Schloss Weesenstein
Schloss Weesenstein im Müglitztal - bietet nicht nur Einblicke ins Schlossleben vergangener Tage und interessante Ausstellungen, sondern auch einen idyllischen Park. Bildrechte: Schlösserland Sachsen

Ausflugsziele Diese Schlösser und Burgen in Sachsen sind einen Ausflug wert

Von der Festung Königstein den Blick über die Weiten des Elbsandsteingebirges schweifen lassen, Aschenbrödel in Schloss Moritzburg näherkommen oder barock angehauchte Parkspiele testen: Schlösser und Burgen in Sachsen bieten unzählige Ausflugsmöglichkeiten. Wir haben die schönsten für Sie herausgesucht.

Schloss Weesenstein
Schloss Weesenstein im Müglitztal - bietet nicht nur Einblicke ins Schlossleben vergangener Tage und interessante Ausstellungen, sondern auch einen idyllischen Park. Bildrechte: Schlösserland Sachsen

Mittelsachsen: Burg Kriebstein

So muss eine Ritterburg gelegen sein: Eindrucksvoll erhebt sich Burg Kriebstein auf hohen Felsen über einer Flussschleife der Zschopau. Die Anlage stammt aus der Spätgotik und wurde erbaut von Familie Beerwalde, der damals die Städte Waldheim und Hartha gehörten. Über die Jahrhunderte wechselten immer wieder die Besitzer, bis im 17. Jahrhundert die Familie Arnim übernahm und sie bis zur Enteignung 1945 sorgfältig instand hielt. So ist Burg Kriebstein trotz ihrer mittlerweile über 600 Jahre voll erhalten und gilt unter anderem auch deswegen als Sachsens schönste Ritterburg.

Für Besucher interessant ist vor allem der riesige Wohnturm, der sich vom Keller der Burg bis in die aus dem Mittelalter stammenden, historisch erhaltenen Dachgeschossanlagen erstreckt. Auch das "Kriebsteinzimmer" kann man bewundern: Hierbei handelt es sich um eine sehr gut erhaltene, farbig gefasste Bohlenstube aus dem ersten Drittel des 15. Jahrhunderts. Von 1902 bis 1997 war das Zimmer ausgelagert im Königlichen Kunstgewerbemuseum Dresden, wo es die Weltkriege unbeschadet überstand.

Direkt im Städtedreieck Leipzig-Chemnitz-Dresden gelegen ist Burg Kriebstein für einen Tagesausflug gut erreichbar. Wer Lust hat, abseits der Burg noch die Gegend zu erkunden, kann eine kleine Rundwanderung unternehmen: Zunächst geht es hinab zur Talsperre Kriebstein (hier gibt es auch einen Kletterwald, einen Campingplatz sowie verschiedene gastronomische Angebote), dann fährt man mit dem Boot auf die andere Seite, und wandert durch lauschige Wälder und Felder zurück bis zur sich malerisch dahin schlängelnden Zschopau. Unterhalb der Burg kann man den Fluss über eine hölzerne Fußgängerbrücke überqueren und gelangt kurz danach zum Ausgangspunkt zurück.

Burg Kriebstein
Die Anfänge von Burg Kriebstein liegen im 14. Jahrhundert. Bildrechte: IMAGO

Weitere Informationen Burg Kriebstein
Kriebsteiner Straße 7
09648 Kriebstein

Öffnungszeiten:
Februar - März: Dienstag bis Sonntag: 10 - 16 Uhr
April - Oktober: Dienstag bis Freitag: 10 - 17 Uhr
Samstag/Sonntag: 10 - 18 Uhr
November: Samstag/Sonntag: 10 - 16 Uhr

Burg Kriebstein 1 min
Bildrechte: Andreas Wetzel/MDR

Dresden: Zwinger

Natürlich darf in dieser Auflistung der Dresdner Zwinger nicht fehlen, gehört er doch zu den bekanntesten Barockbauwerken Deutschlands. Er beherbergt mit der Porzellansammlung, dem Mathematisch-Physikalischen Salon und der Gemäldegalerie Alte Meister gleich drei Museen von Weltruf, zudem dient er als Bühne für Theater- und Musikveranstaltungen.

