Tourismus Ausflugsziele: Sachsens schönste Schlösser und Burgen

Sachsen hat viele Schlösser und Burgen, die einen Ausflug lohnen. Hier ist eine Übersicht der schönsten Ziele in den Regionen Dresden, Leipzig, Chemnitz, Görlitz/Oberlausitz, Vogtland, Erzgebirge und Sächsische Schweiz. Dazu finden Sie alle wichtigen touristischen Informationen zu Öffnungszeiten, Eintrittspreisen, Anfahrt und Gastronomie.

Beleuchtete Stadt Stolpen mit Burg und Vollmond.
Burg Stolpen im Vollmond Bildrechte: dpa

Meißen: Albrechtsburg

Der Felsen zwischen Elbe, Triebisch und Meisa war schon im 10. Jahrhundert für den Festungsbau attraktiv: König Heinrich I. ließ im damaligen Grenzgebiet Sachsen eine hölzerne Wehranlage errichten. Weil er zeitweise auch selbst im dem Vorgängerbau der Albrechtsburg wohnte, ist die Mark Meißen auch als Wiege Sachsens bekannt. Über lange Zeit ist dennoch nicht viel von der Erhebung an der Elbe bekannt. 1471 schließlich ordneten die Wettiner Ernst und Albrecht einen repräsentativen Bau an, der gleichzeitig zur Verwaltung als auch zu Unterbringung dienen sollte. Es ging nicht mehr um Schutz oder Verteidigung, sondern allein um Residenz, weswegen die Albrechtsburg als das erste Schloss in der deutschen Geschichte gilt.

Die Albrechtsburg in Meißen
Blick auf die Albrechtsburg in Meißen Bildrechte: IMAGO

Doch bis die Arbeiten 1524 beendet waren, hat sich die Ordnung im Königreich unter den Wettinern verändert und der neue Schlossbau wurde nie in geplanter Form genutzt. Nur gelegentlich haben Jagdgesellschaften dort gefeiert. Erst 1710 entdeckte August der Starke das Schloss für sich – allerdings nicht als Residenz sondern als Fertigungsstätte: In den Mauern entstand Europas erste Porzellan-Manufaktur. 1863 zog das Meißener Porzellan um und die herrschaftlichen Räume wurden wieder hergestellt.

Immer noch thront die Albrechtsburg über der Stadt Meißen und sie hat kaum etwas von ihrem Charme eingebüßt. Zu ihrer Zeit bot sie einige Innovationen: Der Baumeister Arnold von Westfalen musste den Keller wegen den Abhangs über zwei Etagen führen und sorgte für eine erstaunliche Lichtführung innerhalb des Schlosses. Besonders faszinierend ist der Große Wendelstein: ein Treppenaufgang, der sich um eine aufgelöste Spindel dreht. Heute können die großzügigen Räume sowie ein großes Wandgemälde aus dem 19. Jahrhundert über die Herrschaft der Wettiner nicht nur besucht, sondern in verschiedenen Zeiten betrachtet werden. Seit August 2020 gibt es auf dem Schloss sogenannte Histopads. Besucher können mit dem Tablett durch die Räume gehen und wie durch ein Fenster in andere Zeiten schauen. Dazu gibt es einige Erklärungen über Texteinblendungen.

Weitere Informationen Albrechtsburg Meissen
Domplatz 1
01662 Meißen

Öffnungszeiten:
Mai bis Oktober: Täglich von 10 bis 18 Uhr
November bis Februar: Täglich von 10 bis 17 Uhr

Eintritt: 10 Euro, ermäßigt 8 Euro, Kinder (6 bis 16 Jahre) 2 Euro

Gastronomie: Ist vor Ort vorhanden, z. B. im Schlosscafé

Anreise und Parken:
Vom S-Bahnhof Meißen mit den Buslinien 416, 417, 446, B bis zur Haltestelle "Am Burgberg".Die Sächsische Dampfschifffahrt bietet Rundfahrten zur Albrechtsburg Meissen an.
Parkplätze befinden sich an der Elbe mit direktem Zugang zum Schloss über die Schlossparkstufen an der Leipziger Straße sowie unterhalb des Burgberges in der Meisastraße und im Parkdeck am Aufzug zum Burgberg.

Barrierefreiheit: Alle besucherrelevanten Bereiche sind barrierefrei zugänglich. Zugang zum Domplatz (Kopfsteinpflaster) über Panorama-Aufzug.

Für Kinder gibt es verschiedene spezielle Führungen.

Westsachen: Burg Gnandstein

Burg Gnandstein ist eine Ritterburg, wie man sie sich beim Lesen von Märchen vorstellt. Sie befindet sich inmitten des Kohrener Landes bei Altenburg, auf halber Strecke zwischen Leipzig und Chemnitz. Hat man die 155 Stufen der Wendeltreppe des Burgturmes hinter sich gebracht, kann man einen wunderbaren Ausblick weit ins Kohrener Land genießen.

Im eindrucksvollen, großen Rittersaal hat heute die Liebe ihren Platz gefunden, hier können sich Paare das Ja-Wort geben. Überhaupt hat sich das mittelalterliche Gemäuer zum Hochzeitsmagneten entwickelt. Wer will, kann sich kirchlich in der spätgotischen Burgkapelle trauen lassen, standesamtlich im mittelalterlichen Palais, auch im Schwindpavillon oder ganz naturnah im Lusthaus-Park ist eine Vermählung möglich.

Fremdenführer
Burg Gnandstein Bildrechte: IMAGO

Natürlich ist die Burganlage auch einen Besuch wert, wenn man keine akuten Hochzeitsabsichten hat. Immerhin ist es die besterhaltene, romanische Wehranlage Sachsens. So beeindruckt die Kapelle mit ihren drei geschnitzten spätgotischen Flügelaltären aus der Werkstatt von Peter Breuer, einem Schüler des berühmten Tilman Riemenschneider. Das Burgmuseum vermittelt unter anderem einen Einblick in die historischen Wohnräume.

Ein vielleicht unerwarteter Höhepunkt ist die Sammlung Groß, bestehend u. a. aus sakralen Plastiken, Gemälden, Meißner Porzellan und Schmuck aus dem 14. bis 20. Jahrhundert. Sie wurde dem Freistaat Sachsen 2004 von Margarete Groß geschenkt, der Nachfahrin einer Kaufmannsfamilie, die auch in Sachsen aktiv war.

