Filmstart "Zwischen den Zeilen" – ironischer Beziehungsfilm mit geschliffenen Dialogen

"Zwischen den Zeilen" von Regisseur Olivier Assayas ("Der Schakal") spielt in der Pariser Intellektuellen-Szene und erzählt von dem Paar Alain (Guillaume Canet) und Selena (Juliette Binoche), das ein Doppelleben führt – ein Drama voll Ironie und mit glänzenden Darstellern. Eine Kritik.

von Knut Elstermann, MDR KULTUR-Filmkritiker

Ein Mann und eine Frau sitzen an einem Tisch 2 min
Bildrechte: Alamode Film

In "Zwischen den Zeilen" führt uns Regisseur Olivier Assayas ("Der Schakal") in die literarische Welt von Paris. Der Verleger Alain, gespielt von Guillaume Canet, muss mit der allgegenwärtigen Krise klarkommen. Wie überall gehen die Buchverkäufe zurück, das digitale Zeitalter verändert auch dort die Verlagslandschaft tiefgreifend.

Gleichzeitig muss Alain sich mit seinem langjährigen Autor Léonard (Vincent Macaigne) auseinandersetzen, dessen neues Manuskript ihm sehr missfällt, vielleicht weil die dort geschilderte Affäre ihm zu nahe kommt. Seine Frau Selena (Juliette Binoche) sieht das merkwürdigerweise ganz anders ...

Ein raffiniertes Beziehungsgeflecht

Wunderbar spielen uns die glänzenden Darsteller mit geschliffenen Dialogen in diesem raffinierten Beziehungsgeflecht vor, was geschieht, wenn niemand so recht sagt, was er meint. Ein geistreiches, ironisches Konversationsstück über die Überschneidungen von Leben und Kunst und auch ein Spiegelbild der verunsicherten intellektuellen Szene von Paris.

Film "Burning" von Regisseur Lee Chang-Dong 7 min
Bildrechte: Capelight Pictures
Film "Burning" von Regisseur Lee Chang-Dong 7 min
Bildrechte: Capelight Pictures
Genre: Drama
Regie: Olivier Assayas
Darsteller: Guillaume Canet, Vincent Macaigne, Juliette Binoche
Im deutschen Kino ab: 06.06.2019
Produktionsland: Frankreich
Bewertung: ★ ★ ★ ☆ ☆ (3 von 5 Sternen)

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 06. Juni 2019 | 08:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. Juni 2019, 04:00 Uhr

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