20. Todestag von Falco Falco - der erste weiße Rapper

Der Österreicher eroberte als erster Weißer mit Rap-Gesang die US-Black-Single-Charts. Sein Künstlername wurde durch den DDR-Skispiringer Falko Weißpflog inspiriert. Vor 20 Jahren verunglückte Falco bei einem Autounfall. Wer war der Ausnahmekünstler, der eigentlich Hans Hölzel hieß? Hier erfahren Sie mehr.

Der österreichische Popstar Falco bei einem Auftritt, 1997.
Falco, eigentlich Hans Hölzel, einer der erfolgreichsten österreichischen Künstler Bildrechte: dpa

DDR-Star inspiriert Falco

Eines seiner wichtigsten Merkmale holte sich der Musiker ausgerechnet aus der DDR: seinen Namen. Als er beim Neujahrsspringen 1977 den erfolgreichen DDR-Skispringer Falko Weißpflog sah, ließ sich der zu seinem Künstlernamen Falco inspirieren. Geboren wurde der Sänger 1957 eigentlich als Hans Hölzel in Wien.


Straßenmusik in West-Berlin

Der Österreicher Falco hat sich einen Teil seiner musikalischen Früherfahrungen auch in Deutschland erspielt. Er tingelte in den Kneipen und auf den Straßen Westberlins herum. Zuvor hatte er das ehrwürdige Wiener Musikkonservatorium besucht, es dort aber nicht lange zwischen den Klängen von Mozart und Beethoven ausgehalten.

Auf einem Grenzschild der DDR mit der Aufschrift "HALT Staatsgrenze! Passieren verboten!" klebt 2000 ein Preisschild.
Die Mauerstadt Berlin inspirierte Falco Bildrechte: IMAGO

Provokant von Anfang an

Schon früh wusste Falco zu provozieren. Als Mitglied der "Chaos-Combo" Drahdiwaberl veröffentlichte er den Song "Ganz Wien (...ist heut auf Heroin)", eine scharfe Parodie der Drogenszene der Donaumetropole. Es folgte ein Spielverbot im Radio - was dem Song und der Band noch mehr Aufsehen einbrachte.


Ritt auf der "Neuen Deutschen Welle"

Falco hatte mit dem 1982 erschienenen Song "Der Kommissar" einen Riesenhit. Die englisch gesungene Variante erreichte die US-Top-Ten. In Deutschland wurde "Der Kommissar" der frisch entstandenen "Neuen Deutschen Welle" zugeordnet. Doch während andere Musiker diese Schublade vermieden, bekannte sich Falco gerne dazu.

Falco
Die 80er waren Falcos Blütezeit Bildrechte: IMAGO

Erste weiße Rapper

Falco ebnete indirekt den Weg für deutschen Rap. Sein markanter Sprechgesang wurde vom US-amerikanischen Rap inspiriert. Damit war er einer der ersten Künstler im deutschsprachigen Raum, der dies populär machte. Ihm gelang es mit "Rock Me Amadeus" sogar, als erster Weißer mit einem Rap-Song auf eine Topposition in den US-Black-Single-Charts zu gelangen.

Konzert von Falco. Ein Mann mit Hut, Sonnenbrille und Mantel steht vor einem Mikrofon und singt.
Falco hat deutschsprachigen Rap vorweggenommen Bildrechte: IMAGO

Hommage an einen Musikerkollegen

"Rock Me Amadeus" war 1985 ein weiterer großer Hit des österreichischen Musikers. Er interpretiert darin das Leben seines Landsmannes, Wolfgang Amadeus Mozart, radikal neu. Mozart wird im Text als frauenliebender, verschuldeter Anarcho geschildert: "Woher die Schulden kamen, war wohl jedermann bekannt. Er war ein Mann der Frauen, Frauen liebten seinen Punk." Der Song schwamm auch auf der Erfolgswelle des Oscar-gekrönten Miloš-Forman-Films "Amadeus" 1984.


Radioboykott

Falcos Song "Jeanny, Part I" sorgte für heftige Diskussionen. Bewusst missverständlich schildert er mit Textzeilen wie "Sie kommen dich zu holen, Sie werden dich nicht finden" die Vergewaltigung bzw. Tötung eines jungen Mädchens. Im Musikvideo gibt es zudem Anspielungen auf den Fritz-Lang-Film "M ", in dem es um einen pädophilen Mörder geht. Offiziell wurde das Lied zwar nicht als jugendgefährdend indiziert, jedoch weigerten sich verschiedene Radiostationen, den Titel zu spielen.

Falco
Falco provozierte gern Bildrechte: IMAGO

Früher Tod

Am 6. Februar 1998 verunglückte Falco bei einem Autounfall in seiner Wahlheimat, der Dominikanischen Republik. Er wurde in einem Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof beigesetzt. Tausende Fans begleiteten die Beerdigung. Seinen Sarg trugen wilde Rocker mit dunklen Sonnenbrillen, Mitglieder des Wiener Motorrad-Clubs "Outsider Austria", wie sie auch schon im Video zu seinem Hit "Rock Me Amadeus" zu sehen waren.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 06. Februar 2018 | 08:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. Februar 2018, 01:00 Uhr