Die Geschichte der Burg Gnandstein reicht weit zurück, bereits im 13. Jahrhundert gab es auf der Anhöhe eine Burganlage, die mehrfach umgestaltet wurde. Der Dreißigjährige Krieg im 17. Jahrhundert hatte für die Burg katastrophale Auswirkungen, trotz ihrer Wehrhaftigkeit wurde sie von den Schweden zerstört. Doch glücklicherweise entschied man sich, das eindrucksvolle Gemäuer wieder aufzubauen und so lockt der prächtige Gebäudekomplex heute wieder Besucher von nah und fern.

Weitere Informationen Burg Gnandstein
04654 Frohburg / OT Gnandstein
Burgstrasse 3

Öffnungszeiten
Dienstag bis Freitag, 10 bis 17 Uhr
Samstag und Sonntag, 10 bis 18 Uhr

Eintritt 5 Euro, Ermäßigt 4 Euro, Kinder (6 bis 16 Jahre) 1 Euro

Gastronomie: Es gibt ein Restaurant auf der Burg Gnandstein.

Anfahrt und Parken: Mit der Buslinie 260 zur Haltestelle "Gnandstein". Nächster Bahnhof der DB ist Frohburg (ca. 8 km).
Ein Parkplatz befindet sich an der Gnandsteiner Hauptstraße 15.

Barrierefreiheit: Die meisten Ausstellungsräume sind nur über Stufen zu erreichen.

In den sächsischen Sommerferien vom 18. Juli bis 30. August hat die Burg Gnandstein auch montags von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet und bietet Programm für Kinder an.

Nordsachsen: Barockschloss Delitzsch

Auch wenn das eindrucksvolle Delitzscher Bauwerk heute als "Barockschloss" benannt wird, reicht seine Geschichte viel weiter zurück. Bereits die Slaven errichteten im Mittelalter eine hölzerne Burg dort, wo heute der Schlossgarten zum Spaziergang einlädt. Im Laufe der Jahrhunderte wurden statt Holzburgen Gebäude aus Stein errichtet, das Schloss wurde als Sitz der Verwaltung oder willkommene Station bei den Reisen der Wettiner genutzt.

Schloss Delitzsch bei Sonnenschein von außen.
Das Delitzscher Barockschloss Bildrechte: imago images/Shotshop

Die bis heute prägende Gestaltung des Schlosses erfolgte im Barock. Damit verbunden war eine Nutzungsänderung, die dem Schloss den Beinamen "Damenschloss" eintrug. Ende des 17. Jahrhunderts ließ Herzog Christian I. das Schloss zum künftigen Witwensitz seiner Gemahlin ausbauen. Schon 1691 trat der Trauerfall ein und die Witwe, Herzogin Christiana von Sachsen-Merseburg, bezog mit ihrem Hofstaat das Gebäude. Sie ließ den barocken Garten nach Versailler Vorbild anlegen. 1695 erhielt der 50 Meter hohe Hauptturm sein Erkennungszeichen, die sogenannte Welsche Haube, die noch heute Wahrzeichen von Delitzsch ist.

Gar nicht damenhaft wurde das Schloss im 18. und 19. Jahrhundert genutzt: zunächst für das preußische Militär, das hier unter anderem eine Artillerieschule betrieb. Später wurde es zum Frauenzuchthaus. Räuberinnen und Mörderinnen wurden hier bis 1926 inhaftiert.

Der Barocksaal im Schloss in Delitzsch (Sachsen), aufgenommen am 28.07.2016.
Der Barocksaal im Schloss in Delitzsch Bildrechte: picture alliance / ZB

Nach Jahren des Verfalls zu DDR-Zeiten wurde das Schloss eindrucksvoll wieder hergerichtet. Heute kann man im Delitzscher Schloss heiraten oder ein Instrument erlernen, die Kreismusikschule befindet sich in dem Gebäude. Im Museum kann man sich in vergangene Zeiten hineinversetzen, prächtige Wohngemächer aus dem 18. Jahrhundert oder eine Schlossküche vermitteln einen Eindruck vom Leben damals.

Weitere Informationen Barockschloss Delitzsch
Schloßstraße 31
04509 Delitzsch

Öffnungszeiten:
Museum Barockschloss Delitzsch
Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr

Eintritt: 5 Euro, Ermäßigt und Kinder ab 6: 2,50 Euro

Gastronomie: Ist in der Nähe vorhanden.

Anfahrt und Parken: Auf der Strecke Leipzig–Dessau/Wittenberg bis zur Haltestelle "Unterer Bahnhof" fahren, von dort etwa 15 Minuten Fußweg duch die Innenstadt über Eilenburger Straße, Breite Straße und Schloßstraße.
Auf der Strecke Halle–Eilenburg bis zur Haltestelle "Oberer Bahnhof" fahren, von dort etwa 15 Minuten Fußweg über Körnerstraße, Bismarckstraße, Wallgraben, Breite Straße und Schloßstraße.
Parkplätze gegen Gebühr am Marktplatz, gebührenfreie Parkplätze vor dem Restaurant "Zur Schlosswache" (zeitlich begrenzt) und im Rosental, am Wochenende gebührenfreie Parkplätze vor dem Barockschloss

Barrierefreiheit: Im Schloss sind sowohl das Erdgeschoss als auch andere Etagen ausschließlich über Treppen erreichbar.
Wer auf einen Rollstuhl angewiesen ist, sollte sich fünf Tage vor dem Besuch anmelden. Mithilfe eines Treppensteigers und des Personals können die aktuellen Ausstellungen besichtigt werden.

Für Kinder gibt es einen Ferien-Spaß-Programm und buchbare Programme für Kindergruppen.

Ostsachsen: Burg Stolpen

Die Burg Stolpen liegt ca. 27 Kilometer östlich von Dresden, gleich weit entfernt von der sächsischen Landeshauptstadt und der Sächsischen Schweiz. Sie hatte eine berühmte Bewohnerin, die allerdings wohl gerne darauf verzichtet hätte: fast 50 Jahre verbrachte Constantia Gräfin von Cosel, die Mätresse von August dem Starken unfreiwillig in dem Gemäuer. Ihr Aufstieg bei Hofe war beachtlich, desto größer ihr Sturz. Noch 1706 ernannte sie der Kaiser zur Reichsgräfin von Cosel – auf Wunsch des mächtigen August. Doch dann fiel die Gräfin Cosel in Ungnade und wurde verbannt. Sie landete letztlich am 24. Dezember 1716 auf der Burg, die sie nie wieder verlassen sollte und wo sie 1765, im beachtlichen Alter von 84 Jahren starb. In der Stolpener Burgkapelle wurde sie bestattet. Eine Dauerausstellung im Johannisturm, ihrem letzten Wohnsitz, ist ihr gewidmet.

