Ausflugsziele Diese Thüringer Museen sind einen Ausflug wert

Wer nach einem Ausflugsziel in Thüringen sucht, dem möchten wir diese Museen empfehlen. Spannende Ausstellungen, direkt vor der Haustür, die sich wunderbar mit einer Stadtbesichtigung, einem Waldspaziergang oder einer Tasse Kaffee verbinden lassen: zum Beispiel die älteste Synagoge Europas in Erfurt, eines der weltweit größten Ölgemälde in Bad Frankenhausen, die Weltstadt des Spielzeugs Sonneberg als Paradies für Kinder und eine der schönsten Bibliotheken der Welt in Weimar. Das sind unsere Tipps:

Goethe-Schiller Denkmal in Weimar
Thüringen hat noch mehr Kultur zu bieten als Goethe und Schiller. In unserer Auswahl dürfen sie natürlich dennoch nicht fehlen. Bildrechte: IMAGO

Bad Frankenhausen: Bauernkriegs-Panorama Museum

Das "Panorama Museum" erkennt man schon aus der Ferne – ein eindrucksvoller Rundbau, der etwas oberhalb der Stadt Bad Frankenhausen thront. Das Herzstück des Museums ist ein einziges, monumentales Gemälde: das Bauernkriegs-Panorama von Werner Tübke. Mit seinen 1.722 Quadratmetern ist es eines der größten Ölgemälde weltweit. Fast zehn Jahre lang arbeitete der Leipziger Maler an diesem Werk.

Gezeigt werden Szenen des Deutschen Bauernkrieges, vor allem der "Schlacht bei Frankenhausen" 1525, der letzten großen Auseinandersetzung im blutigen Glaubenskrieg. Im Zentrum des Bildes sticht Bauernkriegsanführer und Theologe Thomas Müntzer hervor. Ebenso sind Martin Luther und Albrecht Dürer zu entdecken. Die Vielzahl der Szenen ist beeindruckend: Adam und Eva beim Sündenfall, der Turmbau zu Babel und Werner Tübke selbst – dargestellt als toter Mann. Besucher können die große Rotunde von gemütlichen Sitzkissen aus betrachten.

Nach dem Besuch lockt das Museums-Café mit Terrasse zum Verweilen. Ein Abstecher in die Stadt lohnt sich ebenfalls: Bad Frankenhausen liegt am Fuße des Kyffhäusergebirges und hat mit seiner Oberkirche sogar einen eigenen "schiefen Turm".

Blick in den Bildsaal des Panorama Museums mit dem Monumentalgemälde von Werner Tübke
Das Bauernkriegs-Panorama von Werner Tübke beeindruckt nicht nur mit Größe, sondern auch mit Detailreichtum. Bildrechte: VG Bild-Kunst Bonn, 2018/ZK-Medien

Informationen zum Museum Panorama Museum
Am Schlachtberg 9
06567 Bad Frankenhausen

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen 10 bis 17 Uhr

Sonneberg: Deutsches Spielzeugmuseum

Das Thüringische Sonneberg ist eine Spielzeugstadt: Im 18. und 19. Jahrhundert entwickelte sich die Region allmählich zu einer der größten Spielwarenmetropolen in Europa, später zur "Weltspielwarenstadt". Bereits 1901 wurde das Deutsche Spielzeugmuseum eröffnet. Noch heute befindet es sich im historischen Gebäude, das durch einen modernen Bau erweitert wurde.

Nostalgische Achterbahnen, Puppenstuben und Zinnsoldaten: Die spannende Sammlung zeigt Sonneberger Holzspielwaren des 18. und 19. Jahrhunderts sowie Puppen aus Sonneberg. Darüber hinaus finden sich kuriose Figuren aus Brotteig und Pappmaché, Spielzeug aus dem alten Ägypten und der klassischen Antike sowie Spielzeug aus Ostasien und Afrika. Zwei Installationen zu den Weltausstellungen im 19. und 20. Jahrhundert bieten einen besonderen Einblick in die Geschichte der Spielwaren: "Gulliver in Liliput" von 1843/44 und "Thüringer Kirmes" von 1910.

Ein Spielzeugmuseum wäre allerdings kein richtiges Spielzeugmuseum, wenn hier nicht auch gespielt werden dürfte: Drei künstlerisch gestaltete Spielbereiche laden Kinder und Familien ein, das Museum spielend zu erleben. Mit Baby-Wickelraum und Platz für Kinderwagen ist das Museum für Familien mit Kindern besonders geeignet – auch für einen ganztägigen Ausflug.