Auftraggeber und Initiator beim Bau des Zwingers war August der Starke. Architekt Matthäus Daniel Pöppelmann und Bildhauer Balthasar Permoser setzten seine Wünsche Anfang des 18. Jahrhunderts um: So entstand eine Gartenanlage mit Orangerie sowie ein repräsentatives Festareal. Heute besteht der Zwinger aus Wall- und Glockenspielpavillon (jeweils in der Mitte der Bogengalerien), aus vier Eckpavillons und der Langgalerie mit dem Kronentor in der Mitte. Sie umrahmen in symmetrischer Anlage den rechteckigen, mit Rasenflächen und Brunnenbecken geschmückten Hof. Den Abschluss nach Norden bildet der Semperbau.

Blick von oben auf den Dresdner Zwinger
Der Zwinger ist neben der Frauenkirche wohl das bekannteste Bauwerk Dresdens. Bildrechte: MDR/Heinrich

Durch die Bombenangriffe auf Dresden im Februar 1945 wurde der Zwinger fast vollständig zerstört. Von 1945 an erfolgte der Wiederaufbau, Teile konnten bereits 1960 wiedereröffnet werden.

Der Besuch des Zwingers ist ein Muss bei einer Dresden-Reise! Nicht nur, weil verschiedene Ausstellungen locken – im Innenhof kann man sich vom Trubel der Stadt erholen, durch die Gartenanlage spazieren und Wasserspielen zuschauen.

Weitere Informationen Zwinger
Sophienstraße
01067 Dresden

Öffnungszeiten Innenhof und Außengalerien:
April bis Oktober: 6:00 - 22:30 Uhr
November bis März: 6:00 - 20:00 Uhr

Dresden: Schloss Pillnitz

Schloss Pillnitz lässt sich am besten stilecht auf dem Wasserweg erreichen: Die Dampfer der Sächsischen Dampfschifffahrt steuern die Anlage mehrmals am Tag an, ein wunderbares Ausflugsziel in den warmen Monaten. Die Parkanlage lädt zu Spaziergängen ein, bei denen man unter anderem eine fast neun Meter hohe und rund 230 Jahre alte Kamelie entdecken kann. Im historischen Palmenhaus wachsen auf 660 Quadratmetern exotische Pflanzen aus Südafrika, Australien und Neuseeland.

Das Schloss hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Im Jahr 1335 wurde es erstmals als Herrensitz und Rittergut erwähnt. 1694 erhielt es Kurfürst Johann Georg IV. im Tausch gegen das Schloss Lichtenwalde. Nach seinem Tod ging es an seinen Bruder, der heute bekannt ist als August der Starke. Das Renaissance-Schloss wurde zu einem beliebten Ort für Hochzeiten und andere Festlichkeiten.

Von 1720 bis 1725 ließ Matthäus Daniel Pöppelmann Wasser- und Bergpalais, die Weinbergkirche sowie einen achteckigen Festsaal, den sogenannten Venustempel, errichten. Bis 1830 wurde dann das Neue Palais im klassizistischen Stil erbaut, nachdem ein Brand das Renaissance-Schloss und den Venustempel zerstört hatte. Ab diesem Zeitpunkt nutzte das Königshaus Schloss und Park als Sommerresidenz.

Heute beherbergen Berg-und Wasserpalais das Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Im Neuen Palais widmet sich eine Ausstellung dem höfischen Leben und der Geschichte der Anlage.

Schloss Pillnitz
Auf Schloss Pillnitz fanden früher Hochzeiten, Schützen- und Winzerfeste statt. Bildrechte: MDR/Nadine Jejkal

Weitere Informationen Schloss Pillnitz
August-Böckstiegel-Straße 2
01326 Dresden

Öffnungszeiten Schlosspark:
ganzjährig ab 6 Uhr bis zum Eintritt der Dunkelheit

Bei Dresden: Schloss Moritzburg

Schloss Moritzburg im Winter, mit Schnee auf den Dächern und einem vereisten See davor: So kennen Millionen Fernsehzuschauer wohl dieses Bauwerk, denn der Kultfilm "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" wurde teilweise hier gedreht. Und so beschleicht einen auch heute ein nahezu märchenhaftes Gefühl, wenn man beispielsweise die riesige Außentreppe herunterschreitet, auf der Aschenbrödel einst ihren Schuh verlor.