Eine nachempfundene historische Küche auf der Burg Stolpen in Stolpen.
Nachempfundene historische Küche auf der Burg Stolpen Bildrechte: dpa

Dem Besucher steht das Tor der Burg Stolpen glücklicherweise jederzeit offen und so lässt sich hier anschaulich Geschichte erfahren. Eine weitere Dauerausstellung vermittelt eine Vorstellung von den düsteren Schrecken der Folter. Auch auf der Burg Stolpen gab es eine Folterkammer, in der mit grausigen Hilfsmitteln Geständnisse und Bekenntnisse erpresst wurden. Immerhin bis weit in das 18. Jahrhundert hinein war die Folter in Sachsen zugelassen. Zahlreiche Foltergerätschaften kann man heute in dem Stolpener Folterkeller mit Schaudern betrachten. Das ist nichts für Zartbesaitete, auch kleinere Kinder sollten vielleicht lieber nicht in diese Räume gehen.

Aufnahme aus der Luft des Ortes Stolpen, im Hintergrund erhebt sich ein kleiner Berg mit Burg Stolpen. 29 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Erbaut wurde die Burg aufgrund ihrer guten Lage. Hier kreuzten sich schon im Mittelalter verschiedene Handelswege. Außerdem bietet der Basaltberg, auf dem sie thront, einen guten Weitblick. Nicht weniger nützlich: Basalt ist ein hervorragender Baustoff  für den Bau von abwehrsicheren Gemäuern. Und der Basaltberg bietet dieses Baumaterial in Hülle und Fülle. Im Jahr 1222 wurde die Burg Stolpen das erste Mal urkundlich erwähnt. Über Jahrhunderte wurde sie untere anderem von Bischöfen als Residenz genutzt, bis August von Sachsen, der ihren Nutzen erkannte, sie 1559 für sich als weltlichen Herrscher sicherte. Auf der Burg kann man noch heute verschiedene Kanonen betrachten. Ebenfalls interessant ist der 82 Meter tiefe Brunnen, der der Burg eine stetige Wasserversorgung sicherte. Das war sehr nützlich, die wehrhafte Burg hielt zahlreichen Belagerungen stand.

Weitere Informationen Burg Stolpen
Schlossstraße 10
01833 Stolpen

Öffnungszeiten:
Museum Burg Stolpen:
4. Mai 2020 bis 31. Oktober 2020
Montag bis Sonntag, 10:00 bis 18:00 Uhr

Eintritt: 7 Euro, Ermäßigt 5,50 Euro, Kinder (6-16) 1 Euro

Gastronomie: Im Sommer hat die Cafeteria "Zehrgarten" im vierten Burghof des Festungsareals geöffnet.

Anreise: Mit den Buslinien R261 und R224 zur Haltestelle "Stolpen Ärztehaus" oder "Schützenhausstraße". Von der Bahnhaltestelle Stolpen (RB71) ist ein Fußmarsch von ca. 30 min. einzuplanen

Barrierefreiheit: Die Burg Stolpen ist durch ihre historische Bausubstanz bedingt nicht barrierefrei zugänglich.

Für Kinder gibt es ein Ferienprogramm.

Mittelsachsen: Burg Mildenstein

Die Erhebung an der Mulde bot schon früh Siedlern einen strategischen Vorteil. Im 10. Jahrhundert wurde dann die Burg Leisnig – so hieß Mildenstein lange Zeit – errichtet und gehört damit zu einer der ältesten Burgen Sachsens. Die Anlage wurde seitdem immer wieder erweitert. Noch heute lassen sich verschiedene Bauabschnitte an den einzelnen Gebäudeteilen erkennen.

Burg Mildenstein
Bildrechte: Thomas Schlegel, Lunzenau

Im Jahr 1148 verkauft ein fränkischer Graf, dem die Burg durch Heirat zugefallen war, die Feste an Herzog Friedrich III., besser bekannt als Kaiser Barbarossa. Dieser erhob die Burg wieder zum Reichsgut, stellte sie also in den Besitz der Krone. Er ließ dann der Bergfried bauen, der die anderen Gebäude mit 80 Metern Gesamthöhe überragt. Heute ist der Turm so etwas wie das Wahrzeichen der Anlage und bietet einen wunderbaren Ausblick über die Ebene. Von anderen Schutzwällen ist heute nichts mehr übrig.

Später ging die Burg wieder in Familienbesitz über: Die Meißener Markgrafen bauten die Anlage für repräsentative Zwecke um, nutzen sie aber kaum. Mildenstein war bedeutungslos, bis Stanislaw Leszczynski, der gegen August den Starken opponierte, die Burg als Sitz erkor. Ab dem 18. Jahrhundert war hier das Amtsgericht und der Kerker untergebracht.

In dieser Zeit wurde auch der weitläufige Miruspark mit künstlichen Ruinen angelegt, der schon im 20. Jahrhundert Anziehungspunkt für Reisende war. Heute besticht die Burg Mildenstein durch die Weitläufigkeit des Geländes, über das die Besucher streifen können. Die alten Räumlichkeiten, allen voran der Rittersaal, wurden restauriert und geben Einblick in das Mittelalterliche Leben.

Weitere Informationen Burg Mildenstein
Burglehn 6
04703 Leisnig

Öffnungszeiten:
Mai - Oktober:
Montag geschlossen
Dienstag bis Freitag: 10 bis 17 Uhr
Samstag bis Sonntag: 10 bis 18 Uhr
November: Sonntag 10 bis 16 Uhr

Eintritt: 6 Euro, Ermäßigt 5 Euro, Kinder (6-16 ) 1 Euro

Anreise und Parken: Vom Bahnhof Leisnig sind es ca. 15 Minuten Gehweg. Parkplätze gibts am Marktplatz; am Lindenplatz und am Schlossberg.

Barrierefreiheit: Die romanische Kapelle und die Ausstellungsräume im Erdgeschoss zur Baugeschichte, zur Geschichte des Strafvollzuges und die große Hofküche sind für Rollstuhlfahrer barrierefrei zugänglich. Eine behindertengerechte Toilette ist vorhanden.

Für Kinder gibt es museumspädagische Angebote, Programm für Kindergeburtstage und Führungen in Gebärdensprache und lautbegleitenden Gebärden.