Holz-Spielzeugautos mit Fahrerfiguren aus den 1960er-Jahren
Mit dem ausgestellten Spielzeug im Spielzeugmuseum darf leider nicht gespielt werden, dafür gibt es eine Spielecke zum Ausprobieren. Bildrechte: MDR/Isabelle Fleck

Informationen zum Museum Deutsches Spielzeugmuseum
Beethovenstraße 10
96515 Sonneberg

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen 10 bis 17 Uhr

Gotha: Herzogliches Museum

Gotha hat ein beeindruckendes barockes Erbe vorzuweisen. Das zeigt sich zum einen architektonisch: Schloss Friedenstein liegt als imposante Barockanlage auf einem Hügel über der Stadt. Im Inneren ist es bis heute in originalem Stil erhalten. Zum anderen gehören die Sammlungen früherer Herrscher dazu. Das Herzogliche Museum hat umfangreiche kunstgeschichtliche und naturkundliche Schätze vorzuweisen – dank der Sammelleidenschaft der Herzöge von Sachsen-Gotha.

Ägyptische Mumien, antike Vasen, Skulpturen und Kunstschätze aus China und Japan sind hier neben Werken von Peter Paul Rubens, Jan van Goyen, Lucas Cranach dem Älteren und Caspar David Friedrich zu bewundern. Als Höhepunkt der Ausstellung gilt das mysteriöse "Gothaer Liebespaar" – die genaue Identität des Urhebers dieses Gemäldes aus dem 15. Jahrhundert ist bis heute unbekannt. Das Museum zeigt zudem die größte Sammlung an Werken des französischen Bildhauers Jean-Antoine Houdon. Er gilt als erfolgreichster Porträtbildhauer des 18. Jahrhunderts, und anhand seiner Skulpturen lässt sich der Übergang zur abstrakteren, motivbezogenen Bildhauerei hervorragend nachvollziehen.

Herzogliches Museum Gotha, Gemäldegalerie, Altdeutscher Saal mit dem Tafelaltar und Liebespaar.
In diesem Saal des Herzoglichen Museums ist unter anderem das geheimnisvolle Gothaer Liebespaar zu sehen. Bildrechte: Stiftung Schloss Friedenstein Gotha/Lutz Ebhardt

Informationen zum Museum Herzogliches Museum Gotha
Schlossplatz 1
99867 Gotha

Öffnungszeiten:
April bis Oktober: Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr,
November bis März: Dienstag bis Sonntag 10 bis 16 Uhr

Montags geschlossen, an Feiertagen geöffnet.

Erfurt: Alte Synagoge

Mitten in Erfurts Altstadt liegt die Alte Synagoge. Sie ist in mehrfacher Hinsicht einmalig: Mit über 900 Jahren ist sie die älteste erhaltene Synagoge Europas. Auf einem Teil der Ausstellungsfläche wird daher das Gebäude selbst zum Exponat. Nach einem verheerenden Pogrom von 1349 wurde die Synagoge zum Lagerhaus umfunktioniert. Während des Nationalsozialismus war das Gebäude daher nicht mehr als Gotteshaus zu erkennen und die frühere Nutzung als solches auch nicht mehr bekannt, weswegen es diese Zeit unbeschadet überstand. Mittelalterliche Handschriften dokumentieren das frühere Leben der Erfurter Gemeinde, darunter die größte bekannte mittelalterliche Tora.

Noch beeindruckender als das geschichtsträchtige Gebäude ist der dort ausgestellte Erfurter Schatz. Wahrscheinlich 1349 während des Pogroms vergraben, wurde der Schatz 1998 in der Nachbarschaft der Synagoge entdeckt. Neben dem großen Anteil an Silbermünzen und -barren fallen besonders die gotischen Goldschmiedekunststücke ins Auge. Das bedeutendste Stück darunter ist ein goldener jüdischer Hochzeitsring aus dem frühen 14. Jahrhundert. Wahrlich ein Schatz, der auch schon in Paris, New York und London ausgestellt wurde und nun dauerhaft in Erfurt zu sehen ist.

Nach dem Museumsbesuch ist ein Spaziergang durch Erfurts mittelalterliche Gassen Pflicht. Auf dem nahegelegenen Wenigemarkt finden sich viele Cafés und nebenan die Krämerbrücke - dort gibt es handgemachtes Eis!

