Felix Meyer sitzt auf einem Ast im Wald
Liedermacher Felix Meyer Bildrechte: Jasmin Schreiber

Neues Album Liedermacher Felix Meyer: "Wir müssen jetzt loslegen, etwas zu ändern"

Felix Meyer zog als Straßenmusiker durch Europa, bevor 2010 seine erste Platte erschien. Nun kommt mit "Die im Dunkeln hört man doch" bereits sein sechstes Album heraus. Dabei geht es ihm um Menschen am Rande der Gesellschaft. Im Interview äußert sich der Musiker besorgt über den Zustand der Gesellschaft und das friedliche Zusammenleben in Europa.

Felix Meyer sitzt auf einem Ast im Wald
Liedermacher Felix Meyer Bildrechte: Jasmin Schreiber

Der Liedermacher Felix Meyer fordert ein Aufwachen der Gesellschaft. "Wir müssen jetzt loslegen etwas zu ändern", sagt der Berliner im Gespräch mit MDR KULTUR. Konkret geht es um sein Vertrauen in jene Generation von Menschen in Verantwortung, die nun Lösungen für die Probleme Europas und der Welt liefern müssen. "Wir Menschen gehen, wenn dann, an unserer Intelligenz zugrunde, wir könnten sie aber auch natürlich jeder Zeit einfach nutzen", resümiert Meyer und sagt:

Wir sind das Promill der Menschheit, das in Frieden leben darf.

Felix Meyer

Er selbst sehe zwar die Probleme, wolle aber seinen Hoffnungsschimmer nicht verlieren. "Von den Ausgangsbedingungen her haben wir einen ziemlich fantastischen Kontinent. Der kann offen für andere Kulturen sein. Er beherbergt selbst schon viele Kulturen. Wir sind das Promill der Menschheit, das seit Jahrzehnten in Frieden leben darf". Meyer kritisiert jedoch, dass damit zunehmend gespielt und gezündelt werde. "Dann ist das der Zustand, den wir verschenken könnten. Das verstehe ich nicht und das möchte ich nicht", warnt Meyer.

Als Flaneur durch Europa

Geboren in West-Berlin, aufgewachsen in Bayern und Schleswig-Holstein, in der Jugend dann zurück in die Hauptstadt. Von Kindesbeinen an war Felix Meyer unterwegs. Bevor er 2010 seine erste Platte veröffentlichte, ist Meyer als Straßenmusiker durch Europa gereist. Das Reisen und Unterwegs sein ist auch heute noch Teil seines Daseins. "Ich bin Flaneur", sagt Meyer. Unterwegs bekomme er die besten Ideen.

Auch für sein neues Album "Die im Dunkeln hört man doch". Inspiriert wurde der Albumtitel in Anlehnung an Bertolt Brechts Zeile "Die im Dunkel sieht man nicht" aus der Dreigroschenoper. Meyer betont bei MDR KULTUR, dass er dabei an Menschen am Rande der Gesellschaft denke. Zwar würden diese Menschen im Dunkeln stehen, man würde sie aber immer deutlicher hören. 

Auch interessant

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | MDR KULTUR Café | 29. September 2019 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 29. September 2019, 04:00 Uhr