Mittelsachsen: Schloss Rochlitz

Zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde das Schloss Rochlitz im Jahr 1009, als es in Brand gesteckt wurde. Damals stritten die Söhne des verstorbenen Burgherren, die Grafen Hermann und Ekkehard II., mit ihrem Onkel, Markgraf Gunzelin, um das Erbe. Ausgrabungen lassen vermuten, dass in Rochlitz bereits im 9. Jahrhundert eine befestigte Siedlung stand, die von Slawen errichtet worden war. Ab Mitte des 10. Jahrhunderts stand die Region unter deutscher Herrschaft und König Heinrich I. ließ die Burganlage und die Missionskirche erbauen. Seitdem wurde immer wieder erneuert, umgebaut und verändert.

Schloss Rochlitz
Blick auf das Shcloss Rochlitz Bildrechte: MDR/Anett Linke

1143 ging das Rochlitz an Konrad I von Meißen und damit an das Haus Wettin, denen die Anlage bis zum 1918 gehörte. Im 14. Jahrhundert erlebte die Region eine Blütezeit und die Burg wurde zu einer gotischen Schlossanlage, die später als Witwensitz genutzt wurde. So förderte die Herzogin Elisabeth von Rochlitz vom Schloss aus die Reformation. Im 16 Jahrhundert wurde das Gebäude zu einem Jagdschloss umgebaut und zwischenzeitlich als Gericht genutzt.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, während der DDR waren in dem Gebäude unter anderm Gericht, Haftanstalt und ein Schulhort untergebracht. Ab 1960 wuchs das historische Interesse. Schließlich ging das Schloss 1995 in die sächsische Schlösserstiftung über, die das Gebäude für 16 Millionen Euro sanierten und restaurierten.

Diese reichhaltige Geschichte wird nun im inzwischen untergebrachten Museum erzählt. Im Zentrum steht jedoch vor allem die Zeit des Mittelalters und der Herrschaft der Wettiner. Dafür setzt die Ausstellung nicht nur auf Objekte im Schaukasten, sondern versucht mit VR- und Mitmach-Angeboten zu glänzen. Doch auch außerhalb hat die Burg einiges zu bieten: An der Mulde gelegen hebt sie sich in den Himmel und bietet auch einen wunderbaren Ausblick über das grüne Rochlitz.

Weitere Informationen Schloss Rochlitz
Sörnziger Weg 1
09306 Rochlitz

Öffnungszeiten:
20. Juli - 30. August:
Montag bis Freitag: 10 bis 17 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertag: 10 bis 18 Uhr
31. August - 1. November:
Montag geschlossen
Dienstag bis Freitag: 10 bis 17 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertag: 10 bis 18 Uhr

Eintritt: 6 Euro, Ermäßigt 5 Euro, Kinder (6-16) 1 Euro

Es gibt Themenführungen und Erlebnisangebote!

Gastronomie: Gibt es im Blümchen-Café.

Anreise und Parken: Am besten kostenlos an der Uferstraße parken, wenige Gehminuten vom Schloss entfernt. Nach Rochlitz fährt auch ein Bus.

Barrierefreiheit: Schloss Rochlitz ist aufgrund seiner historischen Bausubstanz nicht barrierefrei zugänglich. Es gibt Führungen in Gebärdensprache, für Blinde und Sehschwache und Angebote für Menschen mit geistiger Behinderung.

Für Kinder gibt es verschiedene Erlebnisführungen.

Mittelsachsen: Burg Kriebstein

So muss eine Ritterburg gelegen sein: Eindrucksvoll erhebt sich Burg Kriebstein auf hohen Felsen über einer Flussschleife der Zschopau. Die Anlage stammt aus der Spätgotik und wurde erbaut von Familie Beerwalde, der damals die Städte Waldheim und Hartha gehörten. Über die Jahrhunderte wechselten immer wieder die Besitzer, bis im 17. Jahrhundert die Familie Arnim übernahm und sie bis zur Enteignung 1945 sorgfältig instand hielt. So ist Burg Kriebstein trotz ihrer mittlerweile über 600 Jahre voll erhalten und gilt unter anderem auch deswegen als Sachsens schönste Ritterburg.

Für Besucher interessant ist vor allem der riesige Wohnturm, der sich vom Keller der Burg bis in die aus dem Mittelalter stammenden, historisch erhaltenen Dachgeschossanlagen erstreckt. Auch das "Kriebsteinzimmer" kann man bewundern: Hierbei handelt es sich um eine sehr gut erhaltene, farbig gefasste Bohlenstube aus dem ersten Drittel des 15. Jahrhunderts. Von 1902 bis 1997 war das Zimmer ausgelagert im Königlichen Kunstgewerbemuseum Dresden, wo es die Weltkriege unbeschadet überstand.

Direkt im Städtedreieck Leipzig-Chemnitz-Dresden gelegen ist Burg Kriebstein für einen Tagesausflug gut erreichbar. Wer Lust hat, abseits der Burg noch die Gegend zu erkunden, kann eine kleine Rundwanderung unternehmen: Zunächst geht es hinab zur Talsperre Kriebstein (hier gibt es auch einen Kletterwald, einen Campingplatz sowie verschiedene gastronomische Angebote), dann fährt man mit dem Boot auf die andere Seite, und wandert durch lauschige Wälder und Felder zurück bis zur sich malerisch dahin schlängelnden Zschopau. Unterhalb der Burg kann man den Fluss über eine hölzerne Fußgängerbrücke überqueren und gelangt kurz danach zum Ausgangspunkt zurück.

Weitere Informationen Burg Kriebstein
Kriebsteiner Straße 7
09648 Kriebstein

Öffnungszeiten:
Februar - März: Dienstag bis Sonntag: 10 bis 16 Uhr
April - Oktober: Dienstag bis Freitag: 10 bis 17 Uhr
Samstag/Sonntag: 10 bis 18 Uhr
November: Samstag/Sonntag: 10 bis 16 Uhr

Eintritt: 6 Euro, Ermäßigt 5 Euro, Kinder (6 bis 16 Jahre) 1 Euro

Gastronomie: Gibt es in der Burgschenke im Hungerturm.

Anreise:
Vom Bahnhof Waldheim (Sa) nach Kriebethal mit dem Bus (nur wochentags, noch 30 Min. Fußweg von Haltestelle zur Burg).
Von Chemnitz-Frankenberg-Mittweida nach Kriebstein (Zschopautaler) verkehrt ein Bus am Wochenende (noch ca. 10 Minuten Fußweg zur Burg).
Mit dem Auto der touristischen Ausschilderung Burg Kriebstein/Talsperre Kriebstein folgen.

Barrierefreiheit:
Die Säulenhalle, die Brunnenstube und die Burgschänke sind barrierefrei zugänglich. Im Hof befindet sich ein behindertengerechtes WC.

Für Kinder gibt es eigene Führungen und Gruppenangebote.