Eröffnung der Ausstellung - Jüdischer Schatz - in der Alten Synagoge in Erfurt
Die Erfurter Synagoge ist mit ihrem alten Gemäuer selbst schon museumswürdig und beherbergt noch dazu einen besonderen Schatz. Bildrechte: IMAGO

Informationen zum Museum Alte Synagoge Erfurt
Waagegasse 8
99084 Erfurt

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr

An jedem ersten Dienstag im Monat ist der Eintritt frei.

Geisa: Gedenkstätte Point Alpha

Geisa ist eine kleine Stadt in der thüringischen Rhön. Genau hier verlief einst die innerdeutsche Grenze. Daran erinnern heute noch ein hoher Wachturm, Warnschilder und Schranken. Aus dem Point Alpha, dem ehemaligen US-Beobachtungsstützpunkt an der thüringisch-hessischen Grenze, ist heute eine Gedenkstätte geworden, die über das militärische und zivile Leben am "Eisernen Vorhang" informiert. Das 100.000 Quadratmeter große Gelände der Gedenkstätte erstreckt sich vom amerikanischen Beobachtungsstützpunkt mit ehemaligen US-Camps auf hessischer Seite bis zum eigens errichteten thüringischen "Haus auf der Grenze".

Eine Dauerausstellung widmet sich dem Grenzregime der DDR, das insbesondere jugendliche Besucher ganz persönlich erleben können: Hier kommen Zeitzeugen aus den umliegenden Dörfern in Ost und West zu Wort. So wird die Ausstellung zum lebendigen Archiv für Regionalgeschichte. Am Ende des Rundgangs sind die Besucher dazu eingeladen, auch ihre eigenen Erlebnisse auf Bild- und Tonträgern zu dokumentieren. So wird Geschichte am Point Alpha anders erzählt: ganz unmittelbar und interaktiv.

An den Wänden eines Raumes hängen großformatige Fotos.
Diese Ausstellungswand am Point Alpha klärt über die Situation Deutschlands zum Kriegsende 1945 auf. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Informationen zum Museum Gedenkstätte Point Alpha
Platz der Deutschen Einheit 1
36419 Geisa

Öffnungszeiten:
April bis Oktober: täglich 10 bis 18 Uhr
November und März: täglich 10 bis 17 Uhr
Dezember bis Februar: Dienstag bis Sonntag 10 bis 16:30 Uhr

Altenburg: Lindenau-Museum

Das Lindenau-Museum liegt am Fuße des Schlossparks in Altenburg. Das prächtige Neorenaissance-Gebäude wurde von Julius Robert Enger erbaut, einem Schüler Gottfried Sempers. Ein Großteil der Sammlung geht auf den Namensgeber des Museums zurück, den Gelehrten und Staatsmann Bernhard von Lindenau. Dem Kunstförderer verdankt das Museum die größte Sammlung früher italienischer Tafelbilder außerhalb Italiens. So zum Beispiel das berühmte "Bildnis einer vornehmen Frau als Heilige" von Sandro Botticelli. Er porträtierte in Florenz einst die Fürstin Caterina Sforza, die später zur Heiligen Katharina wurde.

Auch ganz andere Epochen der Kunstgeschichte lassen sich in Altenburg entdecken: Die Sammlung umfasst antike Keramiken und Gipsabgüsse aus der Renaissance ebenso wie Gemälde aus der Gegenwart. In der modernen Malerei liegt der Schwerpunkt auf Kunst des Spätexpressionismus und der Neuen Sachlichkeit. Außerdem besitzt das Museum den weltweit größten Bestand an Werken Gerhard Altenbourgs, einem Maler und Grafiker aus Thüringen, dessen Werke in der DDR verboten waren.

Das museumspädagogische Angebot ist sehr umfangreich: In Zusammenarbeit mit der angegliederten Kunsthochschule, dem Studio Bildende Kunst, gibt es zahlreiche Kurse und Workshops. Kinder und Jugendliche werden von Künstlern an die Werke der Sammlung herangeführt und können in einem Atelier und einer Keramikwerkstatt selbst verschiedene Techniken kennenlernen und ausprobieren.

Lindenau-Museum in Altenburg
Im Lindenau-Museum kann man unter den Blicken antiker Skulpturen wandeln. Bildrechte: IMAGO

Informationen zum Museum Lindenau-Museum
Interim in der Kunstgasse 1
04600 Altenburg

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag 12 bis 18 Uhr

Eisenach: Bachhaus

Ein Museum mit stündlichem Konzert: Im Bachhaus Eisenach erklingen jede Stunde fünf barocke Tasteninstrumente, zwei Orgeln, ein Clavichord, ein Silbermann-Spinett und ein Cembalo. Auch darüber hinaus verfügt das Bachhaus über eine bedeutende Sammlung historischer Musikinstrumente, darunter die kuriose "Trompetengeige": eine Violine mit eingebauter Naturtrompete.

