kinofilm "Nur eine Frau". Regisseurin Sherry Hormann macht hier Hatun Aynur Sürücü zu einer gerade in ihrer Nüchternheit erschütternden Berichterstatterin ihres eigenen Schicksals: Sie schildert rückblickend ihre Zwangsverheiratung im Alter von 16 Jahren, die anschließende Flucht vor ihrem prügelnden Ehemann, wie sie das Kopftuch ablegte, eine Lehre begann und sich ein selbstbestimmtes Leben aufbaute - gegen den Widerstand ihrer strenggläubigen Familie, die am Ende ihre Ermordung betrieb.

Sürücüs Tod war der Beginn einer bis heute dauernden Debatte um Zwangsehen und Verbrechen im Namen der Ehre. Der Berliner "Arbeitskreis gegen Zwangsverheiratung", nach ihrer Ermordung gegründet, hat 2017 allein für Berlin 570 Fälle von Zwangsverheiratungen ermittelt. Im gleichen Jahr wurden in Deutschland 51 vollendete oder versuchte Morde oder Totschlagsverbrechen "im Namen der Ehre" registriert. Der Menschenrechtlerin und Anwältin Seyran Ateş zufolge, die seit Jahrzehnten für die Rechte muslimischer Frauen kämpft, hat sich seit Sürücüs Tod zu wenig geändert. Ateş kann sich nach zahllosen Morddrohungen und einem Attentatsversuch nur noch mit Polizeischutz in Deutschland bewegen.


KinoNews:

* Stan & Ollie
Regie: Jon S. Baird, Großbritannien/USA/ Kanada, 2018
Kinostart: 09. Mai 2019
In dem Biopic beleuchten John C. Reilly und Steve Coogan als Dick und Doof die späte Karriere der Komödien-Stars, als sie sich nach dem Zweiten Weltkrieg auf eine Theater-Tournee durch Großbritannien begeben.

* Von Bienen und Blumen
Regie: Lola Randl, Deutschland, 2018
Kinostart: 09. Mai 2019
In ihrem halbdokumentarischen Film wirft Lola Randl einen Blick auf Menschen aus der Großstadt, die aufs Land ziehen, um dort eine neue Art von Lebensglück zu finden.

* Neiße Filmfestival
Im Dreiländereck Tschechien-Polen-Deutschland entstand das Neiße Filmfestival in Zusammenarbeit von Filmclubs aus dem sächsischen Großhennersdorf, dem tschechischen Liberec und dem polnischen Jelenia Góra, um jährlich einen Einblick in das Filmschaffen der drei Nachbarländer zu bieten. Besonders und einzigartig am Neiße Filmfestival ist sein genreübergreifender, trinationaler Charakter mit grenzüberschreitenden Filmvorführungen und Veranstaltungen an zwanzig Spielorten im Dreiländereck. Der Grenzfluss Neiße wurde zum Namensgeber des Festivals, da er alle drei Länder miteinander verbindet - die Neiße-Fische (Preisskulpturen des Neiße Filmfestivals), welche sich im Fluss grenzüberschreitend bewegen, dienen als symbolisches Vorbild für das Festival.


Das Ende der Wahrheit
Regie: Philipp Leinemann, Deutschland, 2019
Kinostart: 09. Mai 2019

Der Experte für Zentralasien Martin Behrens, dargestellt von Ronald Zehrfeld, arbeitet aus vollster Überzeugung beim Bundesnachrichtendienst. Hier kann er durch seine Arbeit einen wichtigen Beitrag für die nationale Sicherheit leisten. Ein schrecklicher Anschlag auf ein Restaurant in München, lässt Martin allerdings an der Mission des BND zweifeln. Denn eines der Opfer war seine neue Freundin Aurice. Die investigative Journalistin interessiert sich schon seit Längerem für die Machenschaften des BNDs. Dass die beiden ein Paar sind, sollte in Anbetracht der Kreise, in denen sich Martin und Aurice bewegen, geheim bleiben. Es stellt sich heraus, dass das Attentat der Vergeltungsschlag einer terroristischen Vereinigung ist. War Aurice wirklich nur ein Zufallsopfer? Trotz oder gerade wegen der Warnungen seiner Vorgesetzten (Claudia Michelsen, Axel Prahl, Alexander Fehling) führt Martin die Ermittlungen seiner nun toten Freundin weiter und gerät dabei nach und nach in einen Sog aus Intrigen, Machtspielen und Korruption. Dabei wird ihm klar, dass der wahre Feind nicht draußen lauert, sondern in den eigenen Reihen.

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