Burg Kriebstein 1 min
Bildrechte: Andreas Wetzel/MDR

Dresden: Zwinger

Natürlich darf in dieser Auflistung der Dresdner Zwinger nicht fehlen, gehört er doch zu den bekanntesten Barockbauwerken Deutschlands. Er beherbergt mit der Porzellansammlung, dem Mathematisch-Physikalischen Salon und der Gemäldegalerie Alte Meister gleich drei Museen von Weltruf, zudem dient er als Bühne für Theater- und Musikveranstaltungen.

Auftraggeber und Initiator beim Bau des Zwingers war August der Starke. Architekt Matthäus Daniel Pöppelmann und Bildhauer Balthasar Permoser setzten seine Wünsche Anfang des 18. Jahrhunderts um: So entstand eine Gartenanlage mit Orangerie sowie ein repräsentatives Festareal. Heute besteht der Zwinger aus Wall- und Glockenspielpavillon (jeweils in der Mitte der Bogengalerien), aus vier Eckpavillons und der Langgalerie mit dem Kronentor in der Mitte. Sie umrahmen in symmetrischer Anlage den rechteckigen, mit Rasenflächen und Brunnenbecken geschmückten Hof. Den Abschluss nach Norden bildet der Semperbau.

Blick von oben auf den Dresdner Zwinger
Der Zwinger ist neben der Frauenkirche wohl das bekannteste Bauwerk Dresdens. Bildrechte: MDR/Heinrich

Durch die Bombenangriffe auf Dresden im Februar 1945 wurde der Zwinger fast vollständig zerstört. Von 1945 an erfolgte der Wiederaufbau, Teile konnten bereits 1960 wiedereröffnet werden.

Der Besuch des Zwingers ist ein Muss bei einer Dresden-Reise! Nicht nur, weil verschiedene Ausstellungen locken – im Innenhof kann man sich vom Trubel der Stadt erholen, durch die Gartenanlage spazieren und Wasserspielen zuschauen.

Weitere Informationen Zwinger
Sophienstraße
01067 Dresden

Öffnungszeiten:
Innenhof und Außengalerien:
April bis Oktober: 6 bis 22:30 Uhr
November bis März: 6 bis 20 Uhr

Gastronomie: In der Dresdner Innenstadt gibt es diverse gastronomische Einrichtungen.

Anreise und Parken: Nahe der Straßenbahn- und Bus-Haltestellen Postplatz & Theaterplatz. Parkplätze gibt es in mehreren Parkhäusern in der Umgebung (gebührenpflichtig).

Barrierefreiheit: Der Zwingerinnenhof, die Gemäldegalerie "Alte Meister", der Mathematisch-Physikalische Salon und die Porzellansammlung haben für Rollstuhlfahrer geeignete Zugänge.

Für Kinder gibt es Familienkonzerte.

Dresden: Schloss Pillnitz

Schloss Pillnitz lässt sich am besten stilecht auf dem Wasserweg erreichen: Die Dampfer der Sächsischen Dampfschifffahrt steuern die Anlage mehrmals am Tag an, ein wunderbares Ausflugsziel in den warmen Monaten. Die Parkanlage lädt zu Spaziergängen ein, bei denen man unter anderem eine fast neun Meter hohe und rund 230 Jahre alte Kamelie entdecken kann. Im historischen Palmenhaus wachsen auf 660 Quadratmetern exotische Pflanzen aus Südafrika, Australien und Neuseeland.

Das Schloss hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Im Jahr 1335 wurde es erstmals als Herrensitz und Rittergut erwähnt. 1694 erhielt es Kurfürst Johann Georg IV. im Tausch gegen das Schloss Lichtenwalde. Nach seinem Tod ging es an seinen Bruder, der heute bekannt ist als August der Starke. Das Renaissance-Schloss wurde zu einem beliebten Ort für Hochzeiten und andere Festlichkeiten.

Von 1720 bis 1725 ließ Matthäus Daniel Pöppelmann Wasser- und Bergpalais, die Weinbergkirche sowie einen achteckigen Festsaal, den sogenannten Venustempel, errichten. Bis 1830 wurde dann das Neue Palais im klassizistischen Stil erbaut, nachdem ein Brand das Renaissance-Schloss und den Venustempel zerstört hatte. Ab diesem Zeitpunkt nutzte das Königshaus Schloss und Park als Sommerresidenz.

Heute beherbergen Berg-und Wasserpalais das Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Im Neuen Palais widmet sich eine Ausstellung dem höfischen Leben und der Geschichte der Anlage.

Schloss Pillnitz
Auf Schloss Pillnitz fanden früher Hochzeiten, Schützen- und Winzerfeste statt. Bildrechte: MDR/Nadine Jejkal

Weitere Informationen Schloss Pillnitz
August-Böckstiegel-Straße 2
01326 Dresden

Öffnungszeiten Schlosspark:
ganzjährig ab 6 Uhr bis zum Eintritt der Dunkelheit

Anreise und Parken: Mit der Buslinie 63 zur Haltestelle Leonardo-da-Vinci-Straße oder Pillnitzer Platz. Die Dampfer der Sächsischen Dampfschifffahrt fahren direkt zum Schloss Pillnitz.
Gebührenpflichtiger Parkplatz in der Leonardo-da-Vinci-Straße.

Barrierefreiheit: Das Schlossmuseum im Neuen Palais ist über den Rollstuhllift am Eingang Lustgarten erreichbar. Es gibt exklusve Führungen für Demenzkranke und ihre Angehörige.

Für Kinder gibt es in den Ferien ein Vormittagsprogramm.

Bei Dresden: Schloss Moritzburg

Schloss Moritzburg im Winter, mit Schnee auf den Dächern und einem vereisten See davor: So kennen Millionen Fernsehzuschauer wohl dieses Bauwerk, denn der Kultfilm "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" wurde teilweise hier gedreht. Und so beschleicht einen auch heute ein nahezu märchenhaftes Gefühl, wenn man beispielsweise die riesige Außentreppe herunterschreitet, auf der Aschenbrödel einst ihren Schuh verlor.

Innen ist man mittlerweile für die zahlreichen Filmfans gut gerüstet, jedes Jahr in den Wintermonaten wird das Schloss zum Märchenschloss: Besucher können dann in einer Ausstellung die Originalkostüme (das Ballkleid ist nach dem spektakulären Raub wieder zurückgekehrt) und Requisiten des Märchens anschauen, außerdem gibt es hier allerlei Hintergrundinformationen zum Dreh.