Am 21. März 1685 wurde Johann Sebastian Bach in diesem Eisenacher Wohnhaus geboren. Heute ist das Bachhaus eines der meist besuchten Musikermuseen Deutschlands. Schon seit über 100 Jahren kann man hier Bachs Leben und Musik kennenlernen. Altbacken ist das Museum deswegen aber keineswegs: Im "begehbaren Musikstück" mit einer 180-Grad-Leinwand wird Bachs Musik über Klang- und Bildinstallationen erlebbar. In den hängenden "Bubblechairs" kann man ganz in Bachs Musik versinken, an einem Mischpult verschiedene Aufnahmen derselben Bach-Kantate miteinander vergleichen.

In einer Kinderecke wartet ein Orgelpuzzle auf seine Lösung. Darüber hinaus illustrieren die original eingerichteten Wohnräume das Leben zu Bachs Zeiten. Mehrfach wurde die Ausstellung im Bachhaus bereits ausgezeichnet – historische Elemente verbinden sich hier mit modernem Museumskonzept auf wunderbare Weise. Den Museums-Rundgang kann man im museumseigenen "Café Kantate" ausklingen lassen oder sich im Bachhaus-Garten niederlassen. Wer einen Tagesausflug plant, der kann im Anschluss die berühmte Wartburg besuchen - sie liegt nur etwa zwei Kilometer entfernt vom Museum.

Hängende Sessel im Bachhaus Eisenach
Diese hängenden Sessel im Bachhaus Eisenach laden zum Versinken in Bachs Musik ein. Bildrechte: Mandy Busch, Bachhaus Eisenach

Informationen zum Museum Bachhaus Eisenach
Frauenplan 21
99817 Eisenach

Öffnungszeiten:
Täglich 10 bis 18 Uhr

Gera: Otto-Dix-Haus

Nahe dem Stadtwald, am Ufer der Weißen Elster, ist Gera besonders schön. Direkt neben der Marienkirche steht ein denkmalgeschütztes Haus – das Geburtshaus des Malers Otto Dix. Als Dix 1891 als Sohn des Eisenformers Franz und der Näherin Louise Dix geboren wurde, ahnte niemand, dass er einmal zu den bedeutendsten deutschen Künstlern des 20. Jahrhunderts zählen würde. Im Mietshaus bewohnten die Eltern gerade einmal zwei Zimmer.

100 Jahre später ist in Otto Dix' Geburtshaus eine der größten Dix-Sammlungen in öffentlicher Hand zu sehen. Eine ständige Ausstellung zeigt die Hauptwerke des Künstlers in Form von Zeichnungen, Ölgemälden und Grafiken. Von seinen impressionistischen Anfängen über die neue Sachlichkeit bis zu expressionistischen Werken wird die künstlerische Vielfalt des Otto Dix hier besonders deutlich. Natürlich gewähren die historischen Räumlichkeiten auch einen Einblick in das Leben von Dix. Einzigartig sind in diesem Zusammenhang auch die gezeichneten Feldpostkarten aus dem Ersten Weltkrieg.

Bilder in der Ausstellung im Otto-Dix-Haus Gera.
Die Werke im Otto-Dix-Haus in Gera zeigen Dix in seinen verschiedenen Schaffensphasen. Bildrechte: Steffen Weiß/Stadtverwaltung Gera

Informationen zum Museum Otto-Dix-Haus
Mohrenplatz 4
07548 Gera

Öffnungszeiten:
Mittwoch bis Sonntag und an Feiertagen 12 bis 17 Uhr

Weimar: Goethe-Nationalmuseum, Goethes Gartenhaus und Schillers Wohnhaus

Eigentlich kann man in ganz Thüringen auf den Spuren der Dichter Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller wandeln, doch in ihren Weimarer Wohnhäusern geht das besonders gut. Goethes ehemaliges Wohnhaus und ein Museumsanbau bilden heute das Goethe-Nationalmuseum.

