Filmkritik von Knut Elstermann "Wind River" - Thriller mit Oscar-verdächtiger Musik von Nick Cave

von Knut Elstermann, MDR KULTUR-Filmkritiker

Im Indianerreservat "Wind River" in Wyoming wird eine tote junge Frau im Schnee liegend gefunden, barfuß, missbraucht. Sie muss kilometerweit durch die eisige Kälte gelaufen sein, in verzweifelter Flucht vor den Tätern. Die unerfahrene FBI-Agentin Jane Banner (sehr überzeugend in ihrem jugendlichen Ringen um Autorität: Avenger-Star Elizabeth Olsen) übernimmt den mysteriösen Fall und bittet den einheimischen Wildhüter Cory Lambert um Hilfe. Für den von Jeremy Renner eindringlich gespielten Mann wird der Fall zur Qual, denn er rührt an das Trauma der Ermordung seiner eigenen Tochter.

Regisseur und Drehbuchautor Taylor Sheridan ("Hell or High Water") inszeniert diesen Thriller über frauenfeindliche Gewalt, Rassismus und die soziale Misere in den Reservaten als spannungsvolles, intensives Western-Drama, in dem die unwirtliche Natur so grausam und kalt ist wie das verkommene Beziehungsgefüge der hier rettungslos verlorenen Figuren.

Auszeichnungen Für den Thriller erhielt Regisseur Taylor Sheridan bei den Filmfestspielen in Cannes den Regiepreis. Die Filmmusik stammt von Nick Cave und Warren Ellis - und könnte dieses Jahr mit einem Oscar ausgezeichnet werden.

Genre: Thriller
Regie: Taylor Sheridan
Darsteller: Elizabeth Olsen, Jeremy Renner, u.a.
Im deutschen Kino ab: 08.02.2018
Produktionsland: USA
Bewertung: ★ ★ ★ ★ ☆ (4 von 5 Sternen)

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | MDR KULTUR am Morgen | 08. Februar 2018 | 07:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. Februar 2018, 00:00 Uhr

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