In Frühling, Sommer und Herbst punktet das Schloss mit einer Barockausstellung: Zu sehen sind unter anderem wertvolle Ledertapeten, ein Federzimmer mit einzigartigen Wandverzierungen oder silberne Geschirrteile aus dem einstmals verschollenen Wettiner Schatz. Auch die Jagdtrophäensammlung der sächsischen Herrscherdynastie lässt sich hier bewundern, denn ursprünglich wurde Schloss Moritzburg Mitte des 16. Jahrhunderts als Jagdschloss errichtet, von Herzog Moritz von Sachsen.

August der Starke hatte dann Anfang des 18. Jahrhunderts andere Pläne, er wollte den Renaissancebau in ein barockes Jagd- und Lustschloss umformen, umgeben von Tiergehegen mit Löwen, Geparden und Wisenten darin. Die besten sächsischen Handwerker und Künstler wirkten bei der Innenausstattung der sieben Säle und über 200 Räume mit – allerdings blieb das Projekt nach dem Tod des Herrschers unvollendet.

Wer Schloss Moritzburg aus Richtung Dresden kommend erkunden möchte, kann auch mit der Dampfeisenbahn anreisen: Die Lößnitzgrundbahn zuckelt vom Bahnhof Radebeul-Ost regelmäßig hoch zum Schloss. Für Hungrige locken dort übrigens ein Restaurant und ein Gartencafé (nur im Sommer geöffnet), und diverse Gasthäuser im malerischen Örtchen Moritzburg laden zum Verweilen ein.

Schloss Moritzburg, mit zugefrorenem Teich, im Winter
Jeden Winter findet auf Schloss Moritzburg eine Aschenbrödel-Schau statt. Bildrechte: SCHLÖSSERLAND SACHSEN, Staatsbetrieb Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen

Weitere Informationen Schloss Moritzburg
01468 Moritzburg

Öffnungszeiten:
Im Winter: Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr
Frühling, Sommer, Herbst: täglich 10 bis 18 Uhr

Gastronomie: Es gibt sowohl ein Schlossrestaurant als auch ein Gartencafé.

Anreise: Zug bis Dresden-Neustadt, weiter mit Bus 477 Richtung Radeburg. Oder die Historische Schmalspurbahn "Lößnitzdackel" von Radebeul bis Moritzburg nutzen.

Barrierefreiheit: Auf Grund des hohen Besucheraufkommens ist es für Rollstuhlfahrer leider nur möglich, die Ausstellung mit einer Begleitperson zu besuchen.

Für Kinder gibt es eine Kreativwerkstatt, Gruselführung und vieles mehr.

Bei Dresden: Schloss Weesenstein

Imposant ragt Schloss Weesenstein über dem Tal der Müglitz in die Höhe, der Fluss schlängelt sich mitten durch den dazugehörigen Park. Gerade das macht die Außenanlagen so idyllisch – und dennoch hat die Müglitz hier viel Unheil hinterlassen. Beim Jahrhunderthochwasser 2002 wurde Weesenstein ohne jede Vorwarnung von den Wassermassen überrollt, fünf Menschen starben und auch der Schlossgarten war hinterher völlig verwüstet.

Das Schloss wurde in den 700 Jahren seiner Existenz immer wieder verändert, erweitert und modernisiert. Von außen gibt es sich als einheitliches markantes Ganzes, doch innen finden sich Räume von der Gotik bis zum Klassizismus: ein ganzes Labyrinth von Räumen, Gängen und Treppen lädt ein zu Entdeckungen. Besonders gut erhalten sind die herrschaftlichen Gemächer des 18. und 19. Jahrhunderts mit ihren wertvollen Tapeten und Möbeln. Sehenswert ist auch die völlig eingebaute barocke Schlosskapelle mit ihrem heiter-festlich und maßvoll wirkenden Innenraum.

Weesenstein war das Lieblingsschloss und der private Rückzugsraum von König Johann von Sachsen, hier hat er als Prinz noch an seiner Übersetzung von Dantes "Göttlicher Komödie" gearbeitet (als Übersetzer verbarg er sich hinter dem Pseudonym Philaletes, der Wahrheitsliebende).

Wer eine Pause einlegen will, kann sich im schlosseigenen Restaurant stärken. Im Sommer besonders schön – dann genießt man von der Terasse aus den weiten Blick übers Müglitztal.

Schloss Weesenstein
Schloss Weesenstein ist von Dresden aus auch mit dem Fahrrad erreichbar. Bildrechte: Schlösserland Sachsen

Weitere Informationen Schloss Weesenstein
Am Schlossberg 1
01809 Müglitztal / OT Weesenstein

Öffnungszeiten:
April - Oktober: täglich 10 bis 18 Uhr
November - März: 10 bis 16 Uhr

Gastronomie: Es gibt die Schlossbrauerei Weesenstein und die Königliche Schlossküche mit Biergarten.

Anreise: Bis Heidenau S-Bahn (S1) aus Richtung Meißen/Dresden bzw. Schöna/Pirna weiter mit Schienenersatzverkehr der Müglitztalbahn (Haltepunkt Weesenstein). Parkplätze sind vorhanden.

Barrierefreiheit: Der Weesensteiner Schlosspark ist barrierefrei zugänglich. Schloss und Burganlage nicht.

Für Kinder gibt es Entdeckertouren und Erlebnisführungen.

Schloss Weesenstein in Müglitztal bei Tag über einen Hügel fotografiert gerahmt von grünen Bäumen 2 min
Bildrechte: MDR/Christiane Fritsch

Elbsandsteingebirge: Festung Königstein

Die Festung Königstein ist weder Burg noch Schloss, aber sie gilt als eine der größten Bergfestungen Europas, auf deren 9 ½ Hektar Innenfläche ein eindrucksvolles Ensemble von Bauwerken der Spätgotik, der Renaissance, des Barock und des 19. Jahrhunderts (darunter auch das barocke Friedrichschlösschen) entstanden ist. Am besten erschließen lässt sich diese Vielfalt, wenn man den knapp zwei Kilometer langen Ringweg entlang der Festungsmauern entlangwandert. Von hier aus hat man zudem eine tolle Aussicht: auf die große Elbschlinge zwischen Rathen und Bad Schandau, auf Wälder und Felder, markante Tafelberge und pittoreske Felsentürme.

Der Königsstein war in der Vergangenheit nicht nur eine uneinnehmbare Festung, ein Depot für den Staatsschutz, Gefängnis und Prestigeobjekt der Landesherren, sondern auch bevorzugter Ort für Feste und Lustbarkeiten, Wettessen und Trinkgelage. Legendär ist beispielsweise das Fass, mit dem August der Starke eine Wette gewann: Es konnte 240.000 Liter Wein aufnehmen. 30 eiserne Reifen hielten das Ganze zusammen bis 1819, dann brach man es ab, heute ist es als künstlerische Installation in seinen Dimensionen nachgebildet.