Darin sind ein Teil von Goethes kunst- und naturwissenschaftlichen Sammlungen sowie seine Privatbibliothek zu sehen. Nach seinem Umzug nach Weimar und später zum Ende seines Schaffens lebte und arbeitete Goethe auch in seinem Gartenhaus im wunderschönen Park an der Ilm. Ursprüngliches Inventar sowie Bilder und Handschriften aus Goethes Nachlass werden hier ausgestellt, und der Garten ist mit Kräutern und Blumen liebevoll hergerichtet.

Auch Schillers altes Wohnhaus bietet einen lebendigen Einblick in die Lebensumstände und Atmosphäre seines Schaffens. Ein Spaziergang zu Goethes Gartenhaus im Ilmpark und die historischen Wohn-Gebäude der Weimarer Dichter sind nicht nur für Goethe- und Schiller-Liebhaber ein anregendes Ausflugsziel.

Wem es hier gefallen hat, für den lohnt sich auch ein Abstecher nach Tiefurt: Das Schloss war einst Sommersitz der Herzogin Anna Amalia. Im riesigen Schlosspark zu beiden Seiten der Ilm kann man die idyllische Landschaft genießen und zugleich auf den Spuren der Weimarer Hofgesellschaft wandeln. Schloss und Park Tiefurt gehören zum UNESCO-Welterbe.

Goethes Gartenhaus in Weimar
Bei einem Spaziergang durch den Park an der Ilm lohnt ein Besuch in Goethes Gartenhaus. Bildrechte: MDR/Hendrik Sachs

Informationen zum Museum Goethe-Nationalmuseum mit Goethes Wohnhaus
Frauenplan 1
99423 Weimar

Schillers Wohnhaus
Schillerstraße 12
99423 Weimar

Wegen der Corona-Pandemie gelten vorläufig folgende eingeschränkte Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag 9:30 bis 18 Uhr

Schloss und Park Tiefurt
Hauptstraße 14
99425 Weimar-Tiefurt

Vorläufige Öffnungszeiten:
Samstag und Sonntag 11 bis 17 Uhr

Weimar: Gedenkstätte Buchenwald

Wer durch das Lagertor des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald tritt, liest die Worte "Jedem das Seine". Die auffällige Inschrift sollte die Gefangenen täglich daran erinnern, sie würden das bekommen, was sie verdienten. Entworfen wurde der Schriftzug vom Bauhaus-Architekten Franz Ehrlich, damals selbst Häftling in Buchenwald. Der Designer verewigte darin jedoch insgeheim den Widerstand: Ehrlich wählte eine von den Nationalsozialisten als entartet eingestufte Schriftart des Bauhauses. Die Lagerleitung bemerkte es nie.

Zum Ende des Zweiten Weltkrieges ist das Lager auf dem Ettersberg bei Weimar das größte KZ im Deutschen Reich. Als die amerikanischen Streitkräfte Buchenwald schließlich befreien, schreibt Oberbefehlshaber Dwight D. Eisenhower: "Nichts hat mich je so erschüttert wie dieser Anblick." Über 56.000 Menschen starben hier an Auszehrung, Folter und medizinischen Experimenten. Eines der bekanntesten Opfer ist KPD-Vorsitzender Ernst Thälmann: 1944 wird er im Lagerkrematorium auf direkten Befehl Adolf Hitlers erschossen.

Auf dem Gelände des ehemaligen Häftlingslagers stehen heute nur noch wenige Gebäude. Der Ort hat dennoch eine unheimliche Wirkung. Mehrere Dauerausstellungen zeigen heute seine Geschichte vom Konzentrationslager Buchenwald zum sowjetischen Speziallager bis zur Gedenkstätte.

Nicht nur das Grauen des Lagers wird hier offensichtlich, sondern auch eine deutsche Gesellschaft, die die Lager und Ausgrenzung für gerechtfertigt und notwendig hielt. Dafür ist auch die reibungslose Nachbarschaft zwischen Weimar und Buchenwald ein bedrückendes Beispiel. Eine Kunstausstellung zeigt außerdem Arbeiten von Gefangenen, die während der Haft entstanden sind oder später von Überlebenden geschaffen wurden.