Innen ist man mittlerweile für die zahlreichen Filmfans gut gerüstet, jedes Jahr in den Wintermonaten wird das Schloss zum Märchenschloss: Besucher können dann in einer Ausstellung die Originalkostüme (das Ballkleid ist nach dem spektakulären Raub wieder zurückgekehrt) und Requisiten des Märchens anschauen, außerdem gibt es hier allerlei Hintergrundinformationen zum Dreh.

In Frühling, Sommer und Herbst punktet das Schloss mit einer Barockausstellung: Zu sehen sind unter anderem wertvolle Ledertapeten, ein Federzimmer mit einzigartigen Wandverzierungen oder silberne Geschirrteile aus dem einstmals verschollenen Wettiner Schatz. Auch die Jagdtrophäensammlung der sächsischen Herrscherdynastie lässt sich hier bewundern, denn ursprünglich wurde Schloss Moritzburg Mitte des 16. Jahrhunderts als Jagdschloss errichtet, von Herzog Moritz von Sachsen.

August der Starke hatte dann Anfang des 18. Jahrhunderts andere Pläne, er wollte den Renaissancebau in ein barockes Jagd- und Lustschloss umformen, umgeben von Tiergehegen mit Löwen, Geparden und Wisenten darin. Die besten sächsischen Handwerker und Künstler wirkten bei der Innenausstattung der sieben Säle und über 200 Räume mit – allerdings blieb das Projekt nach dem Tod des Herrschers unvollendet.

Wer Schloss Moritzburg aus Richtung Dresden kommend erkunden möchte, kann auch mit der Dampfeisenbahn anreisen: Die Lößnitzgrundbahn zuckelt vom Bahnhof Radebeul-Ost regelmäßig hoch zum Schloss. Für Hungrige locken dort übrigens ein Restaurant und ein Gartencafé (nur im Sommer geöffnet), und diverse Gasthäuser im malerischen Örtchen Moritzburg laden zum Verweilen ein.

Schloss Moritzburg, mit zugefrorenem Teich, im Winter
Jeden Winter findet auf Schloss Moritzburg eine Aschenbrödel-Schau statt. Bildrechte: SCHLÖSSERLAND SACHSEN, Staatsbetrieb Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen

Weitere Informationen Schloss Moritzburg
01468 Moritzburg

Öffnungszeiten:
Im Winter: Dienstag bis Sonntag 10 - 17 Uhr
Frühling, Sommer, Herbst: täglich 10 - 18 Uhr

Bei Dresden: Schloss Weesenstein

Imposant ragt Schloss Weesenstein über dem Tal der Müglitz in die Höhe, der Fluss schlängelt sich mitten durch den dazugehörigen Park. Gerade das macht die Außenanlagen so idyllisch – und dennoch hat die Müglitz hier viel Unheil hinterlassen. Beim Jahrhunderthochwasser 2002 wurde Weesenstein ohne jede Vorwarnung von den Wassermassen überrollt, fünf Menschen starben und auch der Schlossgarten war hinterher völlig verwüstet.

Das Schloss wurde in den 700 Jahren seiner Existenz immer wieder verändert, erweitert und modernisiert. Von außen gibt es sich als einheitliches markantes Ganzes, doch innen finden sich Räume von der Gotik bis zum Klassizismus: ein ganzes Labyrinth von Räumen, Gängen und Treppen lädt ein zu Entdeckungen. Besonders gut erhalten sind die herrschaftlichen Gemächer des 18. und 19. Jahrhunderts mit ihren wertvollen Tapeten und Möbeln. Sehenswert ist auch die völlig eingebaute barocke Schlosskapelle mit ihrem heiter-festlich und maßvoll wirkenden Innenraum.