Eine Dauerausstellung informiert über die 800-jährige Geschichte der Festung, über ihre Funktion als Staatsgefängnis und andere Themen. Zuletzt ist hier ein eher düsteres Kapitel der Festungsgeschichte hinzugekommen: der DDR-Jugendwerkhof auf der Festung. Aus Richtung Dresden lässt sich am bequemsten mit dem Zug anreisen. Bereits seit 1851 fährt die Eisenbahn durchs schmale Elbtal, mit der S-Bahn gelangt man heutzutage im Halbstundentakt von der Landeshauptstadt in die Sächsische Schweiz.

Festung Königstein
Das Felsplateau der Festung Königstein war bereits in der Bronzezeit besiedelt. Bildrechte: imago/euroluftbild.de

Mehr Informationen Festung Königstein
01824 Königstein

Öffnungszeiten:
April - Oktober: 9 bis 18 Uhr
November - März: 9 bis 17 Uhr

Gastronomie: Es gibt Restaurants, Aussschänke und eine Bäckerei.

Anreise und Parken: Der Festungsexpress pendelt von April bis Oktober zwischen der Stadt Königstein, Parkhaus und der Festung. Auch Wanderwege führen zur Festung. Das Parkhaus ist 650 Meter zu Fuß entfernt.

Barrierefreiheit: Für Rollstuhlfahrer empfiehlt sich eine Begleitperson, da es aufgrund der historischen Bausubstanz teilweise unebene Wege und Schrägen gibt. Es gibt Tastmodelle für Menschen mit Sehbehinderung mit Erklärungen in Braille- und Prismenschrift.

Für Kinder: Mitmachprogramme, spezielle Führungen, Rätselspiele und mehr.

Bei Chemnitz: Schloss Lichtenwalde

Dieses Schloss sollte man unbedingt bei schönem Wetter besuchen: Denn vor allem seine zehn Hektar großen Außenanlagen sind einen Ausflug wert. 335 historische Fontänen verteilen sich über den barocken Garten, man kann sich hinter großen Hecken verirren, an duftenden Blütenrondellen schnuppern oder auf versteckten Bänken niederlassen. Dazu reizt der weite Blick hinab ins bewaldete Zschopautal. Wer sich vorher anmeldet, kann zum Parkbesuch die "Lichtenwalder Parkspiele" ausleihen, diese greifen sowohl die Idee des Spielens im Barock als auch die Tradition der erzgebirgischen Holzspielzeughersteller auf.

Im Inneren beherbergt das Schloss ein Schatzkammer-Museum, auf drei Etagen kann man Exponate aus fernen und vergangenen Kulturen entdecken: Kunst- und Ritualgegenstände aus Nepal und Tibet etwa, Porzellane, Möbel und Seidenstickereien aus China und Japan oder Grabbeigaben und Geistermasken aus Westafrika. Außerdem findet sich hier eine der größten Scherenschnittsammlungen Deutschlands.

Die Anlage wurde von 1722 bis 1726 von einem Minister August des Starken erbaut, sein Sohn ließ den weitläufigen Park anlegen. Die Terassen des Parks illustrieren nun den Übergang vom Barock zum Rokoko. 1905 brannten große Teile des Schlosses ab, wenige Jahre später aber wurde es weitgehend originalgetreu wieder aufgebaut. Zuletzt wurde Schloss Lichtenwalde durch den Freistaat Sachsen aufwändig saniert.

Auf der Schlosspromenade im angrenzenden Dörfchen Lichtenwalde finden sich verschiedene Gaststätten und Cafés. Mit dem Zug erreichbar ist dieses Auflugsziel auch: Mit der City-Bahn Chemnitz geht’s bis nach Braunsdorf.

Schloss Lichtenwalde
Der Park von Schloss Lichtenwalde ist das ganze Jahr über geöffnet. Bildrechte: Schloss & Park Lichtenwalde

Weitere Informationen Schloss & Park Lichtenwalde
Schlossallee 1
09577 Niederwiesa/ OT Lichtenwalde

Öffnungszeiten Schloss:
April bis Oktober: Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr
November bis März: 10 bis 17 Uhr

Der Park ist ganzjährig geöffnet.

Gastronomie: Restaurant und Parkgaststätte.

Anreise und Parken: Mit der Buslinie 640 (Chemnitz–Rosswein), saisonal an den Wochenenden Buslinie 642 (Chemnitz–Kriebstein). Ausgeschilderter Parkplatz in der Nähe.

Für Kinder gibt es Sonderausstellungen, Führungen und Workshops.

Torgau: Schloss Hartenfels

Schloss Hartenfels stand lange Zeit nicht im Fokus der Öffentlichkeit. Doch die aufwändige Sanierung des Bauwerks in den vergangenen Jahren und zahlreiche Ausstellungen (u.a. die Sächsische Landesausstellung "Glaube und Macht. Sachsen im Europa der Reformationszeit") haben dazu beigetragen, die besondere Bedeutung des Torgauer Schlosses als Residenz anschaulich zu machen und wieder ins allgemeine Bewusstsein zu rufen.

Wendelstein Schloss Hartenfels in Torgau
Der Große Wendelstein von Schloss Hartenfels. Bildrechte: Mandy Walter

Stadt und Schloss sind untrennbar mit der sächsischen Geschichte verbunden und wurden von ihr geprägt. In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts avancierte Schloss Hartenfels zum politischen Zentrum der Reformation. Kurfürst Johann Friedrich der Großmütige demonstrierte seine Stellung als führende weltliche und geistliche Autorität durch Architektur und Ornamente an der Fassade des Schlosses. Auch als Torgau nur noch Nebenresidenz der albertinischen Wettiner wurde, war es ein Ort glanzvoller Jagden, Feste und Hochzeiten. Hartenfels gilt heute als das größte erhaltene Schloß der Frührenaissance in Deutschland.

Der Schlosshof wird vom Großen Wendelstein dominiert, einer Treppenanlage des Baumeisters Konrad Krebs, die sich ohne stützenden Mittelpfeiler trägt. Die in das Schloss integrierte Kapelle war der erste nach protestantischen Grundsätzen errichtete Kirchenbau, von Luther 1544 selbst geweiht und Wirkungsstätte des "Urkantors" der protestantischen Kirchenmusik, Johann Walther. Auch heute noch finden in der Kirche Gottesdienste und Konzerte statt.

Wer das Schloss besuchen möchte, kann dies beispielsweise auf dem Torgauer Museumspfad tun: Er verbindet die zahlreichen historischen Gebäude und Erinnerungsstätten. Auch über den Elberadweg ist Hartenfels gut erreichbar. Übrigens: Im Schloßgraben tummeln sich auch heute noch Braunbären.

Weitere Informationen Schloss Hartenfels
Schlossstr. 27
04860 Torgau

Die Öffnungszeiten variieren je nach Ausstellung.

Gastronomie: Saisonal von April bis Oktober öffnet das Café im Schloss.

Anreise und Parken: Ab Bahnhof Torgau 20 Minuten Fußmarsch Richtung Osten durch die Innenstadt oder Buslinie 759 bis Torgau Friedrichplatz. Parkmöglichkeiten direkt an der Elbe.

Für Kinder gibt es speziell zugeschnittene Veranstaltungen wie Bärenbeobachtung, die Begegnung mit einem animierten Kurfürsten oder den Aufstieg hoch auf den Hausmannturm.

Schloss Hartenfels 2 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Bei Görlitz: Schloss Muskau und Fürst-Pückler-Park

Ein Ausflug nach Schloss Muskau lohnt sich vor allem an Tagen mit schönem Wetter: Denn die Anlage liegt inmitten des UNESCO-Weltkulturerbes Fürst-Pückler-Park, der mit einer Gesamtfläche von 830 Hektar der größte Landschaftspark Zentraleuropas im englischen Stil ist. Etwa ein Drittel des Parks gehört zur sächsischen Stadt Bad Muskau, der größere Teil liegt östlich der Lausitzer Neiße und nördlich der Stadt Łęknica in Polen. Beide Teile sind durch mehrere Neißebrücken miteinander verbunden. 

Luftaufnahme des Neuen Schlosses im Fürst-Pückler-Park Bad Muskau
Das Neue Schloss im Fürst-Pückler-Park Bad Muskau Bildrechte: MDR/Bertram Kober

1815 begann Hermann Fürst von Pückler-Muskau, einen Landschaftsgarten anzulegen, der weltweit seinesgleichen suchen sollte. Er gestaltete ihn modern, harmonisch und kunstsinnig – Pückler wurde so zu einem der bedeutendsten deutschen Landschaftsgestalter. Nach seinem Tod entwickelten Prinz Friedrich der Niederlande und die Grafen von Arnim den Park weiter. Sie griffen unvollendete Bauvorhaben auf und erneuerten nicht mehr funktionsfähige Brücken.

Nach dem zweiten Weltkrieg zog sich die neue deutsch-polnische Staatsgrenze mitten durch das Areal, auf der östlichen Seite verwilderte der Park in den Folgejahren. 1988 dann unterzeichnten deutsche und polnische Denkmalpfleger einen Vertrag zur gemeinsamen Wiederherstellung des Muskauer Parks als Gesamtkunstwerk. 

Im Neuen Schloss erinnert eine Dauerausstellung heute an Fürst Pückler und sein vielfältiges Wirken. Und im Café gibt es natürlich das nach ihm benannte Eis!

Weitere Informationen Neues Schloss
02953 Bad Muskau

Der Park ist frei zugänglich, Eintritt frei.

Gastronomie: Im Schloss-Café gibt’s Pückler-Eis.

Anreise und Parken: In Weißwasser mit der Buslinie 250 nach Bad Muskau fahren. Die Haltestelle "Kirchplatz" im Ort liegt nur wenige Schritte vom Muskauer Park entfernt. In der Saison von April bis Oktober können Besucher auch die Waldeisenbahn für die Fahrt von Weißwasser nach Bad Muskau nehmen. Ein gebührenpflichtiger Besucherparkplatz für PKW und Reisebusse befindet sich am Neißedamm.

Barrierefreiheit: Die Räume für Dauer- und Sonderausstellung im Neuen Schloss sowie die Ananas-Ausstellung sind barrierefrei zugänglich. Die Stufen an der Schlosstreppe lassen sich mit einem Rollstuhlfahrerlift überbrücken.

Für Kinder: Es gibt die Möglichkeit, Kindergeburtstag mit Ritter-Verkleidung zu feiern.

Görlitz 3 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Vogtland: Schloss Voigtsberg

Schloss Voigtsberg in Oelsnitz
Auf Schloss Voigtsberg kann man mehr über die Geschichte der Teppichweberei im Vogtland erfahren. Bildrechte: IMAGO

Die Geschichte von Schloss Voigtsberg geht rund 800 Jahre zurück: Vermutlich um 1200 wurde wurde es mit Bergfried und Wehrmauer von den Vögten von Straßberg gegründet. 1249 wurde die Anlage durch einen Herrn von Voigtsberg "Eberhardus de Voitesberk" erstmalig urkundlich erwähnt, 1356 fiel sie an die Markgrafen von Meißen aus dem Haus Wettin und wurde kurfürstliches Amt.

Heute ist vor allem die begehbare historische Außenbastion ein Erlebnis. Innerhalb der Gemäuer locken der Fürstensaal, die gotische Sankt Georgskapelle mit sakralen Kunstwerken und die Schösserstube aus dem Jahre 1637 mit der frühbarocken Holzbalkendecke Besucher an.

Auch zwei Museen können auf Schloss Voigtsberg besichtigt werden: Im Teppichmuseum Oelsnitz wird die 130-jährige Geschichte der Teppichweberei im Vogtland aufgearbeitet, unterschiedliche Herstellungstechniken und vielfältige Designs lassen sich hier entdecken. Im historischen Gewölbekeller ist das "Mineraliengewölbe Oelsnitz" untergebracht, mit 400 Mineralien des sächsischen Vogtlandes und weiteren Schätze der Erde.

Weitere Informationen Schloss Voigtsberg
Schloßstraße 32
08606 Oelsnitz/Vogtland

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 11 bis 17 Uhr

Gastronomie: Restaurant mit vogtländischer und böhmischer Küche.

Anreise: Mit der Stadtbuslinie 91 Haltestelle "Schloss Voigtsberg" direkt vor die Tür. In unmittelbarer Nähe befinden sich die Bushaltestellen: "Kinderhort" (Linie: 50) und "Plauensche Straße" (Linien: 92, 50, 58).

Für Kinder gibt es Führungen, Schatzsuchen, Märchen-Touren und vieles mehr.

Schlösser, Burgen und Gärten in Sachsen

Weitere Ausflugstipps

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 08. September 2019 | 09:05 Uhr

Abonnieren