Besucher betrachtet das Lagertor des Konzentrationslager KZ Buchenwald mit der Inschrift Jedem das Seine in der Ausstellung Der Britische Blick Deutschland - Erinnerungen einer Nation
Das Lagertor des Konzentrationslagers Buchenwald ist hier in einer Ausstellung zu sehen. Bildrechte: IMAGO

Informationen zum Museum Gedenkstätte Buchenwald
99427 Weimar

Öffnungszeiten:
April bis Oktober: Dienstag bis Sonntag und Feiertage 10 bis 18 Uhr

November bis März: Dienstag bis Sonntag und Feiertage 10 bis 16 Uhr

Weimar: Herzogin Anna Amalia Bibliothek

Fast wären die Anna Amalia Bibliothek und ihre historischen Bücher verloren gewesen: Bei einem verheerenden Brand im Jahr 2004 wurden 50.000 Bände aus dem 16. bis 18. Jahrhundert vollständig zerstört – einer der schwärzesten Tage in der Thüringer Kulturgeschichte. Doch dank des Einsatzes von rund 500 Menschen in der Nacht des Brandes konnte ein Teil des Bestandes gerettet werden, darunter die wertvolle Lutherbibel von 1534.

Heute ist die Herzogin Anna Amalia Bibliothek eine öffentlich zugängliche Forschungseinrichtung für Literatur- und Kulturgeschichte mit Schwerpunkt deutsche Literatur der Zeit um 1800. Etwa eine Million Schriften zählen zum Bestand, darunter Nietzsches Privatbibliothek und die weltweit größte Faust-Sammlung. Eines der wertvollsten Bücher der Bibliothek wurde vom englischen Naturforscher Isaac Newton zur Gravitation verfasst: "Philosophiae naturalis principia mathematica" aus dem Jahr 1687. Die Schrift begründete die modernen Naturwissenschaften, nur wenige Exemplare sind erhalten.

Besucherinnen und Besucher können sich die beeindruckenden Werke in einem ganz besonderen Ambiente anschauen: Der berühmte Rokokosaal bildet das Herzstück der Bibliothek. Aus konservatorischen Gründen ist der Zutritt limitiert: Das Gebäude kann nur von maximal 290 Personen pro Tag besucht werden.

Der Rokokosaal der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar
Der Rokokosaal in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar beeindruckt mit seinen prunkvollen Details – und natürlich mit seinen historischen Büchern. Bildrechte: IMAGO

Informationen zum Museum Herzogin Anna Amalia Bibliothek
Platz der Demokratie 1
99423 Weimar

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag 9 bis 16 Uhr

Wegen der Corona-Pandemie kann nur eine reduzierte Anzahl von Personen den Rokokosaal besuchen.

Der Renaissancesaal ist wegen Umbaumaßnahmen geschlossen.

Weimar: Bauhaus-Museum

Als Gründungsstadt der berühmten Kunstschule Bauhaus und der heutigen Bauhaus-Universität ist Weimar mit dem Bauhaus tief verwurzelt. Als Walter Gropius die Schule 1919 ins Leben rief, versammelte er die künstlerische Avantgarde. Elegante Designkonzepte, ein völlig neuer architektonischer Stil und innovative Kunst prägten das Schaffen der am Bauhaus tätigen Künstler. Ihr Werk beeinflusst bis heute Design und Kunst.

Das neue Bauhaus-Museum, aufgenommen einen Tag vor der Eröffnung genau 100 Jahre nach der Gründung des Bauhauses, der berühmten Schule für Kunst, Architektur und Design.
Einblicke in die neue Dauerausstellung des Bauhaus-Museums. Bildrechte: dpa

Allerdings wurde erst 1995 ein provisorisches Museum eingerichtet, das stets nur einen kleinen Ausschnitt von Bauhaus-Werken zeigen konnte. Das zum Gründungsjubiläum neu errichtete und am 5. April 2019 neu eröffnete Bauhaus-Museum inszeniert rund 1.000 Objekte aus der Frühzeit der berühmten Gestaltungsschule. Ein großes Haus für kleine Dinge mit folgenreicher Geschichte – so lässt sich das Innenleben des lichtgrau schimmernden Bauhaus-Kubus von Architektin Heike Hanada auf den Punkt bringen. Das neue Museum präsentiert Weimar als Wiege des Bauhauses.

Informationen zum Museum Bauhaus-Museum Weimar
Stéphane-Hessel-Platz 1
99423 Weimar

Öffnungszeiten:
Montag bis Sonntag 9:30 bis 18 Uhr

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Humboldt in seinem Arbeitszimmer, Farblithografie
Humboldt in seinem Arbeitszimmer, Farblithografie von Paul Grabow nach einem Aquarell von Eduard Hildebrandt, 1848. "Ein treues Bild meines Arbeitszimmers, als ich den Kosmos schrieb", sagte Humboldt über das Aquarell. Bildrechte: Lindenau-Museum

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kulturtipps | 27. Juli 2018 | 09:45 Uhr

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