Weesenstein war das Lieblingsschloss und der private Rückzugsraum von König Johann von Sachsen, hier hat er als Prinz noch an seiner Übersetzung von Dantes "Göttlicher Komödie" gearbeitet (als Übersetzer verbarg er sich hinter dem Pseudonym Philaletes, der Wahrheitsliebende).

Wer eine Pause einlegen will, kann sich im schlosseigenen Restaurant stärken. Im Sommer besonders schön – dann genießt man von der Terasse aus den weiten Blick übers Müglitztal.

Schloss Weesenstein
Schloss Weesenstein ist von Dresden aus auch mit dem Fahrrad erreichbar. Bildrechte: Schlösserland Sachsen

Weitere Informationen Schloss Weesenstein
Am Schlossberg 1
01809 Müglitztal / OT Weesenstein

Öffnungszeiten:
April - Oktober: täglich 10 - 18 Uhr
November - März: 10 - 16 Uhr

Elbsandsteingebirge: Festung Königstein

Die Festung Königstein ist weder Burg noch Schloss, aber sie gilt als eine der größten Bergfestungen Europas, auf deren 9 ½ Hektar Innenfläche ein eindrucksvolles Ensemble von Bauwerken der Spätgotik, der Renaissance, des Barock und des 19. Jahrhunderts (darunter auch das barocke Friedrichschlösschen) entstanden ist. Am besten erschließen lässt sich diese Vielfalt, wenn man den knapp zwei Kilometer langen Ringweg entlang der Festungsmauern entlangwandert. Von hier aus hat man zudem eine tolle Aussicht: auf die große Elbschlinge zwischen Rathen und Bad Schandau, auf Wälder und Felder, markante Tafelberge und pittoreske Felsentürme.

Der Königsstein war in der Vergangenheit nicht nur eine uneinnehmbare Festung, ein Depot für den Staatsschutz, Gefängnis und Prestigeobjekt der Landesherren, sondern auch bevorzugter Ort für Feste und Lustbarkeiten, Wettessen und Trinkgelage. Legendär ist beispielsweise das Fass, mit dem August der Starke eine Wette gewann: Es konnte 240.000 Liter Wein aufnehmen. 30 eiserne Reifen hielten das Ganze zusammen bis 1819, dann brach man es ab, heute ist es als künstlerische Installation in seinen Dimensionen nachgebildet.

Eine Dauerausstellung informiert über die 800-jährige Geschichte der Festung, über ihre Funktion als Staatsgefängnis und andere Themen. Zuletzt ist hier ein eher düsteres Kapitel der Festungsgeschichte hinzugekommen: der DDR-Jugendwerkhof auf der Festung. Aus Richtung Dresden lässt sich am bequemsten mit dem Zug anreisen. Bereits seit 1851 fährt die Eisenbahn durchs schmale Elbtal, mit der S-Bahn gelangt man heutzutage im Halbstundentakt von der Landeshauptstadt in die Sächsische Schweiz.

Festung Königstein
Das Felsplateau der Festung Königstein war bereits in der Bronzezeit besiedelt. Bildrechte: imago/euroluftbild.de

Mehr Informationen Festung Königstein
01824 Königstein

Öffnungszeiten:
April - Oktober: 9 - 18 Uhr
November - März: 9 - 17 Uhr

Bei Chemnitz: Schloss Lichtenwalde

Dieses Schloss sollte man unbedingt bei schönem Wetter besuchen: Denn vor allem seine zehn Hektar großen Außenanlagen sind einen Ausflug wert. 335 historische Fontänen verteilen sich über den barocken Garten, man kann sich hinter großen Hecken verirren, an duftenden Blütenrondellen schnuppern oder auf versteckten Bänken niederlassen. Dazu reizt der weite Blick hinab ins bewaldete Zschopautal. Wer sich vorher anmeldet, kann zum Parkbesuch die "Lichtenwalder Parkspiele" ausleihen, diese greifen sowohl die Idee des Spielens im Barock als auch die Tradition der erzgebirgischen Holzspielzeughersteller auf.

Im Inneren beherbergt das Schloss ein Schatzkammer-Museum, auf drei Etagen kann man Exponate aus fernen und vergangenen Kulturen entdecken: Kunst- und Ritualgegenstände aus Nepal und Tibet etwa, Porzellane, Möbel und Seidenstickereien aus China und Japan oder Grabbeigaben und Geistermasken aus Westafrika. Außerdem findet sich hier eine der größten Scherenschnittsammlungen Deutschlands.

Die Anlage wurde von 1722 bis 1726 von einem Minister August des Starken erbaut, sein Sohn ließ den weitläufigen Park anlegen. Die Terassen des Parks illustrieren nun den Übergang vom Barock zum Rokoko. 1905 brannten große Teile des Schlosses ab, wenige Jahre später aber wurde es weitgehend originalgetreu wieder aufgebaut. Zuletzt wurde Schloss Lichtenwalde durch den Freistaat Sachsen aufwändig saniert.

Auf der Schlosspromenade im angrenzenden Dörfchen Lichtenwalde finden sich verschiedene Gaststätten und Cafés. Mit dem Zug erreichbar ist dieses Auflugsziel auch: Mit der City-Bahn Chemnitz geht’s bis nach Braunsdorf.

Schloss Lichtenwalde
Der Park von Schloss Lichtenwalde ist das ganze Jahr über geöffnet. Bildrechte: Schloss & Park Lichtenwalde

Weitere Informationen Schloss & Park Lichtenwalde
Schlossallee 1
09577 Niederwiesa/ OT Lichtenwalde

Öffnungszeiten Schloss:
April - Oktober: Dienstag bis Sonntag 10 – 18 Uhr
November - März: 10 – 17 Uhr

Der Park ist ganzjährig geöffnet.

Torgau: Schloss Hartenfels

Schloss Hartenfels stand lange Zeit nicht im Fokus der Öffentlichkeit. Doch die aufwändige Sanierung des Bauwerks in den vergangenen Jahren und zahlreiche Ausstellungen (u.a. die Sächsische Landesausstellung "Glaube und Macht. Sachsen im Europa der Reformationszeit") haben dazu beigetragen, die besondere Bedeutung des Torgauer Schlosses als Residenz anschaulich zu machen und wieder ins allgemeine Bewusstsein zu rufen.

Wendelstein Schloss Hartenfels in Torgau
Der Große Wendelstein von Schloss Hartenfels. Bildrechte: Mandy Walter

Stadt und Schloss sind untrennbar mit der sächsischen Geschichte verbunden und wurden von ihr geprägt. In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts avancierte Schloss Hartenfels zum politischen Zentrum der Reformation. Kurfürst Johann Friedrich der Großmütige demonstrierte seine Stellung als führende weltliche und geistliche Autorität durch Architektur und Ornamente an der Fassade des Schlosses. Auch als Torgau nur noch Nebenresidenz der albertinischen Wettiner wurde, war es ein Ort glanzvoller Jagden, Feste und Hochzeiten. Hartenfels gilt heute als das größte erhaltene Schloß der Frührenaissance in Deutschland.

Der Schlosshof wird vom Großen Wendelstein dominiert, einer Treppenanlage des Baumeisters Konrad Krebs, die sich ohne stützenden Mittelpfeiler trägt. Die in das Schloss integrierte Kapelle war der erste nach protestantischen Grundsätzen errichtete Kirchenbau, von Luther 1544 selbst geweiht und Wirkungsstätte des "Urkantors" der protestantischen Kirchenmusik, Johann Walther. Auch heute noch finden in der Kirche Gottesdienste und Konzerte statt.

Wer das Schloss besuchen möchte, kann dies beispielsweise auf dem Torgauer Museumspfad tun: Er verbindet die zahlreichen historischen Gebäude und Erinnerungsstätten. Auch über den Elberadweg ist Hartenfels gut erreichbar. Übrigens: Im Schloßgraben tummeln sich auch heute noch Braunbären.

Weitere Informationen Schloss Hartenfels
Schlossstr. 27
04860 Torgau

Die Öffnungszeiten variieren je nach Ausstellung.

Schloss Hartenfels 2 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Bei Görlitz: Schloss Muskau und Fürst-Pückler-Park

Ein Ausflug nach Schloss Muskau lohnt sich vor allem an Tagen mit schönem Wetter: Denn die Anlage liegt inmitten des UNESCO-Weltkulturerbes Fürst-Pückler-Park, der mit einer Gesamtfläche von 830 Hektar der größte Landschaftspark Zentraleuropas im englischen Stil ist. Etwa ein Drittel des Parks gehört zur sächsischen Stadt Bad Muskau, der größere Teil liegt östlich der Lausitzer Neiße und nördlich der Stadt Łęknica in Polen. Beide Teile sind durch mehrere Neißebrücken miteinander verbunden. 

Luftaufnahme des Neuen Schlosses im Fürst-Pückler-Park Bad Muskau
Das Neue Schloss im Fürst-Pückler-Park Bad Muskau Bildrechte: MDR/Bertram Kober

1815 begann Hermann Fürst von Pückler-Muskau, einen Landschaftsgarten anzulegen, der weltweit seinesgleichen suchen sollte. Er gestaltete ihn modern, harmonisch und kunstsinnig – Pückler wurde so zu einem der bedeutendsten deutschen Landschaftsgestalter. Nach seinem Tod entwickelten Prinz Friedrich der Niederlande und die Grafen von Arnim den Park weiter. Sie griffen unvollendete Bauvorhaben auf und erneuerten nicht mehr funktionsfähige Brücken.

Nach dem zweiten Weltkrieg zog sich die neue deutsch-polnische Staatsgrenze mitten durch das Areal, auf der östlichen Seite verwilderte der Park in den Folgejahren. 1988 dann unterzeichnten deutsche und polnische Denkmalpfleger einen Vertrag zur gemeinsamen Wiederherstellung des Muskauer Parks als Gesamtkunstwerk. 

Im Neuen Schloss erinnert eine Dauerausstellung heute an Fürst Pückler und sein vielfältiges Wirken. Und im Café gibt es natürlich das nach ihm benannte Eis!

Weitere Informationen Neues Schloss
02953 Bad Muskau

Der Park ist frei zugänglich, Eintritt frei.

Vogtland: Schloss Voigtsberg

Schloss Voigtsberg in Oelsnitz
Auf Schloss Voigtsberg kann man mehr über die Geschichte der Teppichweberei im Vogtland erfahren. Bildrechte: IMAGO

Die Geschichte von Schloss Voigtsberg geht rund 800 Jahre zurück: Vermutlich um 1200 wurde wurde es mit Bergfried und Wehrmauer von den Vögten von Straßberg gegründet. 1249 wurde die Anlage durch einen Herrn von Voigtsberg "Eberhardus de Voitesberk" erstmalig urkundlich erwähnt, 1356 fiel sie an die Markgrafen von Meißen aus dem Haus Wettin und wurde kurfürstliches Amt.

Heute ist vor allem die begehbare historische Außenbastion ein Erlebnis. Innerhalb der Gemäuer locken der Fürstensaal, die gotische Sankt Georgskapelle mit sakralen Kunstwerken und die Schösserstube aus dem Jahre 1637 mit der frühbarocken Holzbalkendecke Besucher an.

Auch zwei Museen können auf Schloss Voigtsberg besichtigt werden: Im Teppichmuseum Oelsnitz wird die 130-jährige Geschichte der Teppichweberei im Vogtland aufgearbeitet, unterschiedliche Herstellungstechniken und vielfältige Designs lassen sich hier entdecken. Im historischen Gewölbekeller ist das "Mineraliengewölbe Oelsnitz" untergebracht, mit 400 Mineralien des sächsischen Vogtlandes und weiteren Schätze der Erde.

Weitere Informationen Schloss Voigtsberg
Schloßstraße 32
08606 Oelsnitz/Vogtland

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 11 - 17 Uhr

Schlösser, Burgen und Gärten in Sachsen

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 08. September 2019 | 09:05 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. September 2019, 04:00 